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Kann ich meinen Junghund im Wachstum so viel Juniorfutter fressen lassen wie er möchte?

Wachstum ist Leistung: Junghunde benötigen viel Energie, um diese Aufgabe zu bewältigen. Die Futtermenge sollte jedoch genau abgewogen und kontrolliert zugeteilt werden, da sich eine Überfütterung während der Wachstumsphase insbesondere bei Welpen großer Rassen sehr negativ auf die Gesundheit der Knochen und Gelenke auswirken kann.

„Ad libitum“ beschreibt eine Fütterungsmethode, bei der der Welpe immer Futter zur Verfügung hat und so viel fressen kann wie er will. Sie birgt das Risiko einer Energieüberversorgung, denn die wenigstens Junghunde können ihre Futteraufnahme selbständig an ihren Energiebedarf anpassen. Dass sie häufig mehr fressen, als sie brauchen, wird durch die hohe Schmackhaftigkeit vieler kommerzieller Aufzuchtfutter noch begünstigt. Außerdem zeigen viele aktive Welpen ein gieriges Futteraufnahme-verhalten und hören keineswegs auf zu fressen, wenn sie satt sind oder sein müssten. Neben dem erhöhten Risiko für Skelettentwicklungsstörungen durch zu schnelle Gewichtszunahme begünstigt eine Überladung des Magen-Darm-Traktes infolge einer zu hohen Futteraufnahme Verdauungsstörungen und ist eine häufige Ursache unkomplizierter Durchfälle bei Junghunden.

Die Folgen einer Überfütterung bei einem ad libitum Angebot von Futter sind besonders bei denjenigen Hunden nachteilig, die sowieso schon zu Skelettentwicklungsstörungen neigen. Dies sind in der Regel Junghunde der Riesenrassen (z.B. Dogge, BSH, Ridgeback etc..), die von Natur aus zu besonders schnellem Wachstum neigen. Die überhöhte Energiezufuhr bewirkt ein überstürztes Knochenwachstum, in der Konsequenz entsteht „Pfusch am Bau“: die Bildung eines Knochens geringerer Dichte und verminderter Belastbarkeit pro Quadratzentimenter (Dämmrich 1992). Auch in anderen Studien wurden Wachstumsstörungen häufiger bei Hunden beobachtet, die ad libitum Nahrung aufnehmen konnten, als bei restriktiv gefütterten Hunden mit Begrenzung der Nahrungsaufnahme (Hedhammar et al. 1974). Das „Ad libitum“- Angebot ist also kein geeignetes Fütterungsregime für die Aufzuchtphase, vor allem dann nicht, wenn es sich um großwüchsige Junghunde handelt. Nur mit einer kontrollierten Futterzuteilung lässt sich die Wachstumsgeschwindigkeit kontrollieren und gewährleisten, dass ein Junghund langsam und gesund groß werden kann. Es empfiehlt sich eine restriktive Fütterung mit genau abgewogenen Tagesfuttermengen, die im ersten Lebenshalbjahr auf 4 Mahlzeiten täglich verteilt werden. Feste Fütterungszeiten tragen zu einer optimalen Verdauung bei und strukturieren den Tagesablauf des Welpen bei.