Die Katze in der Literatur
Die Antike
Zu den Schriftstellern der Antike, die über die Katze geschrieben haben, zählen Homer, Plutarch, Äsop, Virgil und Ovid. Äsop erzählt, wie Venus dem Wunsch einer in einen schönen Jüngling verliebten Katze nachgibt, und sie in eine Frau verwandelt (La Fontaine wird diese Erzählung später in Die in eine Frau verwandelte Katze aufgreifen). Doch die Katze blieb Katze und konnte trotz ihrer Verwandlung nicht anders als einer durch das Zimmer laufenden Maus nachzustellen. Ovid beschreibt in seinen Metamorphosen die Verwandlung Dianas, der Schwester Apollos, in eine Katze.
Das Mittelalter
Im 12. Jahrhundert findet man die Katze in Farcen und Fabeln, so zum Beispiel im Roman de Renart, wo die Katze Tibert, genau wie der Fuchs, die Betrügerei, die Grausamkeit und die Durchtriebenheit verkörpert. Auch in Hexengeschichten wimmelt es nur so von Katzen.
Die Renaissance
Auch im 16. Jahrhundert herrscht über die Katze noch keine Einigkeit. Ronsard und Rabelais empfinden eine starke Abneigung gegen das Tier, während es Montaigne (in seinen Essais) und Du Bellay eifrig in Schutz nehmen. Letzterer verfasste sogar ein 200 Verse umfassendes Epitaph in Gedenken an seine Katze Belaud.
Die Katze in der Fotografie
Man kann die Katzenfotografie in drei große Kategorien gliedern: einmal die Aufnahmen des Tiers in seiner gewohnten Umgebung, weiters die Aufnahmen dokumentarischen Charakters und schließlich die fantastische Fotografie.
Die Fotografie in alltäglicher Umgebung
Heutzutage gibt es unzählige Katzenbilder. Katzen sind nicht nur auf Fotos, sondern auch auf Plakaten, Postern, Kalendern usw. abgebildet. Häufig wird versucht, die Sanftheit oder die Unschuld dieser Tiere besonders zur Geltung zu bringen, indem man Kätzchen oder besonders schöne Posen, Augen oder Sprünge ablichtet. Ein Beispiel dafür ist das schwarzweiße Plakat von Christian Louis (1968), auf dem eine auf einem Laken ausgestreckte Katze mit dem rechten Auge in die Kamera blickt, während ihr linkes Auge hinter einer Sonnenbrille versteckt ist. Oder auch das Farbfoto Die großartige Katze von Bruno Maso, auf dem sich eine aus der Froschperspektive aufgenommene weiße Katze vor schwarzem Hintergrund auf die Kamera zu bewegt. Das gerade auf die Welt gekommene Kätzchen Mieko, festgehalten vom Fotografen und Katzenliebhaber Eugène Smith, symbolisiert all die zerbrechlichen Verheißungen eines neugeborenen Lebens.
Die dokumentarische Fotografie
Als Zeugen ihrer Zeit haben die Fotografen die Stellung oder die Funktion der Katze in unserer modernen Gesellschaft wiedergegeben. André Kertesz beobachtete auf der Straße an mehreren aufeinander folgenden Tagen eine Frau, die streunende Katzen fütterte und fotografierte so 1929 Eine Straßenszene in Paris. Der New Yorker Fotograf Harry Warnecke ließ 1925 eine von ihm beobachtete Straßenszene nachstellen, um auf Bild zu bannen, wie ein Polizist den sehr dichten Verkehr anhält, um einer ein Kätzchen im Maul tragenden Katze, unter den baffen Blicken einer Menge von Gaffern, das Überqueren der Straße zu ermöglichen. 1952 symbolisierte Lowie Elliott Erwitt auf einem Foto, das eine neben einer Katze liegende schwangere Frau zeigt, Ausgeglichenheit, Leben und Geburt.
Die fantastische Fotografie
Zu den bekanntesten fantastischen Fotos zählt Dali Atomicus von Philippe Halsmann (1906-1979). Darauf schwebt Dali, genau wie seine Staffelei und sein Stuhl auch, in der Leere. Die Szene musste 26 Mal aufgenommen werden mit geduldigen Katzen, die sich jedesmal von einem Wasserschwall emporgehoben sahen. Oder auch ein anderes, sehr persönliches Bild von Sandy Skoglung aus dem Jahr 1980, auf dem radioaktive Katzen in einem grauen Zimmer herumlaufen, in dem ein Großvater seine im Kühlschrank etwas suchende Frau betrachtet. Einige Fotografen haben der Katze ganze Bildersammlungen gewidmet. Die Katzen von Yann Arthus Bertrand ist ein prächtiger Bildband, in dem dieser talentierte Fotograf einmal mehr sein großes Einfühlungsvermögen und seinen beißenden Humor beweist. Er schafft es wie kein zweiter, all die Intimität und die Liebe zwischen der Katze und ihrem Halter sichtbar zu machen. Auch Hans Silvester hat mit seinem Bildband Katzen des Glücks ein schönes Werk vorgelegt, in dem die Katzenmodels vor dem Hintergrund griechischer Dörfer abgebildet sind.



