Andere Dienste, die der Hund dem Menschen erweist
Der Hund hatte schon immer eine Reihe von Eigenschaften, mit denen er dem Menschen helfen konnte, und die hat er auch heute noch. Zog er zu Beginn dieses Jahrhunderts etwa keine kleine Karren, um Holz, Milch, Kinder und Frauen zu transportieren? Hat er nicht in einem anderen Bereich, vor allem im vorigen Jahrhundert, Fähigkeiten gezeigt, mit denen er Vorführungen auf der Straße oder im Zirkus bot? Und heute setzt er seine Witterung ein, um auf Verlangen seines Herrn Trüffel oder Mineralien zu entdecken. Und mit Sicherheit, um auf wirksame Weise bei der Jagd zu helfen.
Der Jagdhund
Ob man sie nun liebt oder nicht, die Jagd bleibt für viele ein Sport, eine Leidenschaft, ja sogar eine Kunst, bei der es auch um mehr als eine Million Hunde geht. Die Jagd ist ein Sport sowohl für den Hund, wie für seinen Herrn, weil sie eine ausgezeichnete körperliche Kondition erfordert, um lange und bei jedem Wetter ausgeübt werden zu können. Sie erfordert aber auch Charakterstärke, Ausdauer und Beobachtungsgeist, unabhängig von der Witterungsfähigkeit, die einen guten Jagdhund auszeichnet.
Die Jagd ist sehr streng geregelt. In Frankreich beginnt sie mit der Wasservogeljagd in der zweiten Juliwoche, setzt sich im September mit der Jagd mit dem Vorstehhund fort und endet nach dem Jagdplan Ende Februar mit der Jagd mit dem Laufhund und der Schnepfenjagd . Ohne Hund, den Freund und Begleiter des Jägers, würde keine Jagd stattfinden, wobei diese ein Wettbewerb ist, aus dem der Hund nicht immer als Gewinner hervorgeht. Mit seinem Instinkt, seiner Ortskenntnis und seiner List versucht das Wild die Fähigkeiten seines Gegners, des Hundes, auszuspielen: seine Intelligenz, seine feine Witterung, seine Haltung, seine Stärke und weitere Eigenschaften der jeweiligen Jagdart. Aber neben den Hunden für die Jagd auf Wasser-, Feder- und Haarwild, und für die Hetzjagd findet man auch Hunde, die noch weiter spezialisiert sind, wie die Hunde für Höhlenjagd auf den Fuchs in seinem Bau. Die spezialisierten Jagdhunde gehören mehreren, von der Fédération Cynologique Internationale festgelegten Klassifizierungsgruppen an.
Natürliche Eignung und Ausbildung
Alle diese Hunde haben große natürliche Fähigkeiten. Dies ist die Frucht einer aufmerksamen Auswahl, die seit Jahrzehnten von spezialisierten Züchtern durchgeführt wird. Unter den geforderten Eigenschaften steht die Intelligenz an erster Stelle: Es genügt nicht, dass der Hund eine gute Nase hat, wenn er nicht weiß, wie er sich ihrer bedienen muss.
Und an dieser Stelle setzt die gesamte Arbeit der Ausbildung des Jagdhundes ein. Diese Arbeit ist mit Geduld und Fingerspitzengefühl auszuüben und sie nicht stets dieselbe. Die Methoden sind von Hund zu Hund, entsprechend seiner individuellen Reaktion und des angestrebten Ziels unterschiedlich. Die erforderliche Ausbildungsphase ist lang und geht nicht immer mit der gewünschten Schnelligkeit vonstatten. Nur einem Spezialisten kann es gelingen, einen Hund in zwei oder drei Monaten gut auszubilden. Im Allgemeinen sind jedoch sechs Monate tägliche Arbeit erforderlich, um einen guten Jagdhund abzurichten.
Gehorsam, Appell, Positionskommandos (das berühmte "Down" der Angelsachsen, das man mit "auf den Boden" übersetzen könnte) sind die Notwendigkeiten, zu denen - für den Hund - die Tatsache hinzukommen muss, dass er sich seiner Nase zu bedienen weiß. Alle Tiere haben, je nach ihrer Art und Rasse, einen mehr oder weniger ausgeprägten Geruchssinn. Aber das Ausbildungsziel muss sein, dass der Hund es versteht, die Ausdünstungen zu unterscheiden, die ihm der Wind zuträgt, um jeden Irrtum zu vermeiden. Der Vorstehhund seinerseits muss in der Lage sein, in einem gegebenen Gelände "zu suchen" und das Wild durch bewegungsloses Verharren anzuzeigen, damit es nicht aufgeschreckt und verjagt wird. Außerdem muss er das erlegte Wild rapportieren. All dies ist dem Hund mit möglichst wenig Zwang beizubringen.
