Gesunde Haut zum Wohlfühlen für Hund und Katze

Wenn’s juckt und kratzt, wollen Vierbeiner am liebsten aus der Haut fahren. Wie Sie Ihrem Hund und Ihrer Katze bei dermatologischen Problemen helfen können, lesen Sie hier.

Das Haarkleid, ein typisches Merkmal unserer Heimtiere, ist wichtig für die Wärmeisolation und die Sinneswahrnehmung. Weiters dient das Fell als Barriere gegen physikalische und chemische Schädigungen der Haut. Diese stellt wiederum einen Schutzschild des Körpers gegen schädigende Einflüsse dar und besteht aus drei verschiedenen Anteilen:

  1. physikalischer Anteil (verhornte Zellen)
  2. chemischer Anteil (Emulsion aus Talg und Schweiß)
  3. mikrobiologischer Anteil (Bakterien der Haut).

Die Haut schützt den Körper vor mechanischen Einwirkungen, körperfremden Substanzen und unterstützt die Temperaturregulation des Körpers. Dass all diese Aufgaben der Haut richtig funktionieren, um Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres zu gewährleisten, ist also wesentlich. Allerdings ist jedes vierte Tier, das von seinem Besitzer zum Tierarzt gebracht wird, ein Hautpatient.

Jedes 4. Tier, das zum Tierarzt gebracht wird, ist ein Hautpatient!

Die Ursachen sind so vielfältig wie die Beschwerden: Juckreiz, Haarausfall, Entzündungen, nässende oder eitrige Stellen. Dadurch wird die veterinärmedizinische Diagnose erschwert, die Behandlung ist meist langwierig und erfordert von allen Beteiligten Konsequenz und Geduld.

Was sind Hinweise auf Hauterkrankungen?

Das Fell ist spröde, brüchig und glanzlos, vereinzelte, kahle Stellen zeigen sich, die bis zu starkem Haarausfall reichen können. Die Haut verändert sich und weist Rötungen, Schuppen, Verdickungen, manchmal offene Wunden oder sogar Blutungen auf. Der Hund oder die Katze verspürt einen Juckreiz, kratzt oder leckt vermehrt die entsprechenden Körperteile.

Was sind Ursachen für Hautprobleme?

Durch die Erkrankung innerer Organe, besonders des Verdauungstraktes, der Leber oder der Niere, können dermatologische Probleme hervorgerufen werden. Aber auch hormonelle Störungen durch Über- oder Unterfunktion verschiedener Drüsen (z. B. Schilddrüse) lösen – v. a. bei weiblichen Tieren – entsprechende Symptome aus.

Daneben gibt es Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten oder Parasiten und Pilze, die zu Hauterkrankungen führen können. Nicht zuletzt eine falsche Ernährung zeigt Wirkung am äußeren Erscheinungsbild des Vierbeiners, wie der Haut und dem Haarkleid. Im Speziellen gibt es hier das sogenannte „Nur-Fleisch-Syndrom“, das bei ausschließlicher Fütterung von rohem oder gekochtem Fleisch auftritt. Das Fell wird stumpf und matt, die Darmflora gestört und die Entgiftungsfunktion der Leber beeinträchtigt.

Um durch eine ausgewogene Ernährung eine optimale Versorgung mit allen lebensnotwendigen Stoffen – Mineralstoffe, Vitamine, essenzielle Fettsäuren, Antioxidanzien usw. – sicherzustellen, wird die Fütterung mit industrieller Fertignahrung empfohlen.

Futtermittelunverträglichkeit – was ist das?

Ihr Hund oder Ihre Katze kann im Laufe des Lebens eine Futtermittelallergie oder eine Futtermittelintoleranz entwickeln. Betroffene Tiere reagieren dabei auf spezifische Bestandteile in der Nahrung und zeigen dann Krankheitssymptome wie starken Juckreiz oder auch Durchfall. Nur bei einem sehr geringen Prozentsatz aller Hunde und Katzen lassen sich tatsächlich allergische Reaktionen – also mit einer Beteiligung des Immunsystems – auf ein Futtermittel oder Futtermittelbestandteile nachweisen. Man spricht in diesem Fall von einer Futtermittelallergie.

