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Ernährung und die Begleitrisiken von Übergewicht

Natürlich nimmt nicht jeder kastrierte Hund zu. Das Risiko besteht aber grundsätzlich. Ist der Vierbeiner dann tatsächlich übergewichtig geworden, so sehen die überflüssigen Pfunde nicht nur unschön aus, sondern sie bringen auch ein deutlich erhöhtes Risiko für Gelenkerkrankungen sowie Verdauungs- und Fellprobleme mit sich.

Eine für kastrierte Hunde geeignete Nahrung sollte deshalb auch die Folgen von möglichem Übergewicht berücksichtigen:

Verdauungsprobleme

Kastrierte Hunde sind nicht grundsätzlich häufiger von Verdauungsproblemen betroffen als unkastrierte Tiere. Beschwerden sind aber dann zu erwarten, wenn sich nach der Operation Übergewicht entwickelt. Fette Hunde bewegen sich weniger und leiden deshalb nicht selten unter Darmträgheit. Dies begünstigt die Entstehung von Verstopfungen, in deren Folge übermäßige Gärprozesse auftreten können, welche dann oft zu Blähungen und stark übelriechendem Kot führen. Unverdauliche und verdauliche Fasern in der Nahrung helfen die Verdauung zu regulieren. Zellulosefasern sind z. B. unverdaulich. Sie regen als Ballaststoffe die Verdauung an und beugen so Verstopfungen vor. 
Verdauliche Fasern, z. B. die sogenannten Fructo-Oligosaccharide, dienen den Darmbakterien als Nahrung und sorgen für eine gesunde Darmflora. Für die Vorbeugung gegen Verdauungsstörungen gilt ganz grundsätzlich: Je leichter verdaulich die Nahrung, umso besser können Verdauungsbeschwerden vermieden werden. Hochverdaulich heißt - einfach ausgedrückt -, die Rohstoffe können leicht und zu hohen Anteilen verwertet werden.


Gelenkerkrankungen

Risikofaktoren, welche die Entstehung von Gelenkerkrankungen begünstigen, sind Größe und Alter, aber auch Übergewicht der Tiere. Je größer und schwerer der Hund, umso höher das Risiko für Gelenkbeschwerden. 
Mithilfe sogenannter gelenkwirksamer Substanzen in der Nahrung kann man die Gelenkgesundheit positiv unterstützen. Glukosamin undChondroitinsulfat sind zwei dieser Substanzen. Hierbei handelt es sich um natürliche Bestandteile des Gelenkknorpels.

Glukosamine können die Knorpelneubildung stimulieren; Chondroitinsulfat besitzt eine hohe Wasserbindungsfähigkeit und außerdem wirkt es dem Knorpelabbau entgegen. Neben diesen Substanzen ist auch der Einsatz von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl sinnvoll, da diese entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen.


Fellveränderungen

Bei übergewichtigen Hunden treten häufig Fellprobleme auf. Im Anschluss an die Kastration kann es außerdem infolge des Hormonmangels zu Veränderungen kommen. Auch wenn letztere nicht direkt durch die Ernährung verhindert werden können, so empfiehlt es sich, für eine optimale Versorgung von Haut und Haar Sorge zu tragen!

Sie spiegeln die Gesundheit des Hundes wider. Neben einer hohen Qualität der Rohstoffe sind die essenziellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 unverzichtbar für ein gesundes und schönes Fell. Sie können vom Hund nicht selber gebildet werden und müssen daher in der Nahrung in ausreichendem Maße vorhanden sein. Omega-6-Fettsäuren sind z.B. in Borretschöl, Omega-3-Fettsäuren in Fischöl enthalten.


Diabetes mellitus

Ziel ist es, einen starken Blutzuckeranstieg nach der Futteraufnahme zu vermeiden. Dieser würde zu einer vermehrten Insulinausschüttung führen, die ihrerseits eine verstärkte Belastung der Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse bedingt. Diese ständige Überbeanspruchung begünstigt die Entstehung der Zuckerkrankheit. Untersuchungen haben ergeben, dass man u. a. besonderen Wert auf spezielle Kohlenhydratquellen legen sollte, die einen regulierenden Einfluss auf den Blutzuckerspiegel ausüben. Kohlenhydrate werden alle - mehr oder weniger schnell - im Darm zu Zucker abgebaut. Um einem schnellen und hohen Blutzuckeranstieg zu begegnen, sind Kohlenhydrate wichtig, die langsam abgebaut werden und deshalb den Blutzuckerwert nur moderat ansteigen lassen.

Hier sind Gerste und Flohsamen (Psyllium) zu nennen. Gerste wird langsamer als andere Kohlenhydratquellen (z. B. Reis) zu Glukose (Zucker) abgebaut. Der Blutzuckeranstieg ist folglich geringer und die Insulinreserven werden geschont. Gleichzeitig gelingt die Einstellung eines konstanteren Blutzuckerspiegels, der sich regulierend auf den Hunger auswirkt. Flohsamen übt durch seine Fähigkeit zur Schleimbildung einen positiven Effekt aus, indem die Aufnahme von Glukose aus dem Darm ins Blut verzögert wird.


Harnsteine

Durch eine gezielte Fütterung kann der Entstehung der beiden häufigsten Harnsteinarten (Struvit-und Kalziumoxalatsteine) wirksam vorgebeugt werden. Zur Vermeidung von Struvitsteinen ist die Einstellung eines niedrigen pH-Wertes im Urin entscheidend. Der Bildung von Kalziumoxalatsteinen kann über eine Steigerung der Wasseraufnahme und die damit einhergehende Mehrproduktion von Urin (Spülung der ableitenden Harnwege) wirksam begegnet werden. Für die Prophylaxe beider Steinarten gilt es, die Zufuhr der an der Steinbildung beteiligten Stoffe (z. B. Magnesium, Phosphat, Calcium etc.) so zu steuern, dass eine Übersättigung des Harns mit diesen vermieden wird. Auf diese Weise kann mit einer Nahrung beiden Steinarten vorgebeugt werden.

Kleine Hunderassen neigen im Übrigen deutlich stärker zur Entwicklung von Harnsteinen. Gründe hierfür sind:

  • ein reduziertes Harnvolumen,
  • geringerer Harnabsatz,
  • höhere Mineralstoffkonzentration im Urin.

Nicht vergessen werden darf dabei, dass die Nahrung nur einen Aspekt bei der Vorbeugung darstellt. Zahlreiche andere Faktoren wie Infektionen oder die ererbte Veranlagung spielen für die Entstehung von Harnsteinen ebenfalls eine wesentliche Rolle. 100 % Sicherheit sind nie gegeben. Eine angepasste Ernährung kann aber zu einem deutlich reduzierten Erkrankungsrisiko beitragen.