Ursachen, Symptome und Behandlung: Gelenkbeschwerden bei Hunden

Gelenkbeschwerden bei Hunden

Gelenkbeschwerden bei Hunden sind keine Seltenheit. Tägliches Treppensteigen, Fangenspielen mit Artgenossen oder Hineinspringen in den Kofferraum – die Gelenke von Hunden werden  im Alltag ständig belastet. Hinzu kommen besondere Ansprüche durch Sport mit dem Hund, wie Wandern, Radfahren oder Agility. Die Wirkung der körperlichen Aktivität auf die Gelenke wird durch jedes Kilo mehr auf den Rippen verstärkt. Laut aktuellen Statistiken leidet bereits jeder fünfte Hund an Arthrose. Was sollte man rund um die Gelenkgesundheit beim Hund wissen?

Anatomie: Wie sind die Gelenke beim Hund aufgebaut?

Das Skelett eines Hundes besteht aus Knochen, die über Gelenke miteinander verbunden sind. Die Funktion der Gelenke besteht hauptsächlich darin, Beweglichkeit zu ermöglichen. Gelenke setzen sich grob gesehen aus den folgenden Hauptbestandteilen zusammen:

  • Die knöcherne Grundlage – Gelenkkopf und Gelenkpfanne: Die beiden gegenüberliegenden Knochenenden bilden die Gelenkflächen. Die eine, abgerundete Fläche nennt man Gelenkkopf, die gegenüberliegende Seite die Pfanne. Diese stellt das Gegenstück für den Kopf dar.
  • Der „Stoßdämpfer“ – Gelenkknorpel: Die beiden Gelenkenden sind jeweils mit Knorpel überzogen. Dieser wirkt als eine Art „Stoßdämpfer“: Er verhindert, dass die Enden der Gelenke gegeneinander stoßen oder auch aufeinander reiben.
  • Das Binde- und Haltegewebe – die Gelenkkapsel: Diese umhüllt das Gelenk und dient als Schutzmantel. Innerhalb der Kapsel befindet sich die Gelenkhöhle, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist und für die Schmierung des Gelenks sorgt.

Genetik: Gibt es Hunderassen, die anfällig für Gelenkbeschwerden sind?

Je größer und schwerer ein Hund ist, desto stärker werden seine Gelenke durch das Gewicht belastet. Bei großen und schweren Hunderassen sind daher häufiger Gelenkbeschwerden zu beobachten als bei kleinen, zierlichen Rassen. Besonders betroffen sind das Hüftgelenk sowie das Ellbogengelenk. Als anfällig für Gelenkbeschwerden gelten zum Beispiel Labrador Retriever, Deutsche Schäferhunde oder Golden Retriever. Beim Rottweiler treten vermehrt Knieprobleme und Probleme des Sprunggelenks auf, Berner Sennenhunde haben ein erhöhtes Risiko für die sogenannte Ellbogen-Dysplasie.

Grundsätzlich gilt, dass vor allem bei übergewichtigen Tieren Gelenkbeschwerden auftreten können. Auch fehlende Bewegung kann dazu führen, dass sich Beschwerden bemerkbar machen – denn Gelenke werden durch die umgebende Muskulatur gestützt. Ist diese nicht ausreichend trainiert, kann sich dies auf die Gelenke auswirken. Außerdem regt Bewegung die Bildung der Gelenkschmiere an und hilft auf diese Weise, die Gelenke gut beweglich zu halten.

Vorbeugung: Wie lassen sich Gelenke beim Hund stärken und schonen?

