Wie funktioniert Hundeerziehung? Tipps für neue Hundebesitzer

Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sie sind auch sehr intelligente und lernfähige Tiere. Der Grundstein der Hundeerziehung wird schon im Welpenalter gelegt: Als Welpen können sie spielerisch erlernen, wie sie sich verhalten sollten und wo ihre Grenzen sind. So können Sie ihnen schon früh beibringen, alleine Zuhause zu bleiben und stubenrein zu werden. Wenn Sie bereits im Welpenalter auf eine gute Erziehung achten, kann dies späteren Konflikten vorbeugen und dabei helfen, schwierige Situationen mit dem Hund zu meistern.

Welpenerziehung ist besonders wichtig

Hund Welpe Erziehung WelpenerziehungGerade in den ersten Lebensmonaten sind Welpen besonders aufnahmefähig und lernen spielerisch. In dieser Zeit, der sogenannten Sozialisierungsphase, wird der Grundstein für die spätere Erziehung gelegt. Diese Phase dauert ungefähr von der 8. Lebenswoche bis zur 12. Lebenswoche. In dieser Zeit fällt es dem Welpen leichter, stubenrein zu werden und unerwünschte Verhaltensweisen abzulegen. Natürlich ist die Erziehung nicht nach wenigen Wochen abgehakt, sondern begleitet Besitzer und Hund dauerhaft.

Stubenreinheit

Damit ein Welpe stubenrein wird, benötigen Sie viel Geduld. Manche Welpen werden nach wenigen Tagen stubenrein, andere brauchen dafür Wochen oder Monate. Wichtig zu wissen ist: Erst ab der 16. Lebenswoche ist die Blase von Welpen groß genug, um längere Pausen zwischen dem Gassigehen auszuhalten.

Hundeerziehung Lob StubenreinheitEs hilft Ihrem Welpen, wenn Sie oft mit ihm nach draußen gehen – nach dem Aufstehen, nach jeder Mahlzeit und nach jedem aufregenden Spiel. Hierbei ist das Wichtigste, dass Sie auf die Signale Ihres Welpen achten. Schnüffelt er beispielsweise und dreht sich dabei im Kreis, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass er muss. Eine plötzliche Unterbrechung eines Verhaltens kann ebenso ein Signal dafür sein. Hat Ihr Welpe sein Geschäft draußen erledigt, loben Sie ihn übermäßig dafür. Dadurch verknüpft er dieses Verhalten mit dem Lob und einer positiven Assoziation, an die er sich das nächste Mal erinnern wird.

Alleine Zuhause bleiben

Hundeerziehung Allein zu Hause bleibenEs ist hilfreich, wenn Ihr Hund schon als Welpe langsam lernt, eine gewisse Zeit alleine zu Hause zu bleiben. Zu Beginn ist der Drang eines Welpen besonders stark, dem Herrchen überall hin zu folgen. Im ersten Schritt muss ein Welpe daher lernen, allein im Raum zu bleiben, auch wenn der Besitzer den Raum verlässt. Dazu hilft es, seinen Korb oder zunächst eine verschließbare Transportbox zu seinem Lieblingsplatz zu machen. Man bindet die Box in das Spiel ein, gibt dort Leckerlis und man streichelt den Hund ausgiebig. So wird dieser Ort mit positiven Assoziationen verbunden. Hält der Hund sich in der Box auf, so kann man diese für kurze Zeit schließen, während man sich selbst noch im Raum aufhält. Später verlässt man den Raum für kurze Zeit, während der Welpe sich in der Box befindet.

Junghunde winseln oder jaulen häufig. Auch wenn es Ihnen schwerfallen wird: Gehen Sie erst wieder zu ihm ins Zimmer, nachdem Ihr Welpe nicht mehr klagt. Ansonsten könnte er sich angewöhnen, dass er nur zu winseln braucht – und schon sind Sie wieder da. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man die Tür der Box offen lassen oder die Box durch einen Korb ersetzen. Auch die Phasen des Alleinseins im Raum sollten langsam verlängert werden.

Was ist bei der Hundeerziehung besonders wichtig?

