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Munter und Mobil - So bleibt Ihr Senior gesund in Bewegung

Ausreichende Bewegung zählt zu den wichtigsten Grundbedürfnissen eines Hundes und zwar ganz unabhängig vom Alter. Im fortgeschrittenen Lebensalter gilt in der Tat der Spruch: "Wer rastet, der rostet!" Tiere, die nicht mehr ausreichend Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung erhalten, zeigen sich unbeweglicher und bequemer. Natürlich besteht dann auch ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Folgeerkrankungen.

Warum ist das so? Durch die körperliche Aktivität bleiben nicht nur Kreislauf, Muskeln und Gelenke in Schwung, die Durchblutung aller Organe wird gefördert und die Sauerstoffversorgung steigt. Außerdem ist auch der Einfluss auf die Psyche des Tieres enorm. Die Bewegung bewirkt nämlich den Abbau von Stresshormonen und macht den Hund somit ausgeglichen und zufrieden. Einen Hund artgerecht zu halten bedeutet daher, ihn ausreichend auszuführen und körperlich aktiv zu halten. Dabei gibt es für gesunde ältere Hunde grundsätzlich keine großen Einschränkungen.

Maßstab für Art und Umfang der Bewegung ist einzig und allein die persönliche Fitness des Hundes und sein individuelles Bedürfnis nach Aktivität. Dennoch gibt es einige wertvolle Tipps für ein geeignetes Bewegungsprogramm.

Das richtige Maß an Bewegung

Klar ist, dass Hunde je nach Alter, Gesundheitszustand, Rasse und Charakter unterschiedlich bewegungsfreudig sind. Ein Wind- oder Jagdhund muss sich zum Beispiel mehr austoben können als ein Malteser oder ein Chihuahua. Auch temperamentvolle Terrier-Rassen, Setter oder Malinois verlangen nach mehr Aktion als ein eher gelassener Bernhardiner.

Wie viel Bewegung ist also gut für meinen älteren Hund?

Die Frage ist eigentlich ganz einfach beantwortet: Verlassen Sie sich auf Ihren Hundeverstand! Sie leben schon viele Jahre mit Ihrem Hund zusammen und können folglich am allerbesten einschätzen, was für ein Temperament er hat, wie es um seine Gesundheit bestellt ist und wie viel Bewegung er folglich schätzt. Fakt ist, dass die meisten Hunde, ganz gleich welcher Rasse, im Alter ruhiger werden. Sie wollen dann nicht mehr ganz so ausgiebig und wild herumtoben wie in jungen Jahren. Darauf sollten Sie als Hundehalter sensibel eingehen. Seinen Senior zur Aktivität zu motivieren heißt nicht, ihn zu überfordern. Fordern Sie ihn zur Aktivität auf, lassen Sie ihn laufen, spielen und arbeiten Sie weiterhin mit ihm. Ein wichtiger Grundsatz dabei lautet: Überfordern Sie ihn nicht! Oft gelingt es älteren Vierbeinern nämlich nicht mehr sich vor Überanstrengung zu schützen, wenn Sie voller Begeisterung umher toben. Letztlich sollte der Hund selber "mitentscheiden" dürfen, wie und wie viel er sich bewegen möchte. Am besten gelingt das auf einem Spaziergang, bei dem er nach Bedarf herumtoben oder einfach nur vor sich hin trotten kann. Bei einer Radtour oder einem strammen Dauerlauf an der Leine ist das fast unmöglich, da das Tempo dann ja von Frauchen oder Herrchen vorgegeben wird.Entscheidend ist natürlich auch immer, welches Maß an Bewegung ein Hund gewohnt ist, bzw. wie gut seine Kondition ist. Ein Senior, der in jungen Jahren mit viel Freude auf dem Hundeplatz im Sport aktiv war, kann dies im Alter ruhig beibehalten. Lediglich die Länge des Parcours, die Höhe der Hindernisse und das Tempo müssen an die jeweilige Leistungsfähigkeit angepasst werden. Ältere Hunde, die nicht trainiert sind, sollten dagegen nicht plötzlich mit ungewohnten, anstrengenden Aktivitäten konfrontiert werden. Die Belastung für Gelenke, Herz und Kreislauf wäre einfach zu groß.

