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Erkrankungen bei Neugeborenen

Risikofaktoren beim Muttertier

 

Alter der Mutter

Sterblichkeitsrate und Zahl der Krankheiten bei der Geburt steigen mit zunehmender Anzahl der Würfe. Dieses Phänomen steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit den Auswirkungen von Anoxien (Sauersto-ffmangel mit nachfolgender mangelnder Durchblutung des Gehirns) als Konsequenz anfänglicher Wehenschwächen, die bei älteren Muttertieren recht häufig vorkommen.

Inzucht

Der Anstieg von Fehlbildungen (Gaumenspalte, Megaösophagus, angeborene Herzfehler) innerhalb eines Bestandes lässt auf ein Übermaß von Inzucht unter den Vorfahren schließen. Da tatsächlich die meisten dieser Mängel genetisch rezessiv sind, ist für ihr Auftreten das gleichzeitige Vorhandensein zweier Trägergene, eines bei der Mutter und eines beim Vater, notwendig. Eine zu lange betriebene Inzucht (meist über vier Generationen hinweg) erhöht somit das Risiko, dass rezessive Mängel auftauchen. Zugleich ist ein allgemeiner Rück-gang der Fruchtbarkeit festzustellen.

Ernährung der Mutter

Die Ernährung der Mutter während der Trächtigkeit ist im Abschnitt über Ernährung behandelt. Hier soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass eine Überfüt-terung in dieser Periode die Fettablagerung im Geburtskanal begünstigt, wodurch sich das Risiko einer Dystokie (erschwerte Niederkunft) erhöht. Tritt am Ende der Trächtigkeit Verstopfung auf, erhöht sic dieses Risiko. Da der Mastdarm bei der Hündin anatomisch über der Vagina liegt, verkleinert sich so durch Verdichtung der für die Passage der Welpen vorhandene Kanal. Deshalb wird auch empfohlen, am Tag vor der Niederkunft sicherzustellen, dass der Mastdarm geleert ist. Bei Verstopfung kann man der Hündin oral oder rektal ein Abführmittel verabreichen.

Dystokie

Die Dystokie oder gestörter Geburtsverlauf ist ein Faktor, der verständlicherweise die Welpensterblichkeit erhöht, und man sollte Hündinnen, die eine Dystokie durchlitten haben, weitere Trächtigkeiten ersparen, es sei denn, die Dystokie war offensichtlich auf eine eindeutige Ursache zurückzuführen (vorübergehende Fettleibigkeit, mangelnde Entwicklung des Geburtskanals etc.).

Während der Trächtigkeit verabreichte Medikamente

Die sensibelste Phase für eine teratogene (also Missbildungen fördernde) Wirkung von Medikamenten ist naturgemäß die Phase der Embryonalentwicklung, in der die Differenzierung des Gewebes stattfindet (17. bis 21. Tag). Allerdings kann der Fötus auch später einem Mis-sbildungsrisiko ausgesetzt sein und zwar bei Organen, in denen die Differenzierung später erfolgt, wie etwa dem Gaumen, dem Kleinhirn oder auch dem Harntrakt.

Die teratogenen Wirkstoffe, die Höhe ihrer Dosis und der Zeitpunkt, zu dem sie für die meisten Rassen am gefährlichsten sind, sind heutzutage allen Tierärzten bekannt. Die einfachste Vorsichtsmaßnahme besteht darin,während der Trächtigkeit möglichst jede medikamentöse, anästhesistische, hormonelle und antiparasitäre Behandlung der Hündin aufzuschieben, sei es äußerlich oder auch zur Impfung, es sei denn der Zustand des Tieres macht eine solche unaufschiebbar und der Tierarzt hat ihre Unschädlichkeit bestätigt.

