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Die fünf Sinne

Auge und Gesichtssin beim Hund 

  • Gesichtssinn des Hundes. Über den Gesichtssinn des Hundes gingen die Meinungen lange Zeit auseinander; heute gilt es als gesichert, dass der Hund über eine bessere Nachtsicht verfügt als der Mensch. Seine Netzhautzellen nehmen mehr Lichtinformationen auf; dadurch sieht er gut in der Dämmerung und kann nachts jagen. Hunde nehmen Bewegungen in der Ferne sehr gut wahr, können unbewegliche Objekte in derselben Entfernung jedoch nur schlecht unterscheiden. Auch dieses Phänomen stellt eine Anpassung an die Sichthetze dar, wie sie der Hund praktiziert.Beim Sehwinkel gibt es Unterschiede je nach Hunderasse; dabei handelt es sich immer um eine Anpassung an die Arbeit, die das Tier jeweils verrichten soll. Hütehunde brauchen einen optimalen Überblick über die gesamte Herde und daher ein besonders großes Gesichtsfeld. Ihre Augen befinden sich daher weit an den Seiten des Kopfes, um einen möglichst großen Sehwinkel abzudecken. Jagdhunde dagegen brauchen zum Aufspüren der Beute ein begrenztes, fernrohrähnliches Gesichtsfeld, was durch eine Augenposition im vorderen Teil des Kopfes erreicht wird.
  • Der Augenapparat. Das Auge liegt in der Augenhöhle, einem Hohlraum im Schädelknochen. Dort wird es von Muskeln gehalten, die Augenbewegungen in verschiedene Richtungen und so die Orientierung im Raum ermöglichen. Das Auge wird von den umliegenden Lidern und Drüsen geschützt. Jedes Auge besitzt drei Lider; beim Ober- und Unterlid handelt es sich um Hautfalten mit einer Schleimhautschicht auf der Innenseite. Sie sind von Wimpern gesäumt, die das Auge vor dem Eindringen von Fremdkörpern und Staub schützen. Das dritte Lid ist eine einfache Membran im inneren Augenwinkel und ist normalerweise nicht zu sehen. Es bedeckt das geschlossene Auge und schiebt sich bei einer Erkrankung (Reizung) oder nervösen Störungen vor. Das Auge ist der Trockenheit der Umgebung ausgesetzt. Durch die von den Tränendrüsen produzierte Tränenflüssigkeit wird der exponierte Teil (die Hornhaut) in einer wässrigen Umgebung gehalten und auf diese Weise geschützt. Die Tränenflüssigkeit wird in kleinen Ausbuchtungen zwischen den Lidern und dem Auge gesammelt und über einen kleinen Kanal abgeleitet, der im inneren Winkel der Augenhöhle beginnt und in die Nüstern mündet. Bei einer Überproduktion von Tränenflüssigkeit oder einer Verstopfung des Tränennasenkanals fließt die Flüssigkeit über die Lider nach außen ab und bildet durch Oxidation Fellverfärbungen, die sich bei hellen Hunden als rote Tränenspuren darstellen.

Das Auge selbst besteht aus zwei Segmenten: 

  • Vorderes Segment: Dazu gehören die Hornhaut, die Iris und die Linse. In diesem Segment wird das Licht gebündelt; es hat in etwa die Funktion eines Kameraobjektivs. Die Hornhaut und die Linse dienen mit ihren transparenten Oberflächen als optische Linsen, während die Iris, die in der Mitte ein Loch aufweist (die Pupille), die Rolle der Blende für das Lichtbündel übernimmt.
  • Hinteres Segment: Das hintere Segment besteht aus Glaskörper, Aderhaut und Netzhaut. Es dient der Umwandlung des Lichtbündels in Nerveninformationen, die über den Sehnerv ins Gehirn weitergeleitet werden. Führt man den Vergleich mit der Kamera weiter, so hat das hintere Segment die Funktion des Films, der dann im Gehirn sozusagen entwickelt wird.
Längsschnitt durch die Augenhöhle des Hundes

1. Oberlidheber
2. oberer gerader Augenmuskel
3. Sehnen der Augenmuskeln
4. Sehnerv
5. unterer gerader Augenmuskel
6. Augenringmuskel
7. unterer schräger Augenmuskel
8. Unterlidknorpel
9. Lidspalte
10. Oberlidknorpel
11. und 12. Sehnen des OberlidhebersDas Gehör des Hundes

Das Gehör des Hundes

  • Gehörsinn: Das Gehör des Hundes ist doppelt so scharf wie das des Menschen: Er kann bis zu 2,5 mal höhere Schallfrequenzen wahrnehmen als der Mensch. Hunde hören selbst im Ultraschallbereich, wie sie z. B. Hundepfeifen hervorbringen. Der Hund kann die Töne auch gut voneinander unterscheiden; daher kann er problemlos einzelne Wörter auseinanderhalten, die Herrchen oder Frauchen sagt, obwohl hier auch der Tonfall und die Gestik eine wichtige Rolle spielen.
  • Das Hundeohr: Das äußere Ohr besteht aus Knorpelgewebe und ist von Haut und Muskeln bedeckt. Es bildet den beweglichen Ohrlappen, der sich wie eine Radarantenne nach der Schallquelle ausrichten lässt. Der Ohrlappen geht in den äußeren Gehörgang über, eine knorpelige Röhre, die von einer sehr feinen Haut bedeckt ist und zunächst vertikal, dann horizontal verläuft. Der Gehörgang endet an einer dünnen Membran, dem Trommelfell. Das äußere Ohr dient als Schall-trichter für das Mittelohr.

