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Ernährung und Übergewicht

Zur Vermeidung von Übergewicht nach der Kastration empfiehlt sich die Umstellung auf eine spezifisch zusammengesetzte Nahrung. Diese sollte u. a. folgende Merkmale aufweisen:

Reduzierter Energiegehalt durch niedrigen Fettgehalt (10 - 11 % in der Trockensubstanz)

Fette sind die Hauptenergielieferanten in der Nahrung. Pro Gramm liefern sie mehr als doppelt so viele Kalorien wie Proteine oder Kohlenhydrate. Will man also eine übermäßige Energieaufnahme vermeiden, so kommt es maßgeblich auf einen verminderten Fettgehalt an. "Weniger Fett" führt automatisch zu einem reduzierten Gesamtenergiegehalt in der Nahrung.

Ein entscheidender Vorteil einer energiereduzierten Nahrung besteht darin, dass man weiterhin normale Futtermengen füttern darf, was im Hinblick auf den erhöhten Appetit kastrierter Hunde von Bedeutung ist. Leider wird in vielen Fällen immer noch versucht, durch Gabe von geringeren Mengen der bisherigen Nahrung ("FdH-Methode") Übergewicht vorzubeugen. Diese Handhabung birgt zwei Risiken: Die Hunde bekommen Heißhunger und es besteht die Gefahr des Nährstoffmangels.


Erhöhter Gehalt an hochverdaulichen Proteinen

Proteine (= Eiweiße) sind die unverzichtbaren Baustoffe des Körpers. Muskulatur, Immunsystem, Haut und Haar und die Matrix des Skelettsystems sind im Wesentlichen Proteinstrukturen. Ohne Eiweiße in der Nahrung wäre deren Aufbau und Erhalt unmöglich.

Zur Vorbeugung gegen Übergewicht bietet ein höherer Gehalt an hochverdaulichen Proteinen entscheidende Vorteile: 

• Sättigung: Noch vor kurzer Zeit hat man den Effekt der Sättigung insbesondere den Fasern in der Nahrung zugeschrieben. Heute weiß man, dass die Proteine im Wesentlichen für ein gutes Sättigungsgefühl des Tieres verantwortlich sind. Ein hoher Proteingehalt sorgt zudem für eine gute Akzeptanz der Nahrung. Dies spielt insbesondere bei Nahrungen eine Rolle, bei denen der Hauptakzeptanzfaktor, das Fett, reduziert worden ist.

• Energiegehalt: Von den Energieträgern einer Nahrung (Fette, Kohlenhydrate, Proteine) liefern Proteine die geringste Nettoenergie. Ein angehobener Proteingehalt hilft deshalb, den Gesamtenergiegehalt einer Nahrung zu senken.

• Erhalt der Muskelmasse: Proteine sorgen als Baustoffe des Körpers für den Erhalt der Muskulatur.

 

 


L-Carnitin und Isoflavone

L-Carnitin unterstützt die Fettverbrennung, indem es die Fettsäuren direkt in die sogenannten Mitochondrien transportiert. Hierbei handelt es sich um spezielle Strukturen in den Körperzellen, deren Hauptaufgabe in der Energiegewinnung liegt. 
Aus diesem Grund spricht man oft auch von den "Kraftwerken der Körperzellen". 
L-Carnitin fördert also die Fettverbrennung und hilft so, der Entstehung von übermäßigen Fettpolstern vorzubeugen. 

Isoflavone sind natürliche Bestandteile von Pflanzen (u. a. Sojabohnen). Sie ähneln in ihrer chemischen Struktur und Wirkung den menschlichen Östrogenen.
Man bezeichnet sie deshalb auch als Phytoöstrogene [phytos (griech.) = Pflanze]. Im Hinblick auf die Vorbeugung gegen Übergewicht haben sie den positiven Effekt, den Stoffwechsel anzukurbeln und den Appetit in Grenzen zu halten.

Erhöhter Gehalt an Pflanzenfasern

Nahrungen mit einem erhöhten Fasergehalt haben neben positiven Effekten auf die Darmgesundheit weitere wünschenswerte Eigenschaften in Bezug auf den Erhalt des Idealgewichtes: Nahrungen mit einem angehobenen Fasergehalt bewirken einen höheren Füllungsgrad des Magen-Darm-Traktes und eine bessere Sättigung des Hundes. Die Kombination aus Faser und den zuvor erwähnten Proteinen trägt also entscheidend dazu bei, dass der Hund satt ist.

Außerdem sorgt ein höherer Fasergehalt für eine kontinuierliche Darmpassage und senkt die Verdaulichkeit der anderen Nährstoffe. Diese werden dadurch nicht mehr so gut ausgenutzt, was insbesondere im Bezug auf die Nahrungsfette von Vorteil ist. Keine Sorge: Bei einer sorgfältig konzipierten Nahrung für Hunde mit Neigung zu Übergewicht wird Ihr Hund trotzdem noch mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt! Die positive Konsequenz daraus ist, dass die Energiedichte der Nahrung reduziert, das Volumen der Futterration erhöht und somit Übergewicht vorgebeugt wird.

Ausgewogener Nährstoffgehalt (Vitamine, Mineralstoffe ...)

Trotz des reduzierten Energiegehaltes sollte die Nahrung so zusammengesetzt sein, dass die Versorgung mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen sichergestellt ist.

Zusammenfassung: Kastrierte Hunde neigen zu Übergewicht, da ihr Appetit steigt, sie aber gleichzeitig weniger Kalorien verbrauchen. Eine spezifische Nahrung, die der Entwicklung von Übergewicht vorbeugt, bietet zwei Vorteile: Gewichtserhalt und ein gutes Sättigungsgefühl.

 

Praktische Tipps, um Übergewicht zu vermeiden (siehe auch Fütterungsfehler):

  • Halten Sie sich an die empfohlenen Tagesportionen und teilen Sie diese auf mehrere kleine Mahlzeiten auf. Die Portionierung hat auch einen positiven psychologischen Effekt: Es gibt mehrmals am Tag etwas zu fressen!
  • Wiegen Sie die Portion auf einer Haushaltswaage ab; ein paar Gramm können bereits zu viel sein. Besorgen Sie sich einen speziellen Messbecher und schneiden Sie diesen so weit ab, dass nur die tatsächliche tägliche Futtermenge hineinpasst. So vermeiden Sie zu hohe Fütterungsmengen.
  • Wichtigster Punkt: Seien Sie konsequent! Wie bereits besprochen, macht die Zugabe von Leckerli jede angepasste Ernährung zunichte und fördert die Entstehung von Übergewicht. Alle Personen, die mit Ihrem Hund Kontakt haben, müssen darüber Bescheid wissen, was er fressen darf.
  • Möchten Sie Ihren Hund gerne belohnen oder benötigen Sie Leckerli für die Arbeit auf dem Hundeplatz? Kein Problem, wenn Sie Trockennahrung verwenden: Füllen Sie sich doch einfach etwas von der Tagesportion ab, was Ihnen dann als "Belohnungshappen" zur Verfügung steht.
  • Ein "Futterball" ist eine tolle Sache: Er sorgt für die langsame Futteraufnahme und bietet dem Hund außerdem Beschäftigung.
Weiterführende Informationen finden Sie hier: