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Fieber und schwere Verletzungen

Häufig glauben Hundebesitzer, dass ihr Tier Fieber hat, wenn sich seine Nase heiß anfühlt. Diese allgemein verbreitete Meinung stimmt zwar teilweise, ist jedoch wissenschaftlich nicht fundiert. 

Was passiert wirklich?  Dazu einige wichtige Fakten:

Hyperthermie (überhöhte Körpertemperatur)

Sie kann mehrere Ursachen haben.

  • Externe Ursachen: Es handelt sich im Wesentlichen um einen Hitzestau, wenn der Hund zu lange in einem in der Sonne stehenden Fahrzeug zurückgelassen wurde
  • Interne, physiologische Ursachen: Diese Hyperthermie ist normal und hängt mit Anstrengung, Emotion und Aufregung zusammen (z.B. wenn der Hund bei großer Hitze heftig keucht). In diesem Fall ist die Erhöhung der Körpertemperatur nicht mit einer Gesamtverschlechterung des Zustandes verbunden.
  • Interne, pathologische Ursachen: Tritt bei allen Arten von Krankheiten auf (Infektion, Viruserkrankung oder bakterielle Infektion...). In diesen Fällen wird eine Veränderung des Allgemeinzustandes beobachtet: Müdigkeit, Mattigkeit, Appetitlosigkeit.
Schüttelfrost

Ist es ein Anzeichen von Hyperthermie, wenn der Hund Schüttelfrost hat? Nicht immer, denn Schüttelfrost kann physiologische Ursachen haben, wenn der Hund zum Beispiel unterkühlt ist (was jedoch selten vorkommt), wenn er Angst hat oder sich fürchtet (z.B. beim Tierarzt). 

Auch pathologische Ursachen sind möglich, wenn nämlich die Erhöhung oder auch Senkung der Körpertemperatur die Begleiterscheinung einer Krankheit ist. Kommen wir nochmals zurück auf den sogenannte "fiebrigen" Erregungszustand:

  • Physiologische Ursachen: Jede Anstrengung oder Aufregung ist begleitet von einer Erhöhung der Körpertemperatur mit intensivierter Atmung - der Hund atmet mit offenem Mund. Es kommt zu einem Blutandrang an allen Schleimhäuten (Zunge, Augen, Nase).
  • Der Hund transpiriert praktisch nur durch den Mund und keucht, um die Körpertemperatur auszugleichen, er "schwitzt".
  • Pathologische Ursachen: Manche schwere Erkrankungen können die Ursache eines fiebrigen Erregungszustandes sein (Fischvergiftung, Gehirnschlag, manche Viruserkrankungen wie z.B. Hundestaupe, Tollwut, Hypokalzämie bei der stillenden Hündin) und wirken sich in Form von Krampfzuständen aus.
  • Messung der Köpertemperatur: Bei der Messung der Körpertemperatur muss daher das vorher Gesagte berücksichtigt werden. Die normale Körpertemperatur des Hundes und der Katze liegt zwischen 38,5° und 39° C, das heißt durchschnittlich um 1° C höher als beim Menschen.
  • Eine Erhöhung auf 40° ist jedoch ebenso gefährlich wie beim Menschen, die zulässige Schwankungs-breite ist also gering. Bei Fieberverdacht ist es jedoch in jedem Fall besser, die Temperatur des Tieres zu messen, wenn sich dieses beruhigt hat und in Ruhestellung befindet, und erst dann einen Tierarzt aufzusuchen; die Messung der Körpertemperatur nach einem einstündigen Marsch durch die Wälder bei einer Außentemperatur von 35° ist hingegen nicht sinnvoll. 
  • Bemerkung zur Körpertemperatur: Der Grund, warum Hunde- und Katzenflöhe selten Menschen beißen, sollten sie die Wahl zwischen dem Menschen und dem Hund haben, ist einfach der, dass ihnen das Blut bei den 39° C Körpertemperatur des Hundes besser schmeckt.
Schwere Verletzungen

Die Bandbreite der Verletzungen wie Wunden, Quetschungen, Blutergüsse, Verbrennungen ist sehr groß, sowohl hinsichtlich der Art als auch des Grades. Wir beschreiben hier die schwersten Fälle.  

