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Die Domestikation des Wolfes

Die Entdeckung von Spuren und sterblichen Überresten von Wölfen in den von Menschen bewohnten Gebieten Europas geht etwa 40.000 Jahre zurück, wenn auch auf prähistorischen Fresken ihre tatsächliche Verwendung erst durch den Homo sapiens bekundet wurde.


In dieser Epoche war der Mensch noch nicht sesshaft und ernährte sich von den auf der Jagd erlegten Tiere, deren Wanderungen er folgte. Die klimatischen Veränderungen - Ende einer Eiszeit und starke Erwärmung der Atmosphäre -, die sich vor etwa 10.000 Jahren beim Übergang vom Pleistozän zum Holozän abspielten, haben zur Ablösung der Tundren durch Wälder und in der Folge zum Rückgang des Mammuts und des Bisons zugunsten des Hirschs und des Wildschweins geführt. Diese Verkleinerung des traditionellen Jagdwildes hat den Menschen dazu gebracht, neue Waffen zu erfinden und seine Jagdtechniken anzupassen. Er befand sich damit im Wettbewerb zu den Wölfen, die sich von derselben Jagdbeute ernährten und dieselbe Methode der Jagd, der von Treibern unterstützten Meute, anwendeten.


Der Mensch musste so auf ganz natürliche Weise versuchen, den Wolf zu seinem Verbündeten in der Jagd zu machen, indem er zum ersten Mal versuchte, ein Tier zu zähmen, lange bevor er selbst sesshaft wurde und Vieh züchtete. Somit war der primitive Hund ein Jagdhund und kein Schäferhund.


Nach Jüngeren amerikanischen und schwedischen Untersuchungen lebt der Hund seit etwa 135.000 Jahren auf der Erde, das heißt 100.000 Jahre früher als ursprünglich angenommen. Tatsächlich sind, vermischt mit menschlichen Überesten, Reste von in der Morphologie dem Wolf nahestehenden Hunden an Stätten gefunden worden, die älter als 100.000 Jahre sind.


Von der Zähmung des Wolfes bis zu seiner Domestikation

Die Domestikation des Wolfes begleitet somit den Übergang des Menschen von seiner Zeit als Jäger und Sammler zu seiner Periode als Bauer. Sie hat mit Sicherheit mit der Zähmung von einigen Einzeltieren begonnen. Selbst wenn diese Zähmungsarbeit schließlich zum Tod der Einzeltiere führte, stellt sie dennoch die erste unverzichtbare Etappe dar, die dann in einer zweiten Etappe zur Beherrschung der Reproduktion führte, womit die Domestikation einer Art abgeschlossen war.


Die Domestikation des Wolfes hat ohne Zweifel im Orient begonnen, aber sie wurde nicht an einem einzigen Ort und auch nicht von heute auf morgen durchgeführt, wenn man sich an die verschiedenen in den archäologischen Stätten entdeckten Zentren der Domestikation hält.


Es mussten mehrere Versuche an verschiedenen Punkten des Globus mit jungen Wolfwelpen kurz nach ihrer Geburt, die von mehreren Gruppen abstammten, unternommen werden, welche zunächst zu einer unumkehrbaren Gewöhnung an den Menschen führten, dann zur Zurückweisung der Artgenossen, die den Erfolg der Domestikation charakterisieren. Dieser Erfolg wurde ohne Zweifel durch die natürliche Haltung der jungen Wölfe unterstützt, sich den hierarchischen Regeln einer Meute zu unterwerfen. Selbst wenn manche erwachsen gewordenen weiblichen Wölfe von Zeit zu Zeit von wilden Wölfen befruchtet worden waren, waren die Produkte dieser Paarungen, wenn sie in der Nähe des Menschen aufgezogen wurden, ebenfalls dieser interspezifischen Gewöhnung unterworfen. Dies begrenzte die Möglichkeiten der Rückkehr zur Wildform.


Vom Wolf zum Hund

Wie bei jeder Domestikation war die Unterwerfung des Wolfes von mehreren morphologischen und verhaltensmäßigen sowie von unserer eigenen Evolution abhängigen Veränderungen begleitet. So zeugen die an den Skeletten beobachteten Veränderungen von einer Art der jugendlichen Regression, die man Pädomorphose nennt, davon, dass diese Tiere, wenn sie erwachsen waren, im Verlauf von Generationen Merkmale und gewisse unreife Verhaltensweisen behalten hatten : Verringerung der Größe, Verkürzung der Gesichtsschädels, Gebell, Klagelaute, verspieltes Verhalten. Dies veranlasste eine Reihe von Ärchäozoologen zu der Aussage, dass der Hund ein Tier auf dem Wege der Artwerdung ist, der im Stadium des Heranwachsenden verblieben und dessen Überleben damit völlig vom Menschen abhängig ist.


Paradoxerweise ist dieses Phänomen von einer Verkürzung der Wachstumsperiode begleitet, die zu einer Vorverlegung der Zeit der Pubertät führt und so auch eine vorzeitige Reproduktion ermöglicht. Dies würde auch erklären, warum heute die Pubertät bei den kleinen Hunderassen frühzeitiger eintritt als bei den großen Rassen und in allen Fällen früher als bei den Wölfen (etwa mit zwei Jahren). Parallel dazu passt sich das Gebiss mehr der Lebensweise der Allesfresser als der Fleischfresser an, da sich die Haushunde mit den Resten der Nahrung des Menschen zufrieden geben konnten, ohne ihre tägliche Nahrung jagen zu müssen. Diese Form von Entartung, die die Domestikation begleitet, ist auch bei der Mehrzahl der anderen Spezies wie den Schweinen (Verkürzung der Schnauze) und selbst bei aufgezogenen Füchsen anzutreffen, die über nur etwa 20 Generationen ein Verhalten kleiner Hunde annehmen können. Die domestizierte Beziehung scheint damit die natürlichen Evolution zu modifizieren.

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Die Entdeckung von Spuren und sterblichen Überresten von Wölfen in den von Menschen bewohnten Gebieten Europas geht etwa 40.000 Jahre zurück, wenn auch auf prähistorischen Fresken ihre tatsächliche Verwendung erst durch den Homo sapiens bekundet wurde.


In dieser Epoche war der Mensch noch nicht sesshaft und ernährte sich von den auf der Jagd erlegten Tiere, deren Wanderungen er folgte. Die klimatischen Veränderungen - Ende einer Eiszeit und starke Erwärmung der Atmosphäre -, die sich vor etwa 10.000 Jahren beim Übergang vom Pleistozän zum Holozän abspielten, haben zur Ablösung der Tundren durch Wälder und in der Folge zum Rückgang des Mammuts und des Bisons zugunsten des Hirschs und des Wildschweins geführt. Diese Verkleinerung des traditionellen Jagdwildes hat den Menschen dazu gebracht, neue Waffen zu erfinden und seine Jagdtechniken anzupassen. Er befand sich damit im Wettbewerb zu den Wölfen, die sich von derselben Jagdbeute ernährten und dieselbe Methode der Jagd, der von Treibern unterstützten Meute, anwendeten.


Der Mensch musste so auf ganz natürliche Weise versuchen, den Wolf zu seinem Verbündeten in der Jagd zu machen, indem er zum ersten Mal versuchte, ein Tier zu zähmen, lange bevor er selbst sesshaft wurde und Vieh züchtete. Somit war der primitive Hund ein Jagdhund und kein Schäferhund.


Nach Jüngeren amerikanischen und schwedischen Untersuchungen lebt der Hund seit etwa 135.000 Jahren auf der Erde, das heißt 100.000 Jahre früher als ursprünglich angenommen. Tatsächlich sind, vermischt mit menschlichen Überesten, Reste von in der Morphologie dem Wolf nahestehenden Hunden an Stätten gefunden worden, die älter als 100.000 Jahre sind.


