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Herz- und Gefäßkrankheiten

Sie kommen ziemlich häufig vor, sowohl bei jungen Katzen, bei denen gelegentlich angeborene Missbildungen zu beobachten sind, als auch bei erwachsenen bzw. alten Katzen, die anfällig sind gegenüber diesen für Katzen sehr artspezifischen Erkrankungen. Die Anordnung der Herzkranzgefäße bei Katzen birgt kein großes Risiko und macht die Katzen nicht besonders anfällig für einen Herzinfarkt.

Angeborene Herzfehler kommen bei Katzen nicht sehr häufig vor, aber wenn, dann handelt es sich oft um schwere Missbildungen, die zu einer verlangsamten Entwicklung des Tieres führen: das Tier verkraftet es nicht, sich normal zu bewegen, es kommt zu Zyanose (bläuliche Verfärbung der Schleimhäute bei der geringsten Anstrengung), und schließlich tritt der Tod in jungem Lebensalter ein. Die häufigsten Missbildungen sind interventrikuläre Verbindungen zwischen den Herzkammern, gelegentlich auch Verbindungen zwischen Herzvorhofgefäßen, eine Verengung der Aorta, eine Fehlbildung der Trikuspidalklappe im Ventilsystem zwischen Herzvorkammer und Herzkammer, sowie, im Kreislaufsystem, eine portokavale Anastomose (Shuntbildung zwischen Pfortader und unterer Hohlvene). Auch zahlreiche andere Anomalien können vorkommen.

Herzrhythmus- und Kreislaufstörungen sind relativ selten bei Katzen, sie entstehen infolge einer Störung des normalen Ablaufs der Herzkontraktion. Man spricht von Tachykardie (Herzjagen), wenn das Herz unnormal schnell schlägt, von Bradykardie (Verlangsamung der Herzfrequenz), wenn der Herzschlag langsamer als normal erfolgt. Die Herzkontraktionen können unregelmäßig sein, einmal zu spät, ein anderes Mal zu früh erfolgen. Die Symptome sind unterschiedlich, beginnend von praktisch nicht wahrnehmbaren Krankheitszeichen bis zu schwerer Atemnot. Manche bei dieser Art Erkrankung eingesetzten Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen sind bei Katzen nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden. Kardiomyopathien sind primäre Erkrankungen des Herzmuskels. Ihre Herkunft ist unbekannt; sie führen zu Herzvergrößerung oder Herzerweiterung. Mittels Ultraschall- Untersuchung lassen sich je nach den zu beobachtenden Veränderungen des Herzmuskels und der Herzkammern drei Formen von Kardiomyopathien unterscheiden, die Vergrößerung, die Erweiterung und die Verengung. Die zu beobachtenden Läsionen am Herzen sind analog bei diesen primären Erkrankungen des Herzmuskels und bei allgemeineren Erkrankungen (Mangel an Taurin, Schilddrüsenüberfunktion). Diese Kardiomyopathien haben gemeinsame Symptome.

Neben allgemeinen Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und gelegentlichem Erbrechen sind auch spezifischere Symptome zu beobachten. Es sind die Symptome einer linksseitigen Herzinsuffizienz (Atembeschwerden, Röcheln, Husten) oder einer rechtsseitigen Herzinsuffizienz (geringer ausgeprägte Atemnot, Aszites - Bauchwassersucht -, also ein Aufschwemmen des Bauchraums durch sich ergießende Flüssigkeit). Eine Katze mit Atembeschwerden führt übertrieben ausholende Atembewegungen aus; gelegentlich nehmen diese Tiere eine ganz charakteristische Stellung ein: wie eine Sphinx, die hinteren Gliedmaßen beiderseits des Thorax angelegt, dabei atmen sie mit offenem Mund. Wenn sich ein Stückchen von einer Ablagerung an der Gefäßinnenwand (Blutpropf) löst, kann es zu einer Thrombo-Embolie der Schlagader der Hüfte (Arteria illiaca) kommen.

Für die Behandlung der Kardiomyopathien kommen, - abgesehen von der Behandlung der Ursache, sofern diese bekannt ist (Schilddrüsenüberfunktion, Taurinmangel),- verschiedene Klassen von Medikamenten in Frage: Diuretika (harnfördernde), gefäßerweiternde Mittel, insbesondere Mittel zur Hemmung des Konversions-Enzyms, gelegentlich Digitalin-Medikamente. Hygienemaßnahmen wie Ruhe, Vermeidung von Stress, salzarme Fütterung sind von erstrangiger Bedeutung.