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Die Atmung des Hundes

Über die Atmung versorgt der Organismus seine Zellen mit Sauerstoff und entsorgt das anfallende Kohlenstoffdioxid. Das Atmungssystem des Hundes besteht aus zwei Teilen: den oberen und den unteren Atemwegen.

Die oberen Atemwege 

Zu den oberen Atemwegen gehören die Nasenhöhlen, der Nasenrachenraum, der Kehlkopf und die Luftröhre. Die Nasenhöhlen befinden sich in der Schnauze (Fang) und hinter der Stirn des Hundes; über die Nasenlöcher am Nasenspiegel stehen sie mit der Umgebung in Verbindung. Die Nasenlöcher bestehen aus Knorpelgewebe und bilden große Öffnungen, durch die die Luft eintreten kann. 

  • Nasenhöhlen und Nasenrachenraum:Die hinter den Nasenlöchern liegenden Nasenhöhlen setzen sich zusammen aus den Nasenmuscheln (Conchae nasales) und den eigentlichen Nasenhöhlen, den Sinus nasales. Sie sind in der Mitte durch eine knöcherne Scheidewand voneinander getrennt; die Knochen der Nasenhöhlen sind übereineinander eingerollt (daher der Name Muscheln). Die Schleimhaut, die die Nasenhöhlen auskleidet, hat daher eine große Oberfläche, was ihre Funktion unterstützt: Sie ist mit vielen Gefäßen ausgestattet und dient dazu, die Luft zu erwärmen und mit Wasserdampf anzureichern. Die in den Nasenhöhlen befindlichen Drüsen produzieren Schleim, der Schadstoffpartikel aus der Luft festhält (Staub, Mikroorganismen usw.). Ein anderer Teil der Schleimhaut dient der Geruchsaufnahme. Nachdem die Luft die Nasenhöhlen passiert hat, wird sie über die hinteren Nasenöffnungen (die Choanae internae) in den Nasenrachenraum am hinteren Ende des Fangs geleitet. Der Luftstrom hat nun etwa Körpertemperatur und ist von Schmutzpartikeln gereinigt.
  • Kehlkopf: Über den Kehlkopf und die Luftröhre strömt die Luft weiter in die Lungen. Der Kehlkopf besteht aus vier Knorpeln (Ringknorpel, Schildknorpel, Stellknorpel und Kehldeckelknorpel) und ist über das Zungenbein mit den Schädelknochen verbunden. Eine Reihe von Muskeln ermöglicht die Bewegung der Knorpel gegeneinander. Während beim Atmen der Kehlkopf geöffnet ist, schließt er sich beim Schlucken und verhindert so das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre. Durch seine größere oder geringere Öffnung regelt er auch die Luftmenge, die in die Lungen gelangt. Im Kehlkopf befinden sich außerdem die Stimmbänder, mit denen durch vom Luftstrom erzeugte Vibrationen Töne hervorgebracht werden, wie z. B. Knurren oder Bellen.
  • Luftröhre: Diese lange Röhre setzt sich aus etwa vierzig Knorpelspangen zusammen, die durch einen Muskel, den Musculus trachealis, seitlich verschlossen werden. Sie führt die Luft aus dem Kehlkopf (im Hals) in die Bronchien (im Brustkorb). Die Kontraktion des Musculus trachealis verringert den Durchmesser der Luftröhre und steuert auf diese Weise das Luftvolumen oder verhindert z. B. beim Husten eine übermäßige Erweiterung der Luftröhre.
Die Atmung - Nasenhöhlen des Hundes

1. Nasenbein
2. Zwischenkieferknochen
3. Oberkiefer
4. Seitlicher Knorpel
5. Nasenscheidewand

  • Körpertemperatur: 38,5 bis 39 °C
  • Durchschnittliche Herzfrequenz (Pulsschläge pro Minute): 70 bis 120
  • Arterieller Druck: 120/60
  • Durchschnittliche Anzahl der Atemzüge pro Minute: 15 bis 20

Die unteren Atemwege 

Zu den unteren Atemwegen gehören die Bronchien und die Lunge. Beide Teile befinden sich im Brustkorb und sind von diesem durch das Brustfell getrennt. Der Brustkorb des Hundes wird seitlich durch die Rippen begrenzt und nach hinten durch das Zwerchfell. Die Lungen sind von der Brustwand durch das Lungen- und das Brustfell getrennt, die einen Unterdruck in der Brusthöhle aufrechterhalten; auf diese Weise ist die Lunge stets mit Luft gefüllt. Die Lunge des Hundes besteht aus sieben Lungenlappen, drei auf der linken Seite (kranialer, medialer und kaudaler Lappen) und vier auf der rechten (kranialer, medialer, kaudaler und akzessorischer Lappen). 

