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Proteine, Phosphor & Co. – vom Einfluss der Ernährung bei nierenkranken Hunden

Hat Ihr Tierarzt die Diagnose CNI gestellt, so kommt neben der medikamentösen Therapie dem Einsatz einer speziellen Nierendiät besondere Bedeutung zu. Diese soll: Die Anreicherung von Giftstoffen im Blut verhindern sowie das schnelle Fortschreiten der Erkrankung aufhalten, indem der weitere Verlust von Nierengewebe reduziert wird. Studien belegen, dass die Lebenserwartung betroffener Tiere so deutlich gesteigert werden kann.

Die besonderen Eigenschaften der Nierendiät sollten sein:

Qualitativ hochwertige Proteine (Eiweiße) bei gleichzeitig reduziertem Proteingehalt

Wenn angemessene Mengen an Protein gefüttert werden, kann die Ansammlung unerwünschter Stoffwechselprodukte wie Harnstoff im Blut reduziert werden. Harnstoff ist das Hauptabbauprodukt des Eiweißstoffwechsels. Er entsteht in der Leber aus Spaltprodukten von Eiweißen (Proteinen) und wird zu etwa 90 % über die Nieren ausgeschieden. Nimmt die Filtrationsleistung der Nieren ab, steigt deshalb die Harnstoffkonzentration im Blut – der Laborwert für Harnstoff ist erhöht. Füttert man weniger Proteine, sinkt folglich die Bildung von Harnstoff und eine Überlastung der Niere sowie einer Ansammlung von harnpflichtigen Stoffen im Blut wird entgegengewirkt. Die zugeführten Proteine müssen übrigens nicht nur in ihrer Menge reduziert, sondern außerdem qualitativ extrem hochwertig sein. So stellt man sicher, dass zwar der Anfall von Abfallprodukten im Blut minimiert wird, die Tiere aber trotzdem lebensnotwendige Aminosäuren (Bausteine der Proteine) als Baustoffe für den Körper erhalten.

 

Reduzierter Phosphorgehalt

Der Phosphorgehalt in der Diät nimmt maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf bzw. das Fortschreiten der Erkrankung. Wenn die Nieren nicht mehr in der Lage sind, Phosphor aus dem Blut zu entfernen, führt dies zum weiteren Funktionsverlust von Nierengewebe. Warum? Normalerweise scheidet die gesunde Niere Phosphor ohne Probleme aus. Eine geschädigte Niere ist zur Phosphorausscheidung nicht mehr oder nicht mehr ausreichend in der Lage. Diese Unfähigkeit wird lange kompensiert, aber dann kommt es zu einem krankhaften Anstieg von Phosphor im Blut (Hyperphosphatämie). Die Folge kann eine massive Störung des Kalzium-/Phosphorhaushaltes sein. Durch den erhöhten Phosphorgehalt im Blut wird die Nebenschilddrüse (Parathyreoidea) aktiviert. Sie ist sozusagen der Regulator der beiden Mineralstoffe im Blut. Erhöht sich nun der Phosphorgehalt im Blut, so bewirkt die Parathyreoidea, dass vermehrt Kalzium aus Knochen u. ä. freigesetzt wird, um das Verhältnis beider Mineralstoffe wieder „in die Waage“ zu bringen. So entsteht ein Teufelskreislauf, da es durch den erhöhten Kalziumspiegel zur Verkalkung der Nierengefäße kommt und die bestehende Niereninsuffizienz so weiter fortschreitet. Um genau diesen Teufelskreis zu unterbrechen, ist es unerlässlich, den Phosphorgehalt zu senken. So kann es gelingen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Überlebenszeit der Tiere zu erhöhen.

Hoher Energiegehalt 

und ausgezeichnete Akzeptanz gegen Abmagerung: Viele Patienten mit einer CNI fressen sehr schlecht und leiden an Untergewicht. Nierendiäten haben in der Regel einen erhöhten Fettgehalt. Das bringt zwei Vorteile mit sich: „Fett schmeckt“ und Fett liefert viel Energie. Der höhere Energiegehalt hilft den Tieren, ihr Gewicht zu halten bzw. zuzunehmen.

 

Erhöhter Gehalt an essenziellen Fettsäuren (EPA/DHA)

Diese sind in Fischöl enthalten. Das Besondere an diesen sogenannten Omega-3-Fettsäuren ist, dass Hunde sie nicht selbst bilden können und deshalb mit der Nahrung aufnehmen müssen. Im Hinblick auf die Nierenerkrankung haben sie unverzichtbare Vorteile. Sie wirken entzündungs- und gerinnungshemmend (über die Beeinflussung bestimmter Gewebshormone) sowie zudem cholesterin- und blutdrucksenkend, antioxidativ, sie fördern die Nierendurchblutung und wirken der Nierenverkalkung entgegen.

 

Hochverdauliche Inhaltsstoffe

Hydrolysierte (schon aufgespaltene, zerkleinerte) Eiweiße, verdauliche Fasern sowie Fructo-Oligosaccharide sind nur einige der Zutaten, die in RENAL von ROYAL CANIN zum Einsatz kommen. Die Verdauung der kranken Tiere ist oft in Mitleidenschaft gezogen. Die Tiere erbrechen häufig und haben Durchfall, da harnpflichtige Stoffe in den Darm „fließen“ und diesen reizen. Durch den Einsatz hochverdaulicher Zutaten, wie der zuvor genannten, kann die Verdauung optimal unterstützt werden.

 

Antioxidanzien (Vitamin E & C, Taurin, Lutein)

Einfach ausgedrückt, handelt es sich um Schutzstoffe des Körpers. Sie fangen im Körper entstehende, aggressive Stoffwechselprodukte ab und machen diese „unschädlich“. Die Körperzellen allgemein und in diesem Falle der Nierenzellen können geschützt werden.