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Von Vorzügen und Tücken des Alters

Vorab gesagt: Ihr Hund hat keine Probleme damit älter zu werden. Wir Menschen sind es, die irgendwann von Sorgen geplagt werden und um die Gesundheit des alten Weggefährten fürchten. Anders als uns Menschen stört es unsere Hunde nicht, wenn sie in die Jahre kommen, das Fell grau wird und die jugendliche Energie der Gelassenheit weicht. Hundesenioren können sich ganz hervorragend an die veränderten Gegebenheiten anpassen.  Einfach ausgedrückt erinnert er sich dabei  nicht an die Jahre, als er noch übermütig über die Felder gelaufen ist. Er nimmt die Dinge einfach so, wie sie sind – voller Lebensfreude!

Die Vorzüge

Natürlich sind die Sorgen von uns Menschen absolut verständlich. Schließlich möchte man möglichst lange Zeit an der Seite seines Vierbeiners verbringen. Aber zu große Ängste sind unbegründet! Vielmehr sollte man sich auf altersbedingte Veränderungen einstellen und ansonsten die schönen Seiten betrachten, die das Alter mit sich bringt. So wird zum Beispiel in den meisten Fällen die Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner ganz besonders intensiv und verspricht viele tolle Erlebnisse. Allein der spezielle Charakter von Hundesenioren macht jeden Tag zu einem echten Ereignis!

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Punkte, die das Leben für den Senioren so lebenswert machen. Denken Sie immer daran: "Wer rastet, der rostet", d.h. Spaziergänge angepasst an die Fitness des Hundes, sind unverzichtbar. Sorgen Sie für jede Menge Anregungen von Geist und Körper. Legen Sie darüber hinaus größten Wert auf regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt und achten Sie insbesondere auf eine hochwertige, altersgerechte Ernährung.

Versuchen Sie den goldenen Mittelweg zwischen der Rücksicht auf das vermehrte Ruhebedürfnis Ihres Hundes und dem Bedarf nach einem weiterhin intensiven Leben zu finden. Ganz besonders wichtig: Widmen Sie Ihrem alten Freund jede Menge Zeit, Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Ein schöneres Geschenk können Sie ihm nicht machen!

Die "Tücken"

Auch wenn das Leben mit einem älteren Hund viele positive Aspekte bietet - im Alter drohen natürlich Erkrankungen, die sich nachteilig auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität Ihres Tieres auswirken können. Inappetenz, Zahnprobleme, Gelenk-, Nieren- und Herzerkrankungen sind nur einige Beispiele für altersbedingte Gesundheitsrisiken. Den möglichen Gefahren muss man schon ins „Auge sehen“. Am Besten begegnet man diesen durch eine regelmäßige Gesundheitsvorsorge. Beobachten Sie Ihr Tier genau und lassen Sie bei Auffälligkeiten den Tierarzt/die Tierärztin nachschauen, was die Ursache ist. Früherkennung ist bei allen Erkrankungen wichtig! Bedenken Sie, dass eine altersgerechte Ernährung einen wesentlichen Beitrag zur Vorsorge, aber auch bei der Behandlung von vielen Krankheiten leisten kann. Fragen Sie in der Tierarztpraxis nach der optimalen Fütterung!

Älterwerden im Team

Hunde sind Rudeltiere. Ihr höchstes Bestreben ist es, an der Seite ihres Menschen zu sein und diesem bedingungslos zur Seite zu stehen. Aus dieser Motivation heraus sind auch ältere Hunde immer noch sehr anpassungsfähig. Dennoch kann ein älterer Hund nicht mehr so flexibel reagieren wie in jungen Jahren. Wohltuend ist es für ihn daher, wenn er sich im Alltag innerhalb seiner Familie nicht mehr zu häufig auf verschiedene, unbekannte Situationen einstellen muss. Veränderungen im gewohnten Tagesablauf sind für einen Hundesenioren nämlich viel schwerer zu verkraften. Wichtig ist es deshalb, nicht das eigene, also menschliche Verständnis von wohltuender Aktivität und Miteinander als Maßstab für den Hund zu nehmen, sondern sich in das Bedürfnis des Hundes hinein zu versetzen. Vorrangig geht es ja darum Ihrem Hund Spaß und Freude zu bereiten! 