Testen Sie den Herzschlag Ihres Hundes

Möchten Sie den Herzschlag Ihres Hundes überprüfen, dann können Sie versuchen, den so genannten Herzspitzenstoß Ihres Tieres zu fühlen: Legen Sie dazu Ihre Hand seitlich hinter den linken Ellenbogen auf die Rippen Ihres Hundes. Zählen Sie, wie oft das Herz in 15 Sekunden schlägt, und nehmen Sie diese Zahl mal vier, so erhalten Sie die Herzfrequenz pro Minute. Bei einem gesunden, älteren Hund schlägt das Herz in Ruhe 80 bis 120 mal/Minute. Kleinere Hunde haben grundsätzlich eine etwas höhere Herzfrequenz als große Hunde. Nach Bewegung sollte die Herzfrequenz in rund 30 Minuten wieder auf die Ruhewerte zurückgehen. Liegt die Herzfrequenz in Ruhe außerhalb der oben genannten Bereiche, lassen Sie Ihren Hund sicherheitshalber untersuchen. Ideal ist es, wenn Sie Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt bei jedem Besuch um eine kurze Überprüfung der Herzfunktion und der Atmung bitten. So können eventuelle Schwächen frühzeitig erkannt werden! Heute gibt es hervorragende Möglichkeiten einer eingeschränkten Herztätigkeit durch Medikamente und eine spezielle Diätnahrung zu begegnen.

Bewegung – regelmäßig und gleichmäßig

Durch ausreichende Bewegung bleibt unser Hund fit und in Schwung. Nicht nur die Tatsache, dass der Vierbeiner sich bewegen darf ist dabei entscheidend, sondern auch die Art der Bewegung. Diese sollte regelmäßig und gleichmäßig sein, um eine Überlastungen zu vermeiden. Ein älterer Hund sollte grundsätzlich lieber viermal täglich eine halbe Stunde spazieren gehen, als einmal täglich ein langes Stück und dreimal täglich eine kleine Runde. Aus dem gleichen Grund sollte man vermeiden innerhalb der Woche kurze Strecken spazieren zu gehen und dann nur am Wochenende ausgiebige, kräftezehrende Spaziergänge zu machen. Der Grad der Belastung ist in diesen Fällen zu unterschiedlich und der Körper hat so keine Gelegenheit sich darauf einzustellen.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Hund keinen so genannten "Kaltstart" macht. Typische Beispiele dafür sind, wenn ein Hund direkt aus dem Auto auf den Hundeplatz läuft und ohne Aufwärmphase über Hindernisse tobt. Oder wenn ein vierbeiniger Senior aus der Haustüre ins Freie kommt und sofort mit dem Nachbarhund um die Wette rennt. Mangelhaftes Aufwärmen führt dazu, dass Herz, Kreislauf, Gelenke, Bänder und Muskeln unvorbereitet von Null auf Hundert eine extreme Leistung erbringen müssen und so zu stark belastet werden.

Besser ist es, wenn sich ältere Hunde bei langsamen, ruhigen Bewegungen aufwärmen. So sollte man zunächst gemütlich im Schritttempo anfangen, später dann traben und erst danach mit der Fahrradtour oder dem Ballspiel beginnen. Gleiches gilt umgekehrt: Nach ausgiebiger Aktivität sollte sich ein Hund im Schritttempo wieder abkühlen können.

Gleichmäßigkeit spielt auch bei Art der Bewegung eine Rolle. Für ältere Hunde ist es immer von Vorteil, wenn sie einer gleichbleibend belastenden Bewegung nachgehen. Spaziergänge, Schwimmen oder langsames Laufen am Fahrrad sind daher eher zu empfehlen als zum Beispiel ein wildes, ausgelassenes Spiel mit einem Ball. Hierbei müssen die Hunde nämlich abrupt durchstarten, enge Haken schlagen und stark abbremsen. Für Gelenke, Bänder und Muskeln ist dies im fortgeschrittenen Alter eine Extrembelastung, die zudem das Risiko für schwere Verletzungen birgt.

Da hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit dem Kreislauf älterer Hunde besonders zu schaffen machen, sollten Spaziergänge bei feucht-warmem Wetter in die kühlen Morgen- und Abendstunden gelegt werden. Körperliche Aktivitäten in der schwülen Mittagshitze sind für ältere Hunde alles andere als gesund.

Wichtige Regeln für die Bewegung älterer Hunde

Ein Hund sollte viermal täglich ausgeführt werden, davon sollten zwei bis drei der Spaziergänge je eine halbe Stunde lang sein. Kontinuität und Gleichmäßigkeit ist für eine gute Kondition wichtig.

Ø Hunde, die an einer Erkrankung leiden, die mit vermehrtem Harnabsatz oder Verdauungsbeschwerden einhergeht, müssen unter Umständen häufiger als viermal täglich ins Freie.

