Wie sieht ein "tiergerechter" Frühjahrsputz aus?

Die Temperaturen steigen und die Sonne zeigt sich immer häufiger – der Frühling ist endlich da! Jetzt ist für viele die perfekte Zeit, um sich dem Frühjahrsputz zu widmen und das eigene Zuhause auf die warmen und sonnigen Zeiten des Jahres vorzubereiten. Neben Staubwischen, Fensterputzen und Renovieren steht bei vielen Ausmisten und Dekorieren auf dem Plan. Dabei können auch die Lieblingsplätze von Hund und Katze aufgefrischt werden, um der Winterzeit Ade zu sagen. Doch worauf muss ich beim Frühjahrsputz achten, wenn Hunde oder Katzen im Haus leben? Wie sieht ein „tiergerechter“ Frühjahrsputz aus?

Tipps für den tiergerechten Frühjahrsputz in Haus und Wohnung

Raumverbot für Vierbeiner

Hunde und Katzen sollten sich nicht in einem Raum befinden, in dem gerade mit Reinigungsmitteln gearbeitet wird. Denn diese können die Schleimhäute der Vierbeiner reizen und bei Verschlucken hochgiftig sein. Daher empfiehlt es sich als einfachste Lösung, Haustiere aus dem Raum fernzuhalten, in dem gerade geputzt wird. Außerdem sollte genügend Zeit zum Trocknen aller Oberflächen und zum Lüften eingeplant werden, bevor Hund oder Katze wieder hereingelassen wird. Dasselbe gilt natürlich für Räume, in denen mit Lack oder Farbe gearbeitet bzw. tapeziert wird.

Die richtigen Hilfsmittel verwenden

Es lohnt sich die Reinigungs- und Hilfsmittel zu prüfen, die regelmäßig verwendet werden. Stark säurehaltige Mittel – inklusive derer, die Rost entfernen oder Abflüsse freimachen – sind besonders gefährlich und sollten unbedingt außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden. Nach Benutzung sollten die Tiere für 24 Stunden aus dem Raum gehalten werden, um das Aufnehmen von Rückständen zu verhindern. 

Auch Reiniger, die auf regelmäßiger Basis eingesetzt werden, wie z.B. Glasreiniger, Fleckenentferner oder Oberflächenreiniger, können Durchfall oder Erbrechen bei Mensch und Tier hervorrufen, wenn sie aufgenommen werden. Beispielsweise durch Herumtollen, Spielen, Liegen und Schlafen auf den Wohnungsböden können gegebenenfalls minimale Überreste von nicht gut getrockneten Reinigungsmitteln ins Fell der Vierbeiner geraten und durch die Fellpflege aufgenommen werden. Die Mengen sind in der Regel derart minimal, dass keine Gefahr besteht. Um auf Nummer sicher zu gehen und parallel die Umwelt zu schonen, können Bio-Produkte jedoch eine gute Alternative zu aggressiven Reinigern sein.

Tiergerechte Auswahl von Pflanzen

Beim Gestalten von Gartenbeeten, Balkon und Wohnung sollte man darauf achten, keine giftigen Pflanzen zu verwenden. Viele sehr beliebte Pflanzen können für Hund und Katze gefährlich sein, wenn Bestandteile aufgenommen werden.

Giftig sind zum Beispiel:

  • Birkenfeige (Ficus benjamina)
  • Azalee
  • Clematis
  • Lilien: Taglilien, Oster Lilie, Schwertlilien
  • Farne
  • Hyazinthe
  • Himmelblaue Prunkwinde
  • Rhododendron
  • Tulpen

Frühjahrsputz bei Hund und Katze

Inspizieren Sie die Plätze in der Wohnung, in der Ihr Hund oder Ihre Katze gerne Zeit verbringt. Das kann neben Katzen- oder Hundekorb auch Decken, Kissen und Teppiche umfassen. Denken Sie bei Hunden auch an das Auto. Da Katzen gerne häufig Ihren Schlafplatz wechseln, kann sich der Frühjahrsputz hier auf mehrere verteilte Plätze erstrecken.

  • Weitere praktische Tipps
    • Waschen Sie die Decken und Kissen Ihrer Haustiere separat von Ihrer eigenen Wäsche.
    • Achten Sie beim Kauf von Körbchen darauf, dass das Polster abtrennbar und waschbar ist. Auch Kissen und Decken sollten unbedingt in der Maschine gewaschen werden können.
    • Besorgen Sie eine Ersatzgarnitur an Decken und Kissen für Ihren Hund oder Ihre Katze, sodass jeweils eine Ausstattung verfügbar ist, wenn die andere gerade gewaschen wird bzw. noch trocknen muss.

Säubern Sie Näpfe, Fressplätze und Spielsachen. Verwenden Sie dazu die Spülmaschine, falls das Zubehör spülmaschinenfest ist. Wer keine Spülmaschine hat, kann einfach Spülmittel und heißes Wasser verwenden. Als Alternative können Sie Spielzeuge auch in einen Kissenbezug geben und gemeinsam mit Kissen und Decken in der Waschmaschine waschen. In jedem Fall sollten Näpfe und Spielzeuge gründlich abgewaschen werden und lufttrocknen, um zu verhindern, dass sich Rückstände der Reinigungsmittel ablagern.

Der Frühjahrsputz eignet sich sehr gut dafür, auch die Transportboxen von Hund und Katze zu reinigen. In der Regel sollten warmes Wasser und ein normaler Reiniger ausreichen. Fall darüber hinaus noch Desinfektionsmittel notwendig sein sollten, so achten Sie darauf, dass Ihr Vierbeiner frühestens nach 24 Stunden wieder Zugang zum Transportkorb haben sollte.

Was tun, wenn mein Tier etwas verschluckt hat, das giftig sein könnte?

Sollte trotz aller Vorsicht etwas schiefgegangen sein und Ihr Hund oder Ihre Katze hat einen Reiniger oder Bestandteile einer giftigen Pflanze aufgenommen, so sollten Sie im ersten Schritt unbedingt Ihren Tierarzt kontaktieren. Speichern Sie seine Rufnummer am besten in Ihr Handy ein, so ist sie griffbereit und muss nicht im Notfall erst gesucht werden.

Geben Sie beim Anruf diese Informationen durch:

  • Wer hat sich vergiftet? Tierart, Alter, Geschlecht
  • Womit hat sich Ihr Tier vergiftet? Pflanzen, Chemikalien, Haushaltsprodukte, Arzneimittel
  • Wie viel wurde in etwa aufgenommen?
  • Wann hat sich die Vergiftung in etwa ereignet? Ungefähre Uhrzeit
  • Welche Erscheinungen einer Vergiftung sind bisher aufgetreten? Erbrechen, Benommenheit, Bewusstlosigkeit

 

Gegebenenfalls sollte in Absprache mit dem Tierarzt zusätzlich die Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Diese ist telefonisch unter folgenden Nummer erreichbar:

Giftnotrufzentralen in Deutschland

Bundesweit erreichen Sie die Giftnotrufzentralen, indem Sie die Vorwahl der nächsten Großstadt mit der Telefonnumer 19240 kombinieren. Zum Beispiel für Berlin 030/19240 oder für Köln 0221/19240

Giftnotrufzentrale in Österreich

In Österreich ist die Giftnotrufzentrale erreichbar unter +43 (0)1 - 406 43 43