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Die Lebensabschnitte des Hundes  > Das Wachstum des Welpen
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Das Wachstum des Welpen Das Wachstum des Welpen
Das Alter und seine Folgen Das Alter und seine Folgen
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Das Wachstum des Welpen

Die Wachstumsphase gilt allgemein als die kritischste Periode im Leben des Hundes, da hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden. In diesem Zeitraum folgen verschiedene Phasen aufeinander, die ein großes Krankheitsrisiko bergen; vor allem gilt das für die Wachstumsphase direkt nach der Entwöhnung, in der ein Großteil des Gesamtwachstums stattfindet. Hier beginnt eine überaus empfindliche Periode, in der zahlreiche Anforderungen zu erfüllen sind (Futterbedürfnisse, medizinischer Schutz, beginnend mit der Erstimpfung, Verhaltensentwicklung) und die bestimmend ist für

  • das Wachstum an sich (Gewichtszunahme, die das spätere Erwachsenengewicht festlegt) und die Wachstumsgeschwindigkeit (Gewichtszunahme pro Zeiteinheit);
  • die Entwicklung (Ausbildung der Gestalt und der jeweiligen besonderen Merkmale des erwachsenen Tieres) im Verhältnis zur Frühreife des Welpen (oder Entwicklungsgeschwindigkeit, mit der das physiologische Erwachsenenstadium mehr oder weniger schnell erreicht wird). Der Beginn dieser Periode fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, zu dem der Welpe vom Käufer erworben wird, zu dem er also von der Mutter getrennt wird; häufig geht das einher mit verschiedenen Veränderungen bei der Ernährung, den Lebensumständen, den sozialen Bindungen usw.

 


DIE WACHSTUMSKURVE DES WELPEN

Die Wachstumsphase ist eine Schlüsselphase im Leben des Hundes. In ihr festigt sich der spätere Charakter des erwachsenen Tieres, aber auch seine Morphologie und der harmonische Aufbau der Gestalt. Daher können bei einem Tier mit einer "schlechten Wachstumsphase" Größe und Gewicht für seine Rasse anormale Werte aufweisen, während derselbe Welpe unter optimalen Bedingungen die normale Größe und das normale Gewicht seiner Rasse erreicht hätte.
Um zu bestimmen, ob das Wachstum eines Welpen normal verläuft oder nicht, verfügt der Tierarzt über ein nützliches Hilfsmittel, die Wachstumskurven. Es gibt zwei Arten von Wachstumskurven: auf das Gewicht bezogene Kurven, in vielen Hundebüchern zu finden, und auf die Statur bezogene Kurven, die deutlich seltener anzutreffen sind. Durch den Vergleich der Körpermaße eines Welpen mit einer Standardkurve lässt sich zum einen leicht ablesen, ob er seinem Rassestandard entspricht, zum anderen kann man sein Erwachsenengewicht und die Erwachsenengröße schätzen. So wird ein Schäferhundwelpe, der mit 4 Monaten 14 kg wiegt und eine Widerristhöhe von 45 cm hat, als ausgewachsenes Tier ein Gewicht von 40 kg und eine Widerristhöhe von 70 cm erreichen. Nach zwei Tierarztbesuchen im Alter von über drei Monaten (beispielsweise ein Arztbesuch mit 3 Monaten und einer mit 5 Monaten) lässt sich das Erwachsenengewicht und die Erwachsenengröße für jedem Welpen feststellen. Diese Kontrolluntersuchungen sind sehr wichtig, da auf diese Weise die Entwicklung des Welpen am besten verfolgt werden kann und eventuelle Anomalien schnell entdeckt werden.


Prof. Lucile Martin
Forschungslabor für Ernährung Staatliche Tierärtzliche Hochschule, Nantes, (Frankreich)

 


Klein, Mittel, Groß oder Riesenrassen - bis zum Erwachsenenalter durchlaufen nicht alle Welpen dasselbe Wachstumsmuster

Das Wachstum eines Welpen verläuft nicht linear als Funktion der Zeit - mit anderen Worten, die tägliche Gewichtszunahme wird mit der Zeit immer größer. So nimmt der Welpe nach der Geburt täglich immer mehr an Gewicht zu, bis die Zunahme einen bestimmten Punkt erreicht, an dem sie für eine gewisse Zeit stabil bleibt, um dann wieder in dem Maße zurückzugehen, in dem der Hund sich dem Erwachsenenalter und -gewicht nähert. Auf streng mathematischer Ebene entspricht die Entwicklung dieser Wachstumsgeschwindigkeit (man spricht von der Tageszunahme) der Ableitung der sigmoidalen Funktion der Wachstumskurve (Entwicklung des Gewichts als Funktion der Zeit).

Ein Vergleich solcher Referenzkurven für verschiedene Rassen macht deutlich, dass kleine Rassen eine geringere Wachstumsgeschwindigkeit verbunden mit sehr früher Reifung aufweisen und zum Zeitpunkt der Geburt wie auch nach der Entwöhnung im Verhältnis zum späteren Erwachsenengewicht relativ schwer sind. Mit anderen Worten lässt sich diese Feststellung so ausdrücken: Ein Welpe einer kleinen Rasse wird "reifer" geboren als ein Welpe einer mittelgroßen Rasse, noch eher gilt die Behauptung im Vergleich zu großen Rassen. Große Rassen haben dagegen ein relativ geringes Geburtsgewicht und zeigen große Wachstumsreserven über einen langen Zeitraum.

Es ist wichtig, diese Unterschiede in der Reife und im biologischen Wachstumsmuster zu begreifen, da sie vor allem erklären, wieso die Ernährung des Hundes nicht nur an sein Alter, sondern auch an sein Format angepasst werden muss.An den folgenden konkreten Beispielen werden die von Geburt an sichtbaren Unterschiede noch deutlicher: Eine Pudelhündin wirft beispielsweise drei Welpen von je 150 bis 200 Gramm, während das Geburtsgewicht beim Neufundländer (acht bis zehn Welpen pro Wurf) zwischen 600 und 700 Gramm liegt. Auch wenn ein erwachsenes Tier einer Riesenrasse 25-mal so viel wiegt wie ein Hund einer kleinen Rasse, beträgt das Verhältnis beim Geburtsgewicht also nur 1 zu 6. Bis zum Erreichen des Erwachsenengewichts müssen die verschiedenen Rassen also ganz unterschiedliche Wege zurücklegen, wobei die Größe und die Dauer des Wachstums proportional zum endgültigen Gewicht des Hundes ist:

  • Die Hälfte des Erwachsenengewichts erreicht ein kleiner Hund mit etwa 3 Monaten, ein großer Hund jedoch erst mit 5 bis 6 Monaten;
  • ein Pudel hat mit etwa 8 Monaten bereits sein Erwachsenengewicht; er wiegt dann ungefähr zwanzigmal so viel wie bei seiner Geburt. Ein Neufundländer dagegen wächst noch bis zum Alter von 18 bis 24 Monaten weiter, bis er sein Geburtsgewicht in etwa verhundertfacht hat.