Auch wenn ein Hund gern an der Seite seines Menschen unterwegs ist, so braucht er jetzt auch mehrere, kleine Ruhepausen. Ein Blick auf domestizierte Wildhunde zeigt uns, dass diese wilden Artgenossen auch keineswegs den ganzen Tag aktiv sind. Im Gegenteil - Tiere in freier Natur ruhen außerhalb ihrer festen Jagdzeiten, und schlafen auch tagsüber sehr viel. Eine permanente Aktivität entspricht also keineswegs dem natürlichen Verhalten eines Hundes. Nimmt man seinen Vierbeiner auf Schritt und Tritt überall mit hin - zum Einkaufen, zum Frisör, zum Kaffekränzchen, ins Restaurant und zur Grillparty - kann dies, je nach Typ des Tieres, zu einer regelrechten Reizüberflutung führen. Dies bedeutet unnötigen Stress für das Tier und kann im schlimmsten Fall zu Verhaltensstörungen führen. Je älter ein Hund ist, desto mehr genießt er es, sich mal auszuruhen und schlafen zu können. Auch wenn er grundsätzlich als Ersatz für die Beutejagd, für die natürliche Auslastung von Psyche, Muskeln, Gelenken, Herz und Kreislauf, ausreichend Bewegung und Beschäftigung benötigt.

Ältere Hunde genießen es, wenn der Tag klar strukturiert ist: Regelmäßige Spaziergänge, Pflege- und Streicheleinheiten sowie feste Fütterungs- und Ruhezeiten treffen den Geschmack Ihres Hundes.

Freizeit und Urlaub

Auch bei der Planung von Freizeitaktivitäten sollten Sie auf die Gewohnheiten und Bedürfnisse Ihres alten Freundes Rücksicht nehmen. Kannte er es bisher nicht, längere Zeit alleine in der Wohnung zu sein oder mit in ein Restaurant zu gehen, so sollten Sie ihm dies auch jetzt nicht mehr abverlangen.

Gleiches gilt für die Wahl des Urlaubes. Hat Ihr Hund in jungen Jahren nicht gelernt, in einer Tierpension untergebracht zu sein oder im Flugzeug zu reisen, so empfiehlt es sich, auch jetzt im höheren Alter darauf zu verzichten. Bedenken Sie dabei immer: Für einen Junghund sind solche Herausforderungen ein Leichtes, für einen Senior, der nicht daran gewöhnt ist, bedeuten sie unnötigen Stress! Und ganz ehrlich - was spricht schon dagegen, die Freizeit hundegerecht zu verbringen und den Urlaub so zu planen, dass er sich mit Auto oder Bahn - und vor allem mit Hund - organisieren lässt?

Informationen zu Hotels, Ferienhäusern und Urlaubsorten, in denen Hunde nicht nur gern gesehen, sondern herzlich willkommen sind, erhalten Sie z.B. in Hundezeitschriften, auf Ausstellungen und natürlich im Internet oder Reisebüro. Mittlerweile gibt es hier viele tolle Angebote mit einem bunten Programm, speziell für den gemeinsamen (Aktiv-)Urlaub von Zwei- und Vierbeiner.

Alt aber noch voll im Leben

Rücksicht auf Ihren älteren Hund zu nehmen, bedeutet nicht, dass Sie ihn abschirmen und in Watte packen müssen. Im Gegenteil, ein Hund braucht auch im Alter weiterhin Anregungen und Beschäftigung. Er will gefordert werden! Nur so bleiben Geist und Körper vital. Mit ein wenig Feingefühl lassen sich hier gesunde Kompromisse finden zwischen dem was wünschenswert und dem was machbar ist.

Viel Freude haben ältere Hunde zum Beispiel an regelmäßigen Spaziergängen mit vierbeinigen, alten Bekannten. Aber auch Menschen können im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. So gibt es zum Beispiel Besuchsdienste, bei denen man gemeinsam mit seinem Hund Alten- oder Pflegeheime besucht (Informationen beim Kuratorium Deutscher Altershilfe e. V.).

Eine weitere bundesweite Initiative ist ein organisierter Hundebesuchsdienst in Kindergärten, Kinderheimen und Schulen. Es handelt sich um eine Aktion, die sich "Helfer auf vier Pfoten" nennt. Bei diesem Unterricht "der besonderen Art" sammeln Kinder Erfahrungen über den respektvollen Umgang zwischen Mensch und Hund. Außerdem lernen sie, wie ein Hund denkt und fühlt und wie man sich ihm gegenüber richtig verhält. Hätten Sie Freude an einem solchen Projekt und ist ihr Hund noch fit und nicht älter als 8 Jahre? Dann trauen Sie sich doch einfach. Melden Sie sich bei "Helfer auf vier Pfoten" und erfahren Sie direkt, welche Bedingungen Sie und ihr Hund erfüllen müssen, um Akteur zu werden. Auf diesem Wege tun sie nicht nur Großartiges für das Wohlbefinden und Beschäftigung Ihres Hundes, sondern Sie engagieren sich darüber hinaus auch für Kinder und für die positive Wirkung des Hundes in der Gesellschaft. (Näheres dazu unter www.helfer-auf-vier-pfoten.de). Im Rahmen solcher Projekte lässt sich die Gelassenheit und Lebenserfahrung Ihres älteren Freundes übrigens perfekt nutzen. Er bereitet anderen Menschen eine Freude und bekommt selber das, was er verdient: Jede Menge Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten extra.

