|
Es gibt eine ganze Reihe dieser Gehorsams- oder Unterordnungsprüfungen: Leinenführigkeit und Freifolge, Apportieren von Gegenständen (Zurückbringen eines geworfenen Gegenstandes; Zurückbringen eines gesehenen Gegenstandes, den der Hund ohne Befehl aufnimmt; Zurückbringen eines ungesehenen Gegenstandes, d.h. der Hund wird auf die Suche geschickt). Außerdem lernt der Hund, einen Gegenstand in der Schnauze festzuhalten, sich vorwärts zu bewegen, ohne ihn fallen zu lassen und schließlich den Gegenstand aufzuheben, dem Hundeführer zu bringen und ihm auf Befehl zu übergeben.
Voraussetzung für die Wasserübung im Gelände ist, dass der Hund schwimmen kann, was er im Sommer in flachen Gewässern erlernen kann. Das Fassen auf Anweisung stellt eine weitere Prüfung dar, der Hund erlernt sie durch Motivation an einem Gegenstand oder einer Wulst aus Stoff. Das Einnehmen von Positionen auf Kommando in einigem Abstand lernt der Hund zunächst aus dem Stand. Hierbei stellt sich der Hund auf einen kleinen Tisch, damit er nicht nach vorne entweichen kann. Nun muss er zweimal hintereinander auf Kommando seine Position ändern (sitzen, hinlegen, aufstehen), bevor er wieder herangerufen wird. Verharren lernt er auf die selbe Art und Weise, hier muss der Hund ein bis zwei Minunten sitzen oder liegen bleiben, während sich der Führer entfernt. Im Gelände kann der Hund dabei durch absichtliche Ablenkungsmanöver zu Ungehorsam verleitet werden. Hierzu werden verschiedene Köder (Fleisch, Käse usw.) im Trainingsgelände ausgelegt und dem Hund direkt angeboten, er darf sie jedoch nicht annehmen. Darüber hinaus erhält der Hund ein Kampf- und Beißtraining.
Die große Schwierigkeit dieses Sports ist durch die konstante Verschachtelung von psychischen und physischen Parametern bedingt wobei der Mensch beträchtlichen direkten Einfluss auf das Erlernen der Übungen hat. Diese äußerst leistungsstarken Hunde, die das Ergebnis einer äußerst strengen Auswahl in Bezug auf ihre Tauglichkeit für Wettbewerbe sind, sind dies mittlerweile schon seit einem Jahrhundert.
Die Popularität und damit die Zukunft der Ring- und Geländeprüfungen hängt vor allem von ihrer Anerkennung im Hinblick auf die Vererbbarkeit ab, so sollen z.B. in Zukunft die Ringprüfungen der Kategorie 3 sowie Geländeprüfungen in die Ahnentafel eingetragen werden. Ebenso wäre es wünschenswert den Nutzen dieser Disziplinen amtlich anzuerkennen, da aus ihnen Hunde hervorgehen, die bei Polizei und Militär im Bereich Sicherheit wertvolle Dienste leisten. Darüber hinaus sollte eine internationale Vereinheitlichung der Disziplinen erfolgen.

Nachdem der Hund an die Arbeit gewöhnt worden ist, lernt er im Rahmen seiner Vorbereitung auf die Ring- und Geländeprüfungen die verschiedenen Übungen kennen, die dazu dienen, seine Kampfkraft und seine Beißtechnik zu entwickeln. In diesen Übungen sind die typischen Eigenschaften des Hütehundes, nämlich Initiative, Nervenstärke, Beweglichkeit und Entscheidungsfreudigkeit gefordert. Eben diese Fähigkeiten sind es, die bei Vermissten-, Lawinen- und Trümmersuchhunden am meisten gefragt sind.

Der Hund muss so schnell wie möglich den Angreifer suchen, der sich hinter einem der sechs Verstecke im Ring verborgen hält. Hat er ihn entdeckt, zeigt er dies dem Führer durchBellen an. Bei dessen Ankunft flüchtet der Angreifer zweimal und schießt dabei ebenfalls zweimal mit einem 9 mm-Revolver. Der Hund begleitet ihn ca.10 m, auf dieser Stredre unternimmt der Angreifer zwei weitere Fluchtversuche, um Wachsamkeit und Schnelligkeit des Hundes zu testen. Im Gelände dauert die Suche weitaus länger und der Hund muss auf einigen hundert Metern vor allem von seinem Geruchssinn Gebrauch machen.

