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Sozialisierung des Welpen

In einer langen Lehrzeit erwirbt der Welpe sämtliche Verhaltensweisen, die für ein Leben im Rudel nötig sind. Diese Lehrzeit beginnt mit sechs Wochen und endet etwa mit vier Monaten. In dieser Phase können Züchter und Halter Fehler machen, die sich negativ auf ein glückliches und ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Menschen und seinem Gefährten auswirken. Der Welpe kommt zur Welt und hat keine Ahnung, welcher Spezies er angehört. Er muss erst lernen, sich mit seinen Artgenossen zu identifizieren. Er erwirbt diese Information durch eine bestimmte Art der Erziehung, die praktisch irreversibel ist und die man "Prägung" nennt. Ein schlecht geprägtes Tier ist nicht mehr zu retten und für die Spezies verloren.

Was der Welpe beim Spielen mit den Brüdern, Schwestern und der Mutter lernt, hilft ihm später als erwachsener Hund, Geschlechtspartner zu erkennen, Ablehnung zu vermeiden oder mit Mitgliedern der eigenen Spezies zu fliehen.
Wächst der junge Hund jedoch mit Angehörigen einer anderen Art auf (Mensch, Katze, Kaninchen oder selbst Plüschtier), kann es passieren, dass er sich mit dieser Spezies identifiziert. Das völlige Fehlen anderer Hunde zwischen der dritten und etwa der sechzehnten Lebenswoche führt zu einer Identifikation mit der Spezies, die ihm am nächsten steht (Mensch, Katze, Kaninchen), ja sogar mit einer Attrappe (Plüschtier). Im Erwachsenenalter wird er dann die Gesellschaft seiner Identifikationsartgenossen vorziehen, ihnen den Hof machen und mit ihnen versuchen sich zu paaren, aber seinen wirklichen Artgenossen gegenüber unter Umständen aggressives Verhalten an den Tag legen. Damit eine solche Situation nicht entsteht, müssen Welpen mindestens bis zur achten Lebenswoche im Wurf und beim Muttertier bleiben.

Erziehung des Hundes

Der Erwerb eines Hundes erfordert bestimmte Maßnahmen und Kenntnissen über seine Erziehung, sonst entstehen später leider unangenehme Probleme und Hunde werden ausgesetzt oder manchmal sogar eingeschläfert. Ein Welpe muss erzogen werden, damit später ein gutes Verhältnis zwischen ihm und seinen Besitzern herrschen kann. Die Erziehung umfasst mehrere Punkte, unter anderem die Sauberkeitserziehung und das Befolgen von Anweisungen.

Wie wird der Hund stubenrein?

Der Hund erwirbt sein Markierverhalten etappenweise. Nach der Geburt löst zunächst die Mutter die Reflexe zum Harnlassen und zum Kotabsetzen durch Lecken des perianalen Bereichs aus, wobei sie sämtliche Absonderungen aufnimmt. Dann beginnt der Welpe, das Nest zu verlassen, und die Mutter leckt ihn weiterhin unter der Rute, um Harnlassen und Stuhlgang zu stimulieren. Schließlich verschwinden die Reflexe, und die Stimulierung durch das Lecken ist nicht mehr notwenig. Der Welpe verlässt das Nest und markiert in größerer Entfernung. Ab der sechsten Lebenswoche schnüffelt er am Boden, um an denselben Orten seine Ausscheidungen wiederzufinden und zu markieren. Ein Welpe, der von Züchter kommt, ist normalerweise nicht "stubenrein". Er macht sein Geschäft nicht da, wo er schläft, und das reicht ihm?

Sauberkeit beim Hund ist eine reine Erziehungsfrage?

Ist der Welpe in seinem neuen Zuhause angekommen, muss man mit ihm hinaus auf die Straße. Und zwar bis zum vierten Lebensmonat alle fünf bis sechs Stunden, nach dem Aufwachen und nach den Mahlzeiten. Wählen Sie am Anfang einen Platz, der bereits seinen eigenen Duft aufweist, zum Beispiel eine mit seinen Geruch getränkte Zeitung. Die Zeitung wird im Rinnstein deponiert und nach einiger Zeit Stück für Stück entfernt. Am Anfang muss man den Welpen systematisch belohnen, wenn er am gewünschten Ort markiert, entweder mit der Stimme oder durch Streicheln. Trotz aller Mühe gibt es zu Beginn der Lehrzeit immer kleine Unfälle.

