Der Bewegungsapparat des Hundes

Das Skelett bildet das Stützgerüst des Hundes. Es besteht aus Knochen, die über Gelenke miteinander verbunden sind. Je nach Öffnungswinkel zwischen den Gelenken unterscheidet man verschiedene Arten von Gelenken: Einige sind vollkommen starr (Verbindungen zwischen den Schädelknochen), andere lassen sich in drei Richtungen bewegen (Gelenk zwischen Schädel und Wirbelsäule). Das Skelett wird über die gestreiften Muskeln bewegt, die mittels Sehnen an den verschiedenen Knochen befestigt sind. Das Zusammenziehen der Muskeln bewirkt die Bewegung eines Knochens im Verhältnis zu einem anderen (z. B. bei Beuge- und Streckbewegungen).
Muskelkontraktionen werden über das zentrale Nervensystem durch Nerven gesteuert. Das Großhirn und das Kleinhirn steuern dabei die willkürlichen Bewegungen, das Rückenmark die Reflexbewegungen. Die an der Bewegungssteuerung beteiligten Nervenzellen werden auch motorische Nervenzellen genannt, im Gegensatz zu den sensorischen Nervenzellen, die Informationen zum Gehirn weiterleiten.
Beim Hund gibt es je nach Rasse drei bis vier, mehr oder weniger ausgeprägte Gangarten: Schritt, Trab, Galopp und Passgang. Der Hund ist ein sehr guter Springer und ein mittelmäßiger Schwimmer, je nach Rasse sind diese Fähigkeiten jedoch unterschiedlich gut ausgeprägt.

 

Skelett und Knochen 

  • Skelett: Die Wirbelsäule, die aus verschiedenen Arten von Wirbeln besteht, hat die Funktion einer Achse, an der 13 Rippen befestigt sind. Zehn davon sind durch das Brustbein miteinander verbunden und bilden den Brustkorb. Der Schädel ist am ersten Halswirbel mit der Wirbelsäule verbunden; dieser erste Halswirbel heißt Atlas und hat die Form einer Schüssel. Der zweite Halswirbel, die Axis, ist wie ein Zapfen mit dem Atlas verbunden; so kann der Kopf um die Achse bewegt werden, die diese beiden Wirbel bilden.
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  • Die Hintergliedmaßensind das Fortbewegungssystem des Hundes. Sie sind über das Hüftgelenk mit dem Becken verbunden, das seinerseits durch ein komplexes Sehnensystem mit der Wirbelsäule zusammenhängt. Die Vordergliedmaßen, die eine geringere Rolle bei der Fortbewegung spielen, sind weniger kompliziert über das Schulterblatt und die entsprechenden Muskeln mit dem Brustkorb verbunden.
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  • Die Knochenbestehen aus einer verkalkten Faserstruktur. Diese Kalzifizierung geht stufenweise im Mutterleib und während des Heranwachsens vor sich. Da die Welpen großer Rassen eine lange Wachstumszeit haben, muss die Kalziumzufuhr über die Nahrung sorgfältig überwacht werden, um Überdosierungen und Mangelzustände zu vermeiden. Das Kalzium in den Knochen dient dem Hund sein ganzes Leben lang als Reserve, die je nach dem konstant zu haltenden Kalziumgehalt im Blut ab- oder aufgebaut wird. Die Knochen sind in der Mitte mit Knochenmark ausgefüllt, einem schwammartigen Gewebe, das die Blutkörperchen produziert.
  • Das Skelett des Hundes

    1.   Unterkiefer
    2.   Oberkiefer
    3.   Schädel
    4.   Halswirbel
    5.   Brustwirbel
    6.   Rippen
    7.   Lendenwirbel
    8.   Darmbein
    9.   Kreuzbein
    10. Schwanzwirbel
    11. Sitzbein
    12. Oberschenkelknochen
    13. Kniescheibe
    14. Wadenbein (Fibula)
    15. Schienbein (Tibia)
    16. Sprunggelenk
    17. Hintermittelfußknochen
    18. Zehenknochen
    19. Vordermittelfußknochen
    20. Vorderfußwurzel
    21. Speiche (Radius)
    22. Elle (Cubitus)
    23. Brustbein
    24. Oberarmknochen
    25. Schulterblatt (Scapula)

