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ROYAL CANIN Produkte enthalten mehr Protein als mein bisher verwendetes Hundefutter. Kann ein hoher Proteingehalt bei meinem Tier Nierenprobleme auslösen?

Es wird immer wieder behauptet, dass es eine Verbindung zwischen proteinreicher Fütterung und der Entstehung von Nierenproblemen gibt. Demnach soll ein hoher Proteingehalt das Risiko für eine Nierenerkrankung erhöhen. Im Umkehrschluss erwarten Tierhalter einen nierenschonenden Effekt von einem geringen Proteingehalt in der Nahrung. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen einer proteinreiche Ernährung und einer Nierenerkrankung bei Hund und Katze nicht bestätigen.

Bei manchen Tierhaltern bestehen Bedenken, dass eine proteinreiche Ernährung besonders bei Katzen Nierenerkrankungen auslösen kann. Diese Spekulation wurde dadurch genährt, dass die Symptome von Nierenerkrankungen mit einer proteinarmen Ernährung behandelt werden. Es ist jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass allein durch eine proteinreiche Ernährung keine Nierenerkrankungen bei Hunden und Katzen ausgelöst werden können. Katzen und Hunden sind als Fleischfresser (Katze) bzw. fleischorientierte Allesfresser (Hund) extrem gut an eine auf Fleisch ausgerichtete und somit sehr proteinreiche Ernährung angepasst. Die Nahrung ihrer wilden Vorfahren besteht zu mehr als 50% aus Protein. Dies spiegelt zum einen den hohen Proteinbedarf von Hund und Katze wieder, zum andern aber auch die Fähigkeit ihres Stoffwechseles die anfallenden Proteinemengen zu managen. Die internationalen Richtlinien für die Ernährung von Katzen und Hunden (NRC 2006) beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sehen keine Obergrenzen für den Proteingehalt vor. Bestünde tatsächlich ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen in Abhängigkeit von der Höhe der Proteinzufuhr, wäre hierfür ein konkreter oberer Grenzwert festgelegt worden. Richtig ist, dass ein hoher Proteingehalt in der Nahrung die Nierendurchblutung erhöht. Dies führt bei einer gesunden Niere jedoch keineswegs zu Problemen.

Die diätetische Behandlung von Nierenerkrankungen bei Hund und Katze beinhaltet auch heute noch eine moderate Eiweiß-Restriktion. Das ist aber auch nur einer der Aspekte einer modernen Nierendiätetik: Zur Verlangsamung des Fortschreitens einer Nierenerkrankung steht die Reduktion der Phosphorzufuhr heute im Mittelpunkt. Abgesehen hiervon gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise, dass ein hoher Proteingehalt in der Nahrung gesunder Hunde und Katzen das Risiko für eine spätere Nierenerkrankung erhöht. Risikofaktoren von Seiten der Ernährung sind hierbei eher ständiger Zugang zu Futter (ad libitum Fütterung) bzw. ein zu hoher Rohaschegehalt (Gesamtmenge an Mineralstoffen) im Futter.