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Augen und Ohren

Augenlider

Die Augenlider können von verschiedenen angeborenen Missbildungen betroffen sein: Fehlen des oberen Augenlids, Entropion (Einrollen der Lider nach innen, was zu starken Hornhautläsionen durch reibende Wimpern führt). Diese Probleme müssen durch chirurgische Eingriffe gelöst werden. Bei Blepharitiserkrankungen handelt es sich um Infektionen durch Bakterien oder Pilze (Schorf). 

Das Auge wird ständig durch Tränenflüssigkeit feucht gehalten; steht nicht ausreichend Tränenflüssigkeit zur Verfügung, so entstehen daraus schwere Schädigungen der Augen (trockene Keratokonjunktivitis, dh. Entzündung der Augenhornhaut und der Bindehaut). Die Tränen fließen durch feine Tränenkanäle aus den Augen ab, diese Kanäle sind ( als Folge von Infektionen) gelegentlich verstopft oder von Geburt an zu eng. Die Tränen fließen dann außen ab, beiderseits der Nase, wo sie bräunliche Spuren hinterlassen. 


Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen kommen bei Katzen sehr häufig vor. Oft bilden sie eines der Symptome einer allgemeinen Erkrankung. Bei einer Chlamydiose-Erkrankung der Katze tritt sehr frühzeitig eine Bindehautentzündung auf. Das Herpesvirus der infektiösen Rhinotracheitis wirkt am Auge stark schädigend, es verursacht dort eitrige Bindehautentzündung sowie Keratitis punctata (Hornhautentzündung mit verstreuten Infiltraten) oder gefährliche Hornhautgeschwüre, die sowohl akuter Natur als auch, einige Zeit nach Abklingen der Primärinfektion, chronischer Natur sein können.

Die Kornea (Augenhornhaut) der Katze weist manchmal Läsionen auf, die charakteristisch für die Spezies sind, wie zum Beispiel Kornea-Sequester (ein schwärzliches Gewebeplättchen, das sich in der Kornea bildet). 


Uveiti

Eine Uveitis zeigt sich in einer Farbänderung der Iris, die Iris wird dabei matt und verfärbt sich rosa, auf der Hornhaut bilden sich Ablagerungen, eine Pupillenverengung tritt ein, in der vorderen Augenkammer bildet sich ein "Dunstschleier". Für die Katze spezifisch sind drei Arten viraler Uveitis-Erkrankungen: sie gehören zum Krankheitsbild der Katzenleukose (Fe.L.V.), der Immunschwäche der Katzen (F.I.V.) und der Infektiösen Peritonitis der Katze (P.I.F.). Man findet sie auch bei Toxoplasmose, Augenverletzungen und Augeninfektionen. 


Glaukom

Beim Glaukom kommt es, bedingt durch eine Erhöhung des Augen-Innendrucks, zu einer Vergrößerung des Augenvolumens, verbunden mit starkem Schmerz.

Die Unversehrtheit der Retina (Netzhaut) ist unabdingbar für ein gutes Sehvermögen. Infolge von Verletzungen oder schweren Allgemeinerkrankungen kommt es zu Blutungen der Netzhaut und Netzhautablösungen, sie treten auch als Folgeschäden einer Uveitis auf. Fälle von Netzhautschädigungen aufgrund von Taurinmangel im Futter treten nicht mehr auf, seit das industriell hergestellte Katzenfutter in der erforderlichen Menge diese für die Katze unbedingt notwendige Aminosäure enthält. Ernähren Sie Ihre Katze nicht mit Hundefutter.

Schließlich können Katzen noch an vier nervlich bedingten Erkrankungen leiden. Es sind dies: Strabismus, Vorfall des dritten Augenlides, das Claude Bernard Horner-Syndrom (Pupillenverengung an einem Auge, verbunden mit einem Vorfall der Nickhaut), das Syndrom der Pupillenerweiterung oder der Felinen Dysautonomie.


Vorfall des dritten Augenlides

Die Katze besitzt ein drittes Augenlid, das sich im inneren Augenwinkel befindet. Dieses Lid ist am Schutz des Auges und am Auftragen des Films aus Tränenflüssigkeit beteiligt, der die Hornhaut schützt; es bleibt manchmal dauernd sichtbar, dies ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen:

  • mechanische Ursachen im Zusammenhang mit dem Zustand des Auges: Mikrophtalmie oder Atrophie des Augapfels; Gewichtsverlust, Tumor oder Kratzverletzung der Lidmuskeln;
  • Neurologische Ursachen, lokale Reizung, Gleichgewichtsverschiebung und Überwiegen des Parasympathicus in der Folge einer Erkrankung im Bauchraum;
  • Läsion der Nackennerven des Sympathicus, bedingt durch so unterschiedliche Erkrankungen wie einen Bandscheibenvorfall, eine Ohrenentzündung, einen Tumor, einen Abszess oder eine Verletzung.