Probleme bei der Laktation

Wenn auch die Trächtigkeit und die Geburt bei kleineren Rassen die schwierigste Hürde darstellen, birgt dagegen bei größeren Hunden die Milchsekretion ein Risiko, das Muttertier zu schwächen und somit ein zügiges Wachstum des Wurfs zu behindern. Bei Hunden sind Entzündungen der Gesäuge (Mastitis) häufig auf eine Verletzung durch die Krallen der Welpen oder auf eine aszendierende Infektion zurück-zuführen, übertragen durch Lecken, die Einstreu oder auch infolge einer Hautinfektion (Pyodermie). Abgesehen von Krankheitserregern in der Milch, die für das "Giftmilch-Syndrom" verantwortlich sind, (meist Kolibakterien, hämolytische Streptokokken oder Staphylokokken), gehen diese Gesäugeentzündungen häufig mit einer Verdünnung der Milch einher, wodurch sich der Nährstoffgehalt reduziert, zumal diese Krankheit meist auf dem Höhepunkt der Säugeperiode auftritt.

Die im Grunde einfache Vorbeugung besteht darin, die verursachenden Keime festzustellen, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Meistens sind die hygienischen Vorkehrungen während der Mutterschaft unschwer zu handhaben, nicht so bei einer Staphylokokkendermatitis der Mutter: eine antibiotische Langzeittherapie ist oft erforderlich.

Durch genaues Beobachten und Abtasten der Gesäuge können manchmal Fehlbildungen entdeckt werden, die aszendierende Infektionen begünstigen. Diese anatomischen Veranlagungen lassen es mitunter sinnvoll erscheinen, die Mutter aus der Zucht zu nehmen und die Jungen künstlich zu säugen bzw. eine Ersatzmutter zu nehmen.

Auch wenn man die Fähigkeit zur Milchleistung für "eher vererbbar" hält, sind Hypogalaktie (Milchmangel), Agalaktie (Fehlen der Milchsekretion) oder verspätetes Einschießen der Milch normalerweise schwer vorhersehbar und daher schwer vermeidbar, vor allem bei Erstgebärenden. Diese Störungen wirken sich auch häufig auf das Mutterverhalten aus, mangelnde Sozialisation oder Unbehagen bei den Welpen sind die Folge.

Da die passive Immunisierung der Welpen durch Antikörper (G-Immunoglobuline) praktisch nur durch die frühzeitige Aufnahme von Kolostrum möglich ist, konservieren einige Züchter vorsichtshalber entweder tiefgefrorenes Kolostrum einer Geberhündin oder das Serum der Mutter und verabreichen es den Welpen, um den Mangel an Kolostrum auszugleichen.

In den darauffolgenden Tagen sorgt die Muttermilch durch ihren Gehalt an A-Immunoglobulinen für den Schutz des Epithelgewebes im Darm und verringert so das Auftreten von infektiösen Durchfällen auf natürliche Weise.

Das Einschießen der Milch kann durch verschiedene therapeutische Maßnahmen angeregt werden, wie z.B.:

  • Massieren der Zitzen oder Injektion von Oxytozin, wodurch lediglich das Einschießen der Milch angeregt wird, ohne wirklich die Milchsekretion zu beeinflussen (nur im Falle einer verminderten Milchbildung verordnet)
  • Phytotherapie (Geißraute, Malz, Fenchel, Kümmel), sie wird oft auf der Grundlage von Erfahrungen angewandt, jedoch ohne spezifischen Wirkungsnachweis!
  • Anti-Brechmittel; einige haben auch stimulierende Wirkung auf die Prolaktinsekretion.

Es sei ebenso darauf hingewiesen, dass im umgekehrten Fall vermehrte Milcherzeugung bei den Welpen zu übermäßigem Konsum sowie einer Sättigung der Aufnahmefähigkeit von Laktase führt, osmotische Durchfälle sind die Folge. Diese treten normalerweise am Höhepunkt der Laktationsperiode auf, sind jedoch selten letal, meist genügt es, wenn man die Welpen vorsichtshalber mehrmals täglich von den Gesäugen ihrer Mutter trennt. Dieses Vorgehen ist wohl dem medikamentösen

Abstillen vorzuziehen, sofern der Gesundheitszustand der Mutter ein solches nicht erforderlich macht.

Virusinfektionen der Mutter

Die Herpesvirose beim Hund (Herpes-Virus) gehört zu den Ursachen für die Welpensterblichkeit in den ersten Lebenswochen, sie gibt derzeit Anlass zur großer Besorgnis.

