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Spezifische Krankheiten des Hundewelpen

Im Laufe der Wachstumsphase ist der Welpe von spezifischen Wachstumsstörungen bedroht; einige davon haben ihren Ursprung in der Ernährung. Auf die Gefahr der Wiederholung hin: Die Wachstumsphase ist und bleibt wegen des schnellen und umfangreichen Gewebeaufbaus die physiologisch schwierigste Phase im Leben des Hundes und erfordert eine umfassende tiermedizinische Vorsorge auf verschiedenen Gebieten. Dazu gehört auch die Ernährung, denn unausgewogenes Futter begünstigt oder verursacht ganz direkt eine Vielzahl spezifischer akut auftretender oder schleichender Erkrankungen. Diese Erkrankungen beruhen immer auf einem Mangel oder einem Überfluss an bestimmten Nährstoffen und betreffen meistens die Knochen oder die Gelenke. 

Skeletterkrankungen

Ein Knochen im Wachstum ist ständig in Bewegung und in der Umbildung; nicht nur wird von den entsprechenden Zellen neues Knochengewebe aufgebaut, sondern auch altes Gewebe zerstört, um den vorhandenen Knochen zu erneuern. Ein sehr streng ausgewogenes hormonelles Gleichgewicht sorgt für die Unversehrtheit der Knochen und hält das innere Gleichgewicht des Körpers aufrecht. 

Zwergwuchs und Wachstumsverzögerungen

Das Wachstum eines Welpen kann in bestimmten Fällen unwiderruflich gestört werden:

  • durch fortgesetzte Fehlernährung,
  • durch Parasiten (Darmparasiten),
  • durch hormonelle Funktionsstörungen (gleichmäßiger Zwergwuchs ist auf eine Fehlfunktion der Hypophyse zurückzuführen, ungleichmäßiger Zwergwuchs auf eine Schilddrüsenunterfunktion),
  • genetische Anomalien beim Aufbau von Knorpeln oder Knochen.

In der Praxis muss bei Wachstumsverzögerungen des Welpen möglichst bald der Tierarzt aufgesucht werden, damit durch verschiedenen Untersuchungen die Ursache bestimmt und wenn möglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. 

Rachitis

Rachitis verläuft beim Hund genauso wie beim Menschen. Im Laufe der Zeit und mit der Verbreitung des entsprechenden Fachwissens sind Knochenerkrankungen aufgrund von Nährstoffmängeln wie die Rachitis praktisch verschwunden. Rachitis äußert sich in einer fehlenden Mineralisation des Knochengewebes und ist die Folge eines Vitamin-D-Mangels. In den letzten zehn Jahren wurden nur vereinzelte Fälle von Rachitis bekannt. 

Kalziummangel

Kalziummangel führt beim Welpen zu einer verbreiteten Knochenerkrankung namens "Osteofibrosis deformans juvenilis". Dies ist die häufigste Mangelerkrankung beim Welpen, da sie im Zusammenhang mit einer Ernährung steht, die fälschlicherweise als ideal angesehen wird: selbst zubereitetes Futter mit zu viel Fleisch und ohne Mineralstoffzusätze (erforderlich: Zusatz, der doppelt so viel Kalzium wie Phosphor enthält), oder noch schlimmer, mit zusätzlichen Gaben von Vitamin D. Die begrenzte Kal-ziumzufuhr, Auslöser für das so genannte "Nur-Fleisch-Syndrom" senkt den Kalziumspiegel im Blut; der Körper greift daraufhin auf die Kalziumreserven in den Knochen zurück, was zu deren Demineralisation führt. 