Welche Form der Beschäftigung und Anregung die richtige für Ihren älteren Hund ist, können letztlich nur Sie entscheiden. Sie kennen Ihren Hund besser als jeder andere und Sie wissen um seine persönlichen Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen.

Ist Ihr Hund zum Beispiel bereits seit Jahren ein erfahrener Sportler und hat er immer noch Freude daran, dann ist - nach Absprache mit der Tierarztpraxis - auch gegen die Aktivität auf dem Hundeplatz nichts einzuwenden. Stellen Sie einfach ein Trainingsprogramm in "abgespeckter Form" zusammen. Sie werden sehen, dass auch der ältere Vierbeiner noch mit Elan und Begeisterung bei der Sache ist. Sie können jedenfalls sicher sein, dass Sie auf diesem Wege einen aktiven Beitrag zur Vitalität und Lebensfreude Ihres Hundes leisten. Natürlich freuen sich auch bisher untrainierte Hunde über Bewegung! Beginnen Sie in diesem Fall aber unbedingt mit kleinen Schritten, da die ungewohnte Anstrengung den Hund ansonsten leicht überfordern kann.

Alter schützt vor Torheit nicht

Ähnlich wie manche Menschen entwickeln auch Hunde im Alter schon mal „schrullige“ Eigenarten. Oft handelt es sich bei diesem Verhalten um eine Art Altersstarrsinn, das einfach zur „persönlichen Note“ des Hundes dazugehört. Manchmal verbergen sich dahinter aber auch körperliche Beschwerden wie Schwerhörigkeit oder eine abnehmende Sehkraft. Trotz aller Einschränkungen – bleiben Sie trotzdem konsequent in der Erziehung. Das ist ebenso wichtig, wie ein feinfühliges Verständnis für den alten Freund und die Nachsicht bei gewissen Dingen.

Ein zweiter Hund als "Jungbrunnen"?

Oft hört man, dass es für einen älteren Hund gut sei, wenn ein jüngerer Artgenosse an seine Seite tritt. Ganz so einfach ist es leider nicht! Grundsätzlich kann ein Jungspund belebend wirken, allerdings nur dann, wenn das jüngere Tier frühzeitig in das Leben des älteren Hundes tritt. Ideal ist es, wenn ein zweiter Hund dann zum Rudel hinzukommt, wenn der erste Hund noch ein jüngerer Erwachsener ist. So haben die beiden Tiere noch ausreichend Gelegenheit, sich bei vollen Kräften aufeinander einzustellen. Dann kann der "Oldie" in der Tat später von der ihm bereits vertrauten jungen Generation profitieren.

Wird ein Hund im hohen Alter jedoch plötzlich und unvermittelt mit einem Junghund konfrontiert, so kann das für ihn weitaus mehr Stress als Freude bedeuten. In jedem Fall sollte der ältere Hund bei der Wahl des zweiten Tieres mitbestimmen dürfen. Er sollte Gelegenheit bekommen, den möglichen Neuankömmling zuvor kennenzulernen. Man merkt dann sehr schnell, ob die Chemie zwischen den Tieren grundsätzlich stimmt. Denn nur dann verspricht so ein Gespann auf Dauer Erfolg!Trotz allem kommt es vor, dass die Hunde nach der ersten Eingewöhnung damit beginnen, eine neue Rudelordnung in Angriff zu nehmen. Geduld und konsequente Erziehung helfen hier, die Wogen zu glätten und das harmonische Miteinander wieder herzustellen.

Achten Sie besonders darauf, dass der ältere Hund ganz besonders viel Zuneigung bekommt. Er darf keinesfalls das Gefühl bekommen, dass er nur noch "das fünfte Rad am Wagen" ist. Tragen Sie vor allem dafür Sorge, dass der junge Hund die Ruhepausen des älteren Artgenossen respektiert und ihn in dieser Zeit nicht belästigt. Die Folge wäre Stress für Ihren Senioren, der sich nachteilig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken kann. Umgekehrt müssen Sie natürlich auch darauf achten, dass der junge Hund im Hinblick auf Bewegung, Erziehung und Zuneigung zu seinem Recht kommt.

Insgesamt ist das keine einfache Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert und darüber hinaus zeitintensiv ist.