Beinahe die Hälfte der Züchter in Frankreich, die mit einem Rückgang der Fruchtbarkeit von Hündinnen konfrontiert sind sowie einer steigenden Welpensterblichkeit, beherbergen ohne es zu wissen Zuchttiere, die an der Herpesvirose erkrankt sind.

Die Infektion mit dem Herpesvirus erfolgt bei erwachsenen Tieren oft recht unauffällig. Der Virus entwickelt sich in den Schleimhäuten, die gewöhnlich eine etwas geringere Körpertemperatur aufweisen (Schleimhäute der Genitalien, der Augen und der Atemwege), sie werden begünstigt durch Stress, durch eine Superinfektion, eine Immunsuppression oder die Läufigkeit.

Beim Rüden wie bei der Hündin führt dieser Virus manchmal zur Bildung von Papeln an den Genitalschleimhäuten, die nur bei genauer Untersuchung feststellbar sind (vollständiges Hervorschieben des Glieds beim Rüden, Vaginalspekulum beim Weibchen), sie sind mitunter der Grund für die Weigerung sich zu paaren.

Die Übertragung erfolgt im wesentlichen beim Geschlechtsverkehr und wird begünstigt durch eine natürliche Paarung mit einem fremden Zuchttier während einer Reaktivierungsphase des Virus.

Bakterielle Infektionen

Die für die meisten Blutvergiftungen oder Giftmilchsyndrome bei Neugeborenen verantwortlichen Keime finden sich normalerweise in der Vaginalflora jeder gesunden Hündin.

Eine einfache antiseptische Vaginalbehandlung vor der Niederkunft ist daher zu empfehlen.

Darmparasiten

Die häufigsten beim Hund vorkommenden Parasiten sind Würmer (Spulwurm, Peitschenwurm, Hakenwurm, Bandwurm) und Einzeller (Giardiasis, Kokzidien).

Das Risiko eines Wurmbefalls bei Welpen erhöht sich während der Läufigkeit der Mutter, da sie dann besonders anfällig ist, nicht nur für das Überleben von Parasiten sondern sogar für deren progressive Vermehrung wie Toxocara canis (Spulwurmgattung), Uncinaria stenocephala (Hakenwürmer) sowie, in geringerem Ausmaß, Ankylostoma caninum. Die Veränderungen des Hormonzustandes der Hündin (und vor allem Schwankungen in der Sekretion von Gelbkörperhormonen) begünstigen nämlich das Erwachen von Larven in Hypobiose (einer Art Winterschlaf) und deren Wanderung in Richtung Uterus und Gesäuge. In dieser Zeit können die Föten und später die Welpen im allgemeinen, unabhängig von allen Bemühungen zur Entwurmung, einem Befall nicht entgehen. Demnach muss man versuchen, den Parasitenbefall zu reduzieren, indem man gleichzeitig die Mutter, die Welpen und die Umgebung behandelt.

Maul- und Zahnerkrankungen

Die Schneidezähne der Mutter werden selten vor der Niederkunft kontrolliert, obwohl man ihre Rolle beim Durchtrennen der Nabelschnur bei Geburt der Welpen nicht vernachlässigen sollte. Die Stellung der Zahnbogen zueinander ist dabei ebenso zu beachten wie das Vorhandensein von Zahnstein und/oder Zahnfleischentzündungen. Kurzköpfige Mütter (brachyzephal) oder solche mit vorstehendem Oberkiefer (prognath) haben natürlich größere Schwierigkeiten, ihre Aufgabe zu erfüllen und setzen ihre Welpen (internen oder externen) Blutungen der Nabelschnur und Nabelinfektionen aus, die zu Nabelbrüchen, Wandabszessen, Bauchfellentzündungen und sogar zu Neugeborenensepsis führen können. Um diese Infektionsrisiken zu begrenzen, kann man, für die Hündinnen offenbar erfolgreich, vor der Geburt bioadhäsive Chlorhexidinpastillen geben.

