Signalhunde: Lebensretter auf vier Pfoten

Diabetes mellitus-Signalhunde leisten einen außergewöhnlichen Job: Die Assistenzhunde stupsen ihr Herrchen beharrlich mit der Schnauze, wenn Unter- oder Überzucker droht und beginnen zu bellen. Damit unterstützen Sie ihren an Diabetes erkrankten Besitzer und retten Leben.

Ausbildung zum Signalhund

zukünftiger Partnerhund beim TrainingDas Training beginnt bereits im Welpenalter. Die Welpen kommen in Gastfamilien, in denen sie die normale Sozialisierung durchlaufen. Sie lernen, sich ins Familienleben zu integrieren und die verschiedensten Umwelteinflüsse wie beispielsweise Großstadt, Einkaufszentren oder Tiere am Bauernhof kennen. Nach sechs bis acht Monaten kehren die Jungtiere wieder zu ihrer Ausbildungsstätte zurück. In dieser Zeit kristallisieren sich dann bestimmte Talente und Charaktereigenschaften heraus. Die Dauer des darauffolgenden Spezialtrainings richtet sich nach den Fertigkeiten, die der Hund erlernen soll, um seinem zukünftigen „Menschen“ das Alltagsleben zu erleichtern. Ein Diabetes mellitus-Alarmhund muss ein richtiger „Workaholic“ sein, weil er von sich aus und selbstständig arbeiten muss.

Wie erlernen Signalhunde ihr Handwerkszeug?

Signalhunde AusbildungDer Hund wird von Anfang an auf den Geruch seines zukünftigen Besitzers konditioniert. Bei einem abweichenden Glukosespiegel wird ein Wäschestück oder ein Stoffstück als Geruchsprobe für den Hund luftdicht in Plastik verpackt und zur Ausbildungsstätte geschickt. Der Hund lernt durch seinen Trainer zuerst, diesen Geruch mit einer Belohnung zu verknüpfen. Einen Schritt weiter gibt es die Belohnung nur, wenn er zusätzlich noch an der Hand stupst. Wenn der Hund beispielsweise unter drei unterschiedlichen T-Shirts das von seinem späteren Herrchen heraussucht und an der Hand gestupst hat, gibt es ein Leckerli. Das wird in den verschiedensten Variationen „gespielt“: Schließlich stupst der Hund nur, wenn er den Geruch seines Besitzers wahrnimmt.

Am Ende dieses Spezialtrainings findet die Zusammenführung des Hundes mit dem zukünftigen Besitzer statt. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung vor einer unabhängigen Kommission wechselt der Hund offiziell sein Zuhause. Nun startet er seine Karriere als Signalhund.

Zusammenführung von Mensch und Hund

Signalhund mit MenschIn einem intensiven zweiwöchigen Seminar lernt der neue Besitzer den richtigen Umgang mit seinem Diabetes mellitus-Signalhund. Das ist ein großer Sprung, weil der Mensch viel intensiver und „variantenreicher“ riecht als die Trainings-Geruchsproben. Bis alle Verständigungsschwierigkeiten verschwunden sind, begleitet ein Trainer den Hund noch einige Tage lang in seiner neuen Umgebung.

Besondere Rechte & pflichten

Es gehört dazu, dass ein Diabetiker-Signalhund im Bett bei „seinem“ Menschen liegt. Nimmt der Hund im Schlaf abweichende Werte bei seinem Besitzer wahr, stupst er sein Herrchen an oder geht zu den Eltern und weckt diese. Für Eltern von Kindern mit Diabetes mellitus sind gerade die Nachtstunden sehr belastend. Nicht selten stehen sie zwei bis drei Mal pro Nacht auf, um die Zuckerwerte ihrer Kinder zu kontrollieren. Ist das Kind beispielsweise krank, können sogar Messungen im Zwei-Stunden-Takt notwendig werden.

Regelmäßige Überprüfung

Die Fähigkeiten von Assistenzhunden werden regelmäßig einmal pro Jahr überprüft. Haben sich Fehler oder Unregelmäßigkeiten „eingeschlichen“, werden diese gemeinsam wieder wegtrainiert.

Rund um die Uhr dabei

Signalhund im Einsatz

Diabetiker-Signalhunde tragen außerhalb des Hauses eine blaue Kenndecke. So können alle erkennen, dass der Hund ein eingetragener Medizinischer Signal- bzw. Assistenzhund ist. Signalhunde sind damit von der Leinen und Beißkorbpflicht befreit, sie dürfen in Geschäfte, Kirchen, Museen usw. sowie sein Herrchen in Rehabilitationszentren begleiten. Auch das Mitfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln ist kostenlos. Signalhunde sollen ihre Besitzer schließlich in allen Lebenslagen begleiten, um im Notfall Alarm geben zu können.

Wie bekommt man einen Signalhund?

Der erste Schritt zur Anmeldung für einen Partner-Hund ist das persönliche Kennenlernen beim Erstgespräch. Bei dieser Gelegenheit werden alle Wünsche und Vorstellungen des Bewerbers sowie seine Pflichten dem Hund gegenüber besprochen. Der persönliche Tagesablauf wird dabei auf „Hundetauglichkeit“ durchleuchtet. Falls nicht alle Tätigkeiten vom Kandidaten selbst erledigt werden können, müssen verlässliche und engagierte Familien- oder Assistenzpersonen gefunden werden, die hierbei gerne einspringen und Hundepflichten übernehmen. Bei Erwachsenen, die im Berufsleben stehen, wird davon aus gegangen, dass sie ihren Partner-Hund mit zur Arbeit nehmen können. Es ist nicht der Sinn eines Partner-Hundes, mehrere Stunden täglich allein zu Hause zu sein!

Wie man sieht, sind viele Punkte abzuklären, bis grünes Licht zur Anmeldung für einen Partner-Hund gegeben werden kann. Ein ganz entscheidender Grund zur Bewerbung für einen Partner-Hund sollte der sehnliche Wunsch sein, überhaupt mit einem Hund leben zu wollen. Im Vordergrund soll die Freude an Tieren sowie an der Bewegung in der Natur stehen. Mit der Anmeldung für einen Partner-Hund entscheidet man sich für eine große Veränderung im Lebensalltag.

Weitere Informationen finden Sie bei dem Deutschen Asistenzhunde-Zentrum T.A.R.S.Q.