Findet der Halter Verunreinigungen im Haus, darf er seinen Hund auf keinen Fall bestrafen (außer er ertappt ihn im Moment des Geschehens). Die Zeitungsmethode hat im Haus nichts zu suchen, sonst integriert der Hund diesen Markierungsort und bleibt dabei und wird, selbst wenn Sie mit ihm draußen sind, lieber warten und zu Hause sein Geschäft erledigen. Sie dürfen einen Spaziergang auch nicht abbrechen, sobald der Hund sein Geschäft erledigt hat, sonst wird er bald sein Geschäft und das Ende des Spaziergangs miteinander assoziieren.

Man muss ihm auch den Gehorsam beibringen. Wie? Mit Belohnung oder Strafe?

Belohnung muss, um wirksam zu sein, bestimmten Prinzipien folgen. Sie muss für den Hund eine Bedeutung haben, der Halter muss also den Hund durch Kontakt und großzügiges Streicheln loben und voller Wärme zu ihm sprechen. Die Belohnung muss etwas Besonderes sein, zum Beispiel ein außergewöhnlicher Leckerbissen. Wird die Belohnung systematisch angewandt, wird sie uninteressant und der Hund verliert die Motivation. Belohnung im Nachhinein ist ethologisch gesehen Unsinn. Was die Bestrafung angeht, so muss sie, um effektiv zu sein, auf frischer Tat erfolgen, gleichzeitig mit der verwerflichen Aktion. Sie muss für den Hund unangenehm sein und konsequent jedes Mal angewandt werden - was manchmal sehr schwierig ist, weil der Halter den Hund nicht immer auf frischer Tat erwischt. Eine Bestrafung im Nachhinein verstört den Hund und verschlimmert die Situation. Die Strafe kann direkt erfolgen, indem man z. B. dem Hund über den Fang (die Schnauze) greift und dadurch das Verhalten der Mutter reproduziert. Man kann einen Hund auch aus der Entfernung strafen, indem man mit einem ungefährlichen, Lärm verursachenden Gegenstand nach ihm wirft. Die Erziehung durch Belohnung dauert länger als durch Bestrafung, ist aber dafür dauerhafter. Achten Sie bei der Bestrafung auf Unterwerfungsgesten: Nimmt Ihr Hund die Unterwerfungshaltung ein, muss die Bestrafung unverzüglich aufhören. Fährt der Halter dennoch fort, wird die Bestrafung angstbesetzt und absolut unwirksam.

Erziehung zum Gehorsam ist leicht (Sitz! Platz! ...!)