Spezielle Nahrungsbedürfnisse des Welpen in Abhängigkeit von der Größe

Allgemein muss bei der Ernährung eines Welpen Folgendes bedacht werden:

  • die Vielfalt der Rassen und Wachstumskurven,
  • seine Fähigkeit, die Nahrung richtig zu verdauen. Auch Futtersorten, die ansonsten strengsten Anforderungen gerecht werden, sind manchmal ungeeignet, da sie zwar ausgewogen aber nicht ausreichend verdaulich sind und so zu Verdauungsstörungen führen.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass ein Welpe unabhängig von Rasse oder Typ einen deutlich höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht hat als ein erwachsenes Tier. Er braucht zum einen Energie zur Erhaltung, gleichzeitig aber auch zum Aufbau neuer Körpergewebe, durch die er größer und schwerer wird. Sein Bedarf an Proteinen, Mineralien und Vitaminen ist ebenfalls deutlich höher als beim erwachsenen Tier; daher bietet man dem Welpen Futter mit einem hohen Proteingehalt an (über 30% der Futtertrockenmasse für kleine Rassen, 37 bis 38% für große Rassen), wobei auf eine hohe Qualität dieser Proteine geachtet werden muss. Ein junger Hund reagiert in der Tat deutlich empfindlicher als ein erwachsenes Tier auf Proteinmangel, der bei ihm zu Wachstumsverzögerungen, irreversiblen Veränderungen der Gestalt, Anämie, Rückgang der Bluteiweißwerte und zu einer ungenügenden Antikörperbildung führen kann, was ihn wiederum anfälliger für Krankheiten macht. Er muss genügend Kalzium und Phosphor bekommen, um eine schwere Knochenkrankheit zu vermeiden (die Osteofibrose, eine Nichtverknöcherung des Skeletts); diese Krankheit tritt typischerweise bei Welpen auf, die ausschließlich mit Fleisch oder selbst zubereitetem Futter ohne Mineralstoffzusätze ernährt werden.

Das Futter muss je nach seinem Energiegehalt und der zu erwartenden Größe des Welpen mindestens zwischen 1,3 und 1,6% Kalzium und 1 und 1,3% Phosphor, bezogen auf die Trockenmasse, enthalten.

Die Zusammensetzung von Welpenfutter weist also für alle Welpen bestimmte gemeinsame Merkmale auf: hohe Energiedichte, starke Konzentration aller essentiellen Nährstoffe und begrenzter Stärkegehalt. Je nach Größe der Rasse müssen jedoch noch einige individuelle Anpassungen vorgenommen werden.

Mit drei Monaten wiegt ein Terrierwelpe 2 bis 3 kg, ein Welpe einer Riesenrasse dagegen bereits etwa 20 kg; zwischen den beiden Tieren besteht also auch ein offensichtlicher Unterschied in der Größe der Kiefer. Trockenfutter ist, wie später noch erläutert wird, ohne Frage die geeigneteste Nahrung für Welpen; mittelgroße Kroketten sind jedoch für den einen Welpen schwierig aufzunehmen, beim anderen dagegen führen sie leicht zum Verschlucken. Besser wäre es also, auf Futter mit Kroketten unterschiedlicher Größe für kleine, mittlere und große Rassen zurückzugreifen. Ein Welpe einer großen Rasse hat einen größeren Kalziumbedarf als ein Welpe einer kleinen Rasse. Ein Welpe von 20 kg frisst jedoch (gemessen am Energiegehalt) nur das 1,5 fache eines Welpen von 10 kg im selben Alter. Wenn sie das gleiche Futter bekommen, besteht für den ersten Welpen also die Gefahr eines Kalziummangels; der Kalziumgehalt muss in einem Futter für Welpen großer Rassen daher höher sein. Schließlich hängt es auch von der Rasse ab, wie lange ein Welpe Aufbaufutter bekommt: bei den kleinen Rassen sind es 8 bis 10 Monate, bei den mittelgroßen 10 bis 14 Monate, bei den großen schließlich 14 bis 20 Monate, 16 bis 24 Monate für Riesenrassen.

 


DIE ERNÄHRUNG GROSSER RASSEN UND RIESENRASSEN IN DER WACHSTUMSPHASE

Ein großer Hund (mehr als 25 kg Erwachsenengewicht) erreicht im Alter von einem Jahr mehr als das Achtzigfache seines Geburtsgewichts und kann bis zum Alter von zwei Jahren noch weiter wachsen. Ein kleiner Hund dagegen (Erwachsenengewicht unter 10 kg) erreicht nur das Zwanzigfache seines Geburtsgewichts, und die Wachstumsphase ist mit etwa 10 Monaten bereits abgeschlossen. Diese Unterschiede machen deutlich, warum Knochenfehlbildungen fast ausschließlich bei großen Hunden auftreten, und unterstreichen die Bedeutung der richtigen Ernährung großer Rassen in der Wachstumsphase.
Die Erblichkeit ist ein bedeutender Faktor bei den Knochen- und Gelenkserkrankungen der großen Hunde, beispielsweise bei der Hüftgelenksdysplasie oder bei der Osteochondrosis. Gewissenhafte Züchter schließen übrigens Träger von ungünstigen Genen vollständig von der Zucht aus. Diese Selektion wird jedoch durch die Tatsache erschwert, dass solche Gene nicht zu einem einheitlichen Erscheinungsbild führen. Mit anderen Worten muss ein Hund, der die für die Hüftgelenksdysplasie verantwortlichen Gene in sich trägt, nicht unbedingt selbst an Dysplasie leiden und überträgt diese Gene auch nicht an alle seine Nachkommen. Durch entsprechende Ernährung und Bewegung kann die körperliche Ausprägung dieser ungünstigen Gene ebenfalls etwas gemindert werden.
Eigentümer großer Hunde und auch einige Züchter sind häufig der Meinung, dass ihre Tiere durch Überfütterung im Erwachsenenalter größer werden. Dem ist jedoch nicht so! Der Hund erreicht auf diese Weise nur schneller seine endgültige Größe. Dieses beschleunigte Wachstum ist jedoch nicht gut für ihn, da es für das unreife Skelett eine übermäßige Belastung darstellt und so zu Fehlbildungen an Knochen und Gelenken führen kann. Daher empfehlen Tierärzte den Haltern großer Hunde, die Futtermenge zu beschränken und dem Hund während der Wachstumsphase ein kalorienärmeres Futter zu geben, das auch weniger Fett enthält. Mit solchen Maßnahmen kann das Wachstum besser überwacht und für eine ausgeglichene Entwicklung des Skeletts gesorgt werden.
Nicht selten verabreichen Besitzer großer Hunde ihrem Welpen kalziumreiche Futterzusätze. Dies ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn der Hund selbst zubereitetes Futter erhält, also eine eigens zubereitete Mischung aus Fleisch, Gemüse und anderen stärkehaltigen Nahrungsmitteln. Wird der Welpe jedoch mit handelsüblicher Aufbaunahrung für Welpen gefüttert, ist dieses Vorgehen nicht nur sinnlos, sondern sogar gefährlich. Untersuchungen zum Kalziumbedarf bei großen Hunden während des Wachstums haben klar gezeigt, dass übermäßige Kalziumzufuhr das Wachstum behindern und Fehlbildungen an Knochen und Gelenken nach sich ziehen kann. Industriefutter darf also auf keinen Fall zusätzlich mit Kalzium angereichert werden.
Spezielles Welpenfutter enthält häufig viele Proteine für eine gesunde Entwicklung der Muskeln und des Organismus sowie auch für ein schönes Fell. Im Gegensatz zu einer häufig geäußerten Meinung hat der erhöhte Proteingehalt dieser Futtermittel keinen schlechten Einfluss auf das Wachstum oder die Nieren. Er macht die Nahrung jedoch noch attraktiver für den Welpen, und der Gehalt an Stärke (langsam verwertete Zuckerarten in Getreide und Kartoffeln), die nicht von allen jungen Welpen gut vertragen wird, kann reduziert werden. Zusätzliche Gaben von Vitamin C sind nicht nur unnütz, sondern können sich bei Überdosierung sogar ungünstig auf die Entwicklung des Skeletts auswirken.
Auch ein ausgewogenes Bewegungsprogramm ist sehr wichtig für die gesunde Entwicklung von Welpen großer Rassen. Ein Mangel an Bewegung (z. B. bei Welpen in zu kleinen Zwingern) wie auch ein Übermaß (z. B. durch intensives Training zu junger Hunde oder wilde Spiele zwischen jungen Hunden) können die gesunde Entwicklung des Skeletts beeinträchtigen und zu ernsten Verletzungen führen.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Da die Erblichkeit bei Wachstumsproblemen einen bedeutenden Faktor darstellt, kaufen Sie solche Welpen nur von anerkannten Züchtern. Geben Sie ein ausgewogenes Alleinfutter mit spezieller Zusammensetzung für Welpen großer Rassen und vermeiden Sie zu große Portionen. Geben Sie dem Hund kein zusätzliches Kalzium und sorgen Sie für ein ausgewogenes Bewegungsprogramm. Fragen Sie im Zweifelsfall immer Ihren Tierarzt um Rat.


