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ROYAL CANIN Produkte enthalten mehr Protein als mein bisher verwendetes Hundefutter. Kann ein hoher Proteingehalt bei Hunden Aggressionen auslösen?

Es wird immer wieder behauptet, dass es eine Verbindung zwischen proteinreicher Fütterung und dem Aggressionsverhalten von Hunden besteht. Demnach soll ein hoher Proteingehalt in Hundenahrung Aggressionen auslösen bzw. verstärken können. Wissenschaftliche Untersuchungen lieferten bisher sehr widersprüchliche Ergebnisse, die nahelegen, dass es hier keinen handfesten Zusammenhang gibt.

Im Rahmen der biochemischen Vorgänge im Gehirn werden bestimmte Aminosäuren (vor allem Tryptophan) mit der Produktion "beruhigender" Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn in Verbindung gebracht. Es ist jedoch gewagt daraus abzuleiten, dass sich das Verhalten von Hunden über die Proteinmenge und –qualität in der Nahrung steuern lässt, dass also bestimmte Ernährungsformen beruhigend wirken und andere den gegenteiligen Effekt haben.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Nahrungsproteine keine Hyperaktivität bei Hunden verursachen. Ferner weisen alle bisher verfügbaren wissenschaftlichen Studien drauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen proteinreicher Ernährung und Aggression bei Hunden besteht. Die natürliche Evolution von Hunden hat dafür gesorgt, dass sie primär eine auf Fleisch ausgerichtete Ernährung bevorzugen, die demzufolge reich an Proteinen ist. Als Semi-Karnivoren („fleischorientierte Allesfresser“) sieht ihre evolutionäre Entwicklung eine proteinreiche Ernährung ja auch so vor, auch wenn sie Kohlenhydrate und Fette sehr gut als Energiequellen nutzen können. Bereits die Muttermilch von Hunden ist proteinhaltiger als die Muttermilch von Menschen oder auch als Kuhmilch

Die Fütterungsrichtlinien für die Ernährung von Hunden sehen keine Obergrenzen für Proteine in Heimtiernahrung vor. Die unabhängigen internationalen Ernährungsrichtlinien für Hunde (herausgegeben vom National Research Council, NRC) beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wäre die Aussage, dass Proteine Aggressionen hervorrufen, wissenschaftlich untermauert, dann wären natürlich auch Protein-Obergrenzen für Hunde vom NRC festgelegt worden. Solche Grenzwerte gibt es nicht. Allein  für die Aminosäure Lysin existiert ein sogenanntes safe upper limit (“sicherer oberer Grenzwert“) von 2.8 g/100g Trockenmasse (auch nur während der Wachstumsphase, da höhere Lysingehalte eventuell mit einer Wachstumsverzögerung in Verbindung stehen). Für keine andere Aminosäure ist ein oberer Grenzwert für Hunde in irgendeiner Lebensphase festgelegt.