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Das richtige Futter für den Hundewelpen

Alle Hundewelpen sind liebenswert! Der Hundebesitzer, der solch ein Fellbündel in sein Haus aufnimmt, trägt eine große Verantwortung für die Entwicklung und das Leben dieses Hundewelpen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist das Wissen über die richtige Ernährung des Hundes unumgänglich. Schließlich liefert die Nahrung die Energie zur Sicherung der Grundfunktionen des Hundes und das Wachstum der Welpen. Die spezielle Nahrungsbedürfnisse des Hundewelpe richten sich nach der Abhängigkeit von der Größe. Wenn ein Hundewelpe optimal ernährt wird, um bestimmten Erkrankungen in der Wachstumsphase vorzubeugen.

Was muss bei der Futterauswahl für den Hundewelpen bedacht werden?

  • die Vielfalt der Rassen und Wachstumskurven,
  • seine Fähigkeit, die Nahrung richtig zu verdauen. Auch Futtersorten, die ansonsten strengsten Anforderungen gerecht werden, sind manchmal ungeeignet, da sie zwar ausgewogen aber nicht ausreichend verdaulich sind und so zu Verdauungsstörungen führen.

 

Welchen Energiebedarf hat ein Hundewelpe?

Ein Hundewelpe hat unabhängig von Rasse oder Typ einen deutlich höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht hat als ein erwachsenes Tier. Er braucht zum einen Energie zur Erhaltung, gleichzeitig aber auch zum Aufbau neuer Körpergewebe, durch die er größer und schwerer wird. Sein Bedarf an Proteinen, Mineralien und Vitaminen ist ebenfalls deutlich höher als beim erwachsenen Tier; daher bietet man dem Welpen Futter mit einem hohen Proteingehalt an (über 30% der Futtertrockenmasse für kleine Rassen, 37 bis 38% für große Rassen), wobei auf eine hohe Qualität dieser Proteine geachtet werden muss. Ein junger Hund reagiert in der Tat deutlich empfindlicher als ein erwachsenes Tier auf Proteinmangel, der bei ihm zu Wachstumsverzögerungen, irreversiblen Veränderungen der Gestalt, Anämie, Rückgang der Bluteiweißwerte und zu einer ungenügenden Antikörperbildung führen kann, was ihn wiederum anfälliger für Krankheiten macht. Er muss genügend Kalzium und Phosphor bekommen, um eine schwere Knochenkrankheit zu vermeiden (die Osteofibrose, eine Nichtverknöcherung des Skeletts); diese Krankheit tritt typischerweise bei Welpen auf, die ausschließlich mit Fleisch oder selbst zubereitetem Futter ohne Mineralstoffzusätze ernährt werden.

Welche Zusammensetzung sollte das Futter der Hundewelpen haben?

Das Futter muss je nach seinem Energiegehalt und der zu erwartenden Größe des Welpen mindestens zwischen 1,3 und 1,6% Kalzium und 1 und 1,3% Phosphor, bezogen auf die Trockenmasse, enthalten.  Die Zusammensetzung von Welpenfutter weist also für alle Welpen bestimmte gemeinsame Merkmale auf: hohe Energiedichte, starke Konzentration aller essentiellen Nährstoffe und begrenzter Stärkegehalt. Je nach Größe der Rasse müssen jedoch noch einige individuelle Anpassungen vorgenommen werden.

Welchen Futterbedarf haben unterschiedliche Hunderassen?

