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Erkrankungen des Verdauungstraktes beim Hund

Der Verdauungstrakt umfasst alle Gewebe und Organe, die für die Verwertung der Nahrungsbestandteile im Organismus verantwortlich sind. Jedes dieser Elemente kann von Störungen oder Verletzungen betroffen sein, deren Auswirkungen örtlich begrenzt oder generell sein können.

Die Mundhöhle des Hundes

Bei seiner Geburt besitzt der Welpe 32 Zähne, die im Alter von 4 Monaten einem bleibenden Gebiss von schließlich 42 Zähnen weichen. Die Zähne des erwachsenen Hundes nützen sich je nach Ernährungsgewohnheiten und Spiel mehr oder weniger rasch ab. Daher sollte man dem Hund keine Steine oder Spielzeug aus hartem Material geben. In der Wachstumsphase können die Zähne von verschiedenen Anomalien betroffen sein. Vor allem bei kleinwüchsigen Rassen kann es vorkommen, dass die Milchzähne nicht ausfallen. Diese überschüssigen Zähne müssen gezogen werden, wenn der Hund bei der Nahrungsaufnahme Schmerzen zeigt. Andererseits können auch einige Zähne fehlen, was nicht durchweg Probleme bei der Nahrungsaufnahme hervorrufen muss. Beobachtet werden auch Unregelmäßigkeiten des Zahnstandes, die unter anderem beim Schließen des Gebisses störend sind. Bei manchen Hunden treten auch konstitutionsbedingte Anomalien auf wie zum Beispiel schlechter Zahnschmelz.

Die Speiseröhre des Hundes

Dieses Weichgewebe kann von drei unterschiedlichen Störungen betroffen sein. Zunächst kann sich die Speiseröhre erweitern. Betrifft diese Erweiterung die gesamte Speiseröhre, spricht man von einem Megaösophagus, ist sie auf eine Ausbuchtung (Oesophagusdivertikel) begrenzt, handelt es sich um einen Speiseröhrenkropf. Der Megaösophagus ist angeboren oder erworben. Seine genaue Ursache ist noch wenig bekannt.

Der Speiseröhrenkropf lässt auf das Vorhandensein eines Hindernisses entlang des Speiseröhrenweges schließen. Je nach Alter des Tieres geht man entweder von einer angeborenen Fehlbildung, von einem Fremdkörper oder von einem Tumor aus. Deutliche Symptome sind Schluckbeschwerden sowie Überlauferbrechen der Nahrung. Nach und nach verliert der Hund an Gewicht und Energie. Die Diagnose dieser Erkrankung erfordert eine röntgenologische Untersuchung, die unter anderem auch die genauere Prognose ermöglicht.

Der zweite Krankheitstyp im Bereich der Speiseröhre sind Entzündungen. Man unterscheidet zwei Hauptursachen der Ösophagitis: die Aufnahme von Ätzmittel oder den Rückfluss von Magensäften. Ebenso können abgeschluckte Fremdkörper verantwortlich sein. Der Hund zeigt vermehrten Speichelfluss sowie Schwierigkeiten beim Schlucken und verweigert die Nahrungsaufnahme. Entzündungen der Speiseröhre sind Sekundärerkrankungen. Daher ist es wichtig, durch geeignete Untersuchungen die Ursachen festzustellen. Schließlich kommt es vor, dass die Speiseröhre von einem Fremdkörper durchstoßen wird, meist Hühner- oder Hasenknochen. Je nach Lage der Fremdkörper sind die Folgen vielfältig und reichen von einfachen Wunden bis zur Perforierung eines Lungenflügels. Im allgemeinen reagiert der Hund mit Unbehagen und Schmerz-empfinden. Er versucht fortwährend, sich zu übergeben und zu husten.

