Seniorhunde: Was brauchen ältere Hunde?

Seniorhunde

Der Alltag mit unserem jahrelangen Begleiter ist eingespielt. Plötzlich bemerkt man kleine Veränderungen – graue Haare im Hundefell, nachlassende Fitness oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Das Alter macht sich auch bei Hunden bemerkbar und aus dem ausgewachsenen Hund wird ein Seniorhund. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Bedürfnisse Seniorhunde haben und wie die Gesundheit im Alter bestmöglich unterstützt werden kann.

Ab wann gilt ein Hund als Seniorhund?

Wann genau der Alterungsprozess eines Hundes beginnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa von der Größe eines Hundes. Kleine oder sehr keine Hunde altern im Durchschnitt langsamer und leben länger als größere Hunde. Demnach gelten kleine Hunde erst ab acht Jahren als Seniorhund, während bei mittelgroßen Hunden ab sieben Jahren und bei großen Hunden schon ab fünf Jahren der Alterungsprozess einsetzt. Im Allgemeinen gilt ein Hund im letzten Drittel seiner erwarteten Lebensspanne als „Senior“. Eine genaue Beurteilung kann jedoch nur individuell für jeden Hund getroffen werden, da Faktoren wie Lebensstil, Fitness und chronische Erkrankungen auch den Beginn des Alterns beeinflussen können.

Altersstufen auf einen Blick

Größe Ausgewachsener, junger Hund Älterer Hund
Kleine Hunde
1 – 10 kg
10 Monate
bis 8. Lebensjahr
älter als 8 Jahre
Mittelgroße Hunde
10 – 25 kg
12 Monate
bis 7. Lebensjahr
älter als 7 Jahre
Große Hunde
25 – 45 kg
15/18 Monate
bis 5. Lebensjahr
älter als 5 Jahre
Sehr große Hunde
mehr als 45 kg
älter als 18/24 Monate

Woran erkennt man einen alten Hund? Physische Zeichen des Alterns

Seniorhunde

Abgesehen von den weißen und grauen Flecken, die sich im Fell bemerkbar machen, gibt es eine Reihe anderer körperlicher Zeichen des Alterns bei Hunden. Einige dieser Symptome umfassen:

  • Gewichtszunahme (oft aufgrund weniger Aktivität)
  • Gewichtsverlust (oft wegen Appetitlosigkeit)
  • Hörverlust (reagiert nicht so schnell auf Stimmen oder Geräusche)
  • Sehverlust (das Zögern auf der Treppe kann durch verminderte Sehkraft oder Beweglichkeit bedingt sein)
  • Gesundheitsprobleme wie Arthritis, Zahnerkrankungen (verlorene Zähne oder Zahnfleischentzündung), Herzerkrankungen (verminderte Bewegungstoleranz, Schwäche), verminderte Nierenfunktion (erhöhter Wasserverbrauch und Wasserlassen) oder Inkontinenz

Was unterscheidet einen Seniorhund von einem erwachsenen Hund?

Ein Seniorhund ist in der Regel deutlich weniger aktiv als ein erwachsener Hund. Doch wie genau sich das Alter bemerkbar macht, ist unterschiedlich. Oft unterscheidet sich ein Seniorhund von einem erwachsenen Hund durch deutlich mehr Gelassenheit, der Hund fordert weniger Beschäftigung und schläft mehr. Gleichzeitig lässt der Bewegungsdrang nach und Muskelmasse wird abgebaut. Ältere Hunde benötigen mehr Zeit, um sich auf neue Situationen einzulassen und neue Aufgaben zu verstehen. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab und Nase, Augen sowie Gehör funktionieren zunehmend schlechter. Darum ist mehr Umsicht auf Spaziergängen nötig: Seniorhunde nehmen Umweltreize weniger gut wahr, reagieren auf Gefahren vielleicht zu spät oder werden durch einen ungestümen Junghund umgestoßen. Der Mensch muss also mehr für alternde Hunde “mitdenken” und vorausschauende Unterstützung in überfordernden Situationen bieten.

Brauchen Seniorhunde noch Beschäftigung?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja!“, denn auch für Hunde gilt: wer rastet, der rostet. Hierbei gilt zu beachten, dass sich die Kriterien ändern und die Anforderungen angepasst werden sollten. Sanfte Bewegung sowie geistige Forderung halten fit und tragen zur Gesundheit bei. Die geistige Auslastung und die Mobilität des Bewegungsapparates wird in den Vordergrund gestellt. Beschäftigungen wie zum Beispiel Futter erschnüffeln, Lieblingsspielzeug suchen, Bällchen holen, Denkaufgaben meistern oder Clickertraining bringen Abwechslung in den Seniorenalltag.

