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Veränderung des Verhaltens durch die Domestikation

Der genaue Zeitpunkt der Domestikation des Hundes (Canis familiaris) ist unbekannt. Sie hat sehr wahrscheinlich in unterschiedlichen Gesellschaften und Regionen der Welt parallel stattgefunden und soll nach Meinung einiger Autoren gegen Ende des Paläolithikums begonnen haben. Als Ursprung des Hundes gilt allgemein der Grauwolf (Canis lupus). Lange war man sich darüber nicht ganz einig, und manche Autoren glaubten, zu den Vorfahren des Hundes gehöre auch der Gold-Schakal, ja sogar der Kojote. Der Hund sei aus sukzessiven Kreuzungen zwischen diesen Tieren entstanden. Neuere DNA-Analysen stützen jedoch die Wolfsthese, die heute als gesichert gilt.

Der Hund war das erste Tier, das domestiziert wurde

Es gibt diverse Hypothesen hinsichtlich der Domestikation des Hundes. Aktuell ist man der Meinung, dass junge Wölfe zu den Lagerstätten mitgebracht und dort von den Frauen versorgt wurden. Diese jungen Wölfe wurden aus unterschiedlichen emotionalen, alimentären und religiösen Gründen behalten. Erst später sei man sich ihrer Nützlichkeit als Wach- und Jagdhunde bewusst geworden. Es gibt zahlreiche Unterarten des Wolfes, die sich in der Größe unterscheiden. Man geht davon aus, dass sie in unterschiedlichem Maße in der Reihe der Vorfahren des Hundes vertreten sind. Der Prozess der Domestikation hat ja, so scheint es, in unterschiedlichen Gegenden stattgefunden. Diese große Vielfalt der beteiligten Unterarten ermöglicht es, den Polymorphismus, das heißt die Herausbildung verschiedener Formen der Hundespezies und die Vielzahl der Haushundrassen, zumindest teilweise zu erklären. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Hunde für die Jagd verwendet, später zum Bewachen des Hauses. Im Mittelalter gewann die Hetzjagd stark an Bedeutung und es entstanden zahlreiche Jagdhundrassen.

Verlauf der Domestikation

Im 20. Jahrhundert veränderten die Domestikation und die Selektion durch den Menschen den Hund so sehr, dass er seinen Vorfahren heute kaum noch ähnlich sieht. Man selektierte die Hunde nach Körperbau, Größe, Farbe, Fell und Ohren (Wildhunde haben alle im Erwachsenenalter aufrecht stehende Ohren). Im physiologischen Bereich tritt die Geschlechtsreife heute früher ein. Der Wolf ist mit zwei Jahren geschlechtsreif, ein Hund mittlerer Größe (10 bis 25 kg) mit 6 bis 10 Monaten. Ebenso hat sich der Fortpflanzungszyklus der Hündin verdoppelt, und die analen und perianalen Drüsen sind kleiner geworden - eine Diversifikation der Rassenmorphologie. Haushunde weisen mehr Lautäußerungen auf als Wildhunde. Vom Menschen erzogene Jungtiere können differenzierter bellen als Hunde, die in einem Rudel leben. Es haben sich auch zahlreiche andere Modifikationen im Verhalten entwickelt: Gehorsam und Gewöhnung an andere Tierarten und an den Menschen haben das Beuteerwerbsverhalten verändert.

Pheromone sind chemische Substanzen, die von einem Individuum nach außen abgesondert werden. Sie lassen sich über den Geruchssinn durch ein anderes Individuum wahrnehmen und lösen bei jenem ein bestimmtes Verhalten und eine physiologische Reaktion aus. Pheromone entstehen im Bereich unterschiedlicher Organe: in den Analbeuteln, den Afterdrüsen um den Anus herum, den Drüsen zwischen den Zehenballen sowie der Schwanzdrüse auf der Oberseite der Rute. Trifft ein Hund einen anderen Hund, werden diejenigen Körperzonen beschnüffelt, an denen sich die meisten Drüsen befinden.

 

Negative Auswirkungen der Domestikation

Die Domestikation hat nicht nur positive Aspekte. Es gibt leider Hunde, die aufgrund schlechter Bedingungen beim Züchter und einer mangelhaften Erziehung durch den Halter Verhaltensstörungen entwickeln, also Lärm- oder Menschenphobien haben oder aggressiv und bissig sind. Der Mensch liefert Nahrung und Obdach und macht dadurch das Beuteerwerbsverhalten und die Suche nach einem Ruheplatz überflüssig. Er kümmert sich um die Gesundheit des Hundes und verlängert sein Leben. Dadurch kommt es auch zu Altersbeschwerden. Der Mensch steuert die Produktion von Nachkommen, indem er bestimmte Tiere kastriert, das eine oder andere Tier zur Fortpflanzung auswählt und wieder andere für die Zucht ablehnt. Er versucht, Konflikte zwischen verschiedenen Hunden zu vermeiden, und kann dadurch mittelbar die Beziehungen zwischen Ranghöherem und Rangniedrigerem verändern. In einem Haushalt, in dem mehrere Hunde leben, können sich hierarchische Beziehungen zwischen den Hunden herausbilden. Der Halter muss sich diese Beziehungen bewusst machen. Tatsächlich ist der Halter derjenige, welcher Konflikte verstärken und festschreiben kann. Wenn er Hunde trennt, verhindert er, dass Kämpfe so lange ausgetragen werden können, bis sich einer der Hund unterwirft.