Zunächst einmal brauchen Sie, um einem Hund eine Befehl zu geben, keine Reden zu halten, denn er versteht die menschliche Sprache nicht - ein einfaches, energisches "Nein" reicht. Gewöhnen Sie ihn sehr bald daran, ein Halsband und dann die normale Leine zu tragen. Der Spaziergang an der Leine kann im Haus beginnen, mehrfach pro Tag und immer nur für kurze Zeit. Zieht der Hund, gibt man der Leine eine leichten kurzen Ruck. Niemals sollte man einfach nur zurückziehen. Dadurch wird er Hund nur weiter nach vorn drängen. Vergessen Sie nicht, ihn zu belohnen, wenn er brav ist. Manche Hunde kommen nicht, wenn sie gerufen werden. Sie nähern sich dem Halter bis auf wenige Meter, bleiben dort stehen, und sobald jener sich ihnen nähert, um sie packen, laufen sie wieder fort. Vor allem müssen Sie Ruhe bewahren, dürfen nicht die Nerven verlieren und das Tier schon gar nicht bestrafen. Und sich auch nicht ärgern. Auch wenn Ihr Hund sie warten lässt, dürfen Sie ihn nicht bestrafen, wenn er zurückkommt. Das ist zweifellos der häufigste Fehler, der gemacht wird. Der Hund assoziiert sonst die Strafe und die Tatsache, dass er zurückgekommen ist. Wenn er kommt, muss man ihn im Gegenteil loben und streicheln. Leinen Sie ihn vor allem nicht sofort wieder an, sondern schicken Sie ihn erst einmal wieder zum Spielen. Wenn Sie ihn jedes Mal nur rufen, um ihn an die Leine zu legen und mit ihm nach Hause zu gehen, ist das für ihn eine Strafe. Möchten Sie, dass Ihr Hund kommt, müssen Sie freundlich und ruhig bleiben und dürfen nicht etwa hinter ihm herlaufen - Sie holen ihn sowieso nicht ein! Andererseits können Sie jedoch auf dem Absatz kehrtmachen und so tun, als wollten Sie weggehen, dann kommt er. Damit der Hund kommt, wenn man ihn ruft, muss er erzogen werden, und das ideale Alter, um damit zu beginnen, ist 4 bis 5 Monate. Auch hier brauchen Sie Geduld. Dieses Training kann im Haus beginnen. Rufen Sie das Tier mit einem knappen Befehl, und wenn es zu Ihnen kommt, loben Sie es. Wenn der Hund im Haus gut gehorcht, machen Sie an einem Ort weiter, der immer noch möglichst geschlossen ist, und schließlich ganz im Freien. Vorsicht: Manchmal scheint der Hund draußen alles vergessen zu haben, denn viele Dinge lenken ihn ab. Ärgern Sie sich dann nicht, sondern machen noch eine Weile im Haus weiter. Die Unterrichtsstunden sollten kurz sein, denn ein Jungtier ermüdet schnell. Bringen Sie ihm bei, keine Dummheiten zu machen (Vorhänge zerreißen, Beine von Tischen und Stühlen annagen, Schuhe zerfetzen). Jedes Mal, wenn Sie Ihren Hund auf frischer Tat ertappen, müssen Sie mit ihm schimpfen und energisch "nein" oder "pfui" sagen, ihn am Hals packen und schütteln - das erinnert ihn an seine Mutter.

Der Hund muss lernen, die Bezugsperson loszulassen

Wenn der junge Hund in ein Haus kommt, entwickelt er eine Bindung zu einem Menschen, und diese Bindung beruht auf Gegenseitigkeit. Im Alter von etwa 4 ? bis 5 Monaten muss der Halter dafür sorgen, dass der Hund sich aus dieser Bindung löst. Er muss die Loslösung aktiv herbeiführen. Geschieht das nicht, gerät der junge Hund in Angst und Panik, sobald er von seiner Bezugsperson getrennt ist. Dann sucht er seinen Herrn - und das sind die Folgeschäden: Er ruiniert das Mobiliar, vergisst sich auf dem Teppichboden und heult! Der Hund "rächt" sich nicht, sondern fühlt sich bang und beklommen. Sie müssen ihm beibringen, allein zu bleiben und sich von seinem Halter zu lösen. Wollen Sie aus dem Haus gehen, hören Sie 30 Minuten vorher auf, sich mit ihm zu beschäftigen. Führt der Hund einen Freudentanz auf, wenn Sie zurückkommen, reagieren Sie nicht darauf, sondern weisen Sie ihn ab. Sobald er sich beruhig hat, können Sie ihn bemerken, sich freuen und ihn streicheln. Hat er Schaden angerichtet, tun Sie so, als hätten nichts bemerkt, selbst wenn Sie ihn am liebsten bestrafen würden. Der Hund muss lernen, sich von seinen Besitzern zu lösen, und das geht nur, indem Sie nicht mehr auf seine Aufforderungen zum Spielen und Streicheln reagieren. Sie müssen ihn abweisen. Die Initiative geht immer vom Halter aus.