Der Hundeführer geht mit dem Hund bei Fuß auf den Angreifer zu, reicht ihm die Hand und beginnt ein Gespräch mit ihm. Der Angreifer entfernt sich, dreht dann um und greift den Hundeführer an. Im Augenblick des Angriffs verteidigt der Hund den Hundeführer energisch, bis er wieder bei Fuß gerufen wird. Im Gelände verläuft die Verteidigung des Hundeführers nach bestimmten Schemata und in sehr unterschiedlichen Situationen (Innenhof eines Bauernhauses, Gebäudes usw.) Eine zweite Art der Verteidigung erfolgt mit Maulkorb, um zu testen, ob der Hund seinen Herrn im Ernstfall wirklich verteidigen kann. Tatsächlich sind viele Sporthunde auf den Schutzanzug des Anhgreifers konditioniert und würden ihren Herrn im Falle eines echten Angriffs nicht verteidigen.


Angriffe erfolgen auf verschiedene Art und Weise: Der Angreifer greift frontal oder im Vorübergehen an, er schützt sich mit einem Revolver oder einem Stock (ein gespaltener Bambusstock, der ein lautes Geräusch verursacht und den Hund beeindruckt, ohne ihm Schmerzen zuzufügen); wenn der Angreifer aufhört, wird der Hund wieder bei Fuß gerufen oder er verfolgt den flüchtigen Angreifer und hält ihn zweimal auf. Im Ring erfolgt ein Frontalangriff mit Stock, eine Flucht mit Stock und ein Festhalten mit Revolver.
Im Gelände sind alle Kombinationen möglich und der Angreifer kann sich mit allen Arten von Gegenständen verteidigen (Besen, Wasserschlauch, Äste usw.). Die Angriffstechnik ist recht kompliziert und lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Entscheiden, Aufeinandertreffen und Zubeißen. Das Entscheiden lernt der Hund, indem ihm schrittweise und methodisch beigebracht wird, in das Standbein zu beißen, und zwar jeweils in das rechte und das linke, falls er von einem Bein abgeschüttelt werden sollte. Anschließend lernt der Hund, den Arm zu erfassen, falls der Stock vor die Beine gehalten wird, sowie in die Innenseite des Arms nahe beim Körper zu beißen, falls der Angreifer ihm mit dem Oberkörper ausweicht. Dieses Training gestaltet sich ähnlich wie bei asiatischen Kampfsportarten, denn auch der Hund greift an der verletzlichen Stelle jenes Körperteils an, mit dem sich der Angreifer zu schützen versucht. Das Aufeinandertreffen erfolgt nach einem Ausweichmanöver, das dem Angriff seine anfängliche Heftigkeit etwas nimmt. Das Beißverhalten ist genetisch selektiert. Es wird bereits in der Gewöhnungsphase an einer großen Wulst trainiert, was einen sicheren, festen Biss im Schutzanzug garantiert. Diese Techniken können sich ausschließlich beständige, gutmütige Hunde mit starken Nerven aneignen. Ein aggressiver Hund hingegen würde einem derartigen Druck niemals standhalten bzw. die verschiedenen Prüfungen im Gelände nicht bestehen.

Äußerst spektakulär, denn sie sind der Beweis für den absoluten Gehorsam des Tiers, das sich beim Angriff in weniger als einem Meter Abstand vom Angreifer bei Ertönen eines Pfiffes regelrecht zur Seite wirft. Beim Training stellt sich der Hundeführer neben den Angreifer und lässt den Hund am normalen Ausgangspunkt für den Angriff in 20 m Entfernung zurück. Anschließend befiehlt er ihm anzugreifen und 3 m vor dem Zubeißen einzuhalten, er lässt ihn zwischen Zubeißen und Stoppen hin- und herwechseln und geht dann zurück zum Hund an den Ausgangspunkt. Diese Beißübung lernt der Hund als letztes, wenn er das Programm bereits gut beherrscht. Im Gelände gibt es zwei verschiedene Arten der abgebrochenen Angriffe, wobei der Angreifer entweder frontal oder im Vorbeigehen angreift.

