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Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ als Zutat im Tierfutter?

„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ist eine sogenannte Gruppenbezeichnung gemäß Futtermittelrecht, unter der tierische Rohstoffe in der Deklaration zusammengefasst werden. Es kann sich dabei um ganz unterschiedliche Nebenprodukte der Schlachtung handeln, wie z.B. Leber, Niere, Herz, Lunge, Teile des Verdauungstraktes oder Harnblase und Euter etc. Je nach Kulturkreis mag es befremdlich erscheinen, sich diese Produkte als Lebensmittel vorzustellen, für Hunde und Katzen sind sie jedoch äußerst schmackhaft und von hohem Nährwert.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse können von unterschiedlichen Schlachttieren stammen (Schwein, Huhn, Rind, Schaf, Fisch), denen jedoch eines gemeinsam ist: sie wurden amtstierärztlich untersucht und für den menschlichen Verzehr als tauglich beurteilt. Nur lassen sich nicht alle Körperteile, die für den Verzehr zugelassen sind, auch tatsächlich für die Lebensmittelherstellung nutzen/vermarkten. Für die Vorfahren unserer Haushunde und Katzen gehörten Innereien jedoch von jeher zu den bevorzugten Teilen ihrer natürlichen Beute. Nach erfolgreicher Jagd brechen z.B. Wölfe ihr Beutetier bevorzugt im Bereich des weichen Unterbauches auf, nicht nur, weil dies ein einfacher, knochenfreier Zugang ist sondern auch weil sich dort die energie- und nährstoffreichen, hochschmackhaften Innereien befinden.

Kleinere wildlebende Feliden verspeisen ihre kleinen Beutetiere ganz. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso erstaunlicher, dass Innereien in der Tiernahrung nicht selten den Ruf eines minderwertigen Nebenproduktes – insbesondere im Vergleich mit Muskelfleisch -  haben. Wissenschaftliche Studien belegen das Gegenteil: Innereien weisen eine extreme hohe Nährstoffdichte, ein günstiges Nährstoffprofil und eine hohe Verdaulichkeit auf. Aldrich und Daristotle (1998) konnten feststellen, dass Hühnereingeweide und Innereien vom Huhn (einschließlich Leber, Herz) eine vergleichbar hohe Proteinqualität haben wie Geflügelfleisch. Nach Cramer et al. (2007) ist die Proteinqualität von Lunge (vom Schwein, Rind oder Schaf) sogar besser als die von reinem Fisch oder Hühnerfleisch.