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Die Verdauung

Die Verdauung ermöglicht dem Hund die Aufnahme von Nährstoffen (direkt von den Zellen verwertbare Moleküle), obwohl er bei der Nahrungsaufnahme Molekülstrukturen zu sich nimmt, die für die Aufnahme durch den Verdauungsapparat und die Verwertung durch die Zellen zu komplex sind. Der Verdauungskanal des Hundes ist daher vollständig auf die Zerkleinerung der Nahrungsmoleküle (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) und auf die Nährstoffaufnahme ausgerichtet. Er kann in drei anatomische Abschnitte eingeteilt werden: Der erste Abschnitt dient der Nahrungsaufnahme; zu ihm gehören Zunge, Zähne, Speicheldrüsen, Rachen und Speiseröhre. Der zweite Abschnitt, in dem die Nahrung verdaut wird, besteht aus Magen, Dünndarm, Dickdarm und den dazugehörigen Drüsen (Leber und Bauchspeicheldrüse); der dritte Abschnitt dient der Ausscheidung und umfasst den hinteren Teil des Dickdarms und den Analkanal.

Die Nahrungsaufnahme

  • Schnauze (Fang): Der Hund nimmt seine Nahrung über den Fang auf. Wie bei allen Fleischfressern haben die Fangzähne eine spezielle Funktion beim Kauvorgang. Da die Nahrung des Haushundes, ob nun Hausmannskost oder kommerzielles Hundefutter, mit geringem Kauaufwand einfach hinunter geschlungen wird, kommt es kaum noch zu einer mechanischen Vorverdauung. Die paarweise angeordneten Speicheldrüsen sondern Speichel in die Mundhöhle ab. Durch seine wässrigen und schleimigen Bestandteile feuchtet der Speichel die Nahrung an und erleichtert ihren Übergang in die Speiseröhre. Beim Schlucken stößt die Zunge die Nahrung in den Mundrachen, der Kehldeckel schließt sich (und verhindert dadurch das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre) und der Bissen wird in die Speiseröhre weitergeleitet.
  • Speiseröhre: Durch die nachfolgende Nahrung und Muskelkontraktionen der Speiseröhre wird der Bissen durch den Brustkorb und das Zwerchfell in den Magen geleitet, in den er durch den Mageneingang (die Kardia) eintritt.
Nahrungsaufnahme

1.   Eigentliche Mundhöhle
2.   Reißzahn
3.   Zungenrücken
4.   dorsale Backendrüse
5.   Teil des Schläfenmuskels
6.   Ohrspeicheldrüse
7.   Ohrspeicheldrüsengang
8.   Stenon-Gang
9.   Glandula mandibularis
10. Rachen
11. Speiseröhre
12. Brustbein-Schildknorpel-Muskel
13. Griffelfortsatz-Zungenbein-Muskel
15. Teil des zweibäuchigen Kiefermuskels
16. Unterzungenspeicheldrüse
17. Unterkiefer
18. Unterlefze
19. Oberlefze

 

 

Die Verdauung der Nahrung

Nahrung besteht aus drei Arten von Molekülen: Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten. Für die Verdauung dieser Moleküle sind jeweils andere Mechanismen und Enzyme verantwortlich, und sie vollzieht sich in verschiedenen Abschnitten des Verdauungskanals. In diesem Zusammenhang gibt es interessante Unterschiede im Verhältnis des Verdauungskanals zur Größe des Hundes: Bei kleinen Rassen macht er 7% des Körpergewichts aus, bei großen Hunden jedoch nur etwa 3%. Aus diesem Grund haben große Hunde insgesamt ein empfindlicheres Verdauungssystem.

