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Die Haut

Die Haut bildet im weitesten Sinn die Grenze zwischen dem Organismus und der Umwelt. Sie besteht aus zwei Strukturen: der Haut im eigentlichen Sinn, also einer Hornstruktur, und ihrer Anhänge (Haare, verschiedene Drüsen).

Die Hornstruktur der Haut

  • Die Epidermis, die sich aus mehreren Schichten zusammensetzt: In der Basalschicht findet die Zellteilung statt; hier wird auch das Melanin (der für die Hautfärbung verantwortliche Farbstoff) gebildet. Die Glanzschicht besteht aus zwei bis drei Zellschichten und ist am Nasenspiegel und an den Sohlenballen besonders dick. Bei den Zellen in dieser Schicht handelt es sich um aus vorherigen Zellteilungsprozessen hervorgegangenen Zellen sowie Makrophagen (verantwortlich für die Beseitigung eingedrungener Stoffe). An die Glanzschicht schließt sich die Körnerschicht aus abgeflachten Zellen an, dann eine Hornschicht, deren stark abgeflachte, kernlose Zellen viel Keratin enthalten, und schließlich eine Oberschicht, in der sich die Zellen abschälen.
  • Die Dermis wird von der Epidermis durch die Basalmembran getrennt. Sie ist die dickste der Hautschichten: Am Rücken hat sie einen Durchmesser von 1,3 mm, an den Ballen misst sie 2,5 mm. Sie enthält elastische Fasern und Kollagen, das für die Elastizität und die Widerstandsfähigkeit der Haut verantwortlich ist.
  • Die Subkutis bildet die tiefste Schicht und enthält viele Adipozyten (Fettzellen).


Nur Dermis und Subkutis enthalten Gefäße und Nerven, die Informationen sowohl von außen als auch von innen aufnehmen.

Struktur der Haut

1. Leithaar
2. Epidermis
3. Dermis
4. Aufrichtemuskel
5. Unterhautfett
6. Talgdrüse
7. Schweißdrüse
8. Grannenhaar
9. Papille (scheidet die Haarsubstanz aus)

 

 

Die verschiedenen Funktionen der Haut

  • Barriere: Die Haut verhindert das Austreten bestimmter Elemente, z. B. Wasser, Ionen und Makromoleküle. Umgekehrt verhindert sie auch das Eindringen von Wasser, bestimmten Molekülen und Bakterien. Die Zellen der Epidermis können Wasser aufnehmen und lassen in diesem Moment wenige Moleküle eindringen; dieses System lässt sich für feuchte Verbände nutzen. Die Haut bildet auch eine mechanische Barriere und schützt den Mechanismus auf diese Weise vor Angriffen wie Infrarotstrahlung (durch die Oberschichten der Haut), Ultraviolettstrahlung (durch die Haare und die Pigmentierung) und biologische Agenzien.
  • Austausch durch Sekrete: Die Haut sondert Schweiß und Talg ab. Der Schweiß wird in den apokrinen und exokrinen Drüsen gebildet (letztere befinden sich nur an der Nase und den Sohlenballen). Beim Hund scheint die Schweißabsonderung ausschließlich der lokalen Kühlung der entsprechenden Hautpartie zu dienen. Der Talg wird in den Talgdrüsen an den Haarfolikeln gebildet und schützt die Haut vor Bakterien, indem er diese zerstört. Ein Austausch findet auch bei der Aufnahme von Medikamenten oder Giftstoffen statt, ebenso bei der Aufnahme anderer Stoffe wie fettlöslicher Vitamine, Sexualhormone usw. Schließlich ist auch der Wärmeaustausch über die Haut möglich, indem bei einem Temperaturwechsel Wärmeeinheiten übertragen werden.
  • Stoffwechsel: Die Haut spielt mit den Adipozyten der Subkutis eine Rolle bei der Fettspeicherung, sowie auch in sehr geringem Maße bei der Synthese von Vitamin D3 durch ultraviolette Strahlung auf den oberen Hautschichten.
  • Sinnesorgan: Über die Nervenenden in der Dermis und der Subkutis überträgt die Haut Informationen über Temperatur, Druck, Schmerz oder Kontakt mit einem Gegenstand an den Organismus.

 

DIE ANHÄNGE DER HAUT

Es gibt verschiedene Arten von Anhängen:

  • Die Haarfollikel: Sie bestehen aus einem Haar mit dessen Hülle, einer Talgdrüse und einem Aufrichtemuskel, der für das Sträuben der Haare zuständig ist.
  • Die Schweißdrüsen: Die apokrinen Schweißdrüsen befinden sich in der tiefen Dermis, der dazugehörige Kanal liegt hinter der Talgdrüse. Sie sind über den ganzen Körper verteilt. Die exokrinen Schweißdrüsen liegen an der Verbindungsstelle von Subkutis und tiefer Dermis. Man findet sie ausschließlich an den Sohlenballen und am Nasenspiegel. Der Schweißdrüsenkanal öffnet sich auf der Epidermis, unabhängig vom Haarfollikel.
  • Andere Drüsen: Dazu gehören die Analdrüsen, mit denen das Revier markiert wird sowie die Drüsen über dem Rutenansatz.

