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Koprophagie - asoziales Verhalten oder begründetes Symptom?

Wenn ein Hund Kot frisst, bezeichnet man dies als Koprophagie. Das Fressen des eigenen oder des Kotes von anderen Tieren ist ein nicht selten zu beobachtendes Symptom in unserer Hundepopulation. Der Besitzer eines solchen Hundes hat sich mit Sicherheit schon oft gefragt:

 

Warum frisst mein Hund Kot?

Koprophagie stellt ein viel diskutiertes Thema der Wissenschaftler und Tierärzte dar. Es gibt viele, aber bisher keine einheitlichen Erklärungsansätze. Deswegen versuchen wir die wichtigsten Fragen zu beantworten

 

Ist das Fressen von Kot ein natürliches Verhalten?

Grundsätzlich kann man Koprophagie als natürliches Verhalten bei Hündinnen beobachten, die geworfen haben. In den ersten Tagen nach der Geburt der Welpen fressen sie die Ausscheidungen der Jungtiere aus dem Lager und dessen Umgebung. Bei Welpen scheint dieses Verhalten dem Aufbau der eigenen Darmflora zu dienen. Außerdem empfindet unser Hund die eigenen Ausscheidungen sowie die anderer Tiere nicht als übelriechend, sondern eher als "attraktiv". Dies ist auf flüchtige Fettsäuren zurückzuführen, die bei den bakteriellen Verdauungsprozessen entstehen und mit dem Kot ausgeschieden werden. Man erkennt also, daß Koprophagie ein ganz ursprüngliches Verhalten ist.

 

Wann ist das Fressen von Kot bedenklich?

Es gibt Situationen, in denen das Fressen von Kot ein ernstzunehmendes Symtom darstellt:

1. Koprophagie tritt häufig in Zwingern mit schlechten Hygieneverhältnissen auf. Die Tiere fressen ihren eigenen Kot, vermutlich aus Frustration über die gegebenen Lebensumstände oder aus einem "Reinigungszwang" heraus.

2. Des weiteren beobachtet man Koprophagie bei Hunden, die oft alleine sind und solchen, die sich ihrer sozialen Stellung im Familienverbund nicht bewußt sind. Hunde lernen sehr schnell, daß das Fressen ihres eigenen Kotes in Gegenwart des Besitzers dessen Unmut weckt. Sie bekommen auf diese Weise, was ihnen sonst fehlt: Aufmerksamkeit.

3. Bei Hunden im Hochleistungssport, wie Schlittenhunden oder Rennhunden, beobachtet man Koprophagie häufig nach extremen Belastungen. Offenbar bedingt ein absoluter Energiemangel dieses Verhalten.

4. Neben diesen Aspekten gibt es auch einige Erkrankungen die zum "Kotfressen" führen können. Hierzu zählt die Pankreasinsuffizienz (=Bauchspeicheldrüsen-Unterfunktion). Sie kommt häufig beim Deutschen Schäferhund vor und bedingt eine ungenügende Produktion von Verdauungsenzymen, wie Trypsin und Chymotrypsin für die Proteinspaltung, Lipasen für den Fettabbau und Amylase für die Kohlenhydratspaltung. Die Hunde sind heißhungrig und magern trotzdem stetig ab. Sie sind nicht in der Lage die Nährstoffe der Nahrung zu nutzen. Der Kot ist voluminös, breiig, graugelb und enthält unverdaute Nahrungspartikel.

5. Ein starker Wurmbefall kann die Verdauungsvorgänge eines Hundes erheblich stören und dadurch auslösender Faktor für Koprophagie sein.

6. Außerdem können Fehler in der Ernährung zu Koprophagie führen. Fragen Sie dazu am besten Ihren Tierarzt.

 

 

Wie kann ich das Fressen von Kot vermeiden?

Acht Tipps zum Vermeiden vom Fressen des Kots.

1. Reinigen Sie die Hundezwinger mehrmals täglich.

2. Hunde, die zu Koprophagie neigen, sind von anderen Hunden des Zwingers zu trennen. So vermeidet man die Gefahr, daß sich die anderen Tiere diese Verhalten aneignen.

3. Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Hund. Bauen Sie ein Vertrauensverhältnis auf und sorgen Sie entsprechend seines Alters und seiner Rasse für eine ausreichende Bewegung.

4. Hunde mit einer Pankreasinsuffizienz gehören zum Tierarzt. Die fehlenden Verdauungsenzyme müssen den Tieren mit dem Futter zugeführt und eine spezielle hochverdauliche Nahrung verordnet werden.

5. Denken Sie bitte auch an regelmäßige Entwurmungen.

6. Überprüfen Sie die Fütterung Ihres Hundes. Wählen Sie ein vollwertiges und hochverdauliches Futter. Außerdem muß das Futter den Bedürfnissen der einzelnen Lebensabschnitte und dem Grad der Aktivität angepaßt sein. Nur so können Sie vor Mangelsituationen sicher sein.

7. Vermeiden Sie eine Überfütterung Ihres Hundes. Diese kann zu einem übermässigen Bakterienwachstum im Dickdarm führen und dadurch die Verdauungsvorgänge stören. Es werden dann unverdaute Nahrungsbestandteile ausgeschieden, die den Kot des Hundes "ganz besonders gut riechen lassen".

8. Koprophagie ist einem Hund nur sehr schwer wieder abzugewöhnen. Als hilfreich hat sich das Bestreuen des Kotes mit scharfen Gewürzen (z. B. Cayennepfeffer) erwiesen. Frißt der Hund den so "präparierten" Kot, so verspürt er ein Brennen in der Maulhöhle und wird bald dieses Verhalten meiden. Allerdings ist ein Erfolg erst nach längerer Zeit zu erwarten.

Weiterführende Links

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