Wunden mit starker Blutung: Die Blutung kann venös (dunkles, langsam sickerndes Blut) oder arteriell (hellrotes, stoßweise fließendes Blut) sein. In jedem Fall muss an die blutende Stelle ein sauberer Druckverband angelegt werden. Bei einer arteriellen Blutung muss mit einem Finger oder der Faust die Arterie oberhalb der Wunde zusammengedrückt werden (vom Abbinden wird abgeraten). Es ist sofort der Tierarzt aufzusuchen.   

Gehirnerschütterung und Augentrauma: Treten oft bei einem Verkehrsunfall oder während der Jagd auf. Das Tier muss auf schnellstem Wege zum Tierarzt gebracht werden, wobei Erschütterungen möglichst zu vermeiden sind.   

Wirbelsäulenverletzungen: auch hier muss der Tierarzt so rasch wie möglich aufgesucht und das Tier so transportiert werden, dass Kopf, Rumpf und Becken in einer Linie liegen können.   

Offene Brüche mit Blutungen: obwohl diese Verletzung meist nicht lebensbedrohend ist, stellt das Infektionsrisiko und der entstandene Schmerz doch einen relativ schwerwiegenden Notfall dar. Der Bruch muss mit einer Schiene oder einem Stück Holz ruhig gestellt und die verletzten Stellen mit feuchten Kompressen bedeckt werden, bevor man den Tierarzt aufsucht.   

Schlangenbisse: gleichgültig, um welche Schlange es sich handelt, ist jeder Eingriff an der Wunde zu vermeiden (Aussaugen, Ausdrücken); wenn möglich, sollte ein Eisbeutel auf die Bissstelle gelegt und das Tier in bestmöglicher Ruhelage zum Tierarzt gebracht werden.

Erfrierungen

Sie treten hauptsächlich bei Schlittenhunden oder Hunden im Hochgebirge auf, und zwar an den exponierten Körperteilen: Hoden, Penis, Brustdrüsen.

Die Folgen sind ähnlich wie bei Verbrennungen.  Die Besonderheit besteht darin, dass man die betroffenen Stellen in 30°C warmem Wasser langsam erwärmen muss, wenn man sicher ist, dass diese Körperteile nicht wieder Erfrierungen ausgesetzt werden (wenn der Hund z.B. wieder ins Freie muss). Wenn man hier nicht sicher ist, ist es besser, die Erfrierung nicht zu behandeln.

Erstickungsanfall

Dieser entsteht bei Verlust der Atemreflexe (mit teilweisem Verlust des Bewusstseins) oder Verschluss der Atemwege. Letzterer kann durch externe (Fremdkörper in der Kehle, Ertrinken) oder durch interne Faktoren (Trachealkollaps, Lungenblutung) hervorgerufen werden. Das Tier muss sofort zum Tierarzt gebracht werden.

Bei einem extern verursachten Verschluss kann man versuchen, das Wasser oder den Fremdkörper zu entfernen, indem man den Hund an den Hinterbeinen fasst und nach unten hin schüttelt. Die "Mund-zu-Nase-Beatmung" kann durchgeführt werden, indem man alle 5 Sekunden Luft in die Nase des Hundes bläst, wobei das Maul geschlossen sein soll. 

Man kann überprüfen, ob das Tier nicht gleichzeitig einen Herzanfall erleidet, indem man hinter dem linken Ellenbogen des Hundes mit einer Hand gegen den Brustkorb drückt.

Sollte dies der Fall sein, so ist zusätzlich zur Beatmung eine Herzmassage durchzuführen. Dazu legt man das Tier auf die rechte Seite und regt die Herztätigkeit an, indem man zwischen der dritten und fünften Rippe auf das Herz drückt, und zwar in Abständen von fünfmalzwischen jeder Beatmung. In diesem Fall steht das Leben des Hundes auf dem Spiel, bei der ersten Hilfe können wenige Minuten über das Leben des Hundes entscheiden.

 

Der Hitzschlag

Allzu oft sehen wir alleingelassene Hunde in einem Auto, das in der prallen Sonne steht, vielleicht auch im Schatten, das Autofenster ganze 5 cm breit geöffnet... Dieses Verhalten ist in der Mehrzahl der Fälle als verantwortungslos zu bezeichnen.