Dies ist sicher die komplizierteste Übung, die einem Hund bei seiner Prüfung zum Wach- oder Polizeihund abverlangt wird.
Im Ring bewacht der Hund einen Korb, den der Angreifer versucht, an sich zu bringen, während er zwei oder dreimal an ihm vorbeigeht.
Im Gelände wird ein größerer Gegenstand verwendet (Fahrrad, Einkaufswagen, Kinderwagen, Schubkarre usw.); es handelt sich stets um einen Gebrauchsgegenstand. Hierbei lenkt die entwendende Person den Hund mit Hilfe einiger Listen ab. Jeder Hund macht dabei seine eigenen Fortschritte, auf die dann die nächsten Übungen folgen. Der Hund lernt, seine Vorderläufe auf einen kleinen Holzkasten zu stellen und sich zu drehen, um den Verbrecher, der ihn in einigem Abstand umrundet und mit dem Stock anlockt, im Auge zu behalten. Er lässt den Hund nach rechts und links drehen und zieht dabei immer kleinere Kreise um ihn. Einen Meter vor dem Gegenstand stellt er sich dem Hund gegenüber, der auf ihn losgeht, dabei jedoch nach wie vor den Gegenstand bewacht. Sobald er zugebissen hat, weist der Hundeführer ihn an, loszulassen und die Pfoten wieder auf den Gegenstand zu stellen. Nach und nach nimmt der Führer die Leine auf und stellt sich neben den sich bewegenden Angreifer, um die Abstände des Eingriffs zu regulieren. Beginnt man mit dieser Übung bereits im Alter von sieben Monaten, ist man zwei Jahre später stolzer Besitzer eines Hundes, der Gegenstände zuverlässig bewacht.

Fährtenarbeit umfast sowohl die Konventionellen Fährtenhundprüfungen als auch Sucharbeit für Rettungshunde. Diese Disziplin kann in der Tat Ausgangspunkt für reale Einsätze im Rahmen der Vermisstensuche. In drei Prüfungen (die auf den Befähigungsnachweis vorbereitenden Klassen 1 und 2 sowie die Abschlussprüfung in Klasse 3) können Hund und Hundeführer den Befähigungsnachweis zur Fährtenarbeit erwerben.

Der Verlauf der Fährte wird von Fährtenlegern mit sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet ausgearbeitet. Dabei sind bestimmte Schwierigkeiten zu vermeiden: Spitze Winkel; asphaltierte Straßen; Durchquerungen von Wasserläufen über weitere Strecken als jene, die für die jeweilige Klasse vorgesehen sind; Gegenstände, die aufgrund von Veränderung durch künstliche Duftstoffe nicht mehr den Geruch der gesuchten Person aufweisen; Überwinden von Hindernissen, die höher als 1,50 m sind und nicht umgangen werden können; Überqueren einer stark befahrenen Straße oder durchqueren eines Dorfs, in dem viel Verkehr herrscht oder Rückkehr zum Ausgangspunkt.
Auf der Fährte werden Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Geldbörsen, Taschentücher, Handschuhe, Schreibgeräte, Schals, Zigarettenschachkln, Taschenmesser usw. ausgelegt. Sie werden im Allgemeinen beim Laufen fallen gelassen, ganz so, als seien sie zufällig verloren gegangen.
Beim Führen des Hundes entlang der Fährte hat der Hundeführer absolute Freiheit, er darf dem Hund sogar helfen. Er kann ihn an bestimmten Stellen (Hindernissen) von der Leine lassen, ihn zurück auf die Fährte bringen oder ihn gegebenenfalls stöbern lassen, um die Fährte wieder aufzunehmen; er kann Gegenstände selbst aufheben, auf dem Parcours befindliche Personen befragen oder dem Hund eine Ruhepause gewähren.