Risikofaktoren beim Welpen

Eine jüngst durchgeführte Studie hat ergeben, dass die Sterblichkeit bei Welpen vor der Entwöhnung bei 17,4% liegt, während sie danach auf 4% sinkt. Die größten Verluste treten in der ersten Woche auf (55,6%). Die Entwöhnungsphase bringt einen neuen Anstieg der Sterblichkeit, der nach der 12. Woche endet. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich präventive Maßnahmen im wesentlichen auf die erste Woche konzentrieren sollten.

Sauerstoffmangel (Hypoxie)

Die Geburt und die ersten Atembewegungen des Welpen stellen unbestreitbar die kritischste Phase für das Neugeborene dar.

Um dem Sauerstoffmangel des Neugeborenen am ersten Tag vorzubeugen, verfügen Tierärzte heute über mehrere Hilfsmittel:

  • Einschätzung der Lungenentwicklung beim Welpen durch Dosierung von Gelbkörperhormonen, denn ein mögliches Abfallen der gesteigerten Produktion von Gelbkörperhormonen bei der Mutter geht einher mit der Entstehung von oberflächenaktiven Lipoproteinen. Diese wiederum sind notwendig für die Öffnung der Lungenbläschen. Dieses Mittel hat dazu beigetragen, die Sterblichkeit von Neugeborenen infolge frühen Kaiserschnitts zu reduzieren. Vor allem gilt dies für kurzköpfige Rassen.
  • im Fall von Stockungen gegebenenfalls manuelle Hilfe bei der Niederkunft (vor allem bei Steißlage, ein zusätzlicher Risikofaktor für Totgeburten durch Verlängerung der Auswurfzeit) oder auch frühzeitige ärztliche Hilfe, um den Zeitraum zu verkürzen, in dem Gefahr besteht, Fruchtwasser einzuatmen, denn man weiß, dass der Hauptfaktor für die Stimulierung zu ersten Atembewegungen anscheinend nicht das Ausstoßen der Plazenta ist, sondern eher der Druckverlust auf den Thorax des Welpen, der nach der Kontraktion des gebärenden Beckens entsteht (Anstieg von PCO2 in den Nabelgefäßen).
  • Überwachung der Anästhesie und des Aufwachens beim Kaiserschnitt
  • Freimachen der oberen Atemwege der Welpen durch Absaugen von Fruchtwasser mit Hilfe einer Klistierspritze - Klassische Wiederbelebungshandgriffe (Erwärmen, Reiben etc.) sowie Beatmung des Welpen (besonders bulbäre Atmungsstimulierung und Sauerstoffmaske).

Verminderter Blutzuckergehalt (Hypoglykämie)

Wie das Ferkel besitzt der Welpe bei Geburt kein dunkles Fettgewebe, um Wärme ohne Frösteln zu erzeugen. Seine Glykogenreserven in Muskeln und Leber sind äußerst begrenzt (Autonomie besteht nur für einige Stunden nach Geburt) und sind zudem schwer zu mobilisieren, wodurch er in den ersten 14 Tagen recht anfällig für Schwankungen des Blutzuckerspiegels ist. Das Auftreten von hypoglykämischen Schüben (Krämpfe gefolgt von Apathie) hängt im wesentlichen von der raschen Aufnahme von Kolostrum sowie von der Umgebungstemperatur ab.

Um der Sterblichkeit durch Hypoglykämie in den ersten Lebensstunden vorzubeugen, muss man zunächst für Wärmezufuhr sorgen und dann den Welpen frühzeitig anlegen (Zufuhr von Glucose durch Milchzuckerabbau). Sollten die vorstehenden Maßnahmen nicht ausreichen, wird isotonisches Glucoseserum injiziert.