Gelenke leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Daher ist es sehr wichtig, sie  gezielt zu entlasten, zum Beispiel durch die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts. Auch durch angemessenes Training kann ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, um die Gelenke beweglich zu halten. „Wer rastet, der rostet!“ gilt hier für Mensch und Hund. Über die Ernährung mit abgestimmten Nährstoffen können die Gelenke ebenfalls  unterstützt werden. Mit den folgenden Tipps können Sie die Gelenkgesundheit Ihres Hundes fördern:

  • Übergewicht vermeiden: Übergewicht kann Arthrose begünstigen, da zu hohes Körpergewicht einer ständigen Überlastung der Gelenke bereits im ganz normalen Alltag gleichkommt. Das zusätzliche Gewicht belastet die Gelenke und kann dafür sorgen, dass sich das Knorpelgewebe schneller abnutzt. Hinzu kommt, dass bei übergewichtigen Hunden vermehrt das Hormon Leptin ausgeschüttet wird. Ein erhöhter Leptin-Spiegel kann Entzündungsreaktionen fördern und den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen. Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig, um Übergewicht zu vermeiden und ein gesundes Gewicht zu unterstützen.
  • Überlastung verhindern: Gerade während der Wachstumsphase entstehen häufig Überlastungsschäden bei Welpen, die im weiteren Verlauf ihres Lebens zu chronischen Gelenkproblemen führen können. Beispielsweise zu hohes Springen, scharfe Wendungen, abrupte Stopps, und das alles als „Kaltstart“ (wie es beim Toben mit anderen Hunden passieren kann) können bleibende Schäden verursachen. Überwachen Sie daher die Bewegungs-, Spiel- und Trainingsroutine Ihres jungen Hundes und stimmen Sie mit Ihrem Tierarzt ab, welche Belastung angemessen ist.
  • Alltag erleichtern: Die Gelenke großer Hunde werden schon im Alltag deutlich belastet. Besonders bei älteren Hunden dieser Rassen (ab ca. 5 Jahren! Sie altern schneller als kleine und mittelgroße Hunde) sollte man darauf achten, unnötige Beanspruchung zu vermeiden. Dazu zählen Hundesportarten, die z.B. mit Springen verbunden sind. Auch das Vermeiden von Treppensteigen sowie das Verwenden einer Rampe für das Einsteigen ins Auto können sinnvoll sein.
  • Ernährung: Eine bedarfsgerechte Nahrung kann die Gelenkgesundheit Ihres Hundes unterstützen. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt, einem Mitarbeiter aus dem Fachhandel oder dem ROYAL CANIN Kundenservice beraten, welches Futter am besten zu den Bedürfnissen Ihres Hundes passt.

Woran erkennt man Gelenkbeschwerden beim Hund?

Abhängig vom Schweregrad der Beschwerden können die Symptome unterschiedlich deutlich auftreten. Daher ist es wichtig, die allgemeine Gesundheit Ihres Hundes zu beobachten, insbesondere wenn er älter wird. Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken, sollten Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt wenden:

  • Eine merkliche Abnahme der Aktivität
  • Steifheit oder Hinken
  • Mühe beim  Aufstehen, insbesondere nach dem Schlafen oder Ausruhen
  • Keine Lust auf Spielen, Springen oder Treppensteigen
  • Stehenbleiben beim Spaziergang
  • Anzeichen von Schmerzen (Hund zuckt bei Berührung, ist sehr ruhig und schläft viel)
  • Phasenweise oder permanent auftretende Lahmheit
  • steife, geschwollene oder entzündete Gelenke

Hinweis: Diese Symptome können sich bei Bewegung, längerer Inaktivität oder kaltem Wetter verstärken.

Was ist Arthrose und wie äußert sie sich bei Hunden?

Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, die sich auf die Beweglichkeit des Vierbeiners auswirkt. Der Gelenkknorpel, der die beiden Enden der Gelenke überzieht und Bewegungen abfedert, ist im Falle einer Arthrose beschädigt: Er wird stetig rauer und dünner, sodass er seine ursprüngliche Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. In der Konsequenz werden die beiden Gelenkenden nicht mehr ausreichend abgefedert, es kommt zu Schmerzen bei Bewegung. Arthrose kann in Folge einer Gelenkentzündung auftreten oder durch Verschleiß in höherem Alter. Auch eine dauerhafte Überbelastung der Gelenke oder eine mangelhafte Ernährung kann zur Entstehung einer Arthrose beitragen.