Das Mittelohr ist der Resonanzkörper des Hundeohrs. Beim Kontakt mit Schallwellen vibriert das Trommelfell und setzt über ein Hebelsystem drei in der Paukenhöhle befindliche Knöchelchen in Bewegung: Hammer, Steigbügel und Amboss. Über diesen Mechanismus werden die Töne verstärkt und an das Innenohr übertragen; gleichzeitig werden jedoch starke Vibrationen gedämpft, da die Gehörknöchelchen nur eine begrenzte Schwingweite haben. 

Das Innenohr besteht aus zwei Teilen, die ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Schnecke formt die Schallwellen in Nerveninformationen um und leitet sich über den Hörnerv ins Gehirn weiter. In den mit Härchen ausgekleideten Bogengängen wird die Position des Kopfes registriert; sie spielen eine Rolle beim allgemeinen Körpergleichgewicht. 

Im Ohrlappen befinden sich mehrere Nerven, darunter der Vagusnerv, der eine verlangsamende Wirkung auf das Herz ausübt. Beim Kupieren der Ohren wird dieser Nerv gereizt, was unter Narkose zu Komplikationen führen kann. Viele Länder sind gegen diese Operation und haben sie bereits verboten. Sie ist inzwischen nicht mehr notwendig für die Zulassung von Rassehunden zu Ausstellungen.

 

Nase und Geruchssinn des Hundes

  • Ein hoch entwickelter Sinn: Der Geruchssinn kann beim Hund als der wichtigste aller Sinne angesehen werden. Er dient zur Jagd, zur Orientierung, zur Kommunikation zwischen Individuen und zum Erkennen der Nahrung. Der Hund identifiziert Herrchen oder Frauchen und seinen Wohnort eher am Geruch als am Aussehen. Die Witterung spielt außerdem eine wichtige Rolle beim Aufstöbern und Einschätzen von Nahrung. Der Geruchssinn ist dem Geschmackssinn übergeordnet: Wenn dem Tier der Geruch nicht gefällt, wird es das Futter auch nicht probieren. Im Vergleich zum Menschen ist der Geruchssinn des Hundes eine Million Mal stärker ausgebildet; im Gehirn des Hundes befinden sich vierzigmal mehr Gehirnzellen zur Entschlüsselung von Gerüchen. Verantwortlich für diese große Sensibilität gegenüber Gerüchen ist auch die große Oberfläche des Rezeptors, der Riechmembran, die beim Hund eine Fläche von 150 m2 hat, beim Menschen dagegen nur 3 m2.
  • Verarbeitung von Gerüchen:Die Schleimhaut liegt auf den knöchernen Nasenmuscheln auf, die die Nasenlöcher des Hundes nach innen verlängern. Diese Muscheln haben eine unregelmäßige Struktur und sind durch Wände getrennt, zwischen denen die eingeatmete Luft eindringt und die Gerüche eingeschlossen werden. Ein weiteres, am hinteren Ende der Nasenhöhle liegendes Organ, das ebenfalls aus Sinneszellen bestehende Siebbein, dient der Geruchsaufnahme. Beim Kontakt mit diesen Zellen lösen die Gerüche chemische Veränderungen und damit eine Nerveninformation aus, die über den Riechnerv an den Teil des Gehirns weitergeleitet wird, in dem die Geruchsinformationen verarbeitet werden. Die Wahrnehmung von Gerüchen ist abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung, dem Luftfeuchtigkeitsgrad der Umgebung und dem Molekulargewicht der Gerüche. Ein schweres und leicht wasserlösliches Molekül wird daher leichter wahrgenommen. Auf dieser Grundlage arbeiten auch die Spürhunde, die Gerüche von Menschen (Trümmerhunde, Lawinenhunde) oder Objekten (Drogen, Sprengstoff, Waffen usw.) aufspüren.
Riechbereich des Hundes: Paragitalschnitt der Nasenhöhlen (ohne Nasenmuscheln)

1. Stirnhöhle
2. Siebplatte des Siebbeins
3. Nervus ethmoidalis
4. Riechnerven
5. nasaler Teil des Rachens
6. dorsaler Nasennerv
7. Nervus vomeronasalis
8. und 9. Rami nasales nervi ethmoidalis

Tastsinn und Empfindlichkeit 

  • Empfindlichkeit: Die Empfindungen lassen sich in Temperatur-, Druck- und Schmerzempfindungen einteilen. Sie werden über Nervenenden in der Haut aufgenommen, die ein sehr dichtes, mit dem Rückenmark und dem Gehirn verbundenes Netz bilden. Die Nervenenden sind unregelmäßig über den ganzen Körper verteilt.
  • Hitze und Kälte: Kälte wird intensiver wahrgenommen als Hitze. Als Reaktion auf diese Empfindungen werden Reflexe ausgelöst: Aufstellen der Haare bei Kälte, Beschleunigung der Atmung für eine erhöhte Wasserverdunstung über die Zunge bei Hitze.
  • Tastsinn: Aus einem ähnlichen Netz von Nerven besteht auch der Tastsinn; sie konzentrieren sich an den Haarwurzeln. Nicht alle Haare sind gleich empfindlich. An den Wurzeln der langen Tasthaare an der Schnauze, den Brauen und dem Kinn sitzen besonders viele Nervenenden.