Kinder und Hunde: Tipps für ein harmonisches Miteinander

Die meisten Kinder wünschen sich ein Haustier, besonders viele sehnen sich nach einem Hund. Hunde können ein wertvolles „Familienmitglied“ sein, zahlreiche Vorteile mit sich bringen und Kindern auf vielfältige Weise gut tun. Informieren Sie sich hier darüber, worauf Sie achten sollten, wenn in Ihrem Haus Kinder und Hunde gemeinsam leben.

Was spricht für einen Hund?

Kinder lernen durch Haustiere, Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer Lebewesen zu nehmen und Grenzen zu respektieren, denn sie möchten, dass es ihrem vierbeinigen Freund gut geht. Gleichzeitig kann sich zwischen Kind und Hund eine besondere Beziehung entwickeln: Der Hund ist ein idealer Trostspender. Kinder können ihren Kummer loswerden, ohne dass geschimpft wird. Sie fühlen sich zu jeder Zeit gleichermaßen angenommen. Dies kann positive Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein haben und parallel die Sozialkompetenz schulen. Mit der Anschaffung eines Hundes gehen aber Verantwortung und Verpflichtungen einher. Kinder können schon früh in die alltäglichen Aufgaben eingebunden werden und beim Versorgen des Hundes helfen. Die regelmäßigen Spaziergänge bringen auch einen gesundheitlichen Vorteil mit sich, denn so verbringen Kinder rund ums Jahr Zeit an der frischen Luft.

Körpersprache ist das A und O

Ein wichtiger Faktor für den richtigen Umgang mit Tieren im Allgemeinen und mit Hunden im Speziellen ist das richtige Verstehen der Körpersprache. Wann fühlt ein Hund sich unwohl? Wie drückt er Angst aus? Wann ist er aggressiv und wann gehört Bellen zum Spiel? Rücksicht, Respekt, Verantwortung und ein grundlegendes Verständnis der Körpersprache können gelernt werden und stellt die Basis für einen harmonischen Alltag mit Hund und Kind dar. Trotz allem sollten Kinder nicht mit Hunden allein gelassen werden. So ist sichergestellt, dass eingegriffen werden kann, falls die Situation es erfordert. Erklären Sie Ihrem Kind, warum das Verhalten in der jeweiligen Situation nicht in Ordnung war – nur so kann daraus gelernt werden.

Was sind absolute Tabus?

  • An den Ohren ziehen, am Schwanz zerren oder schubsen – das mag niemand, weder Mensch noch Hund. Als Faustregel gilt für Kinder: Behandle einen Hund so, wie du auch selbst behandelt werden möchtest.
  • Starres „In-die-Augen-Schauen“ ist bei Hunden ein kommunikatives Mittel, um die Rangordnung auszutragen. Zwei Hunde starren sich in die Augen, bis einer den Kopf wegdreht. Der andere ist dann zufrieden, denn für ihn ist klar, dass er in der Rangordnung höher steht. Kommt es nicht zu einer friedlichen Lösung des Konflikts, so wird gekämpft. Auch in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch sollte starres „In-die-Augen-Schauen“ daher vermieden werden.
  • Hunde können unter Umständen aggressiv reagieren, wenn sie beim Fressen gestört werden. Sie können dies als Versuch deuten, ihnen das Futter wegzunehmen und reagieren entsprechend verteidigend. Um Missverständnisse oder ein Herunterschlingen der Nahrung zu vermeiden, sollten Hunde daher in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre gefüttert und beim Fressen nicht gestört werden.

Die Bedürfnisse des Hundes respektieren

Kinder können manchmal ungestüm sein. Ihre Wirkung auf andere einzuschätzen, das müssen sie erst lernen. Auch die Bedürfnisse anderer stehen für sie nicht immer an erster Stelle. Dies sind jedoch Faktoren, die im Umgang mit Tieren eine wichtige Rolle spielen. So sind Hunde weder Kuscheltiere noch Spielzeuge, die nach den Wünschen von anderen funktionieren, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, die respektiert werden müssen. Rückzugsorte, wie zum Beispiel das Körbchen, sollten für Kinder tabu sein, denn hier möchte der Vierbeiner sich ausruhen und Kraft sammeln.

Aller Anfang ist schwer – vor allem wenn ein Hund neu in die Familie kommt, ist die Begeisterung häufig groß und es mag schwer fallen, dem Tier Ruhe zu gönnen und sich zurückzuhalten. Erklärungen und sanfte Erinnerungen sollten in diesem Fall den Eingewöhnungsprozess begleiten. Je älter die Kinder werden und je länger sie mit einem Hund zusammenleben, umso leichter wird es ihnen fallen, die Bedürfnisse des Hundes zu respektieren.

Angst vor Hunden? Der richtige Umgang mit fremden Tieren

Jeder Hund ist anders und muss neu kennengelernt werden. Im Umgang mit fremden Hunden gelten deshalb noch einmal besondere Regeln: Immer mehr Kinder und auch Erwachsene haben Angst vor Hunden – teils begründet durch schlechte Erfahrungen, teils aus fehlender Erfahrung. Beide Faktoren können unter Umständen zu Fehlverhalten und risikobehafteten Situationen führen. Aber auch Menschen mit Hundeerfahrung können sich in einem heiklen Moment wiederfinden, weil das Verhalten des eigenen, bekannten Hundes auf andere Artgenossen projiziert wird. Doch Hunde sind individuell: Was der einen mag, empfindet der andere gegebenenfalls als unangenehm oder Bedrohung. Der eine Hund hat positive Erfahrungen mit Kindern gemacht, die Erinnerung des anderen ist durch eine negative Begegnung geprägt. Generell gilt daher: Ohne Zustimmung des Besitzers sollte man sich keinem fremden Hund nähern, denn die Reaktion des Hundes ist nicht unbedingt voraussehbar.

Kinderlieb: Welchen Unterschied macht die Rasse?

Es gibt grundsätzliche Eigenschaften und Verhaltensweisen, die typisch für eine bestimmte Rasse sind. Diese können eine Hilfestellung bei der Suche nach einem passenden Hund für die eigene Familiensituation sein. Trotz allem gibt es die grundlegende Rasseeigenschaft „kinderlieb“ nicht. Entscheiden ist die Sozialisation des Hundes, sprich wie ist er aufgewachsen und welche Erfahrungen mit Kindern hat er gemacht. Außerdem sind einige Hunderassen besser für Unerfahrene, andere für Fortgeschrittene geeignet. Bei der Suche nach dem Hund, der für die eigene Situation besonders gut passt, können professionelle Ansprechpartner wie Züchter und Tierheime basierend auf ihrer Erfahrung gute Hilfestellung bieten.