  • Je größer der Hund, desto schneller ist die Atemluft im Fahrzeug verbraucht. 
  • Hunde mit Herzleiden oder Atembeschwerden sind besonderer Hitzschlaggefahr ausgesetzt, da der Luftaustausch in der Lunge bei ihnen stark reduziert ist. 
  • Die Rassen mit kleinem Gesicht (Boxer, Pekinese) neigen eher zu Atembeschwerden als andere Hunde. 
  • Von Natur aus nervöse Hunde können ebenfalls anfälliger für einen Hitzschlag sein. 
  • Hunde mit Übergewicht, da das Fett eine gute Wärmeisolierschicht darstellt.
  • Lassen Sie Ihren Hund niemals bei großer Hitze in einem in der Sonne stehenden Fahrzeug 
  • Bedenken Sie, dass ein im Schatten geparktes Auto nach einigen Stunden unter Umständen Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist 
  • Lassen Sie die Fenster immer genügend weit offen 
  • Lassen Sie niemals ein Jungtier, einen alten oder einen herzkranken Hund bei Hitze im Auto, auch nicht im Schatten.
  • Dazu muss man wissen, dass der Hund im Gegensatz zum Menschen nicht durch die Haut atmet. Die Transpiration ist ein ausgezeichnetes System, die es dem Menschen ermöglicht, einen Austausch mit der Außentemperatur zu erzielen, so dass die Körpertemperatur bei großer Hitze nicht zu schnell ansteigt.
  • Dieses System wird künstlich auch von der Katze angewendet, denn wenn sie ihr Fell leckt, kommt Speichel auf das Fell, wodurch ein Temperaturaustausch stattfinden kann. Wenn auch beim Hund zum Temperaturausgleich keine Schweißabsonderung auf der Haut erfolgt, ermöglicht ihm die zirkulierende Luft im Freien, sich durch Wärmeabgabe und -ableitung abzukühlen. 
  • Der Hund atmet daher nicht nur, sondern er schwitzt auch durch den Mund. Was geschieht jedoch bei einem Hitzschlag im Körper? 
  • In einem mehr oder abgeschlossenen Fahrzeug beginnt der Hund bei hoher Außentemperatur stark zu keuchen, um zu transpirieren und die steigende Körpertemperatur zu verringern. Daneben hat der Hund keine die Möglichkeit, seine Körpertemperatur über die Haut zu senken, da er dazu zirkulierende Luft benötigt (im abgeschlossenen Fahrzeugraumist dies nicht der Fall). Daher steigt die Körpertemperatur gefährlich an. Darüber hinaus verbraucht der keuchende Hund sehr schnell die im Fahrzeug vorhandene reine Luft und atmet schließlich die bereits verbrauchte, mit Kohlendioxyd angereicherte und sauerstoffarme Luft ein.
  • Alle diese Faktoren zusammen bewirken, dass der Hund sehr schnell einen Herzanfall erleiden kann. Dieser kann ganz plötzlich auftreten, der Hund steht dabei oft wie erstarrt mit gespreizten Beinen, ringt nach Luft und atmet schnell. Oft werden diese Beschwerden begleitet von Zittern und sogar von Krampfzuständen. Die Körpertemperatur steigt bis über 42°C, der Hund beginnt zu erbrechen und befindet sich in einem Schockzustand, der schnell irreversibel werden kann. 
  • Man muss so rasch wie möglich reagieren: 
  • In jedem Fall muss der Hund sofort an einen gut gelüfteten Ort gebracht werden. Die Körpertemperatur kann rasch gesenkt werden, indem man den Hund in lauwarmes Wasser taucht, das allmählich abkühlt.
  • Kontrollieren Sie die Körpertemperatur und den Allgemeinzustand des Hundes. Bringen Sie den Hund so rasch wie möglich zum Tierarzt.

Vorbeugende Maßnahmen:

Dr. Marc Habib, Tierarzt, Paris (Frankreich)

Das Magendehnungs-Torsions-Syndrom

Es handelt sich um eine für Großhunde und Hunde großer Rassen charakteristische Erkrankung. Der Magen dehnt sich aus, dreht sich um die eigene Achse, drückt auf wichtige Organe (Milz, Zwerchfell) und den Blutkreislauf.