Vincent Biourge
Tierarzt
Forschungszentrum Royal Canin

 


Die richtige Ernährung eines Welpen

Auch wenn wir uns hier wiederholen: Für ein harmonisches Wachstum und die Vermeidung von Krankheiten ist die richtige Ernährung des Welpen von fundamentaler Bedeutung. Ein Welpe darf weder zu wenig noch zu viel fressen und darf auf keinen Fall unter dem Vorwand, ihm Freude zu machen, überfüttert werden. Daher ist nicht nur wegen des nicht präzise ausgewogenen Nährstoffgehalts das allzu verlockende Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter nicht zu empfehlen. Die besten Ergebnisse lassen sich mit Trockenfutter erreichen; der Welpe frisst nicht zuviel, und der Halter kann das Futter genauer dosieren. Die Anzahl der Mahlzeiten wird mit zunehmendem Alter verringert; begonnen wird mit vier Mahlzeiten pro Tag in den Wochen nach der Entwöhnung, bis zur Hälfte der Wachstumsphase werden sie auf drei und schließlich auf zwei herabgesetzt. Die Futtermenge sollte idealerweise auf die Wachstumskurve des jeweiligen Hundetyps abgestimmt sein. Der Welpe wird dabei regelmäßig gewogen, um jede Anomalie so schnell wie möglich feststellen zu können.

Am Ende der Wachstumsphase sollte der Welpe auf Erwachsenennahrung umgestellt werden; für die meisten ist ein Futter zur Gewichtserhaltung am besten geeignet. Ein solches Futter hat meist eine geringere Energiedichte und enthält weniger Fett und Proteine als Welpennahrung. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass das Futter an die Größe des Hundes angepasst ist.

 


Rassen mit Prädisposition zu Skelettfehlbildungen während des Wachstums
Deutscher Schäferhund


Maremmaner Hirtenhund
Berger Picard
Berner Sennenhund
Appenzeller Sennenhund
Briard
Bullmastiff
Chow-Chow
Deutsche Dogge
Bordeauxdogge
Golden Retriever
Kommodor
Kuvasz
Labrador-Retriever
Leonberger
Mastiff
Mastino Napoletano
Pyrenäenberghund
Rottweiler
Bernhardiner
Gordon Setter
Shar-Pei
Neufundländer

 


Spezifische Krankheiten

Im Laufe der Wachstumsphase ist der Welpe von spezifischen Wachstumsstörungen bedroht; einige davon haben ihren Ursprung in der Ernährung. Auf die Gefahr der Wiederholung hin: Die Wachstumsphase ist und bleibt wegen des schnellen und umfangreichen Gewebeaufbaus die physiologisch schwierigste Phase im Leben des Hundes und erfordert eine umfassende tiermedizinische Vorsorge auf verschiedenen Gebieten. Dazu gehört auch die Ernährung, denn unausgewogenes Futter begünstigt oder verursacht ganz direkt eine Vielzahl spezifischer akut auftretender oder schleichender Erkrankungen. Diese Erkrankungen beruhen immer auf einem Mangel oder einem Überfluss an bestimmten Nährstoffen und betreffen meistens die Knochen oder die Gelenke.

 

 

Skeletterkrankungen

Ein Knochen im Wachstum ist ständig in Bewegung und in der Umbildung; nicht nur wird von den entsprechenden Zellen neues Knochengewebe aufgebaut, sondern auch altes Gewebe zerstört, um den vorhandenen Knochen zu erneuern. Ein sehr streng ausgewogenes hormonelles Gleichgewicht sorgt für die Unversehrtheit der Knochen und hält das innere Gleichgewicht des Körpers aufrecht.

 

 

Zwergwuchs und Wachstumsverzögerungen

Das Wachstum eines Welpen kann in bestimmten Fällen unwiderruflich gestört werden:

  • durch fortgesetzte Fehlernährung,
  • durch Parasiten (Darmparasiten),
  • durch hormonelle Funktionsstörungen (gleichmäßiger Zwergwuchs ist auf eine Fehlfunktion der Hypophyse zurückzuführen, ungleichmäßiger Zwergwuchs auf eine Schilddrüsenunterfunktion),
  • genetische Anomalien beim Aufbau von Knorpeln oder Knochen.

In der Praxis muss bei Wachstumsverzögerungen des Welpen möglichst bald der Tierarzt aufgesucht werden, damit durch verschiedenen Untersuchungen die Ursache bestimmt und wenn möglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

 

 

Rachitis

Rachitis verläuft beim Hund genauso wie beim Menschen. Im Laufe der Zeit und mit der Verbreitung des entsprechenden Fachwissens sind Knochenerkrankungen aufgrund von Nährstoffmängeln wie die Rachitis praktisch verschwunden. Rachitis äußert sich in einer fehlenden Mineralisation des Knochengewebes und ist die Folge eines Vitamin-D-Mangels. In den letzten zehn Jahren wurden nur vereinzelte Fälle von Rachitis bekannt.

 

 

Kalziummangel

Kalziummangel führt beim Welpen zu einer verbreiteten Knochenerkrankung namens "Osteofibrosis deformans juvenilis". Dies ist die häufigste Mangelerkrankung beim Welpen, da sie im Zusammenhang mit einer Ernährung steht, die fälschlicherweise als ideal angesehen wird: selbst zubereitetes Futter mit zu viel Fleisch und ohne Mineralstoffzusätze (erforderlich: Zusatz, der doppelt so viel Kalzium wie Phosphor enthält), oder noch schlimmer, mit zusätzlichen Gaben von Vitamin D. Die begrenzte Kal-ziumzufuhr, Auslöser für das so genannte "Nur-Fleisch-Syndrom" senkt den Kalziumspiegel im Blut; der Körper greift daraufhin auf die Kalziumreserven in den Knochen zurück, was zu deren Demineralisation führt.