Unterkühlung (Hypothermie)

Bei der Geburt führt die Verdunstung des Fruchtwas-sers gleichsam wie eine Klimaanlage zu einer Abkühlung, deren Ausmaß im Verhältnis zur Körperoberfläche des Welpen steht. Dieses Phänomen erklärt, warum Hunde kleiner Rassen eher Unterkühlungen ausgesetzt sind als große Hunde gleichen Alters. Wie der Blutzuckerspiegel hängt die Temperatur des Welpen stark davon ab, wie früh die erste Mahlzeit erfolgt und wie viel Kolostrum aufgenommen wird. Zur Bekämpfung der Unterkühlung gibt es kein ideales Mittel:

  • Infrarotlampen führen bei Welpen unter Umständen zu Dehydratation (vor allem bei niedriger Luftfeuchtigkeit, < 55%) oder, wenn sie zu tief angebracht werden, bei der Mutter zu Verbrennungen.
  • Heizmatte und Bodenheizungen haben den Nachteil, dass sie nicht nur die Welpen sondern auch die Mut-ter erwärmen, wodurch die Milchbildung beeinträchtigt werden kann.

Wenn sehr hohe Temperaturen erforderlich sind, sowie besonders bei Herpesvirose-Infektionen bei Hunden, machen Brutkästen und Inkubatoren eine Trennung von Welpen und Mutter unumgänglich.

Daher sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • Lange vor der Niederkunft "testen", ob die Mutter während der Trächtigkeit hohe Temperaturen verträgt (das Ansteigen der Atemfrequenz ist ein sicheres Zeichen dafür, dass ihre Fähigkeit der Wärmeregulierung ausgeschöpft ist.),
  • die Mutter nicht vom gesamten Wurf trennen, sondern die Welpen bei Unterkühlung abwechselnd in den Brutkasten legen,
  • der Mutter die Möglichkeit geben, ihren Welpen durch die Scheibe des Brutkastens zu sehen,
  • die Welpen sehr langsam erwärmen, um ein Versagen von Herz und Atmung zu vermeiden,
  • kleine Würfe besonders aufmerksam beobachten, da sich die Welpen nur schwer durch Zusammenkuscheln wärmen können,
  • den Welpen und der Mutter ein Temperaturgefälle anbieten, in dem jeder die ihm angenehme Temperatur finden kann.

Dehydratation

Die Risikofaktoren für die Dehydratation des Welpen innerhalb der ersten 14 Tage hängen ab von der Relation zwischen Gewicht und Oberfläche (bei kleinen Hunden niedriger), vom Entwicklungsstand der Nieren, von Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit, sowie vom positiven Verlauf der Mahlzeiten und von etwaigen Durchfällen, die aufgrund des Aufleckens durch die Mutter noch zu oft unbemerkt bleiben (man bemerkt oft nur "feuchte Schwänze").

Um der Sterblichkeit durch Dehydratation vorzubeugen, ist zunächst eine Diagnose zu stellen (Hautturgorzeichen, regelmäßiges Wiegen in den ersten Tagen), die Überwachung der oben genannten Punkte ist zu sichern (Luftbefeuchter sind nützlich) und gegebenenfalls muss man oral oder parenteral wieder Wasser zuführen. Andererseits dürfen die Risiken einer Hyperhydratation (Überschuss an Gesamtkörperwasser) bei Welpen nicht vernachlässigt werden, solange die Regulierung der Nierenfiltration nicht voll entwickelt ist.

Mangelnde Sorgfalt bei der Geburt

Neben den ohnehin allseits bekannten klassischen Regeln der Wiederbelebung (Hilfe bei der Niederkunft, Blasensprung, Absaugen von Schleim, Stimulierung der ersten Atembewegung etc.) muss hier ausdrücklich auf die Bedeutung einer sorgfältigen antiseptischen Behandlung der Nabelschnur vor der kompletten Vernarbung hingewiesen werden, wobei man nicht vergessen darf, dass die Mundhöhle der Mutter (besonders durch das Ablecken der Lochien und der Afterregion des Welpen) sowie die Einstreu die wichtigsten Risikofaktoren für eine Übertragung von Krankheitserregern auf die Nabelschnur sind.