Klinisch gesehen betrifft die Krankheit Knochen und auch Bänder. Das Skelett des Welpen zeigt Deformationen, die beim Abtasten und bei Druck schmerzen, und es tritt eine Schwächung der Knie und der Sprunggelenke mit zunehmendem Sohlengang auf. Der geschwächte Knochen kann schließlich nahezu grundlos brechen; solche so genannten "Grünholzfrakturen" sind sehr schwer zu behandeln. Die Behandlung der fortschreitenden Osteofibrose beim Welpen ist sehr einfach, solange sie früh genug einsetzt. Sie basiert auf einem Ausgleich des Phosphor-Kalzium-Verhältnisses im Futter; der Wechsel zu einer Welpenvollnahrung für die entsprechende Größe genügt, um den Normalzustand wiederherzustellen, sofern der Welpe (bei großen Rassen) nicht älter als 6 oder 7 Monate ist. 

Andere Mangelerscheinungen

Der Mangel an bestimmten Nährstoffen, die beim Knochenwachstum verschiedene Funktionen übernehmen, kann zu dauerhaften Störungen führen. So ist Vitamin A essenziell wichtig für die Entwicklung des Skeletts in der Wachstumsphase. Vitamin-A-Mangel führt zu Verkürzungen oder Deformationen der Knochen. Vitamin C dagegen hat entgegen der Ansicht einiger Züchter keine vorbeugende Wirkung im Bezug auf Knochenerkrankungen beim Welpen. 

Überschuss an Vitamin D

Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D, beim Welpen immer noch zu häufig anzutreffen (in der Ernährung ist zuviel des Guten häufig ungesund), führt zu einer Erkrankung namens "hypertrophe Osteopathie", bei der das Knochenwachstum unkontrolliert verläuft. Es kommt zu Knochenwucherungen, der Welpe hinkt stark. Überdosierungen von Kalzium und Vitamin D kommen leider noch allzu häufig vor, besonders bei Welpen großer Rassen; man muss sich hier vor Augen führen, dass diese Erkrankung praktisch nicht rückgängig zu machen ist. 

Überschuss an Vitamin A

Dieses Risiko besteht weit weniger häufig beim Hund als bei der Katze, und zwar aufgrund deren ungünstiger Fressgewohnheiten (zu häufiger Verzehr von Leber). Beim Hund ist die Hypervitaminose A meistens auf eine tägliche Verabreichung von Lebertran zurückzuführen, der etwa 2.000 internationale Einheiten (IE) Vitamin A pro Gramm enthält. Ein Überschuss an Vitamin A stoppt die Verknöcherung und führt zu einer Verkürzung der langen Knochen und zu anderen Knochendeformationen. Dieser Prozess ist in der Regel irreversibel.

Gelenkerkrankungen

Unter der international gebräuchlichen Bezeichnung Osteochondrosis werden verschiedene Knochen-Gelenk-Erkrankungen zusammengefasst, die in diesem Fall beim heranwachsenden Welpen auftreten können. Diese Erkrankungen betreffen hauptsächlich die Welpen großer Rassen und äußern sich durch übermäßiges Wachstum (Hypertrophie) der Gelenkknorpel, was zu Schmerzen, Gelenkdeformationen, Radius-Curvus-Syndrom usw. führt. Bei bestimmten, sehr schmerzhaften Formen fortgesetzten Hinkens spaltet sich der Gelenkknorpel (klassischer Fall am Schultergelenk des Labradors). 

In diesem Fall wird das Krankheitsbild außer durch einen starken Kalziumüberschuss vor allem durch eine allgemeine Überfütterung verschlimmert, die zu einer verfrühten übermäßigen Gewichtszunahme führt. Selbst ein perfekt ausgewogenes Futter führt in zu großer Menge schnell zu Übergewicht, das umgehend mechanische Auswirkungen auf die sich ausbildenden Gelenk- und Knorpelstrukturen zeigt. Der Besitzer ist sich einer solchen Überfütterung im Übrigen nicht immer bewusst; sie kann eintreten,

  • wenn das Futter zu appetitlich ist, sodass der Welpe ständig mehr erbettelt (meist der Fall bei industriellem Feuchtfutter und im Allgemeinen bei zu fettreichem Futter);
  • wenn der Energiegehalt des Futters falsch berechnet wird: Mit der Einführung leicht verdaulicher, hochwertiger Trockenfutter wurde das klassische Modell

"3,5-3,5-8,5" (3,5 Kilokalorien verwertbare Energie pro Gramm Protein und Stärke und 8,5 Kilokalorien pro Gramm Fett) durch die Formel "4-4-9" ersetzt; die enthaltenen Nährstoffe werden also vom Organismus besser verwertet. Aufgrund dieser Fehlberechnung kann ein Welpe von 20 kg täglich 20 bis 25 g nutzloses und schädliches Körperfett ansetzen. 

