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Erkrankungen des Verdauungstraktes beim Hund

Wenn der Hund zu Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes - zum Beispiel Erbrechen, Durchfall, Blähungen oder Verstopfungen - neigt, ist das eine große Belastung für Tier und den Halter. Die Symptome sind mannigfaltig und können durch eine breite Palette von Gründen ausgelöst werden. In diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Ihren Hund in so einem Fall bestmöglich diätetisch unterstützen können.

Wie füttere ich richtig?

Jeder Hund ist einzigartig. Alter, Rasse und Größe spielen genauso eine Rolle wie Lebensumstände, Gesundheitszustand oder besondere Bedürfnisse.

Mit einer qualitativ guten Vollnahrung können Sie sicher sein, alle Bedürfnisse Ihres Tieres abzudecken. Vorsicht - nicht alle im Handel erhältlichen Marken sind als Vollnahrungen deklariert! Des Weiteren sollten Sie Ihren Hund nicht mit Katzennahrung ernähren oder umgekehrt und auch eine Fütterung vom Tisch des Besitzers ist nicht art- und bedarfsgerecht.

Sie tun Ihrem Tier mit ständigen Futterwechseln nichts Gutes. Der Geschmackssinn von Hunden ist deutlich schwächer ausgeprägt als der des Menschen und ihr Verdauungstrakt kann auf Umstellungen sensibel reagieren. Am schonendsten hat sich gleichbleibende Qualität zu regelmäßigen Fütterungszeiten erwiesen, öfter kleinere Portionen sind besser verträglich als Riesenportionen.

ROYAL CANIN geht mit seiner sehr breiten Produktpalette auf spezielle Bedürfnisse ein - so sind Futtermittel für kleine Rassen anders zusammengestellt als die für große Rassen; spezielle Krokettenformen erleichtern oder verlangsamen die Futteraufnahme; spezielle Nährstoffe wirken entzündungshemmend; hochverdauliche Proteine schonen Magen und Darm empfindlicher Tiere oder spezielle Nährstoffkombinationen sorgen für einen langsameren Anstieg des Blutzuckers, um nur einige Beispiele zu nennen.

„Reisestationen“ der Nahrung

Die Verdauung beginnt beim Zerkleinern in der Mundhöhle – dann wird die Nahrung durch die Speiseröhre in den Magen transportiert, wo die Vorverdauung einsetzt. Der Nahrungsbrei wird von der glatten Muskulatur durch den Darm „geschoben“, die unverdaulichen Reste werden als Kot ausgeschieden.

 

1.)    Die Maulhöhle: Die Nahrungsaufnahme wird von der Zahngesundheit oder Allgemeinerkrankungen wie Niereninsuffizienz beeinflusst.

2.)    Der Magen: Hier beginnt die Magensäure einzuwirken. Bei einer Entzündung ist dem Tier übel und es kommt meist zu Erbrechen oder starkem Speichelfluss. Oft verweigern die Tiere die Nahrungsaufnahme, die Nahrung sollte hier schmackhaft leicht verdaulich und fettarm sein. (GI Low Fat)

3.)    Dünndarm, Leber und Bauchspeicheldrüse: Hier ist der Sitz der wichtigsten Verdauungsvorgänge. Probleme führen z. B. zu Hepatitis, Gallenblasenproblemen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen, es kommt zu Bauchweh und Erbrechen und auch der Kot kann sich auffällig verändern. Oft magern die Tiere stark ab. Die Nahrung muss leicht verdaulich sein und sicherstellen, dass das Tier alle Nährstoffe bekommt. (GI)

4.)    Der Dickdarm: Auch hier werden noch verschiedene Nährstoffe aufgenommen. Dickdarmdurchfälle können z. B. durch Stress entstehen. Nach längeren Antibiotikatherapien kann es vorkommen, dass die Darmflora im Ungleichgewicht ist. Speziell abgestimmte Nahrung kann Wasser im Dickdarm binden oder helfen, „gute“ Darmbakterien zu erhalten. Unverdauliche Nahrungsbestandteile im Dickdarm können hier zu Fehlgärungen und Blähungen führen. (Fibre Response)

5.)    Im gesamten Magen-Darm-Trakt sind auch Zellen des Immunsystems verteilt, um Krankheitserreger abzuwehren, sowie Bakterien, die für Darmgesundheit und Verdauung wichtig sind. Bedarfsgerechte Ernährung unterstützt das Immunsystem und die Darmflora.

Wann muss ich mein Tier behandeln lassen? Als Faustregel gilt:

Bei kleinen Welpen muss Erbrechen und Durchfall als Notfall betrachtet und schnellstmöglich eine Therapie eingeleitet werden!