Klinisch gesehen betrifft die Krankheit Knochen und auch Bänder. Das Skelett des Welpen zeigt Deformationen, die beim Abtasten und bei Druck schmerzen, und es tritt eine Schwächung der Knie und der Sprunggelenke mit zunehmendem Sohlengang auf. Der geschwächte Knochen kann schließlich nahezu grundlos brechen; solche so genannten "Grünholzfrakturen" sind sehr schwer zu behandeln.

Die Behandlung der fortschreitenden Osteofibrose beim Welpen ist sehr einfach, solange sie früh genug einsetzt. Sie basiert auf einem Ausgleich des Phosphor-Kalzium-Verhältnisses im Futter; der Wechsel zu einer Welpenvollnahrung für die entsprechende Größe genügt, um den Normalzustand wiederherzustellen, sofern der Welpe (bei großen Rassen) nicht älter als 6 oder 7 Monate ist.

 

 

Andere Mangelerscheinungen

Der Mangel an bestimmten Nährstoffen, die beim Knochenwachstum verschiedene Funktionen übernehmen, kann zu dauerhaften Störungen führen. So ist Vitamin A essenziell wichtig für die Entwicklung des Skeletts in der Wachstumsphase. Vitamin-A-Mangel führt zu Verkürzungen oder Deformationen der Knochen. Vitamin C dagegen hat entgegen der Ansicht einiger Züchter keine vorbeugende Wirkung im Bezug auf Knochenerkrankungen beim Welpen.

 

 

�berschuss an Vitamin D

Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D, beim Welpen immer noch zu häufig anzutreffen (in der Ernährung ist zuviel des Guten häufig ungesund), führt zu einer Erkrankung namens "hypertrophe Osteopathie", bei der das Knochenwachstum unkontrolliert verläuft. Es kommt zu Knochenwucherungen, der Welpe hinkt stark. Überdosierungen von Kalzium und Vitamin D kommen leider noch allzu häufig vor, besonders bei Welpen großer Rassen; man muss sich hier vor Augen führen, dass diese Erkrankung praktisch nicht rückgängig zu machen ist.

 

 

�berschuss an Vitamin A

Dieses Risiko besteht weit weniger häufig beim Hund als bei der Katze, und zwar aufgrund deren ungünstiger Fressgewohnheiten (zu häufiger Verzehr von Leber). Beim Hund ist die Hypervitaminose A meistens auf eine tägliche Verabreichung von Lebertran zurückzuführen, der etwa 2.000 internationale Einheiten (IE) Vitamin A pro Gramm enthält. Ein Überschuss an Vitamin A stoppt die Verknöcherung und führt zu einer Verkürzung der langen Knochen und zu anderen Knochendeformationen. Dieser Prozess ist in der Regel irreversibel.

 

 

Gelenkerkrankungen

Unter der international gebräuchlichen Bezeichnung Osteochondrosis werden verschiedene Knochen-Gelenk-Erkrankungen zusammengefasst, die in diesem Fall beim heranwachsenden Welpen auftreten können. Diese Erkrankungen betreffen hauptsächlich die Welpen großer Rassen und äußern sich durch übermäßiges Wachstum (Hypertrophie) der Gelenkknorpel, was zu Schmerzen, Gelenkdeformationen, Radius-Curvus-Syndrom usw. führt. Bei bestimmten, sehr schmerzhaften Formen fortgesetzten Hinkens spaltet sich der Gelenkknorpel (klassischer Fall am Schultergelenk des Labradors).

In diesem Fall wird das Krankheitsbild außer durch einen starken Kalziumüberschuss vor allem durch eine allgemeine Überfütterung verschlimmert, die zu einer verfrühten übermäßigen Gewichtszunahme führt. Selbst ein perfekt ausgewogenes Futter führt in zu großer Menge schnell zu Übergewicht, das umgehend mechanische Auswirkungen auf die sich ausbildenden Gelenk- und Knorpelstrukturen zeigt. Der Besitzer ist sich einer solchen Überfütterung im Übrigen nicht immer bewusst; sie kann eintreten,

  • wenn das Futter zu appetitlich ist, sodass der Welpe ständig mehr erbettelt (meist der Fall bei industriellem Feuchtfutter und im Allgemeinen bei zu fettreichem Futter);
  • wenn der Energiegehalt des Futters falsch berechnet wird: Mit der Einführung leicht verdaulicher, hochwertiger Trockenfutter wurde das klassische Modell

"3,5-3,5-8,5" (3,5 Kilokalorien verwertbare Energie pro Gramm Protein und Stärke und 8,5 Kilokalorien pro Gramm Fett) durch die Formel "4-4-9" ersetzt; die enthaltenen Nährstoffe werden also vom Organismus

besser verwertet. Aufgrund dieser Fehlberechnung kann ein Welpe von 20 kg täglich 20 bis 25 g nutzloses und schädliches Körperfett ansetzen.

 

 

Fettsucht beim Welpen

Während große Hunde im Welpenalter, wie oben beschrieben, anfällig für Probleme mit Knochen und Gelenken sind, besteht bei kleinen Hunden ein größeres Risiko für eine frühe Fettsucht, die so genannte juvenile hyperplastische Fettsucht. Wenn ein kleiner Hund zuviel frisst, nimmt, schematisch betrachtet, zunächst die Anzahl seiner Fettzellen zu � kleine, kugelförmige Zellen, die sich im Laufe der Zeit mit Fett anreichern, wenn die Überfütterung anhält. Der Besitzer eines kleinen Hundes baut häufig eine sehr enge emotionale Bindung zu seinem Tier auf; dabei wird der Hund nicht selten vermenschlicht. In der Folge wird dann der Besitzer (und dessen Kinder) dem unablässigen Betteln des Welpen nach Futter unbewusst zu leicht nachgeben; der Hund bekommt mehr Leckereien als Streicheleinheiten, der Sprung auf den Tisch wird als Zeichen von Intelligenz angesehen, und ganz allgemein verläuft sein Leben nach dem Motto "kugelrund und gesund". Beim erwachsenen Tier lässt sich Fettsucht mit bloßem Auge leicht erkennen, aber beim Welpen werden solche Anzeichen leicht übersehen, weil das kleine Fellknäuel so niedlich aussieht. Auch in diesem Fall wird die Fettsucht, die später sehr schwer zu bekämpfen sein wird, häufig durch Überfütterung in Verbindung mit unüberlegt verabreichtem, allzu appetitlichem Futter (häufig Konserven) ausgelöst.

In diesem Fall muss unabhängig von eventuell vorzunehmenden chirurgischen Eingriffen der Ernährungsplan des Welpen überprüft werden. Zunächst erfolgt eine qualitative Auswertung des weiter oben beschriebenen Nährstoffgleichgewichts. Die Bewertung von Alleintrockenfuttern mit spezieller Zusammensetzung für die entsprechende Größe des Hundes scheint dabei die bei weitem effizienteste Lösung zu sein. Bei der Futtermenge muss ein sehr strenges Programm mit den folgenden Etappen eingehalten werden:

  • die Fütterungsempfehlungen des Tierarztes oder des Herstellers genau befolgen; falls der Welpe zu dick für sein Alter ist, die Menge für drei bis vier Wochen auf 75% reduzieren;
  • kein zusätzliches Futter zur täglichen Futtermenge geben.

Insgesamt ist leicht einzusehen, dass eine schlechte Ernährung die Hauptursache für spezifische Wachstumsstörungen beim Welpen ist. Probleme mit Knochen und Gelenken kommen bei den kleinen Rassen nur selten vor, dafür aber sind sie umso eher der Gefahr von früher Fettsucht ausgesetzt, die ihre Lebenserwartung verkürzt.

