Gesunde Hundeernährung vom Welpen bis zum Senior

Hundeernährung Welpe Senior

So ein kleiner Welpe hat viel vor. Bis er ausgewachsen ist, muss er je nach Endgröße das bis zu Hundertfache seines Geburtsgewichts zulegen. Unsere Expertin, Fachtierärztin Dr. Claudia Rade weiß, worauf es bei einer altersgerechten Hundeernährung ankommt. Eine altersgemäße Ernährung trägt entscheidend dazu bei, dass der kleine Welpe gesund, lebensfroh und vital bleibt – ein Hundeleben lang.

Warum gibt es verschiedene Futter für verschiedene Lebensabschnitte?

Eine ausgewogene Ernährung ist in jedem Lebensabschnitt des Hundes ein wichtiger Beitrag zu seiner Gesundheit. Die Ansprüche und der Nährstoffbedarf ändern sich jedoch je nach Lebensphase. Im Wachstum befindet sich der Hund im sogenannten „Leistungsstoffwechsel“. Je nach Endgröße muss der Welpe das bis zu Hundertfache seines Geburtsgewichtes innerhalb der ersten beiden Lebensjahre erreichen. Beim erwachsenen Tier zielt eine gute Hundeernährung auf die Aufrechterhaltung eines normalen Körpergewichts, eine geregelte Verdauung und ein schönes glänzendes Fell ab. Bei älteren Hunden rücken die Vorbeugung typischer Alterserkrankungen und die Entlastung der „in die Jahre gekommenen“ Organe im Vordergrund.

Gratis Welpenpaket

Kostenlose Aktion exklusiv für Stories-Leser: Jetzt gratis Probenbox erhalten

ROYAL CANIN Welpenfutter

Wachstumsphase: Was braucht mein Welpe?

Für Welpen gilt genau wie für menschliche Säuglinge: Muttermilch ist das Beste für das Neugeborene. In den ersten drei Lebenswochen sind gesunde Hundewelpen ausschließlich mit Muttermilch optimal versorgt. Als Faustregel gilt, dass sie ihr Geburtsgewicht innerhalb der ersten 7-10 Tage verdoppelt haben sollten. Ab Ende der dritten Lebenswoche benötigen die Welpen Beifutter, um ihren hohen Nährstoffbedarf für das Wachstum decken zu können.

Besonders sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Phosphor im richtigen Verhältnis geachtet werden, da während des schnellen Größenwachstums im ersten Lebenshalbjahr viel davon in die wachsenden Knochen eingebaut werden muss. Dringend zu warnen ist jedoch vor der unkontrollierten Ergänzung der Futterration mit Kalziumpräparaten (z.B. Welpenkalk), da eine Überversorgung die Skelettentwicklung ebenfalls empfindlich stören kann.

Hier finden Sie Nahrungen speziell für Hundewelpen.

Wie sieht gesundes Wachstum aus?

Hundeernährung für Welpen

Eine Herausforderung in der Wachstumsphase besteht darin, den jungen Hund so zu füttern, dass er nicht zu schnell zu schwer wird. Knochen und Gelenke benötigen Zeit, um anatomisch auszureifen, bevor sie mit dem „vollen Erwachsenengewicht“ belastet werden dürfen. Über die Energiezufuhr, also die Futtermenge, lässt sich die Wachstumsgeschwindigkeit steuern. Zur Kontrolle eines gesunden Wachstums empfiehlt es sich, den wachsenden Hund einmal wöchentlich zu wiegen und das Gewicht in eine Wachstumskurve einzutragen, die in Zusammenarbeit mit einem Experten (z.B. Züchter oder Tierarzt) individuell erstellt werden kann.

Gratis Welpenpaket

ROYAL CANIN Welpenfutter

Die Tagesration des Welpen sollte nach dem Absetzen von der Mutterhündin auf 3 bis 4 Mahlzeiten täglich verteilt werden. Ab einem Alter von 6 Monaten kommt der Junghund auch mit 2 Mahlzeiten pro Tag zurecht. Dieses Fütterungsregime kann auch für den erwachsenen Hund beibehalten werden.

Der erwachsene Hund: Veränderte Bedürfnisse?

Hundeernährung

Nach Abschluss des Wachstums befindet sich „Otto Normalhund“ nicht mehr im Leistungs-, sondern im Erhaltungsstoffwechsel. Dadurch benötigt ein ausgewachsener Hund nicht mehr so viel Protein, Kalzium und Phosphor wie ein Welpe im Wachstum. Kleine und mittelgroße Hunde sollten spätestens am Ende des ersten Lebensjahres, große Hunde spätestens am Ende des zweiten Lebensjahres auf eine Erwachsenennahrung umgestellt werden.

Hunde mit langem Fell benötigen zum Haarwechsel im Frühjahr und Herbst etwa 20 % mehr Protein. Da die meisten Adult-Futter jedoch sowieso schon mehr als die geforderten 18 % Protein pro Kilogramm Trockenmasse enthalten, decken sie diesen Mehrbedarf automatisch mit ab. Eine höhere Proteinversorgung, wie in sehr fleischreichen Rationen, ist für gesunde Hunde in der Regel unproblematisch. Ein gravierender Überschuss (siehe Tabelle unten) sollte jedoch vermieden werden, weil hieraus Verdauungsstörungen resultieren können. Zudem muss der überschüssige Proteinstickstoff über Leber und Niere ausgeschieden werden.

