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  4. Die Katze, der Mensch und die Geschichte
  5. Der Symbolismus der Katze in den Zeitaltern der Geschichte
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Die Katze in der Heraldik un der Philatelie

Die Katze in der Heraldik

In der Wappenkunde wird die Katze vor allem als Symbol für Freiheit verwendet: auf den Fahnen der nomadisierenden Volksstämme aus dem Norden (Alanen, Sueben oder Vandalen) prangte die Silhouette einer Katze in glänzendem Silber auf schwarzem Grund. Überdies zogen die Legionen der Römer mit einer Standarte in die Schlacht, auf der die Hälfte einer roten Katze auf violettem Grund den Siegeswillen wecken sollte.

Katzen und Adelswappen

Die wahre Rehabilitation der Katze beginnt mit ihrer Verwendung als Wappentier, die sie in den Adelsstand erhob. Ein Roman des deutschen Schriftstellers Bertrand von Walkliet (1530) belegt dies: der Erbauer seines Katzenturms führt einen von einer Katze überragten Belagerungsturm mit sich. Im 16. Jahrhundert wird der Katze die Ehre zuteil, von alteingesessenen Adelsgeschlechtern als Wahrzeichen verwendet zu werden. So erscheint sie in etwa hundert Wappen Burgunds, Deutschlands, Hollands und Italiens. Als Beispiele seien der silberne Katzenkopf auf azurblauem Grund der Familie Dekaten oder die zwei sich gegenüberliegenden Katzenköpfe der von Platen genannt. In der Tradition der Heraldik gilt eine vollständig abgebildete schleichende Katze als „entsetzt", eine Katze mit buschigem Schwanz als „lebhaft" und eine Katze, deren Katzenbuckel die Höhe ihres Kopfes überragt und deren Haar gesträubt ist, als „kampfbereit". Um daran zu erinnern, dass es sich um einen nachtaktiven Jäger handelt, ist die Katze häufig mit Mäusen auf schwarzem Grund dargestellt. Einige Wappen zeigen eine Katze in unverwechselbarer Pose: die vor einem Haus stehende, mit einer Sense bewaffnete Katze repräsentiert die Familie Chauffaux; die Heighs wählten eine bemützte Katze mit einem Frauenantlitz; die Dobekatz eine Katze, die eine Kette trägt und sich von einem Felsen stürzt. Außerdem ziert die Katze die Devise „Alles aus Liebe, Nichts aus Zwang" der Herzöge von Burgund, und den Wahlspruch der Kersaint: „Schlechte Katze, schlechte Ratte".

Katzen und die Insignien von Sippschaften

Auch Familien, in deren Namen Silben wie „katz", „chat" oder „cat" oder Abwandlungen davon vorkamen, verwendeten die Katze. Das Wappen des schottischen Clans der Chattan zeigt eine Bergkatze, dasjenige der Catesby eine gesprenkelte Katze. Es gab auch ein Wappen, auf dem eine Katze eine Maus in ihrem Mund trägt: es handelt sich offensichtlich um das Wappen des Seemanns Dick Whitington (oder Lord Cat), der seiner furchtlosen Katze Fitzy, die der Legende zufolge seine Mannschaft gerettet haben soll, seinen Reichtum und seine Berühmtheit verdankt. Obwohl sie in der Kunst der Wappengestaltung Verwendung findet, nimmt die noch immer umstrittene Katze unter den Wappentieren keineswegs eine vorherrschende Stellung ein. Denn obwohl sie die Freiheit und die Geschmeidigkeit verkörpert, haften ihr abwertenden Eigenschaften, mangelnde Aufrichtigkeit und Hinterhältigkeit an. Während der Französischen Revolution ist ihr Bildnis überhaupt nicht vorhanden. Nach der Errichtung der Republik ist sie vor allem auf einem die Freiheit darstellenden Wappen zu sehen: die Katze liegt zu Füßen einer Göttin, die der griechischen Gottheit Libertas ähnelt. Die ersten bildlichen Darstellungen der Freiheit zeigen an ihrer Seite ein Füllhorn, aus dem eine Katze und ein Vogel herausfallen. Nach dem Sturz der Monarchie und dem damit verbundenen Ende der Wappenkunst eroberte die Katze eine bedeutende Rolle auf den Ladenschildern der Händler, und zeugte dort häufig von einzigartigen Begebenheiten.

Katzen und bürgerliche Schilder

Die Zahmheit der Katze und ihr Hang zur Unabhängigkeit, ihre prächtige Silhouette und ihre sprichwörtliche Schalkhaftigkeit spornten die Fantasie der Ladeninhaber an. Sie waren der Grund für eine wahre Fülle von Laden- und Wirtshausschildern in Form der „Großen Katze", der „Schwarzen Katze" oder der „Lachenden Katze", der rauchenden, der schlafenden usw. 1935 wies das Schild einer großen, eine Brille tragenden Katze auf dem Boulevard Saint-Germain in Paris einen der ersten wohlhabenden Optiker der Stadt aus. Nicht zu vergessen das von A. Willette gestaltete Schild der „Schwarzen Katze", des berühmtesten Nachtclubs auf dem Montmartre, einem Hort großer geistiger Unabhängigkeit.

Die Katze in der Philatelie

Zahlreiche Länder wie unter anderem Luxemburg, Polen, Holland, Jemen oder Rumänien bildeten eine Katze auf Briefmarken ab, als Symbol oder als Verkörperung einer mit dem Lande verbundenen Erzählung, Legende oder Persönlichkeit. Die Republik Kuba veröffentlichte 1957 aus Anlass des 50jährigen Bestehens der Jeanette-Ryder-Stiftung eine Briefmarke, auf der die Tierschützerin, flankiert von zwei Hunden und einer Katze auf den Knien, dargestellt ist. Spanien gedachte der großen Taten Linberghs mit einer Briefmarke, auf deren rechter, unterer Ecke die Silhouette einer Katze zu sehen ist.