  • Leber: Die Leber ist ein multifunktionales Organ; eine ihrer Funktionen ist die Verdauung. Sie liegt hinter dem Zwerchfell auf der rechten Seite. Die Leberzellen bilden Leberlappen und sondern die Galle ab, die durch die Gallengänge weitergeleitet wird. Diese münden in die Gallenblase, in der die Gallenflüssigkeit außerhalb der Nahrungsaufnahme gespeichert wird. Die Galle wird also über den ganzen Tag hinweg produziert. Sobald der Nahrungsbrei in den Zwölffingerdarm eintritt, zieht sich die Gallenblase zusammen und bewirkt so die Ausschüttung der Galle, die sich dann im Zwölffingerdarm mit dem vorverdauten Nahrungsbrei vermischt. Die Galle besteht aus Wasser, Mineralsalzen, Gallenpigmenten und Gallensalzen. Die Gallenpigmente haben bei der Verdauung keine Funktion (es handelt sich dabei um Abbauprodukte des Hämoglobins) und werden vom Verdauungskanal abgesondert. Die Gallensalze dagegen spielen eine Schlüsselrolle bei der Verdauung von Fetten.
  • Dünndarm: Vom Magen aus wird der Nahrungsbrei durch den Magenpförtner in den Zwölffingerdarm geleitet, den ersten Abschnitt des Dünndarms. Der Dünndarm ist jedoch empfindlicher als der Magen, weswegen dieser nur langsam geleert wird. Der Vorgang wird gleichzeitig vom Magenpförtner und dem ersten Teil des Zwölffingerdarms gesteuert.
  • Verdauungsdrüsen: Der gesamte Mageninhalt wird auf diese Weise in den Dünndarm weitergeleitet, wo er durch die Sekrete der Bauchspeicheldrüse und der Leber chemisch weiterverdaut wird; die Sekrete werden dabei durch Sekretkanäle in den Zwölffingerdarm geleitet.
  • Bauchspeicheldrüse: Die Bauchspeicheldrüse oder Pankreas ist ein stark längliches, bei den Fleischfressern V-förmiges Organ. Diese Drüse besteht aus einer Vielzahl von so genannten Azinuszellen, die die Verdauungsenzyme (die Pankreasflüssigkeit) produzieren und in den Bauchspeicheldrüsengang ausschütten. Die Sekretion findet nur bei der Nahrungsaufnahme statt. Die Enzyme werden in inaktiver Form ausgeschüttet (da sie sonst die Organe zerstören würden, die sie passieren) und werden erst im Dünndarm durch chemische Prozesse aktiviert. Diese Enzyme sind also die Vorläufer der Proteasen, Lipasen und Amylasen, der Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate spaltenden Enzyme. Die Pankreasflüssigkeit besteht aus Bikarbonaten, die den im Magen angesäuerten Nahrungsbrei im Dünndarm neutralisieren.
  • Magen: Er befindet sich im linken Teil der Bauchhöhle hinter der Thoraxwand und reicht etwas über das Brustbein hinaus. Weil der Hund ein Fleischfresser ist, hat er im Verhältnis zu den Eingeweiden ein großes Volumen. Nach der Nahrungsaufnahme steigt das Volumen dabei nochmals an: In seiner größten Ausdehnung kann der Magen die Hälfte des Bauchraums einnehmen. Im Magen wird die Nahrung gleichzeitig mechanisch und chemisch verdaut. Durch Kontraktionen der Muskelschicht des Magens wird die Nahrung zunächst mit dem Magensaft vermischt, der einen großen Teil der chemischen Verdauung übernimmt.
  • Mikroflora der Verdauung: Der Darm des Hundes enthält wie bei allen Tieren eine wichtige Mikroflora, bestehend aus hauptsächlich bakteriellen Mikroorganismen, die aktiv am Verdauungsvorgang teilhaben. Diese Darmflora reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen der Nahrungsqualität; daher kann der Hund als Fleischfresser im Gegensatz zum Menschen, einem Allesfresser, die Nahrung nicht ohne weiteres wechseln. Dies würde zur Zerstörung der Darmflora und zu Durchfall führen. Durch dieses Phänomen kann erklärt werden, dass eine Nahrungsumstellung unbedingt über einen Zeitraum von acht Tagen durchgeführt werden muss und bestimmte Milchsäurebakterien, die unter das Futter gemischt werden, sich sehr positiv auf die Verdauung des Hundes auswirken (diese Bakterien heißen auch "probiotische Bakterien").
  • Die Verdauung der Kohlenhydrate. Kohlenhydrate liegen in der Nahrung in verschiedenen mehr oder weniger komplexen Formen vor. Das Basismolekül wird Monosaccharid oder Monose genannt; Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) sind beispielsweise Monosaccharide. Die anderen Moleküle bestehen aus einer Kette von Monosacchariden. So besteht z. B. ein Glykogenmolekül (Stärkemolekül) aus einer großen Anzahl von Glukosemolekülen. Durch die Verdauung werden die großen Moleküle aufgebrochen, um ihre Aufnahme zu erleichtern. An dieser chemischen Reaktion sind Enzyme beteiligt, die Amylasen, die (in geringem Maße) in den Speicheldrüsen sowie in der Bauchspeicheldrüse produziert werden. Die Zerlegung der Kohlenhydrate findet also hauptsächlich im Dünndarm statt.
  • Die Verdauung der Fette. Bei der Verdauung von Fetten entstehen Triglyzeride. Diese Moleküle werden mit Hilfe des in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Enzyms Lipase und der Gallensalze aus der Leber verdaut. Die Salze bilden zusammen mit den Triglyzeriden eine Emulsion und erhöhen dadurch die Kontaktfläche mit der Lipase. Die Lipase spaltet die Fettmoleküle durch eine partielle Hydrolyse in Mikro-Fetttröpfchen, die so genannten Mizellen.
  • Die Verdauung der Eiweiße. Eiweiße sind mehr oder weniger lange Ketten von Aminosäuren. Nur diese können aufgenommen werden; daher werden die Moleküle unter bestimmten Umgebungsbedingungen von Enzymen gespalten. Die Magensäure und die im Magensaft enthaltenen Proteasen (spezifische Eiweißenzyme) leiten im Magen die Eiweißverdauung ein, die im Dünndarm durch die Proteasen aus der Bauchspeicheldrüse fortgeführt wird.
Innenansicht des Hundemagens