Von der Zähmung des Wolfes bis zu seiner Domestikation

Die Domestikation des Wolfes begleitet somit den Übergang des Menschen von seiner Zeit als Jäger und Sammler zu seiner Periode als Bauer. Sie hat mit Sicherheit mit der Zähmung von einigen Einzeltieren begonnen. Selbst wenn diese Zähmungsarbeit schließlich zum Tod der Einzeltiere führte, stellt sie dennoch die erste unverzichtbare Etappe dar, die dann in einer zweiten Etappe zur Beherrschung der Reproduktion führte, womit die Domestikation einer Art abgeschlossen war.


Die Domestikation des Wolfes hat ohne Zweifel im Orient begonnen, aber sie wurde nicht an einem einzigen Ort und auch nicht von heute auf morgen durchgeführt, wenn man sich an die verschiedenen in den archäologischen Stätten entdeckten Zentren der Domestikation hält.


Es mussten mehrere Versuche an verschiedenen Punkten des Globus mit jungen Wolfwelpen kurz nach ihrer Geburt, die von mehreren Gruppen abstammten, unternommen werden, welche zunächst zu einer unumkehrbaren Gewöhnung an den Menschen führten, dann zur Zurückweisung der Artgenossen, die den Erfolg der Domestikation charakterisieren. Dieser Erfolg wurde ohne Zweifel durch die natürliche Haltung der jungen Wölfe unterstützt, sich den hierarchischen Regeln einer Meute zu unterwerfen. Selbst wenn manche erwachsen gewordenen weiblichen Wölfe von Zeit zu Zeit von wilden Wölfen befruchtet worden waren, waren die Produkte dieser Paarungen, wenn sie in der Nähe des Menschen aufgezogen wurden, ebenfalls dieser interspezifischen Gewöhnung unterworfen. Dies begrenzte die Möglichkeiten der Rückkehr zur Wildform.


Vom Wolf zum Hund

Wie bei jeder Domestikation war die Unterwerfung des Wolfes von mehreren morphologischen und verhaltensmäßigen sowie von unserer eigenen Evolution abhängigen Veränderungen begleitet. So zeugen die an den Skeletten beobachteten Veränderungen von einer Art der jugendlichen Regression, die man Pädomorphose nennt, davon, dass diese Tiere, wenn sie erwachsen waren, im Verlauf von Generationen Merkmale und gewisse unreife Verhaltensweisen behalten hatten : Verringerung der Größe, Verkürzung der Gesichtsschädels, Gebell, Klagelaute, verspieltes Verhalten. Dies veranlasste eine Reihe von Ärchäozoologen zu der Aussage, dass der Hund ein Tier auf dem Wege der Artwerdung ist, der im Stadium des Heranwachsenden verblieben und dessen Überleben damit völlig vom Menschen abhängig ist.


Paradoxerweise ist dieses Phänomen von einer Verkürzung der Wachstumsperiode begleitet, die zu einer Vorverlegung der Zeit der Pubertät führt und so auch eine vorzeitige Reproduktion ermöglicht. Dies würde auch erklären, warum heute die Pubertät bei den kleinen Hunderassen frühzeitiger eintritt als bei den großen Rassen und in allen Fällen früher als bei den Wölfen (etwa mit zwei Jahren). Parallel dazu passt sich das Gebiss mehr der Lebensweise der Allesfresser als der Fleischfresser an, da sich die Haushunde mit den Resten der Nahrung des Menschen zufrieden geben konnten, ohne ihre tägliche Nahrung jagen zu müssen. Diese Form von Entartung, die die Domestikation begleitet, ist auch bei der Mehrzahl der anderen Spezies wie den Schweinen (Verkürzung der Schnauze) und selbst bei aufgezogenen Füchsen anzutreffen, die über nur etwa 20 Generationen ein Verhalten kleiner Hunde annehmen können. Die domestizierte Beziehung scheint damit die natürlichen Evolution zu modifizieren.

 


   
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