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Treten Allergien, Krebs und Diabetes bei Hunden und Katzen häufiger auf, weil sie mit Fertignahrung ernährt werden?

Manche Tierhalter machen sich Sorgen, dass die Verwendung von kommerzieller Heimtiernahrung im Zusammenhang mit einem gehäuften Auftreten von Diabetes, Allergien oder Krebs bei Hunden und Katzen stehen könnte. Es ist jedoch keineswegs so, dass Fertigfutter Tiere krank macht, im Gegenteil: die weit verbreitete Verwendung von ausgewogener Fertignahrung hat maßgeblich Anteil an der gestiegenen Lebenserwartung und Lebensqualität unsere Hunde und Katzen.

Die Fütterung von Heimtieren mit industriell hergestelltem Fertigfutter bietet die beste Voraussetzung dafür, den Ernährungsbedarf der Tiere dauerhaft zu decken und deren Gesundheit langfristig aufrechtzuerhalten.

Die Hersteller von Heimtierfutter orientieren sich zur Sicherstellung einer ausgewogenen, bedarfsdeckenden Ernährung bei der Gestaltung ihrer Rezepturen an allgemein anerkannten Ernährungsrichtlinien, in denen die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Ernährungsbedarf der Tiere zusammengefasst werden (FEDIAF Guidelines, NRC, AAFCO).

Im Übrigen ist z.B. die Lebenserwartung von Hunden seit den achtziger Jahren deutlich gestiegen. Im Durchschnitt leben sie heute 2,4 Jahre länger, d.h. 11,9 Jahre. Katzen leben sogar 4,9 Jahre länger und werden im Schnitt 11,1 Jahre alt, viele Tiere aber auch deutlich älter. Verantwortlich für diese Entwicklung ist neben verbesserter tierärztlicher Diagnostik und Therapie und gestiegenem Sachkunde bei den Tierhaltern vor allem auch die ausgewogenere Ernährung durch Fertigfutter (Quelle: IVH 2007).

 Die Zahl der an Krebs erkrankten Tiere ist vermutlich nicht höher als früher, allerdings ist die veterinärmedizinische Diagnostik wesentlich weiter entwickelt und die Tierhalter sind eindeutig stärker in diese Richtung sensibilisiert. Einige Erkrankungen treten vermehrt bei älteren Tieren auf und die insgesamt höhere Lebenserwartung der Heimtiere ist z.B. beim Auftreten von Tumorerkrankungen ein wichtiger Faktor. Zellveränderungen, die die Grundlage des Tumorwachstums darstellen (Mutationen), passieren bei älteren Tieren naturgemäß häufiger als bei jungen Tieren (Quelle: IVH 2007). 

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist überwiegend im Zusammenhang mit Übergewicht und Alter zu sehen. Tiere, die älter werden, haben ein statistisch signifikant höheres Risiko an Altersdiabetes zu erkranken (Quelle: IVH 2007). Mit dem steigenden Anteil übergewichtiger Tiere in der Population steigt auch das Diabetes-Risiko.

Diese Frage, ob die Allergie-Neigung bei unseren Haustieren in den letzten Jahren zugenommen hat, ist statistisch nachweisbar nicht zu beantworten, da es keine kontinuierliche Betrachtung der Diagnose „Allergische Reaktion“ über einen längeren Zeitraum gibt. Tierärzte diagnostizieren sicherlich häufiger in ihren Praxen Allergien als noch vor mehreren Jahren. Auch in der Humanmedizin besteht der subjektive Eindruck, dass Allergien zunehmen. Ein direkter Kausalzusammenhang mit der Verwendung von Fertignahrung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, da Allergien insgesamt immer noch zu den seltenen Ereignissen gehören, die Verwendung von Fertignahrung aber nahezu flächendeckend ist. Die häufigste Allergie bei Hunden und Katzen ist die Flohbissallergie, die mit der Fütterung gar nichts zu tun hat. Umwelt- und züchterische Einflüsse spielen bei der Neigung zu einer Allergie sicher auch eine Rolle.