Das Programm der verschiedenen Prüfungen aufgeführt ist in Tabellen aufgezeichnet. Nachfolgend einige Beispiele dazu :

Alter der Fährte: 2 Stunden
|
Länge der Fährte: Ca. 2 km
|
Erlaubte Zeit zum Auffinden des Fährtenlegers: Ca. 1 Stunde
|
Verhalten des Fährtenlegers während des Abgehens der Fährte: Kein verlangsamter Gang
|
Fährtengegenstände: Der erste persönliche Gegenstand befindet sich 10 Schritte vom Ausgangspunkt entfernt. 5 weitere Gegenstände befinden sich in einem Abstand von 500 Schritten voneinander entfernt.
|
Schwierigkeiten: Sand- und Grasweg. Elektrisch eingezäunte Rinderweide mit Stacheldraht. Wenig befahrene Straße, der gefolgt und die überquert werden muss. Zu überwindende Gräben.
|
Auffinden des Fährtenlegers: Am Boden liegend oder in einem Graben, unter einem Unterstand, hinter einer Hecke oder einem Mauervorsprung verborgen. |

Alter der Fährte: 3 Stunden
|
Länge der Fährte: Ca. 2 km
|
Erlaubte Zeit zum Auffinden des Fährtenlegers: Ca. 1 1/2 Stunden
|
Verhalten des Fährtenlegers während des Abgehens der Fährte:
|
Fährtengegenstände: Der erste persönliche Gegenstand befindet sich 150 Schritte vom Ausgangspunkt entfernt. Vor dem Start erhält der Führer einen in eine Plastiktüte verpackten Hinweisgegenstand. 5 weitere Gegenstände befinden sich in einem Abstand von 500 Schritten voneinander entfernt.
|
Schwierigkeiten: Der Weg kurz nach dem Ausgangspunkt wird von einer fremden Person eine halbe Stunde vor Einsatz des Fährtenlegers undeutlich gemacht. Sand- und Grasweg. Elektrisch eingezäunte Rinderweide mit Stacheldraht. Schwach befahrene Straße (Abstand 50 Schritte), der
|
gefolgt und die überquert werden muss. Gräben, dichte Hecken, zu durchquerender Wald mit Unterholz. Umgehbares Hindernis von 1,50 m Höhe. Vorbeigehen an einem abgelegenen Haus.
|
Auffinden des Fährtenlegers: Am Boden liegend oder in einem Graben, unter einem Unterstand, hinter einer Hecke, hinter einem Mauervorsprung, in einem geparkten Auto verborgen, oder er liegt am Wegrand. |


Alter der Fährte: 6 Stunden
|
Länge der Fährte: Ca. 3 km
|
Erlaubte Zeit zum Auffinden des Fährtenlegers: Ca. 2 Stunden
|
Verhalten des Fährtenlegers während des Abgehens der Fährte: Kein verlangsamter Gang, mit von Zeit zu Zeit im Laufschritt zurückgelegten Wegstrecken und ein- oder zweimal Halten von drei Minuten Dauer.
|
Fährtengegenstände: Der erste persönliche Gegenstand befindet sich 150 Schritte vom Ausgangspunkt entfernt. 5 weitere Gegenstände befinden sich in einem Abstand von 625 Schritten voneinander entfernt, einer davon kann 1,50 m über dem Boden aufgehängt sein.
|
Schwierigkeiten: Der Weg kurz nach dem Ausgangspunkt wird von einer fremden Person eine halbe Stunde vor Einsatz des Fährtenlegers undeutlich gemacht. Sand- und Grasweg. Elektrisch eingezäunte Rinderweide. Stacheldraht. Eine oder mehrere Straßen, denen gefolgt und die überquert werden müssen. Gräben, dichte Hecken, zu durchquerender Wald mit Unterholz. Umgehbares Hindernis von 1,50 m Höhe. Vorbeigehen an einem abgelegenen Haus. Ca. 100 Schritte Gehen auf einer Straße. Durchqueren von Ruinen, Durchqueren einer kleinen Ansammlung von 3 oder 4 abgelegenen Villen.
|
Auffinden des Fährtenlegers: Am Boden liegend oder in einem Graben, unter einem Unterstand, in einem geparkten Auto, oder er liegt am Wegrand, befindet sich in einem Raum, auf einem Baum, im Hof eines Bauernhauses, in einer Menschengruppe, hinter einer Hecke oder unter einem Mauervorsprung. |


|