Struktur beim Hautsystem des Hundes

Beim Hund sind die Haarfollikel in Gruppen zusammengefasst, die jeweils ein zentrales Leithaar aufweisen, das dicker und länger ist als die anderen, die so genannten Grannenhaare (beim Welpen noch nicht vorhanden).

Die Felldichte hänge von der Rasse und vom Alter ab. Je weicher das einzelne Haar ist, desto dichter ist das Fell. So liegt die Dichte der Follikelgruppen pro Quadratzentimeter beim Deutschen Schäferhund bei 100 bis 300, während sie bei Hunden mit weicherem Fell 400 bis 600 betragen kann. Die Anzahl der Follikelgruppen ist schon bei der Geburt festgelegt. Das Jungtier hat allerdings zunächst ausschließlich Leithaare (die Flaumhaare), was das Fell weich erscheinen lässt. Während des Wachstums verringert sich der Winkel der Haare zur Haut, bis er beim erwachsenen Tier bei etwa 45° liegt.

Die Fellfarbe ist genetisch festgelegt; eine Farbe ist dabei dominant gegenüber einer oder mehrerer anderer Farben. Das erklärt die Vielfalt beim Haarkleid der Hunde und bestimmten charakteristische Abzeichen bei einigen Rassen; so haben beispielsweise die Abzeichen eines Beagles nichts mit den Abzeichen eines Deutschen Schäferhundes gemeinsam.

Jeder Hundebesitzer kennt das Problem: Zum Sommeranfang liegen überall große Haarbüschel auf dem Boden. Haare sind nicht unsterblich; sie folgen vielmehr einem Zyklus, der mit dem Haarausfall endet: dem Haarwechsel oder Abhaaren. Der Hund erlebt, wie auch die Wildtiere, zwei Haarwechsel pro Jahr, er hat also ein Sommer- und ein Winterfell. Das jahreszeitlich bedingte Abhaaren lässt sich durch die Follikelaktivität erklären, die drei Phasen umfasst:

Im anagenen Stadium wächst das Haar, und der Follikel liegt tief in der Dermis. Dieses Stadium dauert beim Hund etwa 130 Tage, beim Afghanischen Windhund 18 Monate.

Das katagene Stadium ist die Ruhephase. Das Wachstum kommt zum Stillstand, und die Haarscheide wandert nach oben.

Im telogenen Stadium bildet sich der Follikel bis zur Öffnung der Talgdrüsen zurück, die Haarwurzel nimmt eine konische Form an, und das Haar fällt schließlich aus. Anschließend beginnt ein neues Haar das anagene Stadium im selben Kanal wie sein Vorgänger.

Natürlich fallen nicht alle Haare gleichzeitig aus. Der Haarwechsel beginnt hinten und setzt sich progressiv nach vorne fort. Das Winterfell ist deutlich dicker als das Sommerfell und bietet einen besseren Schutz gegen Kälteeinbrüche.

Der Haarwechsel geschieht nicht willkürlich. Der Hauptauslöser für das Abhaaren scheint die Photoperiode zu sein (das Verhältnis von Tageslicht zu Dunkelheit). Man nimmt an, dass die zunehmende Tageslänge den Haarwechsel im Frühling auslöst und die abnehmende Tageslänge den Haarwechsel im Herbst. Temperaturänderungen haben nach dieser These lediglich einen Einfluss auf die Dichte und die Geschwindigkeit der Erneuerung des Fells, sind aber nicht der Auslöser für den Haarwechsel.

Beim Haarwechsel ändert sich die Fellfarbe nicht, obwohl bei älteren Tieren die Haare an der Schnauze weiß nachwachsen können. Regelmäßige Fellpflege ist beim Hund äußerst wichtig, um Erkrankungen zu vermeiden.

 

Schultergliedmaße des Hundes von hinten

1. Karpalballen
2. Sohlenballen
3. Zehenballen
4. Kralle
5. Afterkralle

1. Karpalballen
2. Sohlenballen
3. Zehenballen
4. Kralle
5. Afterkralle

Längsschnitt durch eine Hundekralle

 

1. Fesselbein
2. Sehne des Zehenstreckers
3. Kronbein
4. Sehne des Zehenbeugers
5. Sesambein
6. Unterhautgewebe
7. Krallenbein
8. Epidermis
9. Kralle