Mit drei Monaten wiegt ein Terrierwelpe 2 bis 3 kg, ein Welpe einer Riesenrasse dagegen bereits etwa 20 kg; zwischen den beiden Tieren besteht also auch ein offensichtlicher Unterschied in der Größe der Kiefer. Trockenfutter ist, wie später noch erläutert wird, ohne Frage die geeigneteste Nahrung für Welpen; mittelgroße Kroketten sind jedoch für den einen Welpen schwierig aufzunehmen, beim anderen dagegen führen sie leicht zum Verschlucken. Besser wäre es also, auf Futter mit Kroketten unterschiedlicher Größe für kleine, mittlere und große Rassen zurückzugreifen. Ein Welpe einer großen Rasse hat einen größeren Kalziumbedarf als ein Welpe einer kleinen Rasse. Ein Welpe von 20 kg frisst jedoch (gemessen am Energiegehalt) nur das 1,5 fache eines Welpen von 10 kg im selben Alter. Wenn sie das gleiche Futter bekommen, besteht für den ersten Welpen also die Gefahr eines Kalziummangels; der Kalziumgehalt muss in einem Futter für Welpen großer Rassen daher höher sein. Schließlich hängt es auch von der Rasse ab, wie lange ein Welpe Aufbaufutter bekommt: bei den kleinen Rassen sind es 8 bis 10 Monate, bei den mittelgroßen 10 bis 14 Monate, bei den großen schließlich 14 bis 20 Monate, 16 bis 24 Monate für Riesenrassen. 

Einen umfangreichen Überblick über Nährstoffe und wichtige Nahrungsbestandteile für Ihren Hund finden sie auch auf unserer Seite was-braucht-mein-tier.de.

Trocken und Nassfutter beim Hundewelpen?

Auch wenn wir uns hier wiederholen: Für ein harmonisches Wachstum und die Vermeidung von Krankheiten ist die richtige Ernährung des Welpen von fundamentaler Bedeutung. Ein Welpe darf weder zu wenig noch zu viel fressen und darf auf keinen Fall unter dem Vorwand, ihm Freude zu machen, überfüttert werden. Daher ist nicht nur wegen des nicht präzise ausgewogenen Nährstoffgehalts das allzu verlockende Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter nicht zu empfehlen. Die besten Ergebnisse lassen sich mit Trockenfutter erreichen; der Welpe frisst nicht zuviel, und der Halter kann das Futter genauer dosieren. Die Anzahl der Mahlzeiten wird mit zunehmendem Alter verringert; begonnen wird mit vier Mahlzeiten pro Tag in den Wochen nach der Entwöhnung, bis zur Hälfte der Wachstumsphase werden sie auf drei und schließlich auf zwei herabgesetzt. Die Futtermenge sollte idealerweise auf die Wachstumskurve des jeweiligen Hundetyps abgestimmt sein. Der Welpe wird dabei regelmäßig gewogen, um jede Anomalie so schnell wie möglich feststellen zu können.

Am Ende der Wachstumsphase sollte der Welpe auf Erwachsenennahrung umgestellt werden; für die meisten ist ein Futter zur Gewichtserhaltung am besten geeignet. Ein solches Futter hat meist eine geringere Energiedichte und enthält weniger Fett und Proteine als Welpennahrung. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass das Futter an die Größe des Hundes angepasst ist.

Welches Futter die für große Rassen am besten?

Ein großer Hund (mehr als 25 kg Erwachsenengewicht) erreicht im Alter von einem Jahr mehr als das Achtzigfache seines Geburtsgewichts und kann bis zum Alter von zwei Jahren noch weiter wachsen. Ein kleiner Hund dagegen (Erwachsenengewicht unter 10 kg) erreicht nur das Zwanzigfache seines Geburtsgewichts, und die Wachstumsphase ist mit etwa 10 Monaten bereits abgeschlossen. Diese Unterschiede machen deutlich, warum Knochenfehlbildungen fast ausschließlich bei großen Hunden auftreten, und unterstreichen die Bedeutung der richtigen Ernährung großer Rassen in der Wachstumsphase.
Die Erblichkeit ist ein bedeutender Faktor bei den Knochen- und Gelenkserkrankungen der großen Hunde, beispielsweise bei der Hüftgelenksdysplasie oder bei der Osteochondrosis. Gewissenhafte Züchter schließen übrigens Träger von ungünstigen Genen vollständig von der Zucht aus. Diese Selektion wird jedoch durch die Tatsache erschwert, dass solche Gene nicht zu einem einheitlichen Erscheinungsbild führen. Mit anderen Worten muss ein Hund, der die für die Hüftgelenksdysplasie verantwortlichen Gene in sich trägt, nicht unbedingt selbst an Dysplasie leiden und überträgt diese Gene auch nicht an alle seine Nachkommen. Durch entsprechende Ernährung und Bewegung kann die körperliche Ausprägung dieser ungünstigen Gene ebenfalls etwas gemindert werden.