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Die Wachstumsphase gilt allgemein als die kritischste Periode im Leben des Hundes, da hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden. In diesem Zeitraum folgen verschiedene Phasen aufeinander, die ein großes Krankheitsrisiko bergen; vor allem gilt das für die Wachstumsphase direkt nach der Entwöhnung, in der ein Großteil des Gesamtwachstums stattfindet. Hier beginnt eine überaus empfindliche Periode, in der zahlreiche Anforderungen zu erfüllen sind (Futterbedürfnisse, medizinischer Schutz, beginnend mit der Erstimpfung, Verhaltensentwicklung) und die bestimmend ist für

  • das Wachstum an sich (Gewichtszunahme, die das spätere Erwachsenengewicht festlegt) und die Wachstumsgeschwindigkeit (Gewichtszunahme pro Zeiteinheit);
  • die Entwicklung (Ausbildung der Gestalt und der jeweiligen besonderen Merkmale des erwachsenen Tieres) im Verhältnis zur Frühreife des Welpen (oder Entwicklungsgeschwindigkeit, mit der das physiologische Erwachsenenstadium mehr oder weniger schnell erreicht wird). Der Beginn dieser Periode fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, zu dem der Welpe vom Käufer erworben wird, zu dem er also von der Mutter getrennt wird; häufig geht das einher mit verschiedenen Veränderungen bei der Ernährung, den Lebensumständen, den sozialen Bindungen usw.

 


DIE WACHSTUMSKURVE DES WELPEN

Die Wachstumsphase ist eine Schlüsselphase im Leben des Hundes. In ihr festigt sich der spätere Charakter des erwachsenen Tieres, aber auch seine Morphologie und der harmonische Aufbau der Gestalt. Daher können bei einem Tier mit einer "schlechten Wachstumsphase" Größe und Gewicht für seine Rasse anormale Werte aufweisen, während derselbe Welpe unter optimalen Bedingungen die normale Größe und das normale Gewicht seiner Rasse erreicht hätte.
Um zu bestimmen, ob das Wachstum eines Welpen normal verläuft oder nicht, verfügt der Tierarzt über ein nützliches Hilfsmittel, die Wachstumskurven. Es gibt zwei Arten von Wachstumskurven: auf das Gewicht bezogene Kurven, in vielen Hundebüchern zu finden, und auf die Statur bezogene Kurven, die deutlich seltener anzutreffen sind. Durch den Vergleich der Körpermaße eines Welpen mit einer Standardkurve lässt sich zum einen leicht ablesen, ob er seinem Rassestandard entspricht, zum anderen kann man sein Erwachsenengewicht und die Erwachsenengröße schätzen. So wird ein Schäferhundwelpe, der mit 4 Monaten 14 kg wiegt und eine Widerristhöhe von 45 cm hat, als ausgewachsenes Tier ein Gewicht von 40 kg und eine Widerristhöhe von 70 cm erreichen. Nach zwei Tierarztbesuchen im Alter von über drei Monaten (beispielsweise ein Arztbesuch mit 3 Monaten und einer mit 5 Monaten) lässt sich das Erwachsenengewicht und die Erwachsenengröße für jedem Welpen feststellen. Diese Kontrolluntersuchungen sind sehr wichtig, da auf diese Weise die Entwicklung des Welpen am besten verfolgt werden kann und eventuelle Anomalien schnell entdeckt werden.


Prof. Lucile Martin
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Klein, Mittel, Groß oder Riesenrassen - bis zum Erwachsenenalter durchlaufen nicht alle Welpen dasselbe Wachstumsmuster

Das Wachstum eines Welpen verläuft nicht linear als Funktion der Zeit - mit anderen Worten, die tägliche Gewichtszunahme wird mit der Zeit immer größer. So nimmt der Welpe nach der Geburt täglich immer mehr an Gewicht zu, bis die Zunahme einen bestimmten Punkt erreicht, an dem sie für eine gewisse Zeit stabil bleibt, um dann wieder in dem Maße zurückzugehen, in dem der Hund sich dem Erwachsenenalter und -gewicht nähert. Auf streng mathematischer Ebene entspricht die Entwicklung dieser Wachstumsgeschwindigkeit (man spricht von der Tageszunahme) der Ableitung der sigmoidalen Funktion der Wachstumskurve (Entwicklung des Gewichts als Funktion der Zeit).

Ein Vergleich solcher Referenzkurven für verschiedene Rassen macht deutlich, dass kleine Rassen eine geringere Wachstumsgeschwindigkeit verbunden mit sehr früher Reifung aufweisen und zum Zeitpunkt der Geburt wie auch nach der Entwöhnung im Verhältnis zum späteren Erwachsenengewicht relativ schwer sind. Mit anderen Worten lässt sich diese Feststellung so ausdrücken: Ein Welpe einer kleinen Rasse wird "reifer" geboren als ein Welpe einer mittelgroßen Rasse, noch eher gilt die Behauptung im Vergleich zu großen Rassen. Große Rassen haben dagegen ein relativ geringes Geburtsgewicht und zeigen große Wachstumsreserven über einen langen Zeitraum.

Es ist wichtig, diese Unterschiede in der Reife und im biologischen Wachstumsmuster zu begreifen, da sie vor allem erklären, wieso die Ernährung des Hundes nicht nur an sein Alter, sondern auch an sein Format angepasst werden muss.An den folgenden konkreten Beispielen werden die von Geburt an sichtbaren Unterschiede noch deutlicher: Eine Pudelhündin wirft beispielsweise drei Welpen von je 150 bis 200 Gramm, während das Geburtsgewicht beim Neufundländer (acht bis zehn Welpen pro Wurf) zwischen 600 und 700 Gramm liegt. Auch wenn ein erwachsenes Tier einer Riesenrasse 25-mal so viel wiegt wie ein Hund einer kleinen Rasse, beträgt das Verhältnis beim Geburtsgewicht also nur 1 zu 6. Bis zum Erreichen des Erwachsenengewichts müssen die verschiedenen Rassen also ganz unterschiedliche Wege zurücklegen, wobei die Größe und die Dauer des Wachstums proportional zum endgültigen Gewicht des Hundes ist:

  • Die Hälfte des Erwachsenengewichts erreicht ein kleiner Hund mit etwa 3 Monaten, ein großer Hund jedoch erst mit 5 bis 6 Monaten;
  • ein Pudel hat mit etwa 8 Monaten bereits sein Erwachsenengewicht; er wiegt dann ungefähr zwanzigmal so viel wie bei seiner Geburt. Ein Neufundländer dagegen wächst noch bis zum Alter von 18 bis 24 Monaten weiter, bis er sein Geburtsgewicht in etwa verhundertfacht hat.