  • Art und Umfang der Bewegung müssen an die individuelle Fitness und die persönlichen Bedürfnisse des Seniors angepasst werden.
  • Ideal sind gleichmäßige und regelmäßige Bewegungen, die im Grad der Belastung nicht zu sehr wechseln.
  • Gelenke, Muskeln und Bänder dürfen nicht übermäßig und abrupt beansprucht werden.
  • Vor und nach verstärkter körperlicher Aktivität sollte der Hund Gelegenheit haben, sich aufzuwärmen, bzw. abzukühlen. Beim Aufwärmen kann insbesondere im Winter eine Hundedecke hilfreich sein. Sie hält die Muskulatur warm und schützt außerdem vor Unterkühlung.
  • Bei heißem und schwülem Klima sollte die Bewegung in die kühleren Abend- und Morgenstunden gelegt werden.
  • Hat ein Hund gesundheitliche Probleme, muss das Bewegungsprogramm individuell darauf abgestimmt werden.

Wenn Herz und Gelenke Probleme machen

Im fortgeschrittenen Alter haben einige Hunde Probleme mit ihren Gelenken oder mit dem Herz-Kreislauf-System. Zwischen 20 und 22 Prozent aller älteren Hunde, die in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, haben ein orthopädisches Problem. Sie zeigen also Veränderungen an Gelenken, Sehnen, Bändern oder Muskeln. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt der Prozentsatz sogar noch höher. Oft entwickeln sich diese Leiden "still und heimlich" bereits in jüngeren Jahren, führen aber erst im fortgeschrittenen Alter zu erkennbaren Problemen. Es empfiehlt sich daher, die Gesundheit des Vierbeiners schon in jungen Jahren regelmäßig in der Tierarztpraxis checken zu lassen. In diesem Zusammenhang kann es auch durchaus sinnvoll sein, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen vornehmen zu lassen.

Gelenkbeschwerden erkennt man bei älteren Hunden insbesondere an den plötzlichen Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen. Auch früher mühelos durchgeführte Aktivitäten, wie ins Auto springen oder eine Treppe steigen, fallen den Tieren plötzlich schwerer. Der Gang ist kurz und steif, viele Hunde gehen mehr oder weniger ausgeprägt lahm. Typisch ist, dass die Beschwerden am Morgen stärker ausgeprägt sind und sich im Laufe des Tages, wenn der Hund sich eingelaufen hat, bessern. Aufgrund der Schmerzen kann einigen Vierbeinern im wahrsten Sinne des Wortes der Appetit vergehen. Auch Verhaltensänderungen lassen sich feststellen. Hat ein Hund früher zum Beispiel den Postboten lautstark angekündigt und ist zum Briefkasten geeilt, so verzichtet er jetzt lieber darauf.

Erstes Anzeichen für eine Herz-Kreislauf-Schwäche ist ein deutliches Nachlassen der Belastbarkeit. So werden gewohnte Strecken nicht mehr oder nicht mehr so schnell wie früher geschafft. Bei Belastung beobachtet man eine Kurzatmigkeit, auffälliges Hecheln oder auch krächzenden Husten. Zeigt Ihr Hund solche Auffälligkeiten, lassen Sie ihn unbedingt in der Tierarztpraxis untersuchen. In vielen dieser Fälle kann die Medizin tolle Dienste leisten und die Lebensqualität des Hundes deutlich verbessern. Und wie so oft gilt auch hier: Die Aussichten auf Besserung und Linderung sind umso günstiger, je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Daher sollte im Rahmen der regelmäßigen immer auch der Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System eines Hundes eingehend und gründlich untersucht werden.

Nicht mehr ganz fit und doch in Bewegung

Ein Hund mit körperlichen Beschwerden muss nicht "ruhiggestellt" werden. Im Gegenteil - bei vielen Erkrankungen ist wohldosierte Bewegung entscheidend für die Prognose einer Erkrankung, bzw. den Heilungsprozess. Bei akuten Problemen kann es aber durchaus notwendig sein, die Aktivität für einen bestimmten Zeitraum deutlich zurückzuschrauben. Welche Art und welches Maß an Bewegung geeignet ist, muss im Einzelfall mit der Tierarztpraxis besprochen werden. Bei manchen Hunden kann es lebensrettend sein, die körperliche Belastung auf Dauer gezielt zu

steuern. Hunde mit Bandscheibenproblemen dürfen zum Beispiel nicht mehr übermäßig Treppen steigen, Senioren mit einem Herzklappenfehler nicht mehr auf den Sportplatz, und Hunde mit einer Hüftgelenkdysplasie sollten nicht mehr in und/ oder aus dem Kofferraum des Autos springen müssen. Daher ist es sehr wichtig, mit Tierärztin und Tierarzt genau zu klären, welche Gefahren bei welcher Erkrankung bestehen und wie man seinen Hund davor bewahren kann.

In vielen Fällen hilft einem älteren Hund gezielte Physiotherapie, zum Beispiel mit Massagen und Krankengymnastik.