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Erkrankungen der Augen und der oberen Atemwege

Die schwersten dieser Erkrankungen werden durch drei Viren und eine Chlamydiabakterie hervorgerufen, von diesen Erregern überlebt nur das Calicivirus länger als 48 Stunden (nämlich 10 Tage) im äußeren Milieu , so dass die Umgebung kaum eine Rolle bei der Übertragung spielt, diese erfolgt hauptsächlich direkt von Katze zu Katze. Die klinischen Symptome werden meist unter dem gängigen Begriff "Schnupfen" zusammengefasst. Allgemeine Symptome sind Fieber, worauf rasch eine Bindehautentzündung mit Tränenfluss folgt, später Niesen, gelegentlich mit Komplikationen durch serösen bis eitrigen Auswurf und Husten einhergehend (das erkrankte Tier "schnupft", es hat eine Triefnase).

Gelegentlich lassen sich aufgrund bestimmter Symptome einzelne Wirkfaktoren bestimmen und voneinander abgrenzen, aber nicht selten kommen auch Mischinfektionen vor. Das Herpesvirus vom Typ 1 ist der Erreger der Viralen Rhinotracheitis (Virusentzündung von Nase und Luftröhre), die durch Hustenanfälle, eitrigen Auswurf, eitrige Bindehautentzündung mit Geschwüren an der Kornea und Läsionen der Zunge gekennzeichnet ist. Werden trächtige Katzen damit infiziert, kommt es häufig zu Fehlgeburten. Die Sterblichkeit unter Kätzchen und geschwächten erwachsenen Tieren ist sehr hoch. Von den geheilten Katzen bleiben 80 % Virusträger, die Viren "schlafen" (sie bewirken keinerlei klinische Symptome), in einer Stress-Situation können diese Tiere dann die Viren ausscheiden. Die Symptome der Calcivirose, einer von einem Calcivirus verursachten Krankheit, variieren je nach dem Virusstamm und der Anfälligkeit des infizierten Tieres.

In weniger schweren Fällen beschränkt sich die Krankheit auf Geschwüre an der Zunge, am Gaumen, den Lippen und an der Nasenscheidewand. Die damit einhergehenden Schmerzen führen zu vollständiger Anorexie: das Tier verweigert die Nahrungsaufnahme. Außerdem kommt es zu Ausfluss aus Augen und Nase. Bei den schwersten Formen der Krankheit tritt dazu noch Lungenentzündung auf, die zum Tode führen kann (in 100 % der Fälle bei jungen Kätzchen). Als weniger typisches Erscheinungsbild ist Hinken zu beobachten, verursacht durch Gelenk- und Muskelschmerzen, sowie Kontraktion der Zehen. Nach der Heilung eliminieren manche Katzen das Virus vollständig, während andere chronische Virusträger bleiben. Die Reovirose, mit einem Reovirus als Erreger, verursacht in erster Linie Bindehautentzündung; Komplikationen treten selten auf; es gibt keinen Impfstoff dagegen. Chlamydia psittaci ist der Erreger der Chlamydiose. Die Infektion äußert sich in Symptomen, die zunächst an nur einem Auge auftreten und dann beide Augen erfassen (Bindehautentzündung; Chemosis, ein Ödem der Bindehaut). Manchmal verschwinden diese Symptome ohne Behandlung; in den schwersten Fällen verschärft sich nach etwa zehn Tagen das Krankheitsbild an den Augen, es kommt zu eitrigem Ausfluss; das Tier niest und hustet. Manchmal kommt es zu Fehlgeburten. Heilung tritt erst nach 2 bis 6 Wochen ein.

Manchmal bleiben die Tiere nach der Heilung symptomfreie Träger der Erreger, in Stress-Situationen können sie dann die Chlamydien ausscheiden. Der Tierarzt setzt als Therapie eine Antibiotika-Behandlung und Maßnahmen zur Linderung und Erleichterung für das erkrankte Tier an. Eine wichtige Rolle spielt die Umgebung für das kranke Tier: da die Atemwege verengt sind, nimmt das Tier keine Nahrung auf und vernachlässigt auch das Putzen. Man muss unbedingt dafür sorgen, dass das Tier frisst, notfalls muss man es zwingen, entweder mit gewöhnlichem Futter (angefeuchtet oder als Brei zubereitet) oder mit speziell für diesen Zweck entwickelten Erzeugnissen (Flüssignahrung zur Sicherung der notwendigen Nährstoffzufuhr), die man beim Tierarzt erhalten kann. Das kranke Tier füttern, es putzen, ihm oft die Nase säubern, es inhalieren lassen, all diese Maßnahmen beschleunigen die Heilung. Eine Aerosolbehandlung kann zu Hause oder in der Tierarztpraxis durchgeführt werden.