Spezielle Nahrungsbedürfnisse des Welpen in Abhängigkeit von der Größe

Allgemein muss bei der Ernährung eines Welpen Folgendes bedacht werden:

  • die Vielfalt der Rassen und Wachstumskurven,
  • seine Fähigkeit, die Nahrung richtig zu verdauen. Auch Futtersorten, die ansonsten strengsten Anforderungen gerecht werden, sind manchmal ungeeignet, da sie zwar ausgewogen aber nicht ausreichend verdaulich sind und so zu Verdauungsstörungen führen.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass ein Welpe unabhängig von Rasse oder Typ einen deutlich höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht hat als ein erwachsenes Tier. Er braucht zum einen Energie zur Erhaltung, gleichzeitig aber auch zum Aufbau neuer Körpergewebe, durch die er größer und schwerer wird. Sein Bedarf an Proteinen, Mineralien und Vitaminen ist ebenfalls deutlich höher als beim erwachsenen Tier; daher bietet man dem Welpen Futter mit einem hohen Proteingehalt an (über 30% der Futtertrockenmasse für kleine Rassen, 37 bis 38% für große Rassen), wobei auf eine hohe Qualität dieser Proteine geachtet werden muss. Ein junger Hund reagiert in der Tat deutlich empfindlicher als ein erwachsenes Tier auf Proteinmangel, der bei ihm zu Wachstumsverzögerungen, irreversiblen Veränderungen der Gestalt, Anämie, Rückgang der Bluteiweißwerte und zu einer ungenügenden Antikörperbildung führen kann, was ihn wiederum anfälliger für Krankheiten macht. Er muss genügend Kalzium und Phosphor bekommen, um eine schwere Knochenkrankheit zu vermeiden (die Osteofibrose, eine Nichtverknöcherung des Skeletts); diese Krankheit tritt typischerweise bei Welpen auf, die ausschließlich mit Fleisch oder selbst zubereitetem Futter ohne Mineralstoffzusätze ernährt werden.

Das Futter muss je nach seinem Energiegehalt und der zu erwartenden Größe des Welpen mindestens zwischen 1,3 und 1,6% Kalzium und 1 und 1,3% Phosphor, bezogen auf die Trockenmasse, enthalten.

Die Zusammensetzung von Welpenfutter weist also für alle Welpen bestimmte gemeinsame Merkmale auf: hohe Energiedichte, starke Konzentration aller essentiellen Nährstoffe und begrenzter Stärkegehalt. Je nach Größe der Rasse müssen jedoch noch einige individuelle Anpassungen vorgenommen werden.

Mit drei Monaten wiegt ein Terrierwelpe 2 bis 3 kg, ein Welpe einer Riesenrasse dagegen bereits etwa 20 kg; zwischen den beiden Tieren besteht also auch ein offensichtlicher Unterschied in der Größe der Kiefer. Trockenfutter ist, wie später noch erläutert wird, ohne Frage die geeigneteste Nahrung für Welpen; mittelgroße Kroketten sind jedoch für den einen Welpen schwierig aufzunehmen, beim anderen dagegen führen sie leicht zum Verschlucken. Besser wäre es also, auf Futter mit Kroketten unterschiedlicher Größe für kleine, mittlere und große Rassen zurückzugreifen. Ein Welpe einer großen Rasse hat einen größeren Kalziumbedarf als ein Welpe einer kleinen Rasse. Ein Welpe von 20 kg frisst jedoch (gemessen am Energiegehalt) nur das 1,5 fache eines Welpen von 10 kg im selben Alter. Wenn sie das gleiche Futter bekommen, besteht für den ersten Welpen also die Gefahr eines Kalziummangels; der Kalziumgehalt muss in einem Futter für Welpen großer Rassen daher höher sein. Schließlich hängt es auch von der Rasse ab, wie lange ein Welpe Aufbaufutter bekommt: bei den kleinen Rassen sind es 8 bis 10 Monate, bei den mittelgroßen 10 bis 14 Monate, bei den großen schließlich 14 bis 20 Monate, 16 bis 24 Monate für Riesenrassen.

 


DIE ERNÄHRUNG GROSSER RASSEN UND RIESENRASSEN IN DER WACHSTUMSPHASE

Ein großer Hund (mehr als 25 kg Erwachsenengewicht) erreicht im Alter von einem Jahr mehr als das Achtzigfache seines Geburtsgewichts und kann bis zum Alter von zwei Jahren noch weiter wachsen. Ein kleiner Hund dagegen (Erwachsenengewicht unter 10 kg) erreicht nur das Zwanzigfache seines Geburtsgewichts, und die Wachstumsphase ist mit etwa 10 Monaten bereits abgeschlossen. Diese Unterschiede machen deutlich, warum Knochenfehlbildungen fast ausschließlich bei großen Hunden auftreten, und unterstreichen die Bedeutung der richtigen Ernährung großer Rassen in der Wachstumsphase.
Die Erblichkeit ist ein bedeutender Faktor bei den Knochen- und Gelenkserkrankungen der großen Hunde, beispielsweise bei der Hüftgelenksdysplasie oder bei der Osteochondrosis. Gewissenhafte Züchter schließen übrigens Träger von ungünstigen Genen vollständig von der Zucht aus. Diese Selektion wird jedoch durch die Tatsache erschwert, dass solche Gene nicht zu einem einheitlichen Erscheinungsbild führen. Mit anderen Worten muss ein Hund, der die für die Hüftgelenksdysplasie verantwortlichen Gene in sich trägt, nicht unbedingt selbst an Dysplasie leiden und überträgt diese Gene auch nicht an alle seine Nachkommen. Durch entsprechende Ernährung und Bewegung kann die körperliche Ausprägung dieser ungünstigen Gene ebenfalls etwas gemindert werden.
Eigentümer großer Hunde und auch einige Züchter sind häufig der Meinung, dass ihre Tiere durch Überfütterung im Erwachsenenalter größer werden. Dem ist jedoch nicht so! Der Hund erreicht auf diese Weise nur schneller seine endgültige Größe. Dieses beschleunigte Wachstum ist jedoch nicht gut für ihn, da es für das unreife Skelett eine übermäßige Belastung darstellt und so zu Fehlbildungen an Knochen und Gelenken führen kann. Daher empfehlen Tierärzte den Haltern großer Hunde, die Futtermenge zu beschränken und dem Hund während der Wachstumsphase ein kalorienärmeres Futter zu geben, das auch weniger Fett enthält. Mit solchen Maßnahmen kann das Wachstum besser überwacht und für eine ausgeglichene Entwicklung des Skeletts gesorgt werden.
Nicht selten verabreichen Besitzer großer Hunde ihrem Welpen kalziumreiche Futterzusätze. Dies ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn der Hund selbst zubereitetes Futter erhält, also eine eigens zubereitete Mischung aus Fleisch, Gemüse und anderen stärkehaltigen Nahrungsmitteln. Wird der Welpe jedoch mit handelsüblicher Aufbaunahrung für Welpen gefüttert, ist dieses Vorgehen nicht nur sinnlos, sondern sogar gefährlich. Untersuchungen zum Kalziumbedarf bei großen Hunden während des Wachstums haben klar gezeigt, dass übermäßige Kalziumzufuhr das Wachstum behindern und Fehlbildungen an Knochen und Gelenken nach sich ziehen kann. Industriefutter darf also auf keinen Fall zusätzlich mit Kalzium angereichert werden.
Spezielles Welpenfutter enthält häufig viele Proteine für eine gesunde Entwicklung der Muskeln und des Organismus sowie auch für ein schönes Fell. Im Gegensatz zu einer häufig geäußerten Meinung hat der erhöhte Proteingehalt dieser Futtermittel keinen schlechten Einfluss auf das Wachstum oder die Nieren. Er macht die Nahrung jedoch noch attraktiver für den Welpen, und der Gehalt an Stärke (langsam verwertete Zuckerarten in Getreide und Kartoffeln), die nicht von allen jungen Welpen gut vertragen wird, kann reduziert werden. Zusätzliche Gaben von Vitamin C sind nicht nur unnütz, sondern können sich bei Überdosierung sogar ungünstig auf die Entwicklung des Skeletts auswirken.
Auch ein ausgewogenes Bewegungsprogramm ist sehr wichtig für die gesunde Entwicklung von Welpen großer Rassen. Ein Mangel an Bewegung (z. B. bei Welpen in zu kleinen Zwingern) wie auch ein Übermaß (z. B. durch intensives Training zu junger Hunde oder wilde Spiele zwischen jungen Hunden) können die gesunde Entwicklung des Skeletts beeinträchtigen und zu ernsten Verletzungen führen.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Da die Erblichkeit bei Wachstumsproblemen einen bedeutenden Faktor darstellt, kaufen Sie solche Welpen nur von anerkannten Züchtern. Geben Sie ein ausgewogenes Alleinfutter mit spezieller Zusammensetzung für Welpen großer Rassen und vermeiden Sie zu große Portionen. Geben Sie dem Hund kein zusätzliches Kalzium und sorgen Sie für ein ausgewogenes Bewegungsprogramm. Fragen Sie im Zweifelsfall immer Ihren Tierarzt um Rat.


