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Die Läufigkeit und der Sexualzyklus der Hündin

Der Sexualzyklus der Hündin ist monoöstrisch (ein einziger Eisprung pro Zyklus) mit spontaner Ovulation, d. h. der Eisprung kann nicht durch die Paarung ausgelöst werden, wie das z. B. bei der Katze der Fall ist. Er wird in vier aufeinander folgende Phasen unterteilt:

  • Proöstrus zur Vorbereitung auf den Eisprung,
  • Östrus oder eigentliche Ovulationsphase,
  • Metöstrus (entspricht der dauer einer Tragzeit und Laktationsphase)
  • Anöstrus oder sexuelle Ruhephase.

Die Dauer der einzelnen Zyklusphasen kann variieren. Nur die Phase des Metöstrus dauert mehr oder weniger immer gleich lang (120 +/- 20 Tage). Die eigentliche "Hitze", die sich über die Phasen Proöstrus und Östrus erstreckt, hat eine durchschnittliche Länge von drei Wochen, aber ihre Dauer hängt vom Datum des Eisprungs ab, das von einer Hündin zur anderen und selbst bei derselben Hündin von einem Zyklus zum nächsten variiert. Wenn eine Hündin also einmal zwölf Tage nach der ersten Blutung ovuliert hat, kann man deshalb nicht davon ausgehen, dass der Eisprung im nächsten Zyklus zur selben Zeit stattfindet.

Ablauf des Zyklus

Im Proöstrus schütten die wachsenden Follikel unter dem Einfluss der Hypophyse Hormone aus, die so genannten Östrogene. Diese bewirken bei der Hündin Veränderungen im Verhalten (Anlocken von Rüden, Lecken an den Genitalien) und im Körper. Die Vulva (Schloss) wird stark durchblutet und sondert einen blutigen Ausfluss ab; die Rüden bleiben so in ihrer Nähe, sie lässt sie jedoch noch nicht aufspringen. Der Zeitraum, in dem die Hündin einen Rüden akzeptiert, ist in der Regel durch besondere Verhaltensmuster gekennzeichnet. Nun zeigt die Hündin häufig ein reflexartiges Bewegungsmuster: nach Stimulation der Vulva (dorsales Scheidendach) schiebt sie die Schwanzwurzel zur Seite. Bei der Interpretation dieses Zeichens muss man jedoch Vorsicht walten lassen, da einige Hündinnen auch außerhalb der Ovulationsperiode Rüden aufspringen lassen.

Im Östrus werden die Scheidenabsonderungen klarer und schleimiger, was den Deckakt erleichtert. In dieser Phase findet der Eisprung statt; die Eizellen sind jedoch noch unreif, man spricht von "Oozyten". In der Regel dauert es weitere 48 Stunden, bis sie befruchtungsfähig sind. Im Gegensatz zu den meisten Arten beginnen die Eierstöcke der Hündin bereits einige Tage vor dem Eisprung, Progesteron (Trächtigkeitsschutzhormon) zu produzieren. Der Progesterongehalt im Blut teigt danach kontinuierlich an, egal ob eine Befruchtung stattgefunden hat oder nicht. Mit diesem Wert lässt sich also beim Hund der Eisprung nachweisen, nicht jedoch eine Trächtigkeit. Wenn die Ausschüttung von Progesteron ein bestimmtes Niveau erreicht hat, erreicht dieses im frühen Metöstrus zunächst ein Plateau. Es wird von den Gelbkörpern in den Eierstöcken produziert, in denen die Oozyten herangereift sind. Dieses Hormon bereitet den Uterus auf die Einnistung der Embryonen vor und ermöglicht seine Entwicklung im Fall einer möglichen Trächtigkeit.

Unabhängig von einer Trächtigkeit, fällt der Progesteronspiegel zwei Monate nach dem Eisprung rapide ab; die Geburt wird so ermöglicht, gegebenenfalls beginnt die Laktationsphase und der Uterus bildet sich langsam zurück bis zur Ruhephase des gesamten Fortpflanzungsapparates der Hündin (Anöstrus).