In der Regel sind bestimmte Proteinquellen in der Nahrung Auslöser der Allergie. Eiweißquellen wie z. B. Ente oder Huhn in der Nahrung stellen hingegen nur sehr selten ein Problem dar. Im Gegensatz zu einer klinisch nachweisbaren Futtermittelallergie sind die Symptome einer Futtermittelintoleranz nicht auf eine Reaktion des Immunsystems zurückzuführen. In der Regel sind ein Enzymmangel (z. B. Mangel an Laktase zur Milchzuckerspaltung bei ausgewachsenen Tieren) oder auch pharmakologische oder toxische Einflüsse für eine echte Allergie verantwortlich.

Katze Kratzen FuttermittelunverträglichkeitAber auch bei Flohspeichelallergien oder Atopie (Überempfindlichkeitsreaktion auf den Kontakt mit ansonsten harmlosen Substanzen aus der Umwelt) kann es zu dermatologischen Auswirkungen kommen. Hier bieten sich neben der Parasitenbeseitigung durch ein Flohmittel („Spot-on“) spezielle Hautdiäten zur Heilung der veränderten Haut an. Vor allem bei atopischen Hunden und Katzen sind hautwirksame Substanzen wie Kurkuma, Aloe vera, Vitamin C und Taurin im Futter wichtig. Häufig kann die Dosierung von Medikamenten dadurch deutlich herabgesetzt werden.

Wie wird diagnostiziert?

Um festzustellen, worum es sich im vorliegenden Krankheitsfall tatsächlich handelt, setzt der Tierarzt eine sogenannte Ausschluss- oder Eliminationsdiät ein. Prinzip ist es hierbei, betroffenen Tieren eine hochverdauliche Nahrung mit Proteinquellen anzubieten, deren allergenes Potenzial sehr gering ist. Außerdem weist eine geeignete Diätnahrung in der Regel nur eine begrenzte Anzahl verschiedener Proteine und Kohlenhydrate auf. Bei sogenannten hypoallergenen Diäten werden die Proteinquellen stark zerkleinert (Hydrolysate), die von den meisten allergischen Tieren bestens vertragen werden.

Hund Diagnose FuttermittelunverträglichkeitAndere Diätprodukte setzen auf den Einsatz nur einer Protein- (Ente) und Kohlenhydratquelle (Tapioka bzw. Reis). Gluten ist ein Eiweißbestandteil des Weizens, der häufig für Futtermittelunverträglichkeiten verantwortlich gemacht wird. Tatsächlich ist Gluten bei Tieren – im Gegensatz zum Menschen – aber nur in sehr seltenen Fällen die Ursache für Unverträglichkeitsreaktionen. Die Haut nutzt zu ihrer Versorgung einen Teil der Nährstoffe aus der Nahrung (z. B. 30 % des Tagesbedarfs an Protein). Kommt es durch unausgewogene Fütterung zu einem Mangel an Aminosäuren, essenziellen Fettsäuren, Vitaminen oder Spurenelementen, sind die Barriere- und immunologische Schutzfunktion der Haut gefährdet. Infektionen entstehen, eine verstärkte Neigung zu allergischen Reaktionen kann sich entwickeln. Daher gelten Haut und Fell als Spiegel der Gesundheit und auch als Indikator der Qualität der Ernährung.

Konsequente Fütterung für gesunde Haut

Jack Russel mit NapfFür Futtermittelintoleranzen ist es typisch, dass die Erscheinungen wieder abklingen, sobald die entsprechenden Futterbestandteile gemieden werden. Da eine derartige Überempfindlichkeit aber lebenslang bestehen bleibt, muss der verursachende Futterbestandteil (= Allergen) zeitlebens gemieden werden. Eine Besserung der Symptome erfolgt in der Regel innerhalb von drei bis fünf Tagen, ein gänzliches Verschwinden nach zwei bis drei Wochen oder länger. Daher muss die Eliminationsdiät mindestens drei bis neun Wochen verabreicht werden.

Jeder, der mit Ihrem Vierbeiner in Kontakt steht, sollte wissen, wie wichtig es ist, ausschließlich die empfohlene Diätnahrung zu füttern. Das heißt auch, dass alle anderen Leckerbissen zu meiden sind und Ihr Tier an unkontrollierter Futteraufnahme – auch im Freien – gehindert werden muss. Nur diese konsequente Einhaltung kann zum Erfolg und somit zu einer höheren Lebensqualität
führen!

Übrigens: Diätfutter ist nur beim Tierarzt erhältlich!