1. Mageneingang (Kardia)
2. Magenausgang (Pylorus)

 

 

Lage des Verdauungssystem beim Hund

1. Anus
2. Mastdarm
3. absteigender Dickdarm
4. Magen
5. Leber
6. Mageneingang (Kardia)
7. Speiseröhre
8. Glandula mandibularis
9 Ohrspeicheldrüse
10. Molaren
11. Reißzähne
12. Zunge
13. Luftröhre
14. Zwerchfe
15. Magenpförtner
16. Dünndarm
17. Zwölffingerdarm

Die Nährstoffaufnahme

  • Dünndarm:Hier spielt sich ein Großteil der Verdauung und der Nährstoffaufnahme ab. Er bildet Schlingen, die in der Bauchhöhle verteilt liegen; der im Bauchraum aufgefaltete Darm hat die sechsfache Körperlänge des Hundes. Die Gesamtheit der Baucheingeweide wird vom großen Netz, dem Omentum major, umschlossen, das die Organe in ihrer Lage hält. Das Innere des Dünndarms ist stark gefältelt; dadurch wird die Absorptionsoberfläche vergrößert. Die Zellen, aus denen die Mikrozotten bestehen (die kleinsten Falten der Darmwand auf Zellebene), haben unterschiedliche Funktionen: Die unteren Zellen scheiden vor allem Schleim aus, die oberen Zellen nehmen die verdauten Nährstoffe auf. Darüber hinaus setzen abgestorbene Zellen beim Zerfall weitere Arten von Enzymen frei. Je nach Zusammensetzung des Nahrungsbreis erfolgt die Absorption auf unterschiedliche Weise.
  • Absorption von Kohlenhydraten:Die Kohlenhydrate liegen im Nahrungsbrei als Monosaccharide vor. Sie werden über die Darmzellen aufgenommen und in die Blutgefäße weitergeleitet, die im Dünndarm sehr zahlreich vorhanden sind.
  • Absorption von Fetten:Die Mizellen werden von den Darmzellen absorbiert. Die verschiedenen Bestandteile dieser Mizellen werden anschließend im Zellinneren wieder zu Triglyzeriden verbunden, die dann an Proteine und andere Moleküle angehängt und in die Lymphgefäße des Dünndarms geleitet werden.
  • Absorption von Eiweißen: Die Aminosäuren werden in einem komplizierten Vorgang von den Dünndarmzellen absorbiert. Außer den Aminosäuren liegen Eiweiße im Dünndarm jedoch auch noch in anderer Form vor, nämlich als Peptide (mehr oder weniger lange Aminosäureketten). Die kürzesten von ihnen, bestehend aus zwei oder drei Aminosäuren, können aktiv aufgenommen und anschließend durch die Zellenzyme gespalten werden. Im Blutkreislauf finden sich also nur Aminosäuren, keine Peptide.