Können Hunde durch Überfütterung im Erwachsenenalter größer werden?

Eigentümer großer Hunde und auch einige Züchter sind häufig der Meinung, dass ihre Tiere durch Überfütterung im Erwachsenenalter größer werden. Dem ist jedoch nicht so! Der Hund erreicht auf diese Weise nur schneller seine endgültige Größe. Dieses beschleunigte Wachstum ist jedoch nicht gut für ihn, da es für das unreife Skelett eine übermäßige Belastung darstellt und so zu Fehlbildungen an Knochen und Gelenken führen kann. Daher empfehlen Tierärzte den Haltern großer Hunde, die Futtermenge zu beschränken und dem Hund während der Wachstumsphase ein kalorienärmeres Futter zu geben, das auch weniger Fett enthält. Mit solchen Maßnahmen kann das Wachstum besser überwacht und für eine ausgeglichene Entwicklung des Skeletts gesorgt werden.

Wie wichtig sind kalziumreiche Futterzusätze im Futter des Hundewelpen?

Nicht selten verabreichen Besitzer großer Hunde ihrem Welpen kalziumreiche Futterzusätze. Dies ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn der Hund selbst zubereitetes Futter erhält, also eine eigens zubereitete Mischung aus Fleisch, Gemüse und anderen stärkehaltigen Nahrungsmitteln. Wird der Welpe jedoch mit handelsüblicher Aufbaunahrung für Welpen gefüttert, ist dieses Vorgehen nicht nur sinnlos, sondern sogar gefährlich. Untersuchungen zum Kalziumbedarf bei großen Hunden während des Wachstums haben klar gezeigt, dass übermäßige Kalziumzufuhr das Wachstum behindern und Fehlbildungen an Knochen und Gelenken nach sich ziehen kann. Industriefutter darf also auf keinen Fall zusätzlich mit Kalzium angereichert werden.

Ist die Verwendung von speziellen Welpenfutter sinnvoll?

Spezielles Welpenfutter enthält häufig viele Proteine für eine gesunde Entwicklung der Muskeln und des Organismus sowie auch für ein schönes Fell. Im Gegensatz zu einer häufig geäußerten Meinung hat der erhöhte Proteingehalt dieser Futtermittel keinen schlechten Einfluss auf das Wachstum oder die Nieren. Er macht die Nahrung jedoch noch attraktiver für den Welpen, und der Gehalt an Stärke (langsam verwertete Zuckerarten in Getreide und Kartoffeln), die nicht von allen jungen Welpen gut vertragen wird, kann reduziert werden. Zusätzliche Gaben von Vitamin C sind nicht nur unnütz, sondern können sich bei Überdosierung sogar ungünstig auf die Entwicklung des Skeletts auswirken.
Auch ein ausgewogenes Bewegungsprogramm ist sehr wichtig für die gesunde Entwicklung von Welpen großer Rassen. Ein Mangel an Bewegung (z. B. bei Welpen in zu kleinen Zwingern) wie auch ein Übermaß (z. B. durch intensives Training zu junger Hunde oder wilde Spiele zwischen jungen Hunden) können die gesunde Entwicklung des Skeletts beeinträchtigen und zu ernsten Verletzungen führen.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Da die Erblichkeit bei Wachstumsproblemen einen bedeutenden Faktor darstellt, kaufen Sie solche Welpen nur von anerkannten Züchtern. Geben Sie ein ausgewogenes Alleinfutter mit spezieller Zusammensetzung für Welpen großer Rassen und vermeiden Sie zu große Portionen. Geben Sie dem Hund kein zusätzliches Kalzium und sorgen Sie für ein ausgewogenes Bewegungsprogramm. Fragen Sie im Zweifelsfall immer Ihren Tierarzt um Rat.

Vincent Biourge
Tierarzt
Forschungszentrum Royal Canin