Vincent Biourge
Tierarzt
Forschungszentrum Royal Canin

 


Die richtige Ernährung eines Welpen

Auch wenn wir uns hier wiederholen: Für ein harmonisches Wachstum und die Vermeidung von Krankheiten ist die richtige Ernährung des Welpen von fundamentaler Bedeutung. Ein Welpe darf weder zu wenig noch zu viel fressen und darf auf keinen Fall unter dem Vorwand, ihm Freude zu machen, überfüttert werden. Daher ist nicht nur wegen des nicht präzise ausgewogenen Nährstoffgehalts das allzu verlockende Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter nicht zu empfehlen. Die besten Ergebnisse lassen sich mit Trockenfutter erreichen; der Welpe frisst nicht zuviel, und der Halter kann das Futter genauer dosieren. Die Anzahl der Mahlzeiten wird mit zunehmendem Alter verringert; begonnen wird mit vier Mahlzeiten pro Tag in den Wochen nach der Entwöhnung, bis zur Hälfte der Wachstumsphase werden sie auf drei und schließlich auf zwei herabgesetzt. Die Futtermenge sollte idealerweise auf die Wachstumskurve des jeweiligen Hundetyps abgestimmt sein. Der Welpe wird dabei regelmäßig gewogen, um jede Anomalie so schnell wie möglich feststellen zu können.

Am Ende der Wachstumsphase sollte der Welpe auf Erwachsenennahrung umgestellt werden; für die meisten ist ein Futter zur Gewichtserhaltung am besten geeignet. Ein solches Futter hat meist eine geringere Energiedichte und enthält weniger Fett und Proteine als Welpennahrung. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass das Futter an die Größe des Hundes angepasst ist.

 


Rassen mit Prädisposition zu Skelettfehlbildungen während des Wachstums
Deutscher Schäferhund


Maremmaner Hirtenhund
Berger Picard
Berner Sennenhund
Appenzeller Sennenhund
Briard
Bullmastiff
Chow-Chow
Deutsche Dogge
Bordeauxdogge
Golden Retriever
Kommodor
Kuvasz
Labrador-Retriever
Leonberger
Mastiff
Mastino Napoletano
Pyrenäenberghund
Rottweiler
Bernhardiner
Gordon Setter
Shar-Pei
Neufundländer

 


Spezifische Krankheiten

Im Laufe der Wachstumsphase ist der Welpe von spezifischen Wachstumsstörungen bedroht; einige davon haben ihren Ursprung in der Ernährung. Auf die Gefahr der Wiederholung hin: Die Wachstumsphase ist und bleibt wegen des schnellen und umfangreichen Gewebeaufbaus die physiologisch schwierigste Phase im Leben des Hundes und erfordert eine umfassende tiermedizinische Vorsorge auf verschiedenen Gebieten. Dazu gehört auch die Ernährung, denn unausgewogenes Futter begünstigt oder verursacht ganz direkt eine Vielzahl spezifischer akut auftretender oder schleichender Erkrankungen. Diese Erkrankungen beruhen immer auf einem Mangel oder einem Überfluss an bestimmten Nährstoffen und betreffen meistens die Knochen oder die Gelenke.

 

 

Skeletterkrankungen

Ein Knochen im Wachstum ist ständig in Bewegung und in der Umbildung; nicht nur wird von den entsprechenden Zellen neues Knochengewebe aufgebaut, sondern auch altes Gewebe zerstört, um den vorhandenen Knochen zu erneuern. Ein sehr streng ausgewogenes hormonelles Gleichgewicht sorgt für die Unversehrtheit der Knochen und hält das innere Gleichgewicht des Körpers aufrecht.

 

 

Zwergwuchs und Wachstumsverzögerungen

Das Wachstum eines Welpen kann in bestimmten Fällen unwiderruflich gestört werden:

  • durch fortgesetzte Fehlernährung,
  • durch Parasiten (Darmparasiten),
  • durch hormonelle Funktionsstörungen (gleichmäßiger Zwergwuchs ist auf eine Fehlfunktion der Hypophyse zurückzuführen, ungleichmäßiger Zwergwuchs auf eine Schilddrüsenunterfunktion),
  • genetische Anomalien beim Aufbau von Knorpeln oder Knochen.

In der Praxis muss bei Wachstumsverzögerungen des Welpen möglichst bald der Tierarzt aufgesucht werden, damit durch verschiedenen Untersuchungen die Ursache bestimmt und wenn möglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

 

 

Rachitis

Rachitis verläuft beim Hund genauso wie beim Menschen. Im Laufe der Zeit und mit der Verbreitung des entsprechenden Fachwissens sind Knochenerkrankungen aufgrund von Nährstoffmängeln wie die Rachitis praktisch verschwunden. Rachitis äußert sich in einer fehlenden Mineralisation des Knochengewebes und ist die Folge eines Vitamin-D-Mangels. In den letzten zehn Jahren wurden nur vereinzelte Fälle von Rachitis bekannt.

 

 

Kalziummangel

Kalziummangel führt beim Welpen zu einer verbreiteten Knochenerkrankung namens "Osteofibrosis deformans juvenilis". Dies ist die häufigste Mangelerkrankung beim Welpen, da sie im Zusammenhang mit einer Ernährung steht, die fälschlicherweise als ideal angesehen wird: selbst zubereitetes Futter mit zu viel Fleisch und ohne Mineralstoffzusätze (erforderlich: Zusatz, der doppelt so viel Kalzium wie Phosphor enthält), oder noch schlimmer, mit zusätzlichen Gaben von Vitamin D. Die begrenzte Kal-ziumzufuhr, Auslöser für das so genannte "Nur-Fleisch-Syndrom" senkt den Kalziumspiegel im Blut; der Körper greift daraufhin auf die Kalziumreserven in den Knochen zurück, was zu deren Demineralisation führt.

Klinisch gesehen betrifft die Krankheit Knochen und auch Bänder. Das Skelett des Welpen zeigt Deformationen, die beim Abtasten und bei Druck schmerzen, und es tritt eine Schwächung der Knie und der Sprunggelenke mit zunehmendem Sohlengang auf. Der geschwächte Knochen kann schließlich nahezu grundlos brechen; solche so genannten "Grünholzfrakturen" sind sehr schwer zu behandeln.