Hunde leiden auch häufig unter Abszessen oder Fisteln. Wie beim Menschen kann es, wenn auch in Ausnahmefällen, zu Karies kommen. In jedem Fall entscheidet aber der Tierarzt, ob ein Zahn entfernt werden muss oder eine Behandlung möglich ist. Am häufigsten ist beim Hund jedoch der Zahnstein. In diesem Fall entwickelt sich ein charakteristischer unangenehmer Mundgeruch, den man als Halitose bezeichnet. Darüber hinaus ruft der Zahnstein schwerwiegende Schäden an Zähnen und Zahnfleisch hervor, wobei die Zahnwurzeln bloßgelegt werden können. In der Folge entstehen Pyorrhoe (Eiterfluss) sowie Parodontitis. Das Tier leidet enorm und kann sich nicht mehr ernähren. In diesem Stadium bringt nur mehr die Entfernung einiger oder sogar aller Zähne Erleichterung. Deshalb ist es wichtig, den Zustand der Zähne zu überwachen und wenn nötig den Zahnstein regelmäßig entfernen zu lassen. Bei Untersuchung der Mundhöhle lassen sich mitunter auch Entzündungen und kleine Geschwüre feststellen. Diese entzündlichen Prozesse sind entweder direkt auf eine lokale Erkrankung zurückzuführen oder die Folge einer generellen Beeinträchtigung. Im Allgemeinen sind sie gutartig und verursachen lediglich verstärkten Speichelfluss sowie Behinderungen in der Nahrungsaufnahme. Zu den häufigsten Läsionen gehört die Froschgeschwulst. Diese eigentümliche Bezeichnung weist auf die Bildung einer Speicheltasche zwischen Oberkiefer und Lefze hin. Sie entsteht infolge einer Verstopfung der Speicheldrüsengänge. Je nach Art der Verstopfung und Ausmaß der Flüssigkeitsstauung entscheidet der Tierarzt über eine etwaige chirurgische Entfernung der Speicheldrüsen. Bisweilen entdeckt man diese Läsionen im Bereich des Halses, was auf eine deutliche Behinderung des Speichelflusses schließen lässt.

Viele Hunde haben die Gewohnheit, mit verschiedensten Gegenständen zu spielen. Besondere Vorsicht ist bei Holzstücken geboten, da diese den Gaumen durchbohren können. Man spricht dann von traumatischen Gaumenspalten. Manchmal können Gaumenspalten auch angeboren sein. Diese schaffen eine Verbindung zwischen Nasen- und Mundhöhle und verursachen so zunächst Rückflüsse und in der Folge Atembeschwerden. Außerdem können einige Hunderassen mit sehr kurzem Fang, wie Boxer oder Pekinesen, unter einer Anomalie der Länge des Gaumensegels leiden. Abgesehen von dadurch verursachtem Schnarchen führt diese Anomalie zu Atembehinderung, die vor allem bei Anstrengung deutlich wird.

Schließlich ist die Mundhöhle häufig bei Verkehrsunfällen oder Stürzen von Verletzungen betroffen. Durch Aufprall kann es zu Unterkieferfrakturen kommen, unerträgliche Schmerzen sind die Folge. Im Allgemeinen lassen sich diese Brüche zufriedenstellend behandeln.

Kriterien zur Einschätzung der körperlichen Verfassung des Hundes

Idealgewicht: Rippen, Wirbel und Beckenknochen sichtbar aber leicht tastbar, dünne Fettschicht tastbar.

Übergewicht (bis zu 10-20% darüber): Rippen, Wirbel und Beckenknochen kaum tastbar, dicke Fettschicht am Brustkorb und am Rutenansatz.

Mager (Defizit 10-20%) : Rippen, Wirbel und Beckenknochen sichtbar, kein fühlbares Fett auf den Rippen

Der Magen des Hundes:

Spezifisches Symptom einer Magenerkrankung ist Erbrechen zwischen einigen Minuten und einer Stunde nach der Mahlzeit. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Läsionen der Magenschleimhaut, Funktionsstörungen und Magentumoren.