Die verzweigten Bronchien sorgen für die Verteilung der Luft bis zu den Lungenalveolen; die Anzahl der Bronchien ist identisch mit der Anzahl der Lungenlappen. Die Bronchien verästeln sich ihrerseits in immer kleiner werdende Bronchiolen. 

Die Lungen sind überdies von zahlreichen Gefäßen durchzogen, was den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid über eine große Oberfläche ermöglicht.

Schematische Darstellung der Atemwege des Hundes

1. Nasenhöhle
2. Stirnhöhle
3. innere Nasenöffnung
4. Rachen
5. Kehlkopf
6. Speiseröhre
7. Luftröhre
8. Luftröhrenende
9. hinteres Ende des linken Lungenflügels
10. Projektion des Zwerchfells
11. linker Lungenflügel

Vorgänge bei der Atmung 

Die Atmung an sich ist ein komplexer Vorgang, bei dem Muskelbewegungen und der Blutkreislauf eine Rolle spielen.

  • Der Gasaustausch zwischen der Luft in den Alveolen und dem Blutstrom vollzieht sich aufgrund des Druckes, den der Sauerstoff auf der einen und das Kohlendioxid auf der anderen Seite der Kapillarwand ausüben: Die Gase streben jeweils aus den Bereichen mit hohem Druck in Bereiche mit niedrigerem Druck. Auf diese Weise tritt das Kohlendioxid aus den Kapillaren der Blutgefäße in die Lungenluft über, während der Sauerstoff den umgekehrten Weg nimmt. Um eine konstante Sauerstoffsättigung des Blutes zu gewährleisten, müssen Luft und Blut ständig erneuert werden. Das Blut zirkuliert im Körper dank der Tätigkeit des Herzens, das als Blutpumpe dient.
  • Die Lungenventilation erneuert die Luft in den Alveolen. Sie vollzieht sich in zwei Phasen: Beim Einatmen wird frische Luft in die Lungen gesogen, beim Ausatmen wird die verbrauchte Luft ausgestoßen. Die Einatmung wird hauptsächlich durch die Kontraktion des Zwerchfells und der Zwischenrippenmuskeln gesteuert, während die Bauchmuskeln gleichzeitig erschlaffen. Durch die Kontraktionen wird das Volumen des Brustkorbs vergrößert, und die Luft kann in die Lunge eintreten, die sich wie ein Ballon aufbläht. Bei der Ausatmung erschlaffen die erwähnten Muskeln nacheinander, und der elastische Brustkorb verringert sein Volumen. Die normale Atemfrequenz des Hundes liegt bei zehn bis dreißig Atemzügen pro Minute. Sie variiert dabei je nach Größe des Tieres (kleine Hunde haben eine höhere Atemfrequenz als große), seiner Korpulenz und seiner Nervosität.
  • Atemsteuerung: Die gesamte Atmung wird von Nerven gesteuert und ist im Wesentlichen unwillkürlich. Bei erzwungenen Atembewegungen (Ein- oder Ausatmung über dem durchschnittlichen Atemzugvolumen, z. B. beim Seufzen) wird sie ausnahmsweise zu einem willkürlichen Vorgang. Nach verschiedenen physiologischen Gegebenheiten kann der Hund seine Atemfrequenz und/oder das Atemvolumen ändern. So hechelt er beispielsweise bei großer Muskelarbeit, d.h. er atmet schneller durch die Schnauze und vergrößert so das Zugvolumen. Bei einer Muskelanstrengung wird tatsächlich mehr Sauerstoff verbraucht und der Körper aufgeheizt. Der Hund erhöht seine Atemfrequenz, um eine bessere Durchströmung der Zellen mit Sauerstoff zu erreichen - dabei schlägt auch das Herz schneller -, und da Hunde außer an den Ballen so gut wie gar nicht schwitzen, wird der Körper über den Verlust von Wasserdampf über die Lungen gekühlt. Durch die Schnauzenatmung kommt die kühle Luft aus der Luftröhre außerdem in Kontakt mit den wärmeren Blutgefäßen und sorgt auf diese Weise für zusätzliche Kühlung. Die Atmung wird daneben auch von der Luftqualität (der Sauerstoffdruck der Luft nimmt mit steigender Höhe ab), dem Druck von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut sowie über den pH-Wert des Blutes gesteuert, der einen Einfluss auf den Kohlendioxiddruck im Blut hat.
Die Lunge des Hundes (Dorsale Ansicht)

1. kranialer Lungenlappen
2. medialer Lungenlappen
3. rechter kaudaler Lungenlappen
4. akzessorischer Lungenlappen
5. linker kaudaler Lungenlappen
6. linker kranialer Lungenlappen