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Erbrechen beim Hund

Ihr Hund erbricht sich? Hier finden Sie alle Informationen zum Thema:

Erbrechen

In der Natur sind Fleischfresser bestens an die Jagd angepasste Räuber. Sie vermögen unglaubliche Mengen Fleisch auf einmal zu verschlingen. Nach ihrer Rückkehr können sie die Nahrung mühelos wieder hervorwürgen, um ihre Jungen damit zu füttern. Diese Fähigkeit setzt nicht nur voraus, dass sich der Magen deutlich ausdehnen kann, nötig ist auch ein Reflexmechanismus zur Rückbeförderung der Nahrung, also das Erbrechen. Der Hund, Fleisch fressendes Haustier par excellence, hat nichts von dieser Fähigkeit eingebüßt. Wie viele Hundebesitzer haben nicht schon beobachtet, wie ihr Liebling eine etwas zu reichliche Mahlzeit wieder von sich gegeben hat? In der Regel ist dieses Verhalten nicht alarmierend, unter Umständen ist das Erbrechen jedoch ein Anzeichen für eine latente Erkrankung.

Die einzelnen Phasen des Erbrechens

Normalerweise geht dem Erbrechen ein Zustand von Übelkeit voraus, in dem der Hund Unbehagen zeigt, sich im Kreis dreht und manchmal versucht, Gras zu fressen. Daher die Redensart, dass "der Hund sich den Magen putzt", die nicht ganz der Wirklichkeit entspricht. Das eigentliche Erbrechen folgt auf diesen Zustand. Man beobachtet sodann heftige Bewegungen der Flanken und de Brust. Der Hund hält den Kopf tief und scheint zu lächeln. Nach einer letzten Anstrengung wird dann der Mageninhalt wiedergegeben. Angesichts der Heftigkeit dieses Phänomens und der folgenden Ermüdung der Muskulatur braucht der Hund manchmal einige Augenblicke Erholung. Wird nur der Inhalt der Speiseröhre wiedergegeben, ist keine besondere Anstrengung festzustellen. Die Nahrung wird mühelos durch einfachen Reflex nach draußen befördert.

Der physiologische Mechanismus des Erbrechens

Wie bei jedem Reflex spielen beim Erbrechen nervöse Mechanismen eine Rolle. Diese können entweder zentral, d.h. direkt vom Gehirn ausgehen (das Brechreizzentrum reagiert auf eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems, auf das Eintreffen besonderer Stoffe im Blut, oder auch auf einen Reiz der Geruchsnerven), oder sie werden peripher ausgelöst. Sodann kommen Rezeptoren der Organe im Bauch- und Brustraum ins Spiel. Durch ein System von Nervenrelais gelangen die so gesammelten Informationen zum Brechreizzentrum im Gehirn. In beiden Fällen reagiert das Zentrum, indem es die Muskelbewegungen, die zum Erbrechen führen, in Gang bringt.

Ursachen für das Erbrechen beim Hund

In den meisten Fällen ist das Erbrechen Ausdruck einer Entzündung oder einer übermäßigen Ausdehnung der Organe, vor allem des Verdauungstraktes: Speiseröhre, Magen, Darm, Leber. Diese Erkrankungen können zahlreiche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören: Vergiftungen, Gastritis, Geschwüre, Gastroenteritis, Fremdkörper, Darmverstopfung, Magenerweiterung und -drehung oder auch falsche Ernährung. Das Erbrechen ist möglicherweise auch eines der Symptome einer Infektions- oder Viruserkrankung (Hundestaupe, Parvovirose, Leptospirose, um nur die bekanntesten zu nennen, aber auch Gebärmutterentzündung, Bauchfellentzündung etc.). Nahrungsaufnahme in zu großer Menge, Fremdkörper oder Stoffe, welche die Entleerung des Magens in den Dünndarm behindern, führen zu Magenerweiterung und somit zum Erbrechen. Schließlich kann das Erbrechen auch Zeichen für eine Erkrankung anderer Organe sein, vor allem Nierenversagen und Leberinsuffizienz, oder auch Störungen des Nervensystems wie etwa bei der Reisekrankheit.

Verlauf des Erbrechens

Beim Erbrechen kann man zwei Verlaufsformen beobachten, entweder akut oder chronisch. Im ersten Fall tritt das Erbrechen plötzlich auf und ist nur von kurzer Dauer. Im zweiten Fall entwickelt sich die Störung nach und nach mit Wiederholungen über mehr als einen Monat. Der Hund erbricht mehr oder weniger häufig am Tag, im Zusammenhang mit der Mahlzeit oder auch nicht.

Folgen des Erbrechens

Erbrechen führt zu geringem bis starkem Wasserverlust, zu Mangelernährung sowie zu Störungen des Blutbildes. Dies wird sich früher oder später auf den Allgemeinzustand des Hundes auswirken. Daher ist vor allem bei jungen Tieren eine rasche Behandlung notwendig. Um den Tierarzt bei der Erstellung der Diagnose zu unterstützen, ist es wichtig, die Häufigkeit des Erbrechens, den Zeitpunkt des Auftretens (folgt es auf die Mahlzeit, auf das Trinken?) sowie das Aussehen des Erbrochenen festzuhalten. Alle diese Hinweise helfen dem Tierarzt, die Ursache zu finden und eine Behandlung durchzuführen.