Eine erfolgreiche Hundeerziehung erfordert viel Geduld und Ausdauer. Es ist ratsam, mit Ihrem Hund in regelmäßigen, kurzen Abständen zu trainieren und an unerwünschten Verhaltensweisen zu arbeiten.

Für den Anfang ist es hilfreich, möglichst gute Voraussetzungen für die Hundeerziehung zu schaffen. Besonders bei der Erziehung von Welpen ist es wichtig, auf eine vertraute Umgebung für den Hund zu achten.
Welpen fällt es mitunter schwer, sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Je mehr Ablenkung durch Geräusche, andere Personen oder unbekannte Gerüche vorhanden ist, desto schwieriger wird es, die volle Aufmerksamkeit Ihres Welpen zu bekommen.

Hundeerziehung KommandosDas Training zu ersten Kommandos wie „Sitz“ gelingt am besten, wenn Sie Ihren Hund alleine in den eigenen vier Wänden trainieren. Wenn ein Kommando in reizarmer Umgebung funktioniert, dann sollte es langsam in den Alltag außerhalb der Wohnung integriert und geübt werden. Wenn mehrere Personen an der Hundeerziehung mitwirken, sollten immer die gleichen Kommandos und Handbewegungen genutzt werden. Das ist besonders wichtig, wenn auch Ihre Kinder lernen sollen, den Hund zu erziehen. Unterschiedliche Bedeutungen von Kommandos wirken auf Ihren Hund verwirrend.

Was sollten Hunde zuerst lernen?

Einige Kommandos sind für den Alltag mit Ihrem Hund besonders wichtig – bringen Sie ihm diese als erstes bei. Dadurch lernt der Welpe die wichtigsten „Spielregeln“ kennen und weiß, wie er sich zu verhalten hat.
Zu den Grundkommandos gehören:

  • Aus oder auch Nein
    Mit diesem Kommando signalisieren Sie Ihrem Hund, dass er etwas unterlassen soll oder dass bestimmte Bereiche (z.B. Schlafzimmer, Küche etc.) tabu sind.
  • Sitz
    Hiermit lernt Ihr Hund, sich zu beruhigen und sich hinzusetzen. Dadurch können Sie ihm leichter die Leine anlegen und haben seine volle Aufmerksamkeit. Besonders hilfreich ist Sitz, wenn Sie mit Ihrem Hund an einer Ampel warten und verhindern möchten, dass er womöglich auf die Straße läuft.
  • Platz
    Ähnlich wie Sitz, allerdings soll sich der Hund hinlegen und nicht nur hinsetzen. In verschiedenen Situationen kann das Kommando unterschiedliche Funktionen erfüllen. Zum Beispiel kann auf diese Weise unerwünschtes Verhalten, wie etwa Betteln, unterbunden werden.
  • Komm oder hier
    Signalisiert Ihrem Hund unmissverständlich, dass er zu Ihnen kommen soll. Sowohl beim Freilauf auf der Wiese, als auch in der Wohnung.
  • Bleib
    Mit dem Kommando Bleib bringen Sie Ihrem Hund bei, dort zu bleiben, wo er gerade ist. So können Sie beispielsweise verhindern, dass Ihr Hund direkt auf einen Artgenossen zustürmt.

Wer kann mir helfen, wenn die Hundeerziehung ins Stocken gerät?

Hundeerziehung Hundeschule HundetrainerWer zum ersten Mal einen Hund erzieht, kann schon mal an die eigenen Grenzen stoßen. Es kann vorkommen, dass ein Junghund viel Geduld bei der Erziehung benötigt während ein anderer Welpe schnell auf die gegebenen Kommandos reagiert. Wer sich mit der Situation überfordert fühlt, sollte sich Hilfe bei einem Experten holen.

In einer Hundeschule können Sie zusammen mit einem ausgebildeten Hundetrainer am Verhalten Ihres Hundes und an der Kommunikation zwischen Ihrem Hund und Ihnen arbeiten, um so negative Verhaltensweisen Stück für Stück ablegen. Damit die Erziehung auch zu Hause klappt, kann Ihnen ein Hundetrainer zeigen, wie Sie alleine richtig mit Ihrem Tier umgehen.