Harnsteine bei Hunden und Katzen: Symptome & Behandlung

Wenn bei Hunden und Katzen Symptome für Harnsteine auftreten, ist ein rascher Besuch beim Tierarzt angezeigt! Wie kann man die Gesundheit des Harntraktes beim eigenen Tier fördern und was kann man präventiv gegen Harnsteine bei Hunden und Katzen tun?

Sie haben bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze eine der folgenden Situationen erlebt:

  • Sie beobachten, dass Ihre Katze längere Zeit unter kläglichem Miauen in der Katzentoilette sitzt und vergeblich versucht, Harn abzusetzen?
  • Es sind lediglich vereinzelte, häufig blutige Tropfen das Ergebnis?
  • Lässt der Vierbeiner Wasser an ungewöhnlichen Stellen?
  • Sucht Ihr Tier häufig das Katzenklo auf, krümmt seinen Rücken und ist antriebsoder appetitlos?
  • Bei Ihrem Hund spielt sich das langwierige Urinieren beim täglichen Gassigehen ab?

Dies können Anzeichen für eine Steinbildung in der Harnblase und deren mitunter gefährlichen Komplikationen sein.

Harnsteine bei Hunden und Katzen: Was sind die Ursachen?

Katze beim Tierarzt

Neben Übergewicht, Bewegungsarmut, Kastration sowie Harnwegsinfektionen spielen Ernährungsfehler eine wichtige Rolle. Es kommt zur Bildung von Kristallen, Steinen oder Pfropfen in den unteren harnableitenden Wegen. Trinken Katze und Hund zu wenig, reduzieren sich Harnmenge sowie Häufigkeit des Harnabsatzes, wodurch die ableitenden Harnwege zu wenig „gespült“ werden.

Was lässt sich präventiv tun?

Harnsteine bei Hunden und KatzenStellen Sie immer frisches Trinkwasser zur Verfügung und platzieren Sie für Katzen den Wassernapf von der Futterschüssel entfernt. So motivieren Sie Ihre Wohnungskatze bei der „Revierpatrouille“ zu mehr Bewegung. Manche Katzen lieben fließendes Wasser z. B. aus Trinkbrunnen. Feuchtnahrung mit einem Flüssigkeitsgehalt von 70 bis 80 % oder eingeweichte Trockennahrung erhöhen die tägliche Wasseraufnahme ebenfalls. Schwer verdauliche Futtermittel wie Knochen sollten gemieden werden. Wichtig ist die richtige Nährstoffzusammensetzung der Nahrung, um den pH-Wert des Harns in einem vorteilhaften Bereich zu halten. Eine Harndiät sollte möglichst wenig solcher Mineralstoffe enthalten, die sich zu Kristallen formen können.

Harnsteine beim Hund

Harnsteine bei Hunden und Katzen

Durch Harnwegsinfektion besteht auch bei Hunden die Möglichkeit der Bildung von Struvitsteinen. Welche Arten von Harnsteinen gibt es sonst noch?

  • Bei Cystinsteinen handelt es sich oft um einen angeborenen und vererbbaren Defekt.
  • Kalziumoxalatsteine sind sogenannte metabolische Harnsteine, d. h. sie entstehen durch Stoffwechsel-Imbalancen.

Harnsteine bei Hunden und Katzen: Schnelle Hilfe ist gefragt

Harnsteine bei Hunden und Katzen

Ihr Tierarzt wird anhand des Vorberichtes und der klinischen Untersuchung (äußerliches Betrachten, Abtasten, Feststellen von Rasse und Geschlecht) eine Harnuntersuchung, Röntgen oder Ultraschall durchführen. Eine Laboranalyse der Blut- und Harnprobe ist gegebenenfalls erforderlich. Nur so kann eine geeignete Behandlung bzw. Ernährungsumstellung für den vierbeinigen Patienten eingeleitet werden.

Hunde und Katzen können durch spontanen Harnabsatz, einen Harnröhrenkatheter oder einen chirurgischen Eingriff von ihrem Harnsteinleiden „erlöst“ werden. Lediglich Struvitsteine lassen sich über eine geeignete Ernährung durch Diät auflösen. Nachdem Harnsteine operativ entfernt wurden, sollten sie zur Bestimmung der Zusammensetzung im Labor untersucht werden, um Diagnose, nachfolgende Therapie sowie Prognose für den weiteren Krankheitsverlauf einschätzen zu können.

Heikle Fresser: Was tun, wenn die Katze nicht frisst?

Die Fütterung mit einer Harnsteindiät ist besonders bei heiklen Katzen manchmal eine Hürde. Studien zeigen, dass Katzen verschiedene Vorlieben in puncto Nahrung haben. Die Entwicklung dieser Präferenzen basiert sowohl auf angeborenen als auch erlernten Faktoren. Die Katze ist ein allein jagender Fleischfresser, der viele kleine Portionen über den Tag verteilt aufnimmt. Entscheidend ist beispielsweise, in welchem Lebensabschnitt sich das Tier befindet:

  • Jungtiere werden schon während der Trächtigkeit durch Nahrungsvorlieben ihrer Mutter geprägt und danach in der Säuge- und Entwöhnphase. Denn Kätzchen fressen bevorzugt das Gleiche wie das Muttertier.
  • Ältere Katzen z. B. mit Zahnproblemen wählen weichere Stückchen als ausgewachsene, gesunde Tiere.
  • Durch die unterschiedliche Art der Futteraufnahme (z. B. Zangenmethode mit den Schneidezähnen) können Siamkatzen röhrenförmige Kroketten leichter greifen als Kroketten in Würfelform, die eigens für den großen Kiefer von Maine Coons entwickelt wurden.

Hat Ihre Katze in einer schwierigen Situation wie einer Krankheit Bekanntheit mit einem durchaus wohlschmeckenden Futter gemacht, wird sie diese spezielle Nahrung in Zukunft verweigern. Denn Katzen können negative Erfahrungen, die sie z. B. beim stationären Aufenthalt in der Tierklinik hatten, mit dem dort Gefütterten verknüpfen. Hier ist es wichtig, als Tierbesitzer auf unterschiedliche Produktformen ausweichen zu können. So bietet die breite Palette der URINARY- Harnsteindiäten Formulierungen in feuchter als auch trockener Variante.

Nach der Diagnose

Ernährung bei Harnsteinen

Harnsteine bei Hunden und Katzen sind immer mit einer längeren Behandlungsdauer und unter Umständen mit einem operativen Eingriff verbunden. Das Risiko einer erneuten Steinbildung erfordert eine genaue Kenntnis über die verschiedenen Formen der Erkrankung. Ein ausführlicher Krankenbericht des Tieres und eine präzise Steinanalyse sind dabei hilfreich. Auf jeden Fall sollte regelmäßig der Tierarzt besucht werden.

Für jede Harnsteinerkrankung gibt es spezielle diätetische und/oder medikamentöse Therapiemöglichkeiten sowie begünstigende begleitende Maßnahmen: Für Wohnungskatzen z.B. ist die Auswahl einer passenden Katzen-Streu essenziell. Gute Hygiene-Streu garantiert einerseits die Geruchsbindung, bindet aber auch schnell und zuverlässig Flüssigkeit, wodurch Bakterienwachstum verhindert werden kann, was sich wiederum auf das erhöhte Risiko einer Infektion auswirken kann.