Partner Login

Bitte wählen Sie einen Service-Bereich aus

Zoofachhandel Tierarzt Professionals

Risikofaktoren

Harnsteine bilden sich immer dann, wenn die Mineralstoffe, die den Stein bilden, in einer zu hohen Konzentration in der Harnblase vorhanden sind. Diese „Übersättigung“ kann verschiedene Ursachen haben. Das Risiko, an Harnsteinen zu erkranken, hängt von Einflussfaktoren wie Rasse, Größe und Geschlecht ab.

 

 

 

Risikofaktoren für Harnwegserkrankungen und die Entstehung von Harnsteinen

Die Entstehung von Harnsteinen ist ein multifaktorielles Geschehen, d.h. es lässt sich selten eine einzelne Ursache identifizieren, aber es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die die Harnsteinbildung begünstigen können. So werden Häufigkeit und die Zusammensetzung der Harnsteine z. B. durch Rasse, Geschlecht, Alter, Ernährung, anatomische Anomalien, Harnwegsinfektionen oder den Harn-pH-Wert beeinflusst. 

 

Rasse

Bei der Untersuchung von Harnsteinerkrankungen fällt auf,  dass bestimmte Harnsteintypen bei einigen Katzenrassen gehäuft vorkommen. Dies spricht für eine erbliche Komponente bzw. für eine ererbte Veranlagung (Prädisposition), die in der Regel jedoch alleine nicht ausreicht,  sondern erst durch das Zusammenspiel mehrerer beeinflussender Faktoren zur klinischen Erkrankung führt.

Kalziumoxalatsteine kommen zum Beispiel gehäuft bei Burma, Perser- und Himalayakatzen (nur in USA bekannte Rasse) vor.


       

Geschlecht

Von Harnsteinen sind überwiegend männliche Tiere betroffen. Männliche Tiere haben eine enge und lange Harnröhre, in deren Verlauf es viele natürliche „Engpässe“ gibt. Bei Katern kommen vollständige Verlegungen der Harnröhre viel häufiger vor als bei weiblichen Tieren.

Struvit ist die einzige Steinart, die vermehrt bei weiblichen Katzen vorkommt, vermutlich durch  die höhere Anfälligkeit für bakterielle Harnwegsinfektionen und unspezifische Entzündungen durch Reizung der Blasenschleimhaut. Kater neigen schon früher (ab 4 Jahren) vermehrt zu  Oxalatsteinen als Katzen (erst  > 7 Jahre höhere Neuerkrankungsrate ). 


Kastration

Nach der Kastration ändert sich der Stoffwechsel – kastrierte Katzen benötigen deutlich weniger Energie, und sollten auf eine energieärmere Nahrung umgestellt werden. Bleibt die Ernährungsumstellung nach der Kastration aus, kommt es häufig zur Entstehung von Übergewicht.

Die übergewichtige Katze bewegt sich weniger und ist oft viel zu träge, um den Wassernapf und das Katzenklo aufzusuchen. Diese Katzen trinken weniger, es wird weniger Urin gebildet, und dieser verbleibt mitsamt den darin befindlichen Mineralstoffen länger in den Harnwegen. Die Gefahr einer Harnsteinbildung ist deshalb deutlich größer.

Wohnungskatzen sind offensichtlich zusätzlich benachteiligt, da sie im Unterschied zum „Freigänger“ ihr Territorium nicht durch Urin markieren. Das regelmäßige Markieren des Reviers hat den Vorteil, dass dadurch die Harnwege letztlich besser „gespült“ werden.

       

Übergewicht

Es wird vermutet, dass Übergewicht das Risiko für Harnsteine bei Hunden erhöht. Dies ist zum einen durch die bewegungsarme Lebensweise zu erklären (Harn wird in der Blase seltener „aufgeschüttelt“, im stehenden Urin bilden sich schneller Kristalle). Zum anderen könnte auch  die bei einer allgemeinen Überfütterung vorliegende hohe Zufuhr von Mineralstoffen eine Rolle spielen.


Flüssigkeitsaufnahme

Einer der wichtigsten Risikofaktoren für Harnsteine bei Menschen und Tieren ist eine zu geringe Trinkwasseraufnahme, weil dadurch nur wenig stark konzentrierter Harn produziert wird. Ein hohes Harnvolumen hat erkennbare Vorteile: Die steinbildenden Substanzen werden  verdünnt und die Harnwege durch den Harnabsatz besser „durchgespült“. Bei häufigerem Harnabsatz reduziert sich die Zeit, die den im Harn gelösten Stoffen zur Bildung von Kristallen und Steinen zur Verfügung steht. 


Das sollten Sie über Aufbau und Funktion des Harnapparates wissen

Die Vorfahren unserer Hauskatze waren Wüstenbewohner. Daher können Katzen ihren Harn sehr stark konzentrieren und trinken freiwillig oft nur sehr wenig. Beides begünstigt die Entstehung von Harnsteinen.

Über die Harnröhre besteht eine Verbindung des Harnapparates nach außen. Auf diesem Weg wird aber nicht nur der Harn ausgeschieden, sondern es können auch in umgekehrter Richtung  Bakterien aus der Umwelt ins Tier gelangen und eine sogenannte „aufsteigende“ Infektion verursachen.

Die Harnblase dient dazu, den Urin bis zur nächsten Entleerung zu speichern. Je länger der Harn in der Blase verbleibt, desto größer das Risiko einer Harnsteinbildung. Alle Maßnahmen, die den Urinabsatz fördern, wie eine Steigerung der Trinkmenge, aber auch häufiges Gassi-Gehen bzw.  eine stets saubere Katzentoilette helfen, einer Harnsteinerkrankung bei Ihrem Tier vorzubeugen.

 

 

 

Weitere Informationen zu Harnsteinen