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Dermatomykosen

Mikroskopischer Ausschnitt: Haarstruktur einer mit einem Hautpilz
Haarstruktur einer mit einem Hautpilz, Erreger des Grinds, infizierten Katze

Der häufigste Dermatophyt bei der Katze ist Microsporum canis. Daneben kommen noch Microsporum gypseum und Trichophyton mentagrophytes vor. Die befallenen Haare sind im wahrsten Sinne des Wortes von innen her angefressen. Ihre Struktur wird sehr zerbrechlich und sie brechen spontan ab. Daraus resultiert Haarausfall, der aber in der Regel gut abheilt. Er beginnt meist am Kopf, kann sich aber über den ganzen Körper erstrecken. Eine Heilung kann innerhalb von einigen Wochen spontan erfolgen, sie können jedoch an anderer Stelle wieder in Erscheinung treten. Bei den Langhaarrassen kommt der Haarausfall in einer eher diffusen Form zum Ausdruck, indem bestimmte Stellen des Körpers weniger "bauschig" als andere erscheinen.

Bei der Dermatomykose handelt es sich um eine hoch ansteckende Krankheit. Durch die parasitären Haarfragmente ist eine Übertragung auf gesunde Tiere möglich. Diese infektiösen Teilchen sind nicht nur auf den vernarbten Tieren vorhanden, sondern auch im Umfeld. Ein direkter Kontakt ist daher unvermeidbar und eine Katze kann sich leicht in einer verseuchten Umgebung anstecken. Eine Infektionsquelle stellt wiederum ein Teppich dar, auf dem eine infizierte Katze einige Tage zuvor geschlafen hat, ein Korb, in dem ein infiziertes Tier transportiert wurde, eine Bürste oder eine Schermaschine. Die infektiösen Teilchen sind sehr widerstandsfähig und es wird vermutet, dass die Überlebensfähigkeit des Microsporum canis in der Außenwelt mehrere Monate beträgt (vielleicht sogar ein Jahr). Eine andere Besonderheit dieser Pilze: sie sind nicht wirtsspezifisch. Microsporum canis ist vor allem auf der Katze vorzufinden, aber der Pilz ist auch die Ursache von Pilzinfektionen beim Kaninchen, den Nagern, Primaten (hier einschließlich des Menschen) und ebenso bei den Pflanzenfressern. Zur Behandlung einer infizierten Katze ist es notwendig ein Pilzmittel einzugeben oder den Pilz örtlich zu behandeln. Eine Wiederholungsbehandlung sollte innerhalb von weniger als 6 Wochen stattfinden. Es gibt keinerlei Pilzmittel, die für eine vorbeugende Behandlung einmal im Monat zugelassen sind, wie es für die Flohbehandlung vorgeschrieben ist. Tatsächlich ist die einfachste Methode ein gesundes Tier zu schützen, sicher zu stellen, dass es nicht mit einem infizierten Tier in Kontakt kommt. Diese scheinbar einfache Maßnahme stößt jedoch auf zwei Hauptprobleme. Zum einen kann eine Katze immer auf streunende Tiere treffen, die Träger von Dermatophyten sind, zum anderen ist die Identifizierung infizierter Tiere manchmal schwierig.

Bei bestimmten Katzen handelt es sich um asymptomatische Krankheitsträger: obgleich durch Pilzinfektionen verursachte Vernarbungen nicht vorhanden sind, sind sie trotzdem latente Krankheitsträger und somit eine Gefahr für andere Tiere. Daher muss eine Katzenausstellung und ganz generell gesprochen jegliche Ansammlung von Tieren als Ansteckungsrisiko in Betracht kommen. Um jegliche Gefahr zu vermeiden ist eine örtlichen Pilzbehandlung bei sämtlichen an einer Ausstellung teilnehmenden Katzen ratsam. Bei einer infektionsfreien Aufzucht, ist die ständige Einhaltung hygienischer Bedingungen lange vor Ankunft eines neuen Tieres zweckmäßig.

Die zwangsweise Quarantäne als Auflage für den Neuankömmling ist nicht unbedingt notwendig. Eine Untersuchung unter Verwendung des Wood-Lichtes (Schwarz glaslampe) sowie einer mykologischen Kultur lässt immer erkennen, ob ein Tier eine Gefahr für seine Artgenossen darstellt. Letztendlich darf man aber nicht vergessen, dass Pilzinfektionen auch durch einen Zwischenträger aus einer verseuchten Umgebung übertragen werden können. Regelmäßiges Saugen der Teppiche, der Auslegware oder der Kissen ermöglicht die Eliminierung eines guten Teils der Hautpilzsporen. Ansonsten gibt es noch eine spezielle tiermedizinische Behandlungsmethode in Form einer Lösung. Sie ist zur örtlicher Behandlung oder zur Verneblung für ganz besonders verseuchte Örtlichkeiten vorgesehen.

Tabellarische Übersicht der Krankheitserreger, Folgen und Risiken