Auch Seniorhunde lernen gerne neue Tricks. Das Erfolgserlebnis, wenn Aufgaben erfolgreich gemeistert werden, bringt Lebensfreude und hält geistig fit. Mit dem Menschen joggen oder im langsamen Tempo am Rad mitlaufen kann auch für den Hund im Alter eine prima Sache sein, wenn keine Gelenkbeschwerden vorliegen. Alternativ ist Schwimmen zur Entlastung der Gelenke empfehlenswert. Aufpassen muss man bei kühlem Wetter, da Senioren oft weniger gute Abwehrkräfte haben und sich so leicht eine Erkältung holen. Grundsätzlich gilt: Ein Gesundheitscheck beim Tierarzt hilft, um einzuschätzen, welche Form von Bewegung gut für Ihren Seniorhund ist.

Ist spezielles Futter für Seniorhunde sinnvoll?

Futter für SeniorhundeEin Seniorhund benötigt eine andere Ernährung als ein Junghund. Ältere Hunde haben andere Ernährungsbedürfnisse, weil ihre Körper und Lebensstile sich ändern. Diese Tiere werden oft sesshafter, so dass sie eine Diät benötigen, die viel Protein und reduzierte Kalorien enthält, um die Muskelmasse zu erhalten ohne überschüssige Energie zu liefern. Entzündungshemmende Stoffe im Futter können dabei helfen, Beschwerden zu lindern. Vitamine stärken die Abwehrkräfte und helfen dabei, ein gesundes Immunsystem aufrecht zu erhalten. Da oftmals der Geschmackssinn im Alter schlechter funktioniert, kann geschmacksintensives Futter den Appetit anregen und dafür sorgen, dass ausreichende Energie aufgenommen wird. Ihr Tierarzt kann sie dabei beraten, welche Nahrung bestmöglich die Bedürfnisse Ihres Seniorhundes abdeckt.

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Gibt es Alterserkrankungen bei Hunden?

Das Durchschnittsalter unserer Hunde steigt stetig – zunächst eine sehr gute Nachricht. Mit zunehmendem Alter nehmen jedoch auch die alterstypischen Gebrechen zu. Folgende Erkarnkungen treten vermehrt bei Seniorhunden auf:

  • Gelenkverschleiß:
    Bei den großen Rassen kommen hingegen häufig Gelenkerkrankungen vor. Gelenkverschleiß ist das größte orthopädische Problem bei Hunden allgemein und kommt besonders häufig bei alten Hunden vor. Risikofaktoren sind neben dem Alter eine starke mechanische Beansprachung, z.B. durch Hundesport der Übergewicht, sowie die Genetik.
  • Herzerkrankungen:
    Das Herz ist das wichtigste Vitalorgan im Körper, das vom Geburt bis zum Tod kontinuierlich ohne Pause arbeitet. Das Alter geht nicht spurlos am Herzen vorbei: Herzklappen schließen nicht mehr so dicht und der Herzmuskel verliert an Schlagkraft.
  • Diabetes mellitus:
    Diabetes mellitus ist eine typische Alterserkrankung, bei der Glukose nicht ausreichend aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird.
  • Erkrankungen in der Maulhöhle:
    Ältere Hunde haben öfter Probleme mit den Zähnen. Zahnstein kommt mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger vor. Auf der Basis von Zahnstein können sich schmerzhafte Entzündungen in der Maulhöhle entwickeln.
  • Schwächung des Immunsystems:
    Mit zunehmendem Alter lässt die Abwehrleistung des Immunsystems nach. Alte Hunde zeigen deshalb höhere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Was können Besitzer tun?

Seniorhund

Es gibt drei goldene Regeln, um einen Hund so lange wie möglich fit und gesund zu halten, die Hundebesitzer beachten sollten:

  1. Eine gesunde Lebensweise und ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt:
    Tägliche Spaziergänge, regelmäßige Fellpflege und Gewichtskontrolle, Behandlung gegen Parasiten, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt
  2. Einen an den Bedarf angepasste und ausgewogene Nahrung:
    Ihr Tierarzt berät sie, welche Nahrung für Ihren Hund die richtige ist. Sie sollte an den Nährstoffbedarf des Hundes angepasst sein und eine spezielle Kombination aus Energie, Proteinen, Vitaminen und Spurenelementen enthalten.
  3. Vorbeugungsmaßnahmen gegen Risiken, die mit dem Altern verbunden sind:
    Schon bevor die ersten Alterserscheinungen auftreten, kann die Ernährung dazu beitragen, das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Hundes so lange wie möglich auf höchstem Niveau zu halten.

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