Zur ersten Gruppe gehören akute und chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) sowie Geschwüre. Akute Entzündungen der Magenschleimhaut haben vielfältige Ursachen. Zu nennen sind: falsche Ernährung, Giftstoffe, Fremdkörper, parasitäre oder infektiöse Erkrankungen oder auch hormonelle Störungen. Chronische Gastritis mit anhaltendem Erbrechen, das mit herkömmlichen Behandlungsmethoden nicht kontrolliert werden kann, ist meist Teil eines komplexen Krankheitsbildes. Oft sind Entzündungen, Allergien oder auch Stoffwechselstörungen die Ursache. Der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert sich mehr oder weniger rasch. Magengeschwüre äußern sich in Erbrechen, vermischt mit Blut, Bauchschmerzen und einem schlechten Allgemeinzustand. Bisweilen treten sie als Folge einer akuten Gastritis auf. In den meisten Fällen werden sie durch Medikamente wie etwa Aspirin, Giftstoffe, seltener auch durch Infektionen oder Parasitenbefall hervor-gerufen. Psychische Störungen als Ursache für Magengeschwüre sind beim Hund nicht bekannt.

Funktionsstörungen des Magens führen entweder dazu, dass der Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurück-fließt oder zurückgehalten wird, sodass der Hund die mangelhaft verdaute Nahrung mehrere Stunden nach der ahlzeit erbricht. Dadurch verliert er rasch an Gewicht. Ursachen sind eine Pylorusfalte (Verengung des Magenausgangs) oder eine nervöse Störung der Magenmotorik. Unter Umständen ist dann ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Schließlich darf bei der Erörterung der Magenerkrankungen das Syndrom der Magendrehung bzw. Magenerweiterung nicht fehlen. Diese spezielle Krankheit kommt bei großen Hunden vor. Charakteristisch ist eine Ausdehnung des Magens, der Hund erbricht mehr oder weniger heftig jedoch unergiebig, sein Allgemeinzustand verschlechtert sich rapide. Er verfällt in einen Schock-zustand und schwebt in Lebensgefahr, wenn er nicht unverzüglich chirurgisch behandelt wird. Um das Auftreten dieser tödlich verlaufenden Krankheit zu verhindern, müssen einige Grundregeln eingehalten werden: Man sollte den Hund nach den Mahlzeiten nicht zum Spielen anregen und ihm leicht verdauliche Nahrung geben, vorzugsweise verteilt auf zwei Mahlzeiten täglich.

Praktische Maßnahmen zur Vermeidung des Syndroms der Magenerweiterung und -Drehung:

Die Tagesration auf 2 Mahlzeiten pro Tag aufteilen.

Leicht verdauliche Nahrung auswählen.

Ruhephase nach der Mahlzeit einhalten.

Den Hund allein und in Ruhe füttern.

Der Verdauungstrakt der Hundes

Die häufigste Darmerkrankung des Hundes ist die Darmentzündung (Enteritis). Diese mehr oder weniger schwere Entzündung der Darmschleimhaut hat unterschiedliche Ursachen: infektiöse Erreger, falsche Ernährung, Parasiten, Fremdkörper etc. Je nach Verlauf spricht man von chronischer oder akuter Darmentzündung. Die Symptome sind unterschiedlich und reichen von Verstopfung bis zu Durchfall, hohem Fieber oder Abgeschlagenheit. Unter Umständen besteht ein Zusammenhang mit einer Magenerkrankung, man spricht dann von Magen-Darmentzündung (Gastroenteritis). Durch Stoffwechselstörungen kann es bei sehr schwachen Tieren auch zu schwerer Dehydratation kommen, mitunter auch mit tödlichen Folgen. Darmverschluss und extreme Verstopfung gehören zu den häufigsten Indikationen für einen chirurgischen Eingriff. Im allgemeinen sind sie Folge der Aufnahme von Fremdkörpern wie etwa Bindfäden oder Plastikspielzeug.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Parasitenbefall des Darms. Der Hund kann von Rundwürmern (Spulwurm, Peitschenwurm, Hakenwurm) und/oder Bandwürmern (Taenia dipylidium, Echinococcus) befallen werden. Die Aufnahme erfolgt durch Wühlen in der Erde oder über Zwischenwirte wie z.b. Flöhe. Diese Parasiten verursachen Gewichtsverlust, Erbrechen und Durchfall. Der Hund zeigt sein Unbehagen, indem er auf seinem Hinterteil "Schlitten fährt". Tiere in jedem Alter können betroffen sein, Welpen sind anfälliger. Auch eine Übertragung auf den Menschen ist möglich. Daher sollte jährlich mit dem Tierarzt ein Plan zur Entwurmung erstellt werden. Im Dickdarm oder Kolon entsteht eine chronische Entzündung, die sogenannte chronische Kolitis. Diese kann wiederum verschiedenste Ursachen haben: falsche Ernährung, Allergien, Parasiten, Stoffwechselstörungen, Entzündungen oder auch unbekannte Faktoren. Die Kolitis äußert sich in schleimigem Kot, Schmerzen beim Absetzen, manchmal in mehr oder weniger starkem Durchfall.

