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Risikofaktoren

Harnsteine bilden sich immer dann, wenn die Mineralstoffe, die den Stein bilden, in einer zu hohen Konzentration in der Harnblase vorhanden sind. Diese „Übersättigung“ kann verschiedene Ursachen haben. Das Risiko, an Harnsteinen zu erkranken, hängt von Einflussfaktoren wie Rasse, Größe und Geschlecht ab.

 

Risikofaktoren für Harnwegserkrankungen und die Entstehung von Harnsteinen

Die Entstehung von Harnsteinen ist ein multifaktorielles Geschehen, d.h. es lässt sich selten eine einzelne Ursache identifizieren, aber es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die die Harnsteinbildung begünstigen können. So werden Häufigkeit und die Zusammensetzung der Harnsteine z. B. durch Rasse, Geschlecht, Alter, Ernährung, anatomische Anomalien, Harnwegsinfektionen oder den Harn-pH-Wert beeinflusst.

 

Rasse

Bei der Untersuchung von Harnsteinerkrankungen fällt auf,  dass bestimmte Harnsteintypen bei einigen Hunderassen gehäuft vorkommen. Dies spricht für eine erbliche Komponente bzw. für eine ererbte Veranlagung (Prädisposition), die in der Regel jedoch alleine nicht ausreicht,  sondern erst durch das Zusammenspiel mehrerer beeinflussender Faktoren zur klinischen Erkrankung führt.

Eine genetische Veranlagung gibt es zum Beispiel für Kalziumoxalatsteine bei Zwergschnauzern und Yorkshire Terriern, für Uratsteine bei Dalmatinern sowie für Cystinsteine  bei Neufundländern und Dackeln.

Harnsteinart Rassen, die dazu neigen
Struvit Zwergschnauzer, Shih Tzu, Bichon Frisée, Zwergpudel, Cocker Spaniel, Lhasa Apso (ESCOLAR et al. 1990; OSBORNE et al. 1999c)
Kalziumoxalat Zwergschnauzer, Lhasa Apso, Pudel, Yorkshire Terrier, Bichon Frisée, Shih Tzu (LULICH et el. 1999a; STEVENSON et al. 2000c; LEKCHAROENSUK et al. 2000)
Cystin Engl. Bulldogge, Mischling, Dackel, Irish Terrier, Neufundländer, Basset, Mstiff (HESSE u. STEFFES 1997; OSBORNE et al. 1999d; GIGER et al. 1999)
Urat Dalamatiner, Engl. Bulldogge, Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier (BARTGES et el. 1999b; OSBORNE et al. 2000)
   

Größe

Untersuchungen haben gezeigt, dass neben der Rassenzugehörigkeit auch die Größe eine Rolle spielt. Kleine Hunderassen < 15 kg entwickeln weit häufiger eine Harnsteinerkrankung  als  große. Als Ursache wird vermutet, dass der Harn kleinerer Hunde eine höhere Mineralstoffkonzentration aufweist, da sie im Vergleich zu größeren weniger und seltener Harn absetzten.

Geschlecht

Von  Harnsteinen  sind  überwiegend  männliche  Tiere  betroffen.  Männliche  Tiere haben  eine enge und lange Harnröhre. In ihrem Verlauf gibt es viele natürliche „Engpässe“, wie die Biegung um den Beckenrand oder der Penisknochen. Bei Rüden machen Harnsteine daher häufiger klinische Probleme als bei weiblichen Individuen.

Übergewicht

Es wird vermutet, dass Übergewicht das Risiko für Harnsteine bei Hunden erhöht. Dies ist zum einen durch die bewegungsarme Lebensweise zu erklären (Harn wird in der Blase seltener „aufgeschüttelt“, im stehenden Urin bilden sich schneller Kristalle. Zum anderen könnte auch  die bei einer allgemeinen Überfütterung vorliegende hohe Zufuhr von Mineralstoffen eine Rolle spielen.

Das sollten Sie über Aufbau und Funktion des Harnapparates wissen

Über die Harnröhre besteht eine Verbindung des Harnapparates nach außen. Auf diesem Weg wird aber nicht nur der Harn ausgeschieden, sondern es können auch in umgekehrter Richtung  Bakterien aus der Umwelt ins Tier gelangen und eine sogenannte „aufsteigende“ Infektion verursachen. Harnwegsinfektionen können ebenfalls eine Ursache für Harnsteine sein. Besonders Struvitsteine treten häufig im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen auf.

Die Harnblase dient dazu, den Urin bis zur nächsten Entleerung zu speichern. Je länger der Harn in der Blase verbleibt, desto größer das Risiko einer Harnsteinbildung. Alle Maßnahmen, die den Urinabsatz fördern, wie ausreichendes Trinken und häufiges Gassi-Gehen helfen, einer Harnsteinerkrankung bei Ihrem Tier vorzubeugen.