Die Aufnahme anderer Nährstoffe

Wasser und Mineralsalze werden ebenfalls im Dünndarm absorbiert. Das Wasser wird dem Nahrungsbrei nur teilweise im Dünndarm entzogen; dabei spielen Natriumionen und Glukosemoleküle sowie Aminosäuren eine wichtige Rolle. Die Mineralien werden in verschiedenen Abschnitten des Dünndarms über unterschiedliche Mechanismen aufgenommen; so wird z. B. Kalzium im Zwölffingerdarm unter Mithilfe eines Transportproteins absorbiert.

Die Blutgefäße des Dünndarms vereinigen sich zur Pfortader, die zum Speicherorgan Leber führt.

Ausscheidung von Kot

 

An den Dünndarm schließen sich die einzelnen Teile des Dickdarms an: Blinddarm, Kolon, Mastdarm und Analkanal. Zusammen haben sie beim Hund eine Länge von etwa 70 cm.

 

  • Blinddarm und Kolon. Der sehr kurze Blinddarm hat dieselbe Aufgabe wie das Kolon, das sich dorsal (auf der Rückenseite) unter den Lenden befindet. In Blinddarm und Kolon werden die Nährstoffe aufgenommen, die nicht bereits im Dünndarm absorbiert wurden, vor allem Wasser. Der Rest des Nahrungsbreis wird teilweise durch eine bakterielle Mikroflora verdaut; dieser Vorgang hat beim Hund aber keine große Bedeutung. Die in diesem Prozess entstehenden Nährstoffe werden wie im Dünndarm absorbiert. Blinddarm und Kolon spielen außerdem eine Rolle bei der Bildung, der Speicherung und der Ausscheidung von Fäkalsubstanzen, dem Kot.
  • Mastdarm und Analkanal. Sie befinden sich in der Beckenhöhle. Mastdarm und Analkanal dienen wie bei allen Fleischfressern zur Speicherung und Ausscheidung von Fäzes.
  • Kotentleerung. Die Ausscheidung von Fäzes vollzieht sich in drei Phasen. In der ersten Phase, vom Wesen her eine Verhaltensphase, wird eine passende Stelle gesucht; der Hund entfernt sich dabei möglichst von der Umgebung, in der er lebt. An diese Phase schließt sich eine mechanische Vorbereitungsphase an: Durch die Kontraktion verschiedener Muskeln nimmt der Hund die typische Stellung ein. In der letzten Phase, der eigentlichen Ausscheidungsphase, löst sich der Hund durch eine starke Kontraktion des gesamten Dickdarms.

Die Leber des Hundes (Ansicht vom Dünndarm aus)

 

 

Verdauungsorgane im Überblick

1.   Leber
2.   Rippenbogen
3.   Magen
4.   Milz
5.   absteigendes Kolon
6.   aufsteigender Teil des Zwölffingerdarms
7.   Bauchwand
8.   Samenleiter
9.   Blase
10. quer verlaufender Teil des Zwölffingerdarms
11. Krummdarm (Ileum)
12. Leerdarm (Jejunum)
13. Blinddarm (Caecum)
14. aufsteigendes Kolon
15. quer verlaufendes Kolon
16. Bauchspeicheldrüse
17. absteigender Teil des Zwölffingerdarms

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