Auch bei erwachsenen Tieren gilt: „Better be safe than sorry“. Bestimmte akute Erkrankungen, wie z. B. ein aufgenommener Fremdkörper, können gravierende Folgeerscheinungen nach sich ziehen und so sollten Sie bei Verdacht auf jeden Fall Ihren Tierarzt kontaktieren.

Bei großen Hunden stellt die Magendrehung einen lebensbedrohlichen Notfall dar. Wenn Ihr Hund plötzlich einen trommelartig aufgeblähten Bauch hat und erfolglos versucht zu erbrechen, sollten Sie schnellstens eine Tierklinik mit sofortiger OP-Möglichkeit aufsuchen.

Man unterscheidet akute Erkrankungen, z. B. heftiges Erbrechen, das plötzlich auftaucht, von einer chronischen Symptomatik, z. B. mit Gewichtsverlust, die sich über Wochen und Monate erstreckt.

Der Besuch beim Tierarzt

Anamnese

Wenn Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt kommen, wird zunächst einmal die Krankengeschichte (Anamnese) erhoben. Ihr Tierarzt wird Sie befragen, welche Symptome aufgetreten sind – seit wann, wie oft und wie heftig –, ob es schon einmal ähnliche Symptome gab oder ob mehrere Tiere betroffen sind.

Kann eine Vergiftung (z. B. durch Medikamente, Frostschutzmittel oder durch für Haustiere giftige Lebensmittel wie Weintrauben oder Schokolade) ausgeschlossen werden? Ist das Tier geimpft und entwurmt? Welche anderen Krankheiten hatte es schon?

In diesem Vorgespräch ist es für Ihren Tierarzt wichtig, Zusammenhänge zu entdecken (z. B. Symptome, die immer nach einem Futterwechsel auftreten) und eine Vorstellung davon zu entwickeln, wodurch die Symptome ausgelöst worden sein könnten (z. B. Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze o. Ä.).

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dem Tierarzt genau zu schildern, was Sie beobachtet haben. Machen Sie sich vorher zuhause schon Notizen, damit Sie dann nichts Wesentliches vergessen!

Bei Durchfällen ist es oft hilfreich, eine frische Kotprobe mitzubringen, da diese evtl. gleich weiter ins Labor geschickt werden kann. Bei Verdacht auf Vergiftungen nehmen Sie bitte unbedingt die Packung oder Produktbeschreibung der aufgenommenen Substanz mit!

Untersuchung und Diagnose:

Nach dem Vorgespräch wird der „Patient“ beurteilt.

  • Der Ernährungszustand wird bewertet (ähnlich wie beim Body Mass Index des Menschen – BMI – gibt es für Hunde das sogenannte Body Condition Scoring – BCS).
  • Der Zustand des Felles wird überprüft (hier erhält der Tierarzt einen ersten Eindruck, ob das Tier alle Nährstoffe bekommt, die es braucht, ob es sich putzt usw.).
  • Das allgemeine Verhalten wird beurteilt: Ist der Patient lebhaft oder ruhig
  • Hat das Tier Schmerzen? Wie ist der Kreislauf? Hat das Tier Fieber?
  • Sind noch andere Symptome zu finden?

 

Daran schließen sich weiterführende Untersuchungen an:

  • Röntgen (Nativröntgen oder Kontrastmittelpassage, um z. B. die Durchgängigkeit des Darmes darzustellen),
  • Ultraschall (z. B. um Darmbewegungen, Schleimhautentzündungen etc. beurteilen zu können),
  • Blutlabor (z. B. um den Status von Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse oder Schilddrüse zu erheben),
  • Biopsien (Entnahme von Gewebeproben),
  • Endoskopie (Einführen einer Kamera)
  • und andere Untersuchungen.

Manche Erkrankungen wie echte Futtermittel-Allergien lassen sich allerdings erst über einen Zeitraum von mehreren Wochen eindeutig diagnostizieren (Ausschlussdiät und Provokationsprobe).

Therapie

Die Behandlung sollte einerseits die Ursache bekämpfen (z. B. mit Antibiotika bei einer sicher nachgewiesenen Infektion), andererseits die Symptome mildern (Flüssigkeitszufuhr, Fieber senken, Schmerzen lindern). 

"Schonkost"

Eines der wichtigsten Instrumente in der Therapie stellt die Wahl der geeigneten Diät dar!

Bei akuten Problemen hilft oft allein eine Futterumstellung für ein paar Tage, um die Symptome zu verbessern.

Bei längerfristigen Verdauungsstörungen sollten Sie unbedingt auf eine fertige Vollnahrung zurückgreifen. Die klassische „Hühnchen-mit-Reis-Diät“ mag zwar manchmal kurzfristig auch gut wirken, deckt jedoch nicht alle Nährstoffbedürfnisse ab und ist z. B. bei Allergien meist auch wirkungslos.

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