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Rang- und Rudelordnung lernen

Der Hund ist ein Gesellschaftstier und muss die Rudelordnung lernen, also lernen, seine Impulse entsprechend zu steuern: von der Rangordnung bei der Nahrungsaufnahme über die Platzverteilung bis zum Geschlechtsverhalten. Innerhalb des Rudels frisst der dominante Hund zuerst, er wacht über Kommen und Gehen seiner Rangniedrigeren, und er allein hat das Recht, seine Sexualität vor den anderen Mitgliedern des Rudels auszudrücken. Die Kleinen ernähren sich, bis sie abgesetzt werden, von der Milch des Muttertiers, dabei respektieren sie keinerlei Zugangsordnung. Um die Welpen abzusetzen, führt die Mutter sie zu den Nahrungsquellen hin, die dem Rudel zur Verfügung stehen. Nähern sie sich jedoch der Nahrung, werden sie von den erwachsenen Hunden zurückgestoßen. Sie müssen erst lernen zu warten, bis sie an der Reihe sind. Wenn die Ranghöheren fertig sind, können sie fressen. Versucht der Hund dennoch, zur Nahrung vorzudringen, erwartet ihn das Knurren des Chefs, er wird sogar gebissen, wenn er darauf besteht.

Wenn die Rüden im fünften oder sechsten Lebensmonat und die Weibchen zum zweiten Mal läufig sind, werden sie aus den Bereichen verjagt, in denen sich die Ranghöheren und die Hündinnen aufhalten. Die Muttertiere können ihre Jungen immer weniger ertragen, und jene sind gezwungen, sich einen Schlafplatz am Rande des Rudelterritoriums zu suchen. Und diese Phase ist auch durch den Erwerb der Kontrolle über das Geschlechtsverhalten gekennzeichnet. Nur die ranghöchsten Hunde haben das Recht, ihre Sexualität vor den Augen der anderen Rudelmitglieder auszudrücken. Die rangniedrigeren Rüden oder die Heranwachsenden müssen sich verstecken. Ihr Sexualverhalten wird in Gegenwart ranghöherer Rüden gehemmt. 

Beißhemmung

Während der Sozialisationsphase lernt der junge Hund, niemandem durch Beißen wehzutun. Er lernt ab der dritten Lebenswoche im Spielverlauf und auch von seiner Mutter, sein Beißen zu kontrollieren. Er erlernt die Beißhemmung. Während ihrer Kampfspiele beißen sich junge Hunde untereinander, und wenn einer den anderen zu stark anpackt, wird jener schreien. Lebt der Hund in einer Familie, sollte der Halter auch kein Knabbern tolerieren, egal ob gerade die Zähne durchbrechen oder nicht. Hat der Hund das gelernt, gibt es auch keine ernsthaften Bisswunden, wenn er einmal kräftiger geworden ist. Wie stark ein Hund zubeißt, hängt vom Individuum ab, von der Rasse und der Abstammung. Außerdem bringt die Mutter ihren Jungen während dieser Sozialisationsphase bei, sich von ihr zu lösen.

Ablösungsphase

Sind die Jungen etwa fünf Monate alt, toleriert die Hündin vor allem die männlichen Tiere immer weniger. Zuneigungsbezeugungen nehmen ab, sie spielt weniger mit ihnen, die jungen Rüden müssen sich einen Schlafplatz suchen. Die weiblichen Jungtiere bleiben dagegen länger bei ihrer Mutter. Die Ablösung erfolgt langsamer und erst, wenn sie zum zweiten Mal läufig sind. Löst sich das Jungtier innerhalb des Menschenrudels nicht von seiner Bezugsperson, bleibt die Bindungeventuell sogar eine "Hyperbindung" - bestehen und führt zu Verhaltensproblemen: Zerstörung von Gegenständen, Urinieren und Koten am falschen Orte sowie Bellen und Jaulen bei Abwesenheit der Bezugsperson können die Folge sein.