Er muss die Regeln des Zusammenlebens lernen

Er muss allein essen. Er bekommt sein Essen in der Küche: Er darf nicht bei Tisch betteln, kann aber bei den Mahlzeiten seiner Familie dabei sein. Er darf nicht ohne ihre Zustimmung auf das Bett oder die Couch klettern. Weisen Sie ihm bald einen Schlafplatz zu, der sich zwar nicht im Durchgang befindet, doch strategisch so gelegen ist, dass der Hund das Kommen und Gehen seines Rudels, also seiner Besitzer, beobachten kann. Der Schlafplatz muss an einem ruhigen Ort liegen, wo der Hund sich ausruhen kann. Knabbert der Hund an Ihren Fingern, gebieten Sie ihm Einhalt (denn bei einem großen Hund tut dieses Geknabbere später durchaus weh) und weisen Sie den Hund deutlich und fest zurück. Bei Zerr- oder Kampfspielen (um ein Spielzeug, einen Holzstock, einen Lappen) sollten Sie am Ende des Spiels immer der "Sieger" sein, damit Ihr Hund an Ihre ranghöhere Stellung im Rudel erinnert wird; sonst fördern Sie die Angriffslust des Tieres. Streicheln Sie ein Jungtier niemals auf seinen Wunsch hin. Wie beim Spiel, so ist es auch hier immer der Halter, der die Initiative ergreift und entscheidet, wann er Kontakt aufnehmen und den Hund streicheln will.

  Die Spielregeln


Im Spiel um die besten Plätze lernen junge Hunde die Rudelordnung. Mit seinen Brüdern und Schwestern nimmt der Welpe und Junghund eine Vielzahl von Haltungen ein. Abrollen, andere beiseite schubsen, mit einem Monat ist der Körper des Welpen ständig in Bewegung. Sogar sein Gesicht ist jetzt ausdrucksvoll - kein grobfaltiges Welpengesicht mehr! - er zieht die Lefzen zurück, spielt mit den Ohren, bewegt die Gesichtsmuskeln. Und ebenso viele wahrnehmbare Signale im Leben der Gruppe. Auf dem Rücken liegen ist am wirkungsvollsten: Die ganze Bande kommt angerannt und will dumme Streiche machen. Und dann mit fünf Wochen: Es werden kleine Kriege ausgetragen. Man kaut einander auf den Ohren herum, packt sich beim Nacken, knabbert einander an der Schnauze (Man weiß nie, was sich darin verbirgt). Hier lernen die Junghunde erstmals Kampfspiele kennen und gleichzeitig die Regeln des Rudellebens. Der Junghund probiert Dominanz- und Unterwerfungshaltungen aus.
Er legt sich flach auf den Rücken, spreizt die Vorderläufe - er hat den Kampf verloren! Was er alles erlebt! Das Spiel mit seinen Rempeleien und Körperkontakten hat durchaus erste Anklänge sexueller Aktivität (man beobachte nur, wie der junge Rüde sein Becken schwingt).
Mit drei Monaten erfolgt ein Partnerwechsel: Der junge Hund will mit dem Menschen spielen. Er lädt ihn ein, seinen Rausch zu teilen. Auf tausendfältige Art versucht er, ihn zu überzeugen. Er schmeichelt ihm, flirtet mit den Augen, wirbelt vor ihm herum - der reinste Bauchtanz. Die Lefzen in die Breite gezogen, der Kiefer leicht geöffnet - in der Mimik eines Lachens - fährt er alle Geheimnisse der Verführung auf. Er tänzelt herum, dreht und wendet sich, rennt, hüpft und springt- Schließlich geben wir nach und lassen ihn mit dem Ball spielen. Er fängt ihn, bringt ihn wieder. Wir werfen ihm den Stock zu, er nimmt ihn zwischen die Zähne, läuft weit weg damit und lässt ihn nicht mehr los.
Das Spiel, das die Grundlagen der Rudelordnung unter Hunden legt, vermeidet harte Kämpfe mit Bisswunden und dämpft aggressive Neigungen. Es verstärkt die Beziehung zwischen Hund und Halter. Ein Vergnügen, dass auch die Zukunft prägen wird, denn die Lust zu spielen nimmt beim Hund mit der Reifung immer mehr zu.

Brigitte Bullard-Cordeau