Sollte man einen "gefährdeten" Hund haben, ist es am besten vorzubeugen (die Nahrungsmenge auf mehrere Mahlzeiten aufteilen, jegliche Bewegung des Hundes nach der Nahrungsaufnahme vermeiden) und die Krankheitssymptome rechtzeitig zu erkennen. 

Zuerst stellt man bei dem Tier Speichelfluss fest, sein Bauch schmerzt und ist verhärtet (jedoch in diesem Stadium noch nicht sehr aufgebläht), der Hund versucht ständig zu erbrechen. In der nächsten Phase legt sich das Tier hin, bläht sich rasch auf und leidet unter Atemnot. Wenn man in diesem Stadium nichts unternimmt, stirbt das Tier sehr rasch. 

Der Hund muss in einer Position, in der man ihm das Atmen erleichtert, dringend zum Tierarzt gebracht werden, wobei man das Tier nicht am Erbrechen hindern und es warm halten soll. 

Selbst wenn rasch ein Eingriff erfolgt, ist aufgrund von Verdauungs- und Herzkomplikationen, welche das Torsionssyndrom oft begleiten, zumindest während der nächsten 48 Stunden fraglich, ob der Hund überlebt. 

Schwere Verbrennungen

Es handelt sich um großflächige bzw. tiefgreifende Verbrennungen, die oft bedrohlich sind, wenn 2/3 der Körperoberfläche betroffen sind. Sie können in drei Fällen auftreten:

  • Verbrennungen durch Eletroschock: kommen oft beim jungen Hund vor, der gerne alles kaut, darunter auch Elektrokabel. Man muss in jedem Fall sofort den Strom ausschalten, wenn der Hund im Stromkreis geblieben ist, bevor man den Hund behandelt und versucht, ihn zu reanimieren, wenn dies nötig ist. Wenn der Hund außer Lebensgefahr ist, muss die verbrannte Stelle mit kaltem Wasser abgewaschen werden (20 Minuten lang mit reichlich Wasser), bevor man den Tierarzt aufsucht.
  • Verätzungen: auch hier muss die verletzte Stelle mit Wasser gereinigt werden. Sollte das Tier die ätzende Substanz geschluckt haben, darf man nicht versuchen, das Tier zum Erbrechen zu bringen, noch weniger sollte man ihm irgendetwas einflößen. Man muss sofort einen Tierarzt aufsuchen.
  • Verbrennungen durch Feuer und große Hitzeentwicklung: schwere Verbrennungen (3. und 4. Grad) sind vorerst schmerzlos, in der Folge bildet sich rund um die verletzte Stelle eine Einfurchung und das Gewebe in der Mitte stirbt ab. Das Tier kann an Flüssigkeitsmangel sterben, der mit dem Substanzverlust oder einer Sekundärinfektion einhergeht. Es muss selbstverständlich sofort behandelt werden, auch hier kann man die verletzte Stelle mit reichlich Wasser abwaschen. 
Inhalt einer Hundeapotheke
  • Alkoholhaltige Desinfektionslösung 
  • Wasserstoffsuperoxyd-Lösung 
  • Desinfizierendes Gel auf Jodbasis 
  • Magengel 
  • Tonerde gegen Durchfälle 
  • Balsam auf Fettsäuren-Superoxyd-Basis 
  • Mittel gegen verschiedene Wurmarten 
  • Flohspray 
  • Mittel gegen Erbrechen 
  • Hustensaft 
  • Aspirin 375 mg 
  • Ohrenreinigungsmittel 
  • Gerbstoffhältiger Spray für die Knöchelpolster
  • Pinzette 
  • Abgerundete Schere 
  • Thermometer 
  • Watte 
  • Kompresse 
  • Verbandzeug 
  • Pflaster 
  • Bürste
Wie verabreicht man eine subkutane Injektion?

1.  Drücken Sie die Haut am Hals und zwischen den Schulterblättern des Hundes fest zusammen, um so eine Hautfalte zu bilden. Desinfizieren Sie die Stelle mit in Alkohol getränkter Watte. 

2. Stechen Sie mit der Nadel so ein, dass Sie die Haut am Grund dieser Hautfalte durchdringen. 

3. Injizieren Sie den Inhalt der Spritze quer zur Hautfalte.