Gesamtansicht des Hundeskeletts von vorne und von hinten

  • Kopf des Hundes

    1. Unterkiefer
    2. Zwischenkieferknochen 
    3. Nasenbein 
    4. Oberkiefer 
    5. Jochbein 
    6. Stirnbein 
    7. Schläfenbein 
    8. Scheitelbein 
    9. Hinterhauptknochen

 

Gelenke und Muskeln

  • Gelenke: Sie werden in verschiedene Gelenkarten eingeteilt, je nach den Bewegungen, die sie ermöglichen. Es gibt einfache Nahtstellen, die keine Bewegung zulassen (Schädelknochen), Knorpelverbindungen für ein sehr geringes Spiel zwischen den beteiligten Knochenstrukturen (Schambeinsymphyse) und "echte" Gelenke, bei denen die Endstücke der beteiligten Knochen jeweils von durchscheinendem Knorpelgewebe bedeckt sind und das Gelenk selbst von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umschlossen wird.
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  • Diese Kapsel bildet einen mit zäher Flüssigkeit, der Gelenkschmiere, gefüllten Hohlraum. Die Gelenkschmiere versorgt das Knorpelgewebe mit Nährstoffen und schmiert es gleichzeitig. Der Knorpel ist ein sehr empfindliches Gewebe, der sich nach einer Beschädigung nicht selbst erneuert und der deshalb zusätzlich durch die Gelenkschmiere geschützt werden muss. Häufig ist die Gelenkkapsel von einer faserigen Schale und zahlreichen Bändern umgeben, die das Gelenk stabilisieren. Wenn die beteiligten Knochenenden sich nicht vollkommen ergänzen, kann zwischen den Gelenkflächen eine knorpelige Scheibe (Meniskus) eingefügt sein (Kniegelenk).
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  • Die Muskeln bestehen aus kontraktilen (zusammenziehbaren) Zellen, die untereinander durch Membranen verbunden sind und die Muskelbündel bilden. Diese Bündel vereinigen sich an den Enden und bilden faserige Sehnen, die am Knochen ansetzen. Durch besondere Bestandteile der kontraktilen Zellen können sie sich verkürzen, was auf Muskelebene zur Kontraktion des Muskels führt. Dieser Vorgang verbraucht Energie, die den Zellen über das Blut zugeführt wird und die auf Zellebene gespeichert und umgesetzt wird. Die Steuerung der Kontraktionen geschieht über die Nerven; die Verbindung zwischen Nerven- und Muskelzelle bildet die motorische Endplatte. Über ein komplexes System werden hier Informationen aus der Nervenzelle in Muskelkontraktionen umgewandelt. Das Muskelsystem ist also sehr eng mit dem Kreislauf- und dem Nervensystem verbunden; eine Veränderung dieser Systeme schlägt sich umgehend auch im Bewegungsapparat nieder.
  • Oberflächenmuskeln des Hundes

    1.   Ohrspeicheldrüse
    2.   Glandula mandibularis
    3.   Nackenmuskeln
    4.   Halswender
    5.   Trapezius
    6.   breiter Rückenmuskel
    7.   Bauchmuskeln (äußerer schräger Bauchmuskel)
    8.   Gesäßmuskel
    9.   Schwanzmuskeln
    10. Strecker der Fascia lata (Oberschenkelfaszie)
    11. zweiköpfiger Oberschenkelmuskel
    12. Halbsehnenmuskel
    13. Wadenmuskel
    14. Zehenbeugemuskeln
    15. Achillessehne
    16. langer Zehenstreckmuskel
    17. Schienbeinmuskel
    18. äußere Zwischenrippenmuskeln
    19. ansteigender Brustmuskel
    20. Musculus flexor carpi radialis (Beugemuskel des Mittelfußes)
    21. Musculus extensor carpi radialis (Streckmuskel des Mittelfußes)
    22. Zehenstrecker
    23. Musculus extensor carpi radialis (Streckmuskel des Mittelfußes)
    24. Bizeps
    25. Brustmuskeln
    26. Trizeps
    27. Deltamuskel
    28. Schulter-Zungenbein-Muskel
    29. Musculus orbicularis oris (Mundschließmuskel)
    30. Jochbeinmuskel
    31. Musculus levator nasolabialis (Nasen-Lefzen-Heber)
    32. Kaumuskel
    33. Lidschließer
    34. Schläfenmuskel