 

Bei den Katzen ist die Mehrzahl der Fälle von Prolapsus der Nickhaut die Folge einer Erkrankung im Bauchraum; darum interessiert sich der Tierarzt in diesem Zusammenhang häufig für den Verdauungstrakt und verschreibt Abführmittel (wenn z.B. Haarknäuel festgestellt werden), Wurmmittel (Bandwurmbefall, der sonst unbemerkt bliebe, erzeugt häufig solche Symptome) oder ein Darm-Antiseptikum.


Krebserkrankungen

Im Zusammenhang mit der höheren Lebenserwartung der Katzen werden gleichzeitig zunehmend Krebserkrankungen auch bei diesen Tieren festgestellt. Ja, auch die Katzen leiden, wie wir alle, unter den negativen Folgen des modernen Lebens wie Umweltverschmutzung oder dem Tabakrauch ihrer menschlichen Partner. Ein Tumor, gekennzeichnet durch die unkontrollierte Vermehrung von Zellen, kann gutartig oder bösartig sein; ein bösartiger Tumor ist ein Krebs. Bei den Katzen treten Krebstumoren 6 mal so häufig auf wie gutartige Tumoren, und dies ab einem Alter von 3 Jahren an. Bezogen auf die Gesamtpopulation der Katzen sind Hauttumoren die am häufigsten anzutreffende Form; als nächste folgen Tumore der Milchdrüsen, danach Tumoren verschiedener weicher, lockerer Gewebe. Die Häufigkeit von Ganglientumoren und Lymphosarkomen steht in direktem Zusammenhang mit dem Infektionsgrad durch den Virus der Katzenleukose. Die Krebssymptome sind abhängig davon, welches Organ betroffen ist, vom Tempo des Voranschreitens des Tumors, von seinem Charakter, inwieweit er sich lokal ausbreitet, bzw. seiner Fähigkeit zur Metastasenbildung, von seiner Fernwirkung (z.B. bei einem Tumor einer endokrinen Drüse). Einige warnende Anzeichen können trotzdem Ihre Aufmerksamkeit wecken und Sie veranlassen, den Rat des behandelnden Tierarztes Ihrer Katze einzuholen. Eine Neoplasma-Erkrankung (Krebs) hat zweierlei Auswirkungen. Einerseits lokale Wirkungen, eine sichtbare oder ertastbare Knotenbildung oder Verdickung, Zerstörung des befallenen Organs, Zusammendrücken der benachbarten Organe, funktionelle Auswirkungen; andererseits Fernwirkungen aufgrund von Überproduktion oder nicht ausreichender Produktion eines Hormons bzw. die Produktion bestimmter Substanzen durch den Tumor selbst.

Verschiedene Anzeichen, wenngleich nicht spezifisch, sind für den Arzt Hinweise auf ein mögliches Krebsleiden: Abmagerung, verstärkter Durst oder Appetit, Krämpfe, Husten, innere oder äußere Blutungen. Wenn der Tierarzt ein Krebsgeschwür vermutet, benötigt er oft noch ergänzende Untersuchungen, um seine Diagnose zu präzisieren oder zu bestätigen: Röntgen, Ultraschalluntersuchung und andere ausgefeiltere und kostspieligere Diagnosetechnik (Kernspintomographie, Computertomographie, Scanner). Des Weiteren zieht der Tierarzt auch mikroskopische Untersuchungen heran: bei Ergüssen ausgetretene Flüssigkeit, Gewebeproben. Die Untersuchung von Krebserkrankungen bei der Katze ist von besonderem Interesse für die Vergleichende Pathologie. Die Katzenleukose, die durch eine Infektion mit Fe.L.V. hervorgerufen wird, ist eine ältesten bekannten Krankheiten, für die in der Forschung eine Kausalbeziehung zwischen Virusinfektion und Tumorentwicklung nachgewiesen werden konnte. Lymphosarkome sind die Tumore, die am häufigsten mit der Infektion durch das feline Leukosevirus in Verbindung gebracht werden. Was F.I.V. betrifft, das Virus der Felinen Immunschwäche, so ist es zwar nicht als kanzerogen (krebserzeugend, die Entwicklung von Tumoren auslösend) anerkannt, es erhöht aber bei damit infizierten Katzen die Häufigkeit bestimmter Krebsarten: Lymphosarkom, Knochenmark-Tumore, Sarkome.

 

Krebserkrankungen der Ohren bei weißen Katzen

Wenn Katzen mit weißen Ohren häufig der Sonne ausgesetzt sind, besteht für sie ein hohes Risiko, einen Krebstumor zu entwickeln. Die chronische Reizung durch Sonnenlicht entwickelt sich allmählich zu einem Krebs, einem Epithelioma spinocellulare. Dieser Tumor befällt Katzen mit weißen Ohren in der Regel nach dem 8. Lebensjahr. Zuerst wird der Rand der Ohrmuschel angegriffen, anschließend breitet sich der Krebs aus und erfasst rasch die umliegenden Gewebe. Halten Sie also Katzen mit weißen Ohren im Sommer zu den Zeiten der intensivsten Sonneneinstrahlung im Schutz der Wohnung. Bei einem beginnenden Epitheliom der Ohrmuschel besteht die erste Dringlichkeitsmaßnahme in der Entfernung des Tumors durch Amputation des Randes der Ohrmuschel, es kommt jedoch häufig zu Rückfällen.