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Geschlechtsverhalten

Der Rüde pubertiert je nach Rasse etwa im Alter von 7 bis 10 Monaten. Kleinere Rassen sind in der Regel früher geschlechtsreif als solche mittlerer Größe, geschweige denn große Rassen. Die Grenzwerte liegen bei 6 Monaten bis zu bei 3 Jahren. Bei der Hündin entspricht die erste Läufigkeit der Geschlechtsreife oder Pubertät; sie tritt im Alter von 6 bis 12 Monaten ein. Die Hündin hat zwei Zyklen im Jahr. Der Eintritt des Östrus ist anscheinend unabhängig von der Jahreszeit, jedoch häufiger im Herbst und Frühjahr.

DieLäufigkeit der Hündin dauert etwa drei Wochen. Sie beginnt mit dem Proöstrus. In dieser Phase werden Rüden zwar durch die mit dem Läufigkeitssekret abgesonderten Duftstoffe angelockt, die Hündin lässt sich jedoch noch nicht belegen und beißt die Rüden ab. Der Halter kann eine Schwellung der Scham und blutigen Ausfluss beobachten. Wenn die Farbe des Ausfluss sich verändert, fleischfarben wird, befindet sich die Hündin um den Zeitpunkt des Östrus (Eisprung). Die Hündin kann etwas nervöser sein und die Rüden werden nun akzeptiert. Der Eisprung erfolgt in der Regel um den 12. Tag der Läufigkeit. Er findet spontan statt und wird durch die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) ausgelöst. Allerdings kann er auch schon früher oder sehr viel später erfolgen. Deshalb empfiehlt sich für den Züchter immer eine Ovulationskontrolle um den idealen Decktermin bestimmen zu können.

Die Spermien des Rüden sind sehr widerstandsfähig, und so kann selbst eine Hündin, die bereits gegen Ende des Proöstrus gedeckt wurde, noch trächtig werden. Die Läufigkeit der Hündin ist extrem lang. Sie dauert im Durchschnitt drei Wochen. Geht sie zu Ende, folgt der sogenannte Metöstrus. Der Metöstrus dauert etwa vier Monate. Es folgt der Anöstrus, die sexuelle Ruhephase. Er dauert 1 bis 2 Monate. Die durchschnittliche Dauer des Zyklus der Hündin beträgt sechs Monate (kann jedoch auch zehn oder zwölf Monate erreichen, ohne dass dies krankhaft wäre). Die Hündin wird also im Durchschnitt zweimal pro Jahr läufig. Manchmal ist ca. zwei Monate nach der Läufigkeit eine Scheinschwangerschaft mit Verhaltensänderung, Milchfluss usw. zu beobachten.

Der Rüde erkennt eine läufige Hündin am Geruch ihres Urins. Er enthält Östrogenmetabolite. Auch die Hündin sucht während des Östrus ihrerseits aktiv nach Rüden. Treffen sie sich, beobachtet man vor allem ein gegenseitiges olfaktorisches Erkunden. Es sieht oft so aus, als würden sie einander zum Spielen einladen. Ist die Hündin im Proöstrus, hält sie nicht lang genug still. Sie bewegt sich, dreht sich um, legt sich hin, steht wieder auf, setzt sich, und die Paarung kommt nicht zustande. Im Laufe des Östrus hält die Hündin dagegen still, und die Paarung kann erfolgen. Einem Rüden fällt die Paarung leichter in einer Umgebung, die er gut kennt und die er mit seinem Duft markiert hat. Deswegen bringt man üblicherweise die Hündin zum Rüden. Ein rangniedriger Rüde oder eine rangniedrige Hündin können sich nicht vor den Augen eines Ranghöheren paaren. Dominante Halter dürfen auf keinen Fall bei der Paarung ihres Rüden oder ihrer Hündin dabei sein.

Man kann durch hormonelle Kontrazeption den Zyklus der Hündin zeitweilig unterdrücken und die Läufigkeit verhindern. Es gibt die orale Kontrazeption sowie die Kontrazeption durch eine Injektion. In jedem Fall müssen diese Produkte während der sexuellen Ruhephase verabreicht werden, das heißt im Anöstrus, also ein bis zwei Monate vor dem voraussichtlichen Zeitpunkt der zu unterdrückenden Läufigkeit. Die Kontrazeption ist nicht ohne Nebenwirkungen und kann unter anderem die Gefahr von Infektionen der Gebärmutter steigern. Besteht kein Zuchtwunsch, ist eine endgültige Lösung vorzuziehen, also das Kastrieren durch Ovarektomie, die operative Entfernung der Eierstöcke. Die Hündin wird dann nicht mehr läufig.