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Risiko Übergewicht

Grundsätzlich besteht bei kastrierten Katzen ein größeres Risiko der Entwicklung von Übergewicht. Bei Katern ist die Gefahr zudem ausgeprägter als bei Kätzinnen. Nicht zwangsläufig heißt das, dass jede kastrierte Katze auch tatsächlich fett wird. Dieses Wissen sollte vielmehr dazu motivieren, durch eine angepasste Ernährung Vorbeugung zu leisten (siehe Kapitel Ernährung und Übergewicht)

Ursachen für das erhöhte Risiko Übergewicht

In der Natur lebende, nicht kastrierte Wildkatzen sind äußerst selten übergewichtig. Tag für Tag ernähren sie sich von Beutetieren mit einem relativ konstanten Energiegehalt. Die selbst "erarbeitete" Hauptmahlzeit dieser Katzen besteht zum Großteil aus Mäusen, von denen eine einzige ca. 30 kcal liefert. Der Stoffwechsel der Wildkatzen ist somit auf die Zufuhr einer Nahrung mit konstantem Energiegehalt eingestellt. Ist der tägliche Gesamtenergiebedarf gedeckt, so erfolgt keine weitere Futteraufnahme. Folge ist, dass eine Überversorgung mit Energie vermieden wird und es nicht zur Entwicklung von Übergewicht kommen kann. Es handelt sich praktisch um einen natürlichen Regulationsprozess, der zu hohem Körpergewicht vorbeugt. Dies ist entscheidend für den Erhalt einer uneingeschränkten Jagdfähigkeit einer Wildkatze.

Bei kastrierten Katzen kommt es nun durch die hormonellen Veränderungen zu einer Unterbrechung dieses natürlichen Regulierungsprozesses. Die Tiere fressen deutlich mehr, und die Energieaufnahme steigt demzufolge an. Fakt ist, dass kastrierte Kater innerhalb von 48 Stunden nach der Operation ihre Futteraufnahme um 26 %, Kätzinnen um 18% steigern. Einfach ausgedrückt, entwickeln kastrierte Katzen mehr Appetit. Die gesteigerte Futteraufnahme dient nicht mehr nur dazu, den täglichen Energiebedarf zu decken, sondern die tatsächliche Energieaufnahme übersteigt diesen deutlich. Von Nachteil ist auch, dass zur gleichen Zeit der tägliche Energiebedarf der Tiere um durchschnittlich 30 % sinkt. Dieser Aspekt findet seine Begründung u. a. in dem stressfreieren Leben von Kastraten, die sich nicht mehr auf ständiger Suche nach einem Sexualpartner befinden. Ein weiterer Aspekt begünstigt die Entstehung von Übergewicht: Untersuchungen haben gezeigt, dass Katzen durchschnittlich 2 Monate benötigen, um sich an einen veränderten Energiegehalt der Nahrung anzupassen.2 Füttert man also "falsch", zuzüglich der veränderten Gegebenheiten nach einer Kastration, so entwickeln sich Fettpolster innerhalb kürzester Zeit. Die zu viel aufgenommene Energie wird nämlich vom Körper in Form von Fettgewebe gespeichert. Die Konsequenzen sind klar: Die Katze wird zu dick! Dabei ist Übergewicht bei Katzen nicht in erster Linie ein "Schönheitsfehler", es erhöht deutlich das Risiko von Gelenkerkrankungen, Diabetes mellitus und Harnsteinen. Für den Katzenbesitzer ist es deshalb unerlässlich, eine frühzeitige Umstellung der Katze auf eine spezifische Nahrung vorzunehmen, die gegen die Entstehung von Übergewicht wirksam Vorbeuge leistet (siehe Kapitel Ernährung und Übergewicht).

Tipp:

Um die Gewichtsentwicklung Ihrer Katze im Auge zu behalten, ist es sinnvoll, sie regelmäßig zu wiegen. Wiegen Sie sich zunächst allein (am besten auf einer Digitalwaage mit 100-g-Skalierung) und anschließend zusammen mit der Katze auf dem Arm (die Differenz ist das Gewicht Ihrer Katze), oder verwenden Sie eine Babywaage, auf der die Katze bequem sitzen kann.

 

2 Calvert E., The effect of diet and hormonal status on growth and body composition in growing kittens, WCPN research,2003, unpublished