Andere Gründe für die Neugeborenensterblichkeit

Die Ursachen für die Neugeborensterblichkeit sind zahlreich und vielfältig, hier seien genannt:

  • Das hämorrhagische Syndrom: Wenn es in Verbindung mit mangelhafter Konservierung der Nahrung der Mutter steht, kann durch Gabe von Vitamin K1 an Mutter und Welpen wirksam vorgebeugt werden.
  • Das hämolytische Syndrom: Wenn es in einer Zuchtlinie zu häufig auftritt, ist eine Bluttypisierung vor der Paarung gerechtfertigt, zumindest vor jeder der Mutter verabreichten Transfusion.
  • Das Syndrom des Schwimmwelpen (hintere Gliedmaßen in Froschstellung): in den leichteren Fäl-len kann man auf rasche Erholung hoffen, durch sensorische Stimulierung der hinteren Ballen (etwa mit Hilfe einer Zahnbürste), durch eine vorübergehende Verfestigung der hinteren Gliedmaßen mit Heftpflastermanschetten und natürlich indem man den Welpen auf raueren Boden setzt. Behandlungen mit Vitamin E und Selen haben zu keinen Ergebnissen geführt, die sich deutlich von bisweilen beobachteter Spontanerholung unterscheiden würden.
  • Die iatrogene Neugeborenensterblichkeit: Gemeint ist, dass sie durch ärztliche Behandlungen hervorgerufen oder zumindest beschleunigt wird, die in ihrer Wahl und Dosierung nicht die unterschiedliche Sensibilität und Pharmakinetik des erwachsenen Tieres berücksichtigen. Die wichtigsten Kontraindikationen und Dosierungen von Medikamenten sind den Tierärzten heute ausreichend bekannt, um sie vor jeder therapeutischen Entscheidung bezüglich Mutter oder Welpen berücksichtigen zu können.
  • Durchfälle bei Welpen: Sie werden noch zu oft systematisch medikamentös behandelt, obwohl es in den meisten Fällen genügen würde, Menge, Qualität und Häufigkeit der Nahrung (gleich ob es sich um Muttermilch, Ersatzmilch oder Entwöhnungsnahrung handelt) an die allmähliche Reifung des Systems der Verdauungsenzyme bei Welpen (vor allem Laktase und Amylase) anzupassen.
  • Virusinfektionen: Ihnen kann, falls Prävention möglich ist, durch passive (Kolostrum, Serumbehandlung) oder aktive Immunisierung (Impfung) vorgebeugt werden.

Bakterielle Infektionen

Auch bei klinisch gesunden Tieren können zahlreiche Bakterien gefunden werden, die für Blutvergiftungen oder Diarrhöe bei Neugeborenen verantwortlich sind. Das Auftreten von Symptomen bei Welpen hängt daher immer von der Anzahl der fraglichen Bakterien ab, von der Schutzimmunität des Tieres im Zusammenhang mit der des Muttertiers, von der Kolostrumaufnahme, vom Alter des Welpen, von Mikroben in der Umgebung, sowie von Stress und vielen weiteren Einzelfaktoren.

So wird verständlich, dass es schwierig ist, eine Bakterienart mit dem Hinweis, dass diese bei einer einzigen bakteriologischen Untersuchung des Stuhls gefunden wurde, verantwortlich zu machen.

Die Bakterien, die bei Welpen am häufigsten Krankheiten auslösen, sind:

• Keime, die verantwortlich sind für Gesäugeentzündungen (Mastitis) bei der Mutter ("Giftmilch-Syndrom"): Sie können bei Welpen zu besonders schwerer Gastroenteritis führen, die sich in rapidem Wasserverlust äußern sowie einem "blumenkohlartig" bläulichrot hervorstehenden After. Die Trennung der Welpen von der Mutter sowie Aufzucht mit Flasche bewahren die Welpen vor der Gefahr einer Bildung von Blutgerinnseln aus den Darmkeimen (Blutvergiftung).

Das Vorhandensein von Hautabszessen (Staphylokokken) bei der Mutter kann ebenfalls zu Neugeborenensepsis führen. Letztere lassen sich unter Umständen auch auf Nabelinfektionen zurückführen, vor allem wenn die Mutter einen vorstehenden Oberkiefer hat, da ihr dieser Bissfehler Schwierigkeiten beim Durchtrennen der Nabelschnur bereitet.

• Kolibakterien: Sie werden über die Ausscheidungen, die Milch oder das Fell der Mutter übertragen.