Die Behandlung der fortschreitenden Osteofibrose beim Welpen ist sehr einfach, solange sie früh genug einsetzt. Sie basiert auf einem Ausgleich des Phosphor-Kalzium-Verhältnisses im Futter; der Wechsel zu einer Welpenvollnahrung für die entsprechende Größe genügt, um den Normalzustand wiederherzustellen, sofern der Welpe (bei großen Rassen) nicht älter als 6 oder 7 Monate ist.

 

 

Andere Mangelerscheinungen

Der Mangel an bestimmten Nährstoffen, die beim Knochenwachstum verschiedene Funktionen übernehmen, kann zu dauerhaften Störungen führen. So ist Vitamin A essenziell wichtig für die Entwicklung des Skeletts in der Wachstumsphase. Vitamin-A-Mangel führt zu Verkürzungen oder Deformationen der Knochen. Vitamin C dagegen hat entgegen der Ansicht einiger Züchter keine vorbeugende Wirkung im Bezug auf Knochenerkrankungen beim Welpen.

 

 

�berschuss an Vitamin D

Eine übermäßige Zufuhr von Vitamin D, beim Welpen immer noch zu häufig anzutreffen (in der Ernährung ist zuviel des Guten häufig ungesund), führt zu einer Erkrankung namens "hypertrophe Osteopathie", bei der das Knochenwachstum unkontrolliert verläuft. Es kommt zu Knochenwucherungen, der Welpe hinkt stark. Überdosierungen von Kalzium und Vitamin D kommen leider noch allzu häufig vor, besonders bei Welpen großer Rassen; man muss sich hier vor Augen führen, dass diese Erkrankung praktisch nicht rückgängig zu machen ist.

 

 

�berschuss an Vitamin A

Dieses Risiko besteht weit weniger häufig beim Hund als bei der Katze, und zwar aufgrund deren ungünstiger Fressgewohnheiten (zu häufiger Verzehr von Leber). Beim Hund ist die Hypervitaminose A meistens auf eine tägliche Verabreichung von Lebertran zurückzuführen, der etwa 2.000 internationale Einheiten (IE) Vitamin A pro Gramm enthält. Ein Überschuss an Vitamin A stoppt die Verknöcherung und führt zu einer Verkürzung der langen Knochen und zu anderen Knochendeformationen. Dieser Prozess ist in der Regel irreversibel.

 

 

Gelenkerkrankungen

Unter der international gebräuchlichen Bezeichnung Osteochondrosis werden verschiedene Knochen-Gelenk-Erkrankungen zusammengefasst, die in diesem Fall beim heranwachsenden Welpen auftreten können. Diese Erkrankungen betreffen hauptsächlich die Welpen großer Rassen und äußern sich durch übermäßiges Wachstum (Hypertrophie) der Gelenkknorpel, was zu Schmerzen, Gelenkdeformationen, Radius-Curvus-Syndrom usw. führt. Bei bestimmten, sehr schmerzhaften Formen fortgesetzten Hinkens spaltet sich der Gelenkknorpel (klassischer Fall am Schultergelenk des Labradors).

In diesem Fall wird das Krankheitsbild außer durch einen starken Kalziumüberschuss vor allem durch eine allgemeine Überfütterung verschlimmert, die zu einer verfrühten übermäßigen Gewichtszunahme führt. Selbst ein perfekt ausgewogenes Futter führt in zu großer Menge schnell zu Übergewicht, das umgehend mechanische Auswirkungen auf die sich ausbildenden Gelenk- und Knorpelstrukturen zeigt. Der Besitzer ist sich einer solchen Überfütterung im Übrigen nicht immer bewusst; sie kann eintreten,

  • wenn das Futter zu appetitlich ist, sodass der Welpe ständig mehr erbettelt (meist der Fall bei industriellem Feuchtfutter und im Allgemeinen bei zu fettreichem Futter);
  • wenn der Energiegehalt des Futters falsch berechnet wird: Mit der Einführung leicht verdaulicher, hochwertiger Trockenfutter wurde das klassische Modell

"3,5-3,5-8,5" (3,5 Kilokalorien verwertbare Energie pro Gramm Protein und Stärke und 8,5 Kilokalorien pro Gramm Fett) durch die Formel "4-4-9" ersetzt; die enthaltenen Nährstoffe werden also vom Organismus

besser verwertet. Aufgrund dieser Fehlberechnung kann ein Welpe von 20 kg täglich 20 bis 25 g nutzloses und schädliches Körperfett ansetzen.

 

 

Fettsucht beim Welpen

Während große Hunde im Welpenalter, wie oben beschrieben, anfällig für Probleme mit Knochen und Gelenken sind, besteht bei kleinen Hunden ein größeres Risiko für eine frühe Fettsucht, die so genannte juvenile hyperplastische Fettsucht. Wenn ein kleiner Hund zuviel frisst, nimmt, schematisch betrachtet, zunächst die Anzahl seiner Fettzellen zu � kleine, kugelförmige Zellen, die sich im Laufe der Zeit mit Fett anreichern, wenn die Überfütterung anhält. Der Besitzer eines kleinen Hundes baut häufig eine sehr enge emotionale Bindung zu seinem Tier auf; dabei wird der Hund nicht selten vermenschlicht. In der Folge wird dann der Besitzer (und dessen Kinder) dem unablässigen Betteln des Welpen nach Futter unbewusst zu leicht nachgeben; der Hund bekommt mehr Leckereien als Streicheleinheiten, der Sprung auf den Tisch wird als Zeichen von Intelligenz angesehen, und ganz allgemein verläuft sein Leben nach dem Motto "kugelrund und gesund". Beim erwachsenen Tier lässt sich Fettsucht mit bloßem Auge leicht erkennen, aber beim Welpen werden solche Anzeichen leicht übersehen, weil das kleine Fellknäuel so niedlich aussieht. Auch in diesem Fall wird die Fettsucht, die später sehr schwer zu bekämpfen sein wird, häufig durch Überfütterung in Verbindung mit unüberlegt verabreichtem, allzu appetitlichem Futter (häufig Konserven) ausgelöst.

In diesem Fall muss unabhängig von eventuell vorzunehmenden chirurgischen Eingriffen der Ernährungsplan des Welpen überprüft werden. Zunächst erfolgt eine qualitative Auswertung des weiter oben beschriebenen Nährstoffgleichgewichts. Die Bewertung von Alleintrockenfuttern mit spezieller Zusammensetzung für die entsprechende Größe des Hundes scheint dabei die bei weitem effizienteste Lösung zu sein. Bei der Futtermenge muss ein sehr strenges Programm mit den folgenden Etappen eingehalten werden:

  • die Fütterungsempfehlungen des Tierarztes oder des Herstellers genau befolgen; falls der Welpe zu dick für sein Alter ist, die Menge für drei bis vier Wochen auf 75% reduzieren;
  • kein zusätzliches Futter zur täglichen Futtermenge geben.

Insgesamt ist leicht einzusehen, dass eine schlechte Ernährung die Hauptursache für spezifische Wachstumsstörungen beim Welpen ist. Probleme mit Knochen und Gelenken kommen bei den kleinen Rassen nur selten vor, dafür aber sind sie umso eher der Gefahr von früher Fettsucht ausgesetzt, die ihre Lebenserwartung verkürzt.

 


   
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