Flohbefall
Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist nicht sehr wirtsspezifisch. Er kann seine Blutmahlzeit auch bei anderen Säugetieren einnehmen (die Katze an erster Stelle, aber auch Hund, Pflanzenfressern oder vom Mensch). Der Katzenfloh ruft quälenden Juckreiz hervor. Bei einigen Tieren kann der Flohspeichel eine allergische Dermatitis (Flohbissallergie) hervorrufen. Diese Allergie zeigt sich vor allem durch eine Miliardermatitis, d.h. durch das Erscheinen zahlloser Knötchen sowie einem Schorf auf dem Rücken und um den Hals herum. Das Tier kratzt sich ständig und kann sich dabei mit seinen Krallen verletzen. Die mit dem Flohbefall in Verbindung stehende Hautreizung ruft bei bestimmten Tieren übermäßige Reinigung und Lecken hervor, wodurch ein Haarausfall am Unterleib, den Oberschenkeln, den Flanken oder am Schwanz entsteht. Die Flöhe spielen auch eine Rolle bei der indirekten Krankheitsübertragung. Sie sind z.B. ein wichtiger Zwischenwirt für Bandwürmer.
Seit ungefähr zehn Jahren ist es uns mit Hilfe von Untersuchungen zur Biologie des Katzenflohs möglich, dessen Lebenszyklus auf sehr exakte Weise zu beschreiben. Die präzise Kenntnis des Zyklus ist eine unabdingbare Voraussetzung zur wirksamen Verhinderung eines Befalls. Heute weiß man, dass einige Vorstellungen in Bezug auf den Katzenfloh falsch sind. Die erste solche Vorstellung war, dass es sich beim ausgewachsenen Floh um einen so genannten Übergangsparasiten handelt, der sich nicht unbedingt nach seiner Blutmahlzeit auf der Katze aufhält. Tatsache ist, dass der ausgewachsene Floh sein ganzes Leben auf demselben Tier verweilt. Nur eine kleine Anzahl von sich Flöhen wechseln durch Berührung auf andere Haustiere über. Das Ansteckungsrisiko durch einen adulten Floh in der Umgebung anderer Tiere, im Wartezimmer des Tierarztes oder bei einer Ausstellung ist, obgleich dieses sehr häufig angenommen wird, gleich Null. Die Fortpflanzung erfolgt bei den ausgewachsenen Flöhen rapide, jedes Weibchen kann bis zu 50 Eier über mehrere Wochen hinweg legen. Diese weißen ovalen Eier sind einen halben Millimeter lang. Sie bleiben nicht am Tier hängen, sondern fallen einfach auf den Boden in der Umgebung der Katze. Bei vorteilhafter Temperatur und Luftfeuchtigkeit öffnen sich eines Tages die Eier.
Die Geburt der wurmförmigen Larven mit einer Länge von einigen Millimetern ist vollzogen. Bei diesen Larven handelt es sich nicht um Parasiten. Sie ernähren sich in ihrer Umgebung von verschiedenen organischen Abfällen, vor allem von den Ausscheidungen der ausgewachsenen Flöhe. Nach Ablauf einiger Tage bis zu einem Monat spinnt jede Larve einen Kokon. Darin vollzieht sich die Umwandlung, die nach Ablauf von zehn Tagen mit dem Erwachsenstadium endet. Unter günstigen Voraussetzungen oder anders ausgedrückt, wenn sich Tiere in der Umgebung befinden, kommt es zu einem sofortigen Ausschlüpfen der ausgewachsenen Flöhe. Im gegenteiligen Fall ist es den ausgewachsenen Flöhen möglich, geschützt durch ihren Kokon, mehrere Monate darin zu überleben. Diese nicht ausgeschlüpften ausgewachsenen Flöhe stellen eine wichtige Quelle für sofort bereite Parasiten dar. Sie schlüpfen sofort, wenn ein Wirt in der Umgebung auftritt. Die frischgeschlüpften Flöhe suchen unverzüglich nach einem Tier. Folglich ist es wichtig, sich zu merken, dass es sich bei einem Floh im adulten Stadium um einen Dauerparasiten handelt. In seiner unausgereiften Form lebt er wirtsfrei in seiner Umgebung. Der Entwicklungszyklus ist sehr kurz (drei Wochen sind meist ausreichend). Das Hauptrisiko stellen die frischgeschlüpften Flöhe dar und nicht die Flöhe, die bereits auf einem anderen Tier leben.