Arthrose äußert sich allgemein gesagt in einer Bewegungsunlust des Hundes. Durch Bewegung wird Druck auf die betroffenen, arthritischen Gelenke ausgeübt, was in der Regel Schmerzen zur Folge hat. Dies lässt sich besonders nach längeren Ruhephasen oder dem Aufstehen am Morgen beobachten.

Behandlung: Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?

Mit Hilfe einer medizinischen Behandlung können die Symptome von Arthrose reguliert werden, eine Heilung ist jedoch nicht möglich. Je nach Ursache und Schweregrad der Gelenkbeschwerden gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund mit Gelenkbeschwerden oder Arthrose zu kämpfen hat, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Er kann nach einer umfassenden Untersuchung die passende Therapie empfehlen. Hier finden Sie einen Überblick über mögliche Therapieansätze:

  • Langzeitmedikamente können dazu beitragen, Gelenkschwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Häufig werden entzündungshemmende Medikamente empfohlen.
  • Ein chirurgischer Eingriff kann unter Umständen helfen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Beschwerden zu linden.
  • Eine Physiotherapie zur Aufrechterhaltung oder Steigerung der Bewegungsfähigkeit kann sinnvoll sein. Dies kann in Form von verschiedenen Bewegungsübungen, Schwimmen und Massagen erfolgen. Zusätzliche Übungen zur Stärkung des Muskeltonus sind ebenfalls nützlich. Die bei Arthritis auftretenden Schmerzen können außerdem durch Kälte- und Wärmetherapie, z. B. mit Heizkissen, behandelt werden.
  • Spezialnahrung: Arthritis und Gelenkprobleme entwickeln sich zu einem Teufelskreis. Wenn die Gelenke schmerzen, bewegen sich die Hunde weniger, was eine Gewichtszunahme zur Folge haben und den Knorpelstoffwechsel (seine Erneuerung) hemmen kann. Zusätzliches Gewicht beansprucht die Gelenke jedoch noch stärker. Vermeiden Sie daher unbedingt Übergewicht und eine körperliche Inaktivität Ihres Hundes.
  • Sanfte Bewegung und Wärme hält die Gelenke geschmeidig und gesund. Nach einer längeren Ruhepause kann es helfen, die versteiften Gelenke des Hundes leicht zu massieren. Auch eine Wärmelampe oder ein Wärme-Pad kann für Arthrose-Patienten wohltuend wirken (Achtung, die Wärmequelle darf nicht zu heiß sein und der Hund muss ihr jederzeit selbständig ausweichen können, wenn er genug hat).

Ernährung für Hunde mit Gelenkbeschwerden

ROYAL CANIN hat Spezialnahrungen entwickelt, um die Gelenkgesundheit von Hunden zu fördern.

  • Zur Vorbeugung von Gelenkbeschwerden bei großen Hunden hat ROYAL CANIN JOINT CARE MAXI und LIGHT WEIGHT CARE MAXI entwickelt. Die einzigartigen Nahrungen haben einen angepassten Kaloriengehalt, um ein optimales Gewicht zu unterstützen und den Druck auf die Gelenke zu begrenzen. Zudem enthalten die hochverdauliche Trockennahrungen Glucosaminoglykane (GAGs) und  hydrolysiertes Kollagen, das den Knorpel stärkt.
  • MOBILITY C2P+ und Multifunction C2P+ – kcal Control sind Spezialnahrungen, die ausschließlich nach Beratung durch einen Tierarzt gegeben werden sollten. Diese Nahrungen wurden für Hunde mit Gelenkerkrankungen entwickelt. Funktionelle Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Curcuma und hydrolysiertes Kollagen können den Gelenkknorpel schützen. Durch einen angepassten Kaloriengehalt wird außerdem der Erhalt des Idealgewichts gefördert. MOBILITY C2P+ und Multifunction C2P+ – kcal Control sind  als Trockennahrungen- , MOBILITY C2P+ außerdem als Feuchtnahrung erhältlich.

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