Übergewicht vermeiden mit angepassten Tagesrationen

Entscheidend ist die Vermeidung einer Gewichtzunahme des Vierbeiners durch angepasste Hundeernährung. Eine Kastration führt dazu, dass der Energiebedarf eines Hundes im Durchschnitt um ein Drittel sinkt. Das hat Konsequenzen für die Fütterung: Auch die Energiezufuhr ist um ein Drittel zu kürzen. Bei Bedarf sollte auf eine geeignete kalorienreduzierte Nahrung umgestellt werden, um eine ausreichende Größe der Futtermenge und Versorgung mit allen Mineralstoffen und Vitaminen sicherzustellen.

Für den Tages-Energiebedarf ausgewachsener Hunde gibt es Berechnungsformeln, die jedoch – genau wie die Tagesfuttermengen der Tiernahrungshersteller – nur als grober Richtwert gelten können. Je nach Temperament, Felllänge, Haltungsbedingungen usw. können solche berechneten Werte um 30 % vom tatsächlichen Bedarf abweichen. Es führt daher kein Weg daran vorbei, durch regelmäßiges Wiegen des Hundes zu überprüfen, ob die Tagesration auch wirklich passt.

Hundeernährung für Senioren: Wie bleibt mein Hund fit bis ins hohe Alter?

Ältere Hunde werden meist von ganz allein „gesetzter“ und pflegen dann einen ruhigeren Lebensstil. Ihr Energiebedarf sinkt. Die Energiezufuhr ist entsprechend zu kürzen, wenn sich auf der Waage zusätzliche Kilos zeigen – eine Anpassung der Hundeernährung ist notwendig. Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich: Ein nachlassender Geruchs- und Geschmackssinn kann dazu führen, dass der Appetit nachlässt und der alte Hund „abbaut“, ohne dass eine schwere Erkrankung zugrunde liegt. Verliert Ihr alter Hund in kurzer Zeit deutlich an Gewicht, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, um eine Erkrankung auszuschließen. Ein hochverdauliches Futter mit hoher Energiedichte kann den Gewichtsverlust begrenzen.

Der Proteinbedarf des gesunden Seniorhundes entspricht dem des ausgewachsenen Hundes. Bei nachlassender Leber- und Nierenfunktion ist die Eiweißzufuhr zu reduzieren. Die Proteinqualität im Futter sollte möglichst hoch sein, was man an geringer Bildung von Verdauungsgasen und kleinen, gut geformten „Häufchen“ erkennen kann.

Das braucht Ihr Hund: Der optimale Energie- und Nährstoffbedarf für jede Lebensphase

Junior

Erwachsener Hund

Senior

Energie

Hoher Bedarf, v.a. in den
ersten 6 Monaten
 Bedarf abhängig von der
Aktivität des Hundes, bei
Kastration grundsätzlich: -30 %
 Geringerer Bedarf
aufgrund ruhigerer,
inaktiverer Lebensweise

Kalzium und Phosphor

Erhöhter Bedarf, v.a. bei
großwüchsigen Rassen
Bedarf nur noch halb so hoch
wie während des Wachstums
Gleichbleibender Bedarf wie
beim erwachsenen Hund; bei eingeschränkter
Nierenfunktion Phosphorüberschuss
vermeiden

Protein

20-24 % Protein-Anteil pro Kilogram Trockenmasse
ausreichend
 18 % pro Kilogramm
Trockenmasse decken den
Bedarf bereits gut ab
 Wie für erwachsene Hunde, bei Leber- und Nierenproblemen
geringerer Bedarf

Spurenelemente

Eisen, Kupfer, Zink

Hoher Bedarf, etwa doppelt so hoch wie für den ausgewachsenen Hund Geringerer Bedarf, in besonderen
Situationen erhöhter
Bedarf (z.B. bei Wundheilung:
hoher Zinkbedarf )
Eisen und Kupfer wie beim ausgewachsenen Hund; im Alter aber erhöhter Zinkbedarf

Fettlösliche Vitamine

(A, D, E, K)

Hoher Bedarf, etwa doppelt so hoch wie für den ausgewachsenen Hund  „Regel 1-10-100“ für Mindestbedarf
an Vitamin E, D und A pro Tag und kg Körpergewicht:
1 mg Vitamin E, 10 IE (internationale
Einheiten) Vitamin D
und 100 IE Vitamin A
Vitamin-A-Überschuss
vermeiden (z.B. bei Fütterung
von Leber); für den Zellschutz:
erhöhter Vitamin-E-Bedarf als
Antioxidans

Wasserlösliche Vitamine

(B-Komplex)

Erhöhter Bedarf, vor allem an Vitamin B1 Bedarf meist sicher gedeckt; bei Antibiotika-Gabe oder sehr
kohlenhydratreichen
Rationen: erhöhter
Vitamin-B1-Bedarf
Erhöhter Bedarf wegen verminderter
Aufnahme aus dem
Darm und erhöhter Verluste über die Niere

 

Dieser Artikel ist unter dem Titel „Vom Welpen bis zum Senior: Gesund ernähren – ein Hundeleben lang“ im Sonderheft 15/2017 des Magazins Partner Hund erschienen.