Fettsucht beim Welpen

Während große Hunde im Welpenalter, wie oben beschrieben, anfällig für Probleme mit Knochen und Gelenken sind, besteht bei kleinen Hunden ein größeres Risiko für eine frühe Fettsucht, die so genannte juvenile hyperplastische Fettsucht. Wenn ein kleiner Hund zuviel frisst, nimmt, schematisch betrachtet, zunächst die Anzahl seiner Fettzellen zu - kleine, kugelförmige Zellen, die sich im Laufe der Zeit mit Fett anreichern, wenn die Überfütterung anhält. Der Besitzer eines kleinen Hundes baut häufig eine sehr enge emotionale Bindung zu seinem Tier auf; dabei wird der Hund nicht selten vermenschlicht. In der Folge wird dann der Besitzer (und dessen Kinder) dem unablässigen Betteln des Welpen nach Futter unbewusst zu leicht nachgeben; der Hund bekommt mehr Leckereien als Streicheleinheiten, der Sprung auf den Tisch wird als Zeichen von Intelligenz angesehen, und ganz allgemein verläuft sein Leben nach dem Motto "kugelrund und gesund". Beim erwachsenen Tier lässt sich Fettsucht mit bloßem Auge leicht erkennen, aber beim Welpen werden solche Anzeichen leicht übersehen, weil das kleine Fellknäuel so niedlich aussieht. Auch in diesem Fall wird die Fettsucht, die später sehr schwer zu bekämpfen sein wird, häufig durch Überfütterung in Verbindung mit unüberlegt verabreichtem, allzu appetitlichem Futter (häufig Konserven) ausgelöst. 

In diesem Fall muss unabhängig von eventuell vorzunehmenden chirurgischen Eingriffen der Ernährungsplan des Welpen überprüft werden. Zunächst erfolgt eine qualitative Auswertung des weiter oben beschriebenen Nährstoffgleichgewichts. Die Bewertung von Alleintrockenfuttern mit spezieller Zusammensetzung für die entsprechende Größe des Hundes scheint dabei die bei weitem effizienteste Lösung zu sein. Bei der Futtermenge muss ein sehr strenges Programm mit den folgenden Etappen eingehalten werden:

  • die Fütterungsempfehlungen des Tierarztes oder des Herstellers genau befolgen; falls der Welpe zu dick für sein Alter ist, die Menge für drei bis vier Wochen auf 75% reduzieren;
  • kein zusätzliches Futter zur täglichen Futtermenge geben.

Insgesamt ist leicht einzusehen, dass eine schlechte Ernährung die Hauptursache für spezifische Wachstumsstörungen beim Welpen ist. Probleme mit Knochen und Gelenken kommen bei den kleinen Rassen nur selten vor, dafür aber sind sie umso eher der Gefahr von früher Fettsucht ausgesetzt, die ihre Lebenserwartung verkürzt.

Rassen mit Prädisposition zu Skelettfehlbildungen während des Wachstums

Deutscher Schäferhund, Maremmaner Hirtenhund, Berger Picard, Berner Sennenhund, Appenzeller Sennenhund, Briard Bullmastiff, Chow-Chow, Deutsche Dogge, Bordeauxdogge, Golden Retriever, Kommodor, Kuvasz, Labrador-Retriever, Leonberger, Mastiff, Mastino Napoletano, Pyrenäenberghund, Rottweiler, Bernhardiner, Gordon Setter, Shar-Pei
Neufundländer

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