Die Bauchspeicheldrüse des Hundes

Abgesehen von Entzündungen und Tumoren kann die Bauchspeicheldrüse von Funktionsstörungen betroffen sein, was zu einer Pankreasinsuffizienz führen kann. Zu beobachten ist dies bei jungen Tieren in Form von starkem Gewichtsverlust bei gleichzeitiger Unersättlichkeit. Durchfall und Verstopfung wechseln ab. Tatsächlich ist die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage, jene Enzyme bereitzustellen, die für eine funktionierende Verdauung nötig sind. Der Hund verarbeitet daher die Nahrung, die er aufnimmt, nur unvollständig. Durch Gabe ergänzender Enzyme sowie einer abgestimmten und leicht verdaulichen Ernährung können die Auswirkungen dieser Erkrankung eingedämmt werden. Die Bauchspeicheldrüse ist auch der Ort der Synthese von Insulin, und wie beim Menschen kann eine Fehlfunktion dieser Synthese zu Diabetes führen. Die Behandlung erfolgt durch Insulininjektionen zu täglich festen Zeiten.

Die Leber des Hundes

Die Hepatitis ist eine Folge von Infektionskrankheiten, wie etwa die Rubarthsche Krankheit bei Welpen, oder auch von Vergiftungen. Die Leber ist gestaut und ihr Volumen vergrößert. Hepatitis kann zu irreversiblen zirrhotischen Zuständen führen, die tödlich enden. Symptomatisch ist Durchfall mit hellem Kot abwechselnd mit Verstopfung. Der Bauch schmerzt und der Hund ist apathisch.

Die akute Leberinsuffizienz äußert sich in Nerven- und Verdauungsstörungen. Die Ursachen sind vielfältig: Infektionen, Giftstoffe, Medikamente, Stoffwechselstörungen, Traumata. Angesichts der manchmal tödlichen Auswirkungen auf den Organismus ist eine Notbehandlung erforderlich. Die chronische Leberinsuffizienz verläuft langsamer, ist jedoch ebenso gefährlich. Sie führt zu Gewichtsverlust, schlechtem Allgemeinbefinden und ist begleitet von Verdauungsstörungen. Um die Ursache festzustellen sind ergänzende Untersuchungen durch den Tierarzt notwendig.

Hernien

Angeborene Nabelbrüche sind bei Welpen besonders häufig. Sie entstehen, wenn sich der Nabelring nach der Geburt nicht schließt. Zu beobachten ist die Bildung einer kleinen Ausbuchtung, die sich zurückbildet, wenn man darauf drückt. Auch wenn für das Tier keine wirkliche Gefahr besteht, werden Nabelbrüche üblicherweise chirurgisch behoben. Zwerchfellbrüche entstehen durch eine Verletzung des Zwerchfells, bei der die Baucheingeweide teilweise in die Brusthöhle eindringen können. Dies führt zu Atem- und Verdauungsbeschwerden. Ein chirurgischer Eingriff ist nötig.

Dammfisteln

Diese Erkrankung findet man bei manchen Hunderas-sen, wie etwa beim Deutschen Schäferhund. Sie zeigt sich in der Bildung zahlreicher Fisteln am After, die zusammen eine Ringform bilden, die geschwürartig sein kann, daraus fließt übelriechender Eiter ab. Die Folge sind ständiges Ablecken und Schwierigkeiten beim Absetzen von Kot. Die Läsionen bilden sich nicht zurück, sie müssen chirurgisch entfernt werden. Neben den bisher angeführten Krankheiten ist der Verdauungskanal häufig von gutartigen oder auch bösartigen Tumoren betroffen. Bei zunehmendem Alter des Hundes müssen daher bereits geringste Anzeichen von Verdauungsstörungen ernst genommen werden.