Grundsätzlich ist der Jagdhund weder ein Wohnungshund, noch ein einfacher Begleithund. Unterdrückt man seine natürlichen Instinkte, kommen sie an anderer Stelle doch wieder zum Ausdruck. Übrigens, einen dieser herrlichen Hunde zu besitzen, ohne selbst zu jagen, erfordert es, dem Tier täglich die Gelegenheit zum Laufen und zum Spielen zu geben, was für einen Städter oft einfach unmöglich ist.
Rückblick in die Geschichte
1823: Erlass des französischen Präfekten, der die Verwendung des Hundes als Zugtier verbot.
1845: In Paris Gründung der SPA, des ersten Tierschutzverbandes.
2. Juli 1850: Auf Initiative des Generals Grammont wird das erste Tierschutzgesetz verabschiedet, nach dem jede Person "die öffentlich und missbräuchlich Haustiere misshandelt" bestraft wird.
2. Mai 1855 Einführung der Hundesteuer, die 1971 abgeschafft wird.
1863: Erste Hundeausstellung in London, Großbritannien.
1869: Erste Hundeausstellung in Frankreich.
1870: Während der Belagerung von Paris reißt sich ein Teil der ausgehungerten Bevölkerung um das in den Metzgereien ausgestellte Hundefleisch. Nach dem Ende des Krieges hatten Hundeausstellungen immer mehr Erfolg.
1885: Gründung der Société centrale canine (SCC) zur Veredelung der Hunderassen.
Trüffelhunde
Das Suchen nach Trüffeln, diesen so seltenen unterirdischen Pilzen, die den Beinamen "schwarzes Gold" tragen, wurde traditionell der Witterung verschiedener Tiere anvertraut: Ziegen, Schafen, Schweinen und, in neuerer Zeit, dem Hund, der flexibler und leichter zu transportieren ist. Alle Hunderassen können zu diesem Zweck eingesetzt werden, aber eine professionelle Ausbildung im Auffinden der Trüffel (künstliche Trüffel) oder als Sport (natürliche Trüffel) ist erforderlich.
Ausbildung in der Trüffelsuche
Die traditionelle Methode besteht darin, einen Wurf Welpen, der für diese Tätigkeit vorgesehen ist, ab ihrer Geburt den Trüffelgeruch einzuprägen, indem man die Zitzen des Muttertieres mit Trüffelsaft einreibt und später der Nahrung systematisch Trüffelsaft beigibt. Der Hund assoziiert dann den Trüffelgeruch mit der Nahrungsaufnahme und wird die Neigung entwickeln, systematisch nach diesem Geruch zu suchen, vor allen Dingen, wenn er lange gehungert hat. Es empfiehlt sich jedoch, behutsam vorzugehen und nicht zu viel Trüffelsaft beizugeben, denn dieser wenig appetitliche Saft kann die Nahrungsaufnahme hemmen.
Die "Schlemmermethode" verbindet die Trüffelsuche mit der Suche nach einem Leckerbissen, dessen Geruch bereits mit dem der Trüffel verbunden ist (Käse, Schinken). Nach und nach wird nur die Trüffel eingegraben, und der Leckerbissen wird nach der Entdeckung als Belohnung für das Auffinden der Trüffel gegeben.
Die spielerische Methode - vor allem für den Welpen oder den jungen Hund geeignet - bringt das Spiel ein. Die Trüffel wird in einem Socken oder einem Kunststoffrohr versteckt, mit dem man den Welpen spielen lässt. Wenn er genug an dem Gegenstand hängt, versteckt man diesen und lässt ihn danach suchen. Wenn er ihn entdeckt, hat er durch den Trüffelgeruch sein Lieblingsspielzeug gefunden. Nach und nach wird die Trüffel allein versteckt, und das Spielzeug wird nach der Entdeckung als Belohnung gegeben.
Das Suchen auf dem (natürlichen oder künstlichen) Trüffelfeld
Im Anfang hält der Herr seinen Hund auf den als reich an Trüffeln bekannten Gebieten an der Leine. Der Hund gewöhnt sich daran, dann selbst die interessanten Gebiete zu finden, zunächst an der Leine, später frei.
Der Hund als Mineraliendetektor
Im Jahre 1962 wurde der Hund in Finnland erstmals als Mineraliendetektor eingesetzt. Es handelte sich darum, schwefelhaltige Felsen zu Prospektionszwecken zu suchen. Diese Initiative wurde später in Schweden, der UdSSR und Kanada mit Erfolg aufgegriffen.
In anderen Ländern setzt man den Hund außerdem zur Suche nach Nickel- und Kupferablagerungen ein, selbst wenn diese weniger leicht zu finden sind, weil die schwefelhaltigen Felsen einen stärkeren Geruch ausstrahlen. Die Art der Ausbildung durch das Spiel ist ähnlich wie bei der Rauschgift- oder Sprengstoffsuche. In den Ländern des Ostens und in Skandinavien sagt man, dass ein guter Hund eine Ablagerung bis auf 15 Meter Tiefe entdecken kann. Wann werden wir Hunde als Gold- oder Diamantensucher haben?
Der Zirkushund
Ja, in unserer Zeit bieten nur noch wenige Zirkusse oder Musikhallen Vorführungen mit Hunden an. Das war in der Vergangenheit, insbesondere im letzten Jahrhundert, anders.
Das Phänomen begann in den Straßen der Großstädte, in denen Hunde in Menschenkleidern ihre Vorbilder nachahmten. Ihnen folgten Truppen von ziehenden Gauklern, die übrigens im wesentlichen Hunde verwendeten, die man in jener Zeit "Promenadenmischungen" nannte.
Im Jahre 1896 präsentierte Miss Dore im Olympia in Paris erstmalig eine Vorstellung mit Hunden als Seiltänzern. Aber schon seit 1850 hatten Künstler "gelehrte" Hunde gezeigt, wie den berühmten Hund Munito, der auf Fragen antwortete, indem er Kartons auswählte, auf denen Buchstaben standen!
Übrigens, wie es Alain Dupont in seinem dem Hund gewidmeten Werk beschrieb, hatte jeder Dompteur seine Favoriten: Man kannte die Pekinesen von David Rosaire, die Malteser der Truppe Ybis, die russischen Windhunde von Barbara Hochegger, die Collies von Ewa Oppeltowa, die Fox-Terrier von Fredy Knie junior, und die Gruppe verschiedener Rassen von Gabriella (Berhardiner, Greyhounds, Pinscher, Papillon-Spaniels, Spitze, Afghanen und Fox-Terrier). Ebenso traten die deutschen Schäferhunde der Fischers als Jockeys auf, die Fußballhunde von Lupescu Schoberto, der Clochard Max von Philippe Gruss, die Komödiantenhunde der Old Regnas, die Trapezhunde der Palacys und die Seiltanzhunde von Eric Baddington. Die Zahl der gelehrten Hunde nahm zu, denn in Wirklichkeit waren alle ihre mathematischen Erfolge oder Rätselkünste schlaue Abrichtungsübungen, die dem Publikum vollkommen verborgen blieben.
Es muss jedoch gesagt werden, dass im vergangenen Jahrhundert die Methoden, mit denen man die armen Hunde "unterrichtete", selten auf irgendeiner Kenntnis der Psychologie oder des Verhaltens des Hundes aufgebaut waren. Zwang, Brutalität, Leiden, ja sogar Hunger waren die barbarischen Methoden, die es ermöglichten, durch Angst das zu erzielen, was man vom Tier verlangte.
Um dieser Situation zu begegnen, wurde im Jahre 1929 in London der Club Jack London gegründet, dessen Zielsetzung die endgültige Abschaffung jeder Vorführung oder Ausstellung mit Tieren, und insbesondere mit Hunden, war.
Seither entwickelten sich die Dinge sehr schnell, und die Dompteure erkannten die Tatsache, dass ein Hund in einem Vertrauensklima und mit Belohnungen viel mehr aus sich selbst herausholen konnte, als unter dem Druck des Schreckens. Sie erkannten schnell, dass der Hund während der Vorführungen selbst zum "Schauspieler" werden wollte, dass er den Applaus liebte und dass er, wenn er nicht mehr "arbeiten" durfte, traurig und melancholisch wurde.
Egal in welchem Tätigkeitsbereich, ein Hund lernt nur gut, wenn er Lust dazu hat, und es auf eine fröhliche Weise und um seinen Herrn zu erfreuen tun kann, mit dem er schließlich ein echtes Team wird.
Seinem Hund das Zählen beibringen.
Entliehen bei Alain Dupont, dem bekannten französischen Hundefreund und Vorbild in der Ausbildung eines "gelehrten" Hundes. Es ist relativ einfach, seinem Hund das Zählen beizubringenUm dies zu tun, genügt es, sein Bellen mit einer Geste abzubrechen, die unbemerkt bleibt, aber vom Hund als Befehl wahrgenommen wird. Wenn man dem Hund einen Leckerbissen oder seine Nahrung gibt, kann man mit der Hand eine Bewegung von unten nach oben machen und damit das Bellen befehlen. Wenn der Hund bellt, wird er belohnt, und man befiehlt ihm mit dem Senken der Hand, mit dem Bellen aufzuhören. Sehr schnell wird es genügen, den Arm zu heben (zum Beispiel um seine Krawatte zu ordnen), um den Hund bellen zu lassen, und den Arm zu senken, um ihn damit aufhören zu lassen. Dann kann man in Gegenwart von Freunden diese einfach bitten, dem Hund eine einfache "mathematische" Frage zu stellen (zum Beispiel eine kleine Addition oder Subtraktion): Man gibt dem Hund die Aufgabe und hebt dabei unmerklich den Arm, was das Bellen auslöst. Wenn der Hund so oft gebellt hat, wie es der Antwort entspricht, senkt man den Arm vorsichtig, und der Hund hört auf zu bellen. Er muss dann nur noch belohnt werden. Um mit diesem "Trick" Erfolg